Biene ermittelt für die Familie
Tote Vettern erben nicht„Tote Vettern erben nicht“ von Vera Nentwich ist bereits der neunte Band der unterhaltsamen Cosy-Krimi-Reihe mit Sabine (Biene) Hagen als Privatdetektivin.
Das frisch-fröhlich bunte Cover passt so richtig ...
„Tote Vettern erben nicht“ von Vera Nentwich ist bereits der neunte Band der unterhaltsamen Cosy-Krimi-Reihe mit Sabine (Biene) Hagen als Privatdetektivin.
Das frisch-fröhlich bunte Cover passt so richtig gut zum Genre Wohlfühlkrimi. Zudem passt es auch stilmäßig zu den Vorgängerbänden. Das Buch erschien 2026. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, verfügen weder über Zeit- noch Ortsangaben. Die Handlung spielt in der nicht näher bestimmbaren Gegenwart in Grefrath, Nordrhein-Westfalen. Leider gibt es keinen Ortsplan von Grefrath und Umgebung. Der Schreibstil ist flüssig, dialogreich und humorvoll.
Ich verfolge die Reihe seit Band acht. Somit war mir der relevante Personenkreis bereits vertraut. Quereinsteiger haben sicher kein Problem, in den Fall und Bienes Umfeld hineinzukommen. Um Sabines Entwicklung und Vorgeschichte wirklich nachvollziehen zu können, müsste man mit Band eins beginnen.
Die Spannung liegt, wie bei jedem Whodunit-Krimi primär in der Frage, wer die Tat beging und auch warum. Das Spezielle an diesem Fall ist, dass Biene für die eigene Familie ermittelnd tätig werden muss und ihr somit auch emotionell besonders viel an der Aufklärung liegt.
Ihr Neffe Paul wurde ermordet. Da das Opfer eher ein etwas sonderbarer Einzelgänger war, mit autistischen Wesenszügen, bietet sein Umfeld wenig Ansatzpunkte. Er war Finanzbeamter, sehr pitzelig und unbeliebt; sein einziges Hobby war Puzzles zu legen. Der Kreis der Verdächtigen scheint somit überschaubar. Beharrlich verfolgt Biene jede nur noch so magere Spur. War Paul hinter einem Umsatzsteuerbetrug her? War ein Streit im Puzzle-Klub eskaliert? Manche Recherchen führen in die Irre, doch wie üblich lässt sich Biene nicht bremsen. Sie stürzt sich erst recht mit Energie in die Ermittlungen und gerät durch ihre Spontanität und Alleingänge in einige prekäre Situationen. Und wieder einmal ist es Bienes Beobachtungsgabe zu verdanken, dass der Täter ausgeforscht und nach einem dramatischen Finale festgenommen werden kann.
Biene mag man einfach. Sie ist ein Energiebündel, spontan, herzlich und sympathisch. Sie hat das Herz am rechten Fleck, handelt aber des Öfteren zu unüberlegt, was sie auch immer wieder in unangenehme bis gefährliche Situationen bringt. Sabine steht eindeutig im Mittelpunkt des Romans, es wird ja auch aus ihrer Perspektive in Ich-Form erzählt. Man begleitet sie somit bei ihren Recherchen und erlebt ihre mehr oder weniger von Erfolg gekrönten Aktionen. Amüsant sind nicht nur ihre Hoppalas, sondern auch die Dialoge. Privat würde ich Biene endlich ein Happy-End mit Jochen wünschen. Eigentlich besteht die Detektei aus zwei Personen, doch der attraktive Jago agiert eher im Hintergrund, was ich persönlich etwas schade finde. Vielleicht könnten die beiden in Zukunft als Duo agieren?
„Tote Vettern erben nicht“ hat mich wieder gut unterhalten, war spannend und bot Überraschungen. Ich empfehle diesen Cosy-Krimi gerne weiter.