Cover-Bild Der Hodscha und die Piepenkötter
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8,99
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  • Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Humor
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 01.09.2012
  • ISBN: 9783499255786
Birand Bingül

Der Hodscha und die Piepenkötter

Treffen sich zwei Kulturen: In ihrer Stadt ist Ursel Piepenkötter die unangefochtene Nummer eins. Als amtierende Oberbürgermeisterin liebt sie das Bad in der Menge, sie ist resolut und kämpferisch. Ihre Spezialdisziplinen: Tricksen, Tarnen, Täuschen. Ihr oberstes Ziel: die Wiederwahl. Doch die gerät in Gefahr, als Nuri Hodscha, der neue Geistliche der türkischen Gemeinde, zum Einstand ankündigt, eine prächtige Moschee bauen zu wollen. Vielen Bürgern der Stadt ist der Islam nicht geheuer – muss eine Bürgermeisterin da nicht eingreifen und Profil zeigen? Ursel Piepenkötter wittert die Chance, durch eine wohldosierte Portion Populismus die Wahl für sich zu entscheiden. Doch bei Nuri Hodscha gerät sie an den Falschen: Der Mann Allahs ist ein Schlitzohr ohnegleichen. Ob Kuhhandel oder Erpressung – auch ihm sind alle Mittel recht. Noch 42 Tage bis zur Wahl. Zwei harte Gegner. Der Kampf ist eröffnet ...

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2020

Totale Integration

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Die amtierende Oberbürgermeisterin Ursel Piepenkötter liebt ihren Job. Sie genießt es, sich zu inszenieren, sich von ihren Bürgerinnen und Bürgern feiern zu lassen. Ganz die Politiklady beherrscht sie ...

Die amtierende Oberbürgermeisterin Ursel Piepenkötter liebt ihren Job. Sie genießt es, sich zu inszenieren, sich von ihren Bürgerinnen und Bürgern feiern zu lassen. Ganz die Politiklady beherrscht sie natürlich die Basics. Sie trickst, täuscht und kämpft mit allen mehr oder weniger legalen Mitteln um ihre Ziele zu erreichen. Die Wiederwahl steht an!

Wäre da nicht ausgerechnet dieser neue türkische Geistliche. Nuri Hodscha, frisch aus der Türkei, kündigt den Bau einer prächtigen Moschee an. Er hat jedoch die Rechnung ohne Ursel Piepenkötter gemacht.

Für die amtierende Bürgermeisterin kommt so ein Bauantrag natürlich wie gerufen. Jedoch hat sie die Rechnung ohne Nuri Hodscha gemacht.

So unscheinbar der neue Geistliche sich zeigt, ist er nicht. Er entpuppt sich als wahrer Gegenspieler. Es geht zu wie auf einem türkischen Bazar. Die beiden kämpfen mit allen nur erdenklichen Mitteln, um ihre Ziele zu erreichen und die Zeit rennt.

Noch 42 Tage bis zur entscheidenden Wahl. Die Uhr tickt….

Nichtsahnend, dass sich Ursel Piepenkötters Sohn Patrick mittlerweile in Nuri Hodschas Tochter Hülya verknallt hat, werden schon die nächsten Ränke geschmiedet.

Doch diese Pläne haben die beiden Kampfhähne ohne Patrick und Hülya gemacht.

Eine kleine ausgebrannte Stadt und ein Wahlkampf, der seinesgleichen sucht. Jeder, der in der Ortspolitik auskennt, findet sich hierin wieder. Hier gilt das Motto: Nach der Wahl ist vor der Wahl.

Birand Bingül lässt diesen Wettstreit nicht einzig auf einen Kampf zwischen Mann und Frau hinauslaufen. Mit im Sack kauft man hier Allah, pubertierende Kinder und zwei Menschen, die ihr wahres Ziel aus den Augen verloren haben. Religion und Integration treten völlig in den Hintergrund.

Feiner Sarkasmus, sehr witzige Dialoge und ein guter Schuss Ortskolorit.

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Veröffentlicht am 09.12.2023

absolut gelungen

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In einer mittelgroßen Stadt irgendwo in Deutschland...........

Es sind noch 42 Tage bis zum Wahltermin und die Oberbürgermeisterin Ursel Piepenkötter ist sich ihres Sieges sicher.Als bodenständige ...

In einer mittelgroßen Stadt irgendwo in Deutschland...........

Es sind noch 42 Tage bis zum Wahltermin und die Oberbürgermeisterin Ursel Piepenkötter ist sich ihres Sieges sicher.Als bodenständige CDU-Frau hat sie die Massen hinter sich, glaubt sie,doch dann kommt der Hodscha, der neue Iman der türkischen Gemeinde der Stadt und verkündet eine prachtvolle Moschee bauen zu wollen.Aber nicht mit Ursel Piepenkötter, die noch nicht einmal gefragt wurde.Die Oberbürgermeisterin wittert Morgenluft, zeigt ihre Zähne und will mit einer wohldosierten Portion Populismus bei ihren Wählern punkten.Doch da hat sie nicht mit dem Hodscha gerechnet, denn der beißt genauso zurück, daran ändern auch die konspirativen Treffen mit der Piepenkötter in ihrer Laube nichts.Irgendetwas muss geschehen, denn der Wahltermin rückt immer näher und die Wähler machen der Piepenkötter Druck.Da hilft auch kein Rotwein zur Entspannung.Der Hodscha allerdings setzt auf Allah, mit dem er regelmäßig in Verbindung steht, der ihm allerdings auch manchmal den Marsch bläst.


In einer Art und Weise, die absoluten Unterhaltungswert hat, beschreibt Birand Bingül die Annäherung zweier Kulturen deren Vertreter es beide faustdick hinter den Ohren haben. Die Situationskomik hat mich mehrmals laut auflachen lassen und der Vergleich zu Don Camillo und Pepone, wie auf dem Umschlag zu lesen,ist nicht zu leugnen.

Die beiden Hauptprotagonisten werden treffend beschrieben(vor allem der Bruce Springsteen Fan Nuri Hodscha hat mir gut gefallen.)

Ein Buch mit hohem Unterhaltungswert, dass ich gern weiterempfehle

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Veröffentlicht am 15.09.2016

Amüsanter Lesespaß

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Wer hier die Aufarbeitung eines politischen Themas erwartet hat, ist vollkommen falsch. Wer aber einen amüsanten Lesespass sucht, der sollte sich an dieses Buch halten:

Nuri Hodscha, ein unscheinbarer, ...

Wer hier die Aufarbeitung eines politischen Themas erwartet hat, ist vollkommen falsch. Wer aber einen amüsanten Lesespass sucht, der sollte sich an dieses Buch halten:

Nuri Hodscha, ein unscheinbarer, untersetzter, 47-jähriger Mann mit graumeliertem, präzise gestutztem Vollbart und mächtigen Augenbrauen stammt aus der Türkei und bekommt als Imam seine letzte Chance in einer deutschen Kleinstadt. Hier bereitet sich die 44-jährige, konservative Ursel Piepenkötter auf ihre in 42 Tagen stattfindende Wiederwahl als Oberbürgermeisterin vor. Bei seiner Ankunft trifft der Hodscha auf Bob Winter, Zeitungsreporter der Neuen Presse, und gibt ihm gleich die passende Schlagzeile: "Neuer Imam fordert repräsentative Großmoschee". Damit ist der Zoff vorprogrammiert. Gleichzeitig verlieben sich auch noch der Sohn der Piepenkötter Patrick und die Tochter des Imam Hülya ineinander, was auch nicht gerade unproblematisch ist...

Ich habe es genossen, dieses Buch zu lesen und habe auch etwas über die Bedeutung des Kopftuches im Islam gelernt. Die Liebesge-schichte zwischen Patrick und Hülya ist schon sehr vorhersehbar, aber trotzdem ganz amüsant, wie sich die beiden Teenager annähern. Auch die Gespräche, die der Hodscha mit Allah während seiner Gebete führt, finde ich recht belustigend. Ansonsten sind die einzelnen Personen sehr prägnant beschrieben und ich habe mich gut auf die Geschichte einlassen können.

Ein nettes Buch für ein paar sorglose Stunden.