Von Hunger, Freundschaft und einem Moor in Gefahr
Die Grummelhummel hat einen dieser Tage, an denen einfach alles nervt. Vor allem der leere Magen. Ihre geliebten Glockenblumen sind verschwunden! Wenn das kein Grund für schlechte Laune ist. Aus diesem ...
Die Grummelhummel hat einen dieser Tage, an denen einfach alles nervt. Vor allem der leere Magen. Ihre geliebten Glockenblumen sind verschwunden! Wenn das kein Grund für schlechte Laune ist. Aus diesem sehr nachvollziehbaren Ausgangspunkt entwickelt sich in Die Grummelhummel: Mission Moor eine Geschichte, die überraschend viel Tiefe mitbringt.
Mir ist direkt aufgefallen, dass die Grummelhummel hier genau das sein darf, was ihr Name verspricht: mürrisch, grummelig und ziemlich genervt. Das wirkt angenehm ehrlich. Sie wird nicht sofort gebremst, belehrt oder ausgegrenzt, sondern bekommt den Raum, um ihre Gefühle herauszulassen. Das ist doch mal eine schöne Einstellung. Nicht jede Geschichte muss mit guter Laune beginnen.
Auf der Suche nach Futter macht sich die Grummelhummel gemeinsam mit ihren Freunden auf den Weg ins Moor. Regenwurm, Feuerwanze, Spinne und Ameise begleiten sie, jede Figur mit eigenen Stärken und Eigenheiten. Niemand drängt sich in den Vordergrund, niemand ist nur Beiwerk. Das Zusammenspiel fühlt sich natürlich an, wie eine Gruppe, die sich ergänzt.
Im Moor wird schnell klar, dass dort etwas nicht stimmt. Pflanzen verschwinden, Lebensräume verändern sich und die kleinen Tiere merken, dass sie nicht die Einzigen sind, die Probleme haben. Das Thema Naturschutz wird hier schön gezeigt. Kinder erleben, dass sich etwas verändert hat und dass das Folgen hat – für alle.
Die Geschichte bleibt dabei ruhig erzählt. Sie setzt nicht auf große Dramatik, sondern auf Beobachtungen, Gespräche und gemeinsames Nachdenken. Lösungen entstehen nach und nach und oft gemeinsam. Das vermittelt ein gutes Gefühl von Zusammenhalt, ohne erhobenen Zeigefinger.
Die Sprache ist gut vorlesbar und klar strukturiert. Reime und rhythmische Passagen sorgen für Abwechslung. Die Illustrationen unterstützen die Stimmung sehr schön. Sie sind detailreich, aber nicht überladen, und fangen das Moor als besonderen Ort gut ein: ein bisschen geheimnisvoll, lebendig und stellenweise auch unheimlich, natürlich ohne Angst zu verbreiten. Text und Bild greifen gut ineinander.
Am Ende bleibt ein Bilderbuch, das Themen wie Umwelt, Veränderung und Zusammenarbeit kindgerecht vermittelt. Die Grummelhummel: Mission Moor erzählt davon, dass auch kleine Wesen etwas bewegen können und dass man Probleme nicht allein lösen muss. Eine Geschichte mit Herz, Humor und einer Botschaft, die nicht erklärt, sondern erlebt wird.
Vielen lieben Dank an Cyndia und den Alibri Verlag, die mir dieses wundervolle Buch zugesandt haben!