Cover-Bild Noch wach?
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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 10.10.2024
  • ISBN: 9783462007008
Benjamin von Stuckrad-Barre

Noch wach?

Roman

Limitierte Erstauflage mit gelbem Farbschnitt. Solange der Vorrat reicht.

Kein Buch wurde 2023 mit größerer Spannung erwartet als »Noch wach?« . SPIEGEL-Titelstory, Nummer-1-Bestseller, eine ausverkaufte Tournee durch 30 Städte, für die Bühne adaptiert im Thalia Theater Hamburg.

Literarisch brillant, humorvoll und kompromisslos erzählt »Noch wach?« die Geschichte von Sophia, die hoffnungsfroh in ihrem neuen Job bei einem großen deutschen Fernsehsender gestartet ist, mächtig unterstützt von ihrem neuen Chef. Glücklich wirkt sie auf den Erzähler, der vor dem Berliner Winter nach Los Angeles flüchtet. Dort, im legendären »Chateau Marmont«, vertreibt sich eine illustre Bande die Zeit am Pool. Kurz darauf erschüttert der Weinstein-Skandal Hollywood, und Rose McGowan, Pool-Gast und flüchtige Bekannte des Erzählers, ist eine der ersten Frauen, die sexuelle Belästigung durch den Filmproduzenten öffentlich macht. Zurück in Berlin findet sich der Erzähler nicht mehr nur als Liegestuhlbeobachter, sondern nun als Akteur mitten in einem unübersichtlichen Geschehen wieder, das ihn in einen tiefen persönlichen Konflikt stürzt.

»Ein Lehrstück über Moral und Macht«, Volker Weidermann, Die Zeit 

»Benjamin von Stuckrad-Barres ›Noch wach?‹ wird den Hype überleben, weil es ein gutes Buch über böse Menschen ist.« Christian Bos, Kölner Stadtanzeiger

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.12.2025

Aktuell und unterhaltsam

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Ich habe Noch wach? mit großer Freude gelesen. Das Buch ist rasant, scharf beobachtet und oft wirklich sehr lustig. Benjamin von Stuckrad-Barre hat ein enormes Gespür für Tempo, Pointen und die Absurditäten ...

Ich habe Noch wach? mit großer Freude gelesen. Das Buch ist rasant, scharf beobachtet und oft wirklich sehr lustig. Benjamin von Stuckrad-Barre hat ein enormes Gespür für Tempo, Pointen und die Absurditäten eines Medienbetriebs, der sich selbst viel zu ernst nimmt. Viele Szenen sind bitterböse, überzeichnet und gleichzeitig erschreckend nah an der Realität. Ich habe oft gelacht und das Buch kaum aus der Hand legen wollen.

Gleichzeitig kommt man an der feministischen Kritik an diesem Buch nicht vorbei, und das ist wichtig. Die Perspektive bleibt überwiegend männlich, Machtverhältnisse werden häufig aus der Sicht dessen erzählt, der sie lange als normal erlebt hat. Manche Leerstellen sind spürbar, manche weiblichen Figuren bleiben Projektionen oder Randfiguren. Diese Kritik ist berechtigt und sollte Teil jeder ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Buch sein.

Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – halte ich Noch wach? für einen wichtigen Beitrag im Diskurs über Machtmissbrauch. Das Buch macht sichtbar, wie Strukturen funktionieren, wie Loyalitäten, Schweigen und Wegsehen entstehen und warum Systeme Täter schützen. Es zeigt, wie schwer es ist, sich zu entziehen, wenn Macht, Karriere und Anerkennung miteinander verwoben sind. Auch wenn nicht jede Perspektive eingenommen wird, wird doch etwas Entscheidendes offengelegt.

Für mich liegt die Stärke des Buches darin, dass es Leserinnen und Leser erreicht, die sich sonst vielleicht nicht mit feministischer Kritik oder Machtmissbrauch auseinandersetzen würden. Es holt Menschen dort ab, wo sie stehen, mit Humor, Tempo und einer vertrauten Stimme, und konfrontiert sie dann mit unbequemen Wahrheiten. Das ist keine perfekte, aber eine wirksame Form von Intervention.

Noch wach? ist für mich deshalb ein gelungenes, unterhaltsames und zugleich relevantes Buch. Eines, das nicht alle Fragen richtig beantwortet, aber wichtige stellt. Und eines, das zeigt, wie notwendig es ist, weiter über Macht, Verantwortung und strukturellen Missbrauch zu sprechen. Gerade jetzt.

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