Cover-Bild Der Tod der Löwenbändigerin
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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: BoD – Books on Demand
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 180
  • Ersterscheinung: 12.11.2025
  • ISBN: 9783695100668
Bernd Richard Knospe

Der Tod der Löwenbändigerin

Kurzgeschichten und Erzählungen
Der Tod der Löwenbändigerin

Dieses Buch vereinigt eine Sammlung Kurzgeschichten und Erzählungen des Autors aus den Jahren 2005 - 2013. Es geht um Schicksale in oft abwegigen Situationen. Um Menschen, die auf der Suche nach der Hauptrolle im eigenen Leben durch emotionale Grenzbereiche irren. Dabei sehen sie sich mit grundlegenden Fragen und Entscheidungen konfrontiert. Nicht selten entstehen Zwischenwelten, in denen sich fiktionale Ereignisse mit der Gegenwart des Autors kreuzen. Dabei schaffen überraschend verwobene Handlungsebenen ungewöhnliche Perspektiven auf die klassischen Themen wie das Leben, die Liebe und den Tod.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.01.2026

Zwischen Zwischenwelten und Nebenrollen – menschliche Schicksale in Momentaufnahmen

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Der Tod der Löwenbändigerin ist eine Sammlung von Kurzgeschichten und Erzählungen aus den Jahren 2005 bis 2013 von Bernd Richard Knospe. Sie beschäftigen sich intensiv mit Menschen in Grenzsituationen. ...

Der Tod der Löwenbändigerin ist eine Sammlung von Kurzgeschichten und Erzählungen aus den Jahren 2005 bis 2013 von Bernd Richard Knospe. Sie beschäftigen sich intensiv mit Menschen in Grenzsituationen. Es geht um Figuren, die selten im Rampenlicht stehen, die eher Nebenrollen im eigenen Leben einnehmen und doch nach Bedeutung, Nähe und einem Platz in der Welt suchen.

Die Texte greifen oft nur kurze Ausschnitte aus dem Leben ihrer Protagonist:innen auf. Vieles bleibt bewusst offen. Vorgeschichten werden angedeutet, Zukünftiges bleibt offen. Genau darin liegt eine Stärke des Buches: Es fordert die Lesenden dazu auf, mitzudenken, Lücken selbst zu füllen und eigene Deutungen zuzulassen. Dabei verschränken sich Realität und Fiktion immer wieder so eng, dass die Ebenen ineinander übergehen und eine gewisse gewollte Irritation entsteht.

Thematisch ist die Sammlung vielfältig: Tod, Einsamkeit, Scheitern, Liebe, skurrile Begegnungen und leise Alltagsdramen wechseln sich ab. Viele Geschichten sind melancholisch, manchmal sogar düster, nur selten leicht oder humorvoll. Wer Fröhlichkeit oder Flucht aus dem Alltag sucht, wird hier eher nicht fündig. Stattdessen dominieren nachdenkliche, oft ernste Töne, die noch lange nachwirken können.

Sprachlich überzeugt Knospe mit einer klaren, bildreichen Ausdrucksweise. Charaktere, Stimmungen und Emotionen werden präzise gezeichnet, oft mit nur wenigen, aber treffenden Sätzen. Besonders in den realitätsnahen Szenarien entfalten die Geschichten eine starke Wirkung. Gleichzeitig verlangt das Buch Aufmerksamkeit: Diese Texte eignen sich weniger zum beiläufigen Lesen, sondern wollen konzentriert und am besten dosiert genossen werden.

Nicht jede Geschichte trifft gleichermaßen den eigenen Geschmack, was bei Kurzgeschichtenbänden kaum ausbleibt. Manche Perspektiven und Darstellungen mögen polarisieren, doch das erzählerische Können ist stets deutlich spürbar. Knospe versteht es, mit kurzen Momentaufnahmen lebendige Bilder zu erzeugen und existenzielle Fragen aufzuwerfen.

„Der Tod der Löwenbändigerin” ist somit kein Buch für zwischendurch, sondern eine Sammlung, die man langsam liest, auf sich wirken lässt und gedanklich mitnimmt. Empfehlenswert für Leser:innen, die literarische Kurzformen schätzen, offen sind und bereit sind, sich auf menschliche Zwischenwelten einzulassen.

Veröffentlicht am 29.12.2025

Besondere Momentaufnahmen menschlicher Schicksale

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Das rd 170 Seiten umfassende Büchlein „Der Tod der Löwenbändigerin“ enthält Kurzgeschichten und Erzählungen, die der Autor Bernd Richard Knospe in den Jahren 2005 bis 2013 im Zuge einer Teilnahme in einem ...

Das rd 170 Seiten umfassende Büchlein „Der Tod der Löwenbändigerin“ enthält Kurzgeschichten und Erzählungen, die der Autor Bernd Richard Knospe in den Jahren 2005 bis 2013 im Zuge einer Teilnahme in einem Literaturforum schrieb und die verschiedenste Themen zwar nur kurz anreißen, dennoch nicht Tiefgang vermissen lassen und zum Nachdenken anregen. Ich zitiere den Autor: „Sie sollen dem Leser Lust machen, sich den Rest selber zusammenzureimen“.

Das kräftig gelbe Cover ist ein Eyecatcher, der in Scherenschnittmanier gehaltene Löwe neben einem Grabstein passt hervorragend zu dem Titel, der interessant wirkt und neugierig macht. Wie ein etwas ausführlicheres Inhaltsverzeichnis vermitteln die „Schlaglichter“ einen ersten Eindruck zur jeweiligen Geschichte.

Ich kenne fast alle Romane des Autors, die mich stets begeistert haben, und war nun recht gespannt auf seine Frühwerke. Ich wurde auch sprachlich keineswegs enttäuscht. Ich schätze seine Gabe der Beschreibung von Charakteren, Emotionen und Stimmungen. Doch wie es eben meist bei Kurzgeschichten ist – es gibt welche, die einem besser gefallen und solche, die weniger zusagen. Vor allem fehlte mir etwas Fröhliches, Leichtes, Humorvolles. Thematisch sind sie sehr vielfältig gehalten – es gibt Kriminelles, Berührendes, zum Nachdenken Anregendes, Phantasievolles bis zum Skurrilen. Je realer die Szenerie, desto wohler fühlte ich mich mit der Erzählung. Dass oft nur eine kurze Szene aus dem Leben von Menschen herausgegriffen wird, die Vorgeschichte ebenso nebulös bleibt wie das, wie es weitergeht, stellt für jemanden wie mich, die epische Romane liebt, mit Schicksalsschlägen und Wendungen, eine Herausforderung dar. Ich mag mir eigentlich nicht so gerne das Weitere ausmalen. Zudem handelt es sich primär um traurige Begebenheiten, um Tod, um Einsamkeit, um Scheitern, wenig Optimismus Verbreitendes. Leider nicht das, was ich gerne lese, in Zeiten wie diesen, privat gesehen. Nichtsdestotrotz fand ich die Geschichten interessant, insbesondere auch jene, die zeigen, wie durch die Phantasie des Autors Figuren zum Leben erwachen, zu Charakteren werden. In diesen Geschichten vermischt sich Realität mit Fiktion einigermaßen verwirrend, da sollte man konzentriert lesen.

Apropos konzentriert lesen. Ich nehme gerne Kurzgeschichtenbände für unterwegs mit, um mir die Zeit in Öffis oder Wartezimmern zu vertreiben. Diese Geschichten sind anspruchsvoll, überfliegt man sie nur oberflächlich, entgehen einem Nuancen. Ich musste daher jetzt vor Verfassung der Rezension die eine oder andere Erzählung in zweites Mal lesen. Es empfiehlt sich generell, sie nach und nach zu lesen, sie auf sich wirken zu lassen, darüber nachzudenken. Es lohnt sich.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Nebenrollen

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Dieser bunte Mix verschiedener Kurzgeschichten hat mir gut gefallen, denn sie wirken meistens wie mitten aus dem Leben und könnten fast überall so oder ähnlich passiert sein.

Es geht um eher ungewöhnliche ...

Dieser bunte Mix verschiedener Kurzgeschichten hat mir gut gefallen, denn sie wirken meistens wie mitten aus dem Leben und könnten fast überall so oder ähnlich passiert sein.

Es geht um eher ungewöhnliche Einzelschicksale, die Protagonisten haben kein einfaches Leben, stehen eher am Rande und müssen sich mühsam über Wasser halten. Aber sie haben auch Power und wissen sich zu behaupten.

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Zwischen Leben, Schicksal und den kleinen Absurditäten des Alltags – 16 Blickwinkel auf das Menschsein

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Der Tod der Löwenbändigerin“ von Bernd Richard Knospe ist ein Band mit 16 Kurzgeschichten, der nicht nur das Ende eines Lebens thematisiert, sondern vor allem die Schicksale dahinter. Das Cover bleibt ...

Der Tod der Löwenbändigerin“ von Bernd Richard Knospe ist ein Band mit 16 Kurzgeschichten, der nicht nur das Ende eines Lebens thematisiert, sondern vor allem die Schicksale dahinter. Das Cover bleibt schlicht, fast zurückhaltend – und genau das passt sehr gut, denn im Mittelpunkt stehen nicht Effekte oder Dramatik, sondern das, was Menschen ausmacht: ihre Wege, ihre Entscheidungen, ihre Schwächen und ihre letzte Konsequenz.

Schon nach den ersten Geschichten merkt man, dass man dieses Buch nicht „nebenbei“ lesen kann. Viele Erzählungen wirken nach, beschäftigen im Kopf weiter oder werfen Fragen auf, die nicht sofort beantwortet werden. Genau deshalb kann man nicht zu viel in einem Stück lesen. Jede der 16 Geschichten hat einen eigenen Ton, eine eigene Idee und oft eine überraschende Wendung, die hängen bleibt.

Besonders lange nachgewirkt hat bei mir die Geschichte „So stirbt der Clown“, die so absurd erscheint, dass sie fast unwirklich wirkt. Die Vorstellung, literweise Lebensmittelfarbe zu trinken, klingt zunächst grotesk – fast unbegreiflich. Aber beim Lesen merkt man schnell: Dahinter steckt etwas tief Trauriges. Der Clown erfüllt sein Rollenbild, bunt, auffällig, aber innerlich wirkt er hoffnungslos und depressiv. Dieses Spannungsfeld zwischen Fassade und innerem Zerfall lässt einen nicht los. Und genau solche Ideen fragt man sich dann: Wie kommt man auf so etwas? Warum wirkt es gleichzeitig absurd und erschreckend plausibel?

Auch andere Geschichten zeigen, dass Leben und Tod nur zwei Pole sind – dazwischen liegt viel Schmerz, Wut, Hoffnung, Zufall und manchmal sogar ein schmaler Humor. Knospe schafft es, auf wenigen Seiten Charaktere lebendig werden zu lassen, ohne ihnen alles erklären zu müssen. Oft reichen kleine Gesten, ein Satz oder ein unerwarteter Gedanke, um eine Geschichte auf den Punkt zu bringen. Manche wirken wie Miniaturen eines Lebens, eingefrorene Momente, die plötzlich Bedeutung bekommen.

Das Buch verlangt Pausen. Nicht, weil es zu schwer ist, sondern weil man das Gefühl hat, die Geschichten jeweils einzeln zu würdigen. Schicksale entfalten sich leise, manchmal bitter, manchmal überraschend, und diese Intensität braucht Zeit.

„Der Tod der Löwenbändigerin“ ist kein Buch über das Sterben – es ist ein Buch über Menschen. Über das, was bleibt, wenn Entscheidungen getroffen sind. Über das, was im Leben zählt, aber oft erst beim Hinschauen sichtbar wird. Und über die Tragikomik des Menschseins, die manchmal so absurd ist, dass sie fast unglaublich wirkt. Genau das macht diese Sammlung so besonders – vielschichtig, nachklingend, und auf eine seltsame Art wunderschön.

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