Cover-Bild Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten
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8,49
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER E-Books
  • Themenbereich: Belletristik - SciFi: Weltraumoper
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Science Fiction
  • Ersterscheinung: 27.10.2016
  • ISBN: 9783104037103
Becky Chambers

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten

Karin Will (Übersetzer)

Willkommen an Bord der Wayfarer!
Becky Chambers hat mit ›Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten‹ eine zutiefst optimistische Space Opera geschrieben, die uns den Glauben an die Science Fiction (im Besonderen) und an die Menschheit (im Allgemeinen) zurückgibt.
Als die junge Marsianerin Rosemary Harper auf der Wayfarer anheuert, wird sie von äußerst gemischten Gefühlen heimgesucht – der ramponierte Raumkreuzer hat schon bessere Zeiten gesehen, und der Job scheint reine Routine: Wurmlöcher durchs Weltall zu bohren, um Verbindungswege zwischen weit entfernten Galaxien anzulegen, ist auf den ersten Blick alles andere als glamourös.
Die Crewmitglieder, mit denen sie nun auf engstem Raum zusammenlebt, gehören den unterschiedlichsten galaktischen Spezies an. Da gibt es die Pilotin Sissix, ein freundliches und polyamoröses reptilienähnliches Wesen, den Mechaniker Jenks, der in die KI des Raumschiffs verliebt ist, und den weisen und gütigen Dr. Chef, der einer aussterbenden Spezies angehört.
Doch dann nimmt Kapitän Ashby den ebenso profitablen wie riskanten Auftrag an, einen Raumtunnel zu einem weit entfernten Planeten anzulegen, auf dem die kriegerische Rasse der Toremi lebt. Für Rosemary verwandelt sich die Flucht vor der eigenen Vergangenheit in das größte Abenteuer ihres Lebens.
›Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten‹ wurde für zahlreiche Preise nominiert, u.a. für den Kitschies Award, den Baileys Women's Prize for Fiction und den Arthur C. Clarke Award.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2022

Absolutes Wohlfühlbuch

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Mit entsetzlicher Lautlosigkeit riss der Himmel auf.
Und verschluckte sie.
Rosemary blickte aus dem Fenster, und ihr wurde klar, dass sie noch nie zuvor eine derartige Schwärze gesehen hatte.
S. 83/Tolino

Inhalt
Die ...

Mit entsetzlicher Lautlosigkeit riss der Himmel auf.
Und verschluckte sie.
Rosemary blickte aus dem Fenster, und ihr wurde klar, dass sie noch nie zuvor eine derartige Schwärze gesehen hatte.
S. 83/Tolino

Inhalt
Die junge Rosemary heuert auf der Wayfarer an, um ihrer Vergangenheit zu entfliehen. Als Sekretärin des Kapitäns Ashby rechnet sie damit, kaum grosse Abenteuer zu erleben, aber Hauptsache sie kommt ganz weit weg von Zuhause. Doch allein das Leben auf einem Raumschiff, das Wurmlöcher in das All bohrt, ist schon recht abenteuerlich. Und dann nimmt Ashby auch noch einen sehr lukrativen aber auch gefährlichen Auftrag in das Hoheitsgebiet der kriegerischen Toremi an... und plötzlich ist Rosemarys Herkunft ihr geringstes Problem.

Meine Meinung
Wow, ich bin verliebt. In das Buch, in die Geschichte, aber vor allem in die Charaktere. Alles ist wunderbar detailliert und sorgfältig gezeichnet, der Titel ist Programm (wortwörtlich befindet sich die Crew der Wayfarer auf dem langen Weg zu einem kleinen zornigen Planeten), und ja, es ist trotz den alltäglichen und nicht alltäglichen Dramen ein totales Wohlfühlbuch. Woran das liegt? Nun, vor allem daran, dass die Charaktere einfach vielfältig und vielschichtig sind und mit ihrer Toleranz zeigen, wie schön ein Zusammenleben sein kann.

Als Crew haben wir eine bunte Mischung aus menschlichen und nicht-menschlichen Charakteren, unter anderem die polyamoröse echsenartige Sissix (ich mochte sie sehr), den Mechaniker Jenks, der in eine KI verliebt ist, und Ohan, ein Siamatpaar, das von einem Parasiten befallen ist. Alle Mitglieder der Crew - sogar der mürrische Corbin - haben sich früher oder später in mein Herz geschlichen. Sie sind ein wunderbares Beispiel für eine "Found Family", eine gefundene (und nicht genetisch bedingte) Familie. Ich bin ganz ehrlich ein bisschen traurig, dass Band 2 nicht mehr auf der Wayfarer spielt.

Die Story folgt einem roten Faden, ist aber in Episoden aufgebaut und beleuchtet unterscheidliche Charaktere und Szenen. Mir hat diese Erzählart sehr zugesagt, auch wenn ich manchmal lieber eine Szene weiterverfolgt hätte, als wieder zu wechseln. Auch gibt es eine tolle Mischung aus Gescchichte, Charakterentwicklung, Spannung und Entspannung, Tragik und Komödie. Für mich war es rundum gelungen.

Ich habe das Buch abwechslungsweise gelesen und als Hörbuch gehört - und der Sprecherin Martha Kindermann gebührt grosses Lob, sie spricht die Figuren wunderbar und abwechslungsreich und hat mein Kopfkino noch mehr beflügelt als das Buch allein (normalerweise schweife ich bei Hörbüchern schnell ab).

Fazit
Ein absolutes Wohlfühlbuch, das aufzeigt, wie schön ein Zusammenleben sein könnte, wenn alle mehr Toleranz zeigen würden. Eine Space Opera die viel Abwechslung bietet, wunderbare Charaktere, eine spannende Story - für mich ein Highlight.

#lieblingsbuch

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Veröffentlicht am 30.07.2021

Zu Herzen gehende Völkerverständigung der außerirdischen Art – bunt, unvorhersehbar, mit Tiefgang

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Dies ist ein utopischer Gegenentwurf zu „Krieg der Klone“ von John Scalzi. Viele außerirdische Spezies sind aufeinandergetroffen und entgegen der allermeisten Science-Fiction-Werke herrscht überwiegend ...

Dies ist ein utopischer Gegenentwurf zu „Krieg der Klone“ von John Scalzi. Viele außerirdische Spezies sind aufeinandergetroffen und entgegen der allermeisten Science-Fiction-Werke herrscht überwiegend Frieden, Wohlstand und freies Reisen. Immer mehr Völker schließen sich zur Galaktischen Union zusammen. Zwischen Menschen, Aliens und künstlichen Intelligenzen werden berufliche und freundschaftliche Beziehungen geflochten. Ein Hoch auf Diversität – angenehm unaufdringlich.
Der Roman beleuchtet überwiegend den Alltag an Bord der Wayfarer, eines kleinen Raumschiffs, das kurze Wegerouten im All generiert. Es gibt keine eindeutige Hauptfigur. Die Erzählperspektive wechselt. Zur Crew gehören: Captain Ashby Santoso, Rosemary Harper, Sissix, Kizzy, Mister Jenks, Mister Corbin, Dr. Koch, Ohan und die KI Lovey.
Ein übergeordneter Spannungsbogen zeichnet sich erst am Ende des Romans ab. Zu Beginn eines Kapitels hat man oft keine Idee, was passieren wird. Man lässt sich einfach überraschen, an die Hand nehmen, erlebt episodenhaft die Erlebnisse mit.
Ich brauchte ein paar Seiten, um hineinzufinden. Die X-Ray-Funktion beim eBook hat geholfen, die Teammitglieder, berufliche Qualifikation, Aussehen usw. richtig zuzuordnen. Umso besser ich die Charaktere kennenlernte, desto mehr habe ich es genossen. Ich war betrübt, als der Roman ausgelesen war. Es wirkt liebevoll, farbenfroh, lustig und traurig. Streckenweise kommen auch richtig Spannung und Dramatik auf. Faszinierend sind die Details zu unterschiedlichen Kulturen und Familienstrukturen und zu technischen Möglichkeiten. Religion scheint interessanterweise keine Rolle zu spielen. Enthalten sind Rückblicke auf die Geschichte der Erde sowie reizvolle philosophische Fragen, z. B. was Familie ausmacht und wie es sich anfühlt, wenn man zu den Letzten seiner Art gehört.
Meine Lieblingscharaktere sind Dr. Koch (Tiefgang) und Sissix (Humor, Offenherzigkeit, Andersartigkeit). Großartig sind die lebhaften Einblicke in die Kultur der Aandrisk. Zu meinen Lieblingskapiteln gehören „Port Coriol“, „Zirp“ (Begegnung mit Bär, Nib und Ember), „Der letzte Krieg“ und „Nest, Feder, Haus“. Ich habe mich von der Gefühlsachterbahn liebend gern mitnehmen lassen. Eine Verfilmung wäre sooo schön.
Das tolle Space-Opera-Erstlingswerk endet abgeschlossen. Traurig habe ich festgestellt, dass Band 2 der Reihe im gleichen Universum spielt, aber mit völlig anderen Figuren. Denen gebe ich natürlich auch bald eine Chance, mein Herz zu erobern.

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