Profilbild von ErleseneSeiten

ErleseneSeiten

Lesejury Star
offline

ErleseneSeiten ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ErleseneSeiten über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2026

Das größte Maul vom Seerosenteich

Großmaul
0

Der Frosch ist sich sicher: Am Seerosenteich hat niemand ein größeres Maul als er. Also schnappt er sich kurzerhand eine Fliege und fühlt sich dabei ziemlich cool. Doch lange kann er seinen Triumph nicht ...

Der Frosch ist sich sicher: Am Seerosenteich hat niemand ein größeres Maul als er. Also schnappt er sich kurzerhand eine Fliege und fühlt sich dabei ziemlich cool. Doch lange kann er seinen Triumph nicht auskosten. Denn kurz darauf taucht ein Storch auf und verschluckt den Frosch, der die Fliege verschluckt hat. Und dann kommt der Fuchs. Und danach ein noch größeres Tier. So steigert sich die Geschichte von Seite zu Seite, bis schließlich jemand auftaucht, der zwar das größte Maul hat, aber mit der Angeberei wenig anfangen kann und dem Ganzen endlich ein Ende setzt.

Das Prinzip der Handlung ist ziemlich simpel: Immer kommt noch ein Tier dazu, das größer ist als das vorherige. Meine Kinder sind mit Begeisterung dabei, weil sich die Geschichte durch dieses einfache Schema leicht erschließt und schnell ein Mitsprech-Rhythmus entsteht. Besonders witzig fanden sie außerdem, dass man das nächste Tier häufig schon auf den Bildern entdecken kann, bevor es überhaupt ins Geschehen eingreift. Dieses gemeinsame Suchen und Entdecken hat beim Vorlesen fast noch mehr Spaß gemacht als der eigentliche Text.

Der Text selbst ist knapp gehalten und arbeitet viel mit Wiederholungen. Das sorgt dafür, dass Kinder schnell ein Gefühl für den Aufbau bekommen und sich die Passagen einprägen. Nach kurzer Zeit konnten meine Kinder die „Verschluck-Kette“ schon mitsprechen und hatten sichtlich Freude daran, die Reihenfolge selbst weiterzuführen. Insbesondere für das empfohlene Alter ab drei Jahren passt das sehr gut.

Die Illustrationen von Sabine Kranz greifen den Humor der Geschichte schön auf. Sie sind farbenfroh, etwas frech gestaltet und bieten einige Details. Besonders die Gesichtsausdrücke der Tiere haben uns immer wieder schmunzeln lassen. Inhaltlich bleibt die Geschichte bewusst einfach. Die Handlung konzentriert sich ganz auf die sich steigernde Kette der „Großmäuler“. Das reicht den Kiddies, auch wenn ich mir an manchen Stellen ein wenig mehr gewünscht hätte. Die Geschichte ist recht schnell erzählt und auch das Ende kommt zügig.

Schön ist außerdem, dass trotz des „Verschluckens“ der Tiere alles leicht und humorvoll bleibt. Es entsteht keine unangenehme Spannung, sondern vielmehr ein spielerischer Wettstreit, der am Ende freundlich aufgelöst wird. Die kleine Pointe zum Schluss sorgt zusätzlich noch einmal für ein Schmunzeln.

„Großmaul“ ist ein kurzweiliges Bilderbuch, das besonders durch seinen wiederkehrenden Aufbau und die humorvollen Illustrationen überzeugt. Beim Vorlesen mit meinen Kindern hat die Geschichte vor allem durch das Mitsprechen und Entdecken der verschiedenen Tiere funktioniert. Ein unkomplizierter Bilderbuchspaß für zwischendurch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2026

Neuanfang, Meeresluft und eine Prise Magie

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer
0

Ein Umzug in ein anderes Land ist nie einfach, und Marie tut sich mit der neuen Situation ganz schön schwer. Neue Schule, neue Sprache und keine Freundinnen in Sicht. Während ihr Bruder schnell Anschluss ...

Ein Umzug in ein anderes Land ist nie einfach, und Marie tut sich mit der neuen Situation ganz schön schwer. Neue Schule, neue Sprache und keine Freundinnen in Sicht. Während ihr Bruder schnell Anschluss findet und das Leben am Meer genießt, fühlt sich Marie zunächst ziemlich verloren. Dass ihre Familie in einer umgebauten Turnhalle wohnt, macht die Situation nicht unbedingt leichter.

Zum Glück gibt es Oma Aveline. Sie ist warmherzig, lebensfroh und hat ein Geheimnis, in das sie Marie einweiht. Mit den richtigen Zutaten kann man beim Kochen kleine magische Effekte erzielen. Für Marie klingt das nach einer guten Möglichkeit, ihre Startschwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Doch natürlich läuft nicht alles nach Plan. Ihr erster Versuch sorgt für ordentliches Chaos und plötzlich steht sogar der Job ihrer Mutter auf dem Spiel.

Die Grundidee von Maries Glücksküche – Die Schule am Meer hat mir sofort gefallen. Zauberkochen, ein Neuanfang an der französischen Küste und eine sympathische Hauptfigur. Das alles bringt eine schöne Wohlfühlatmosphäre mit sich. Besonders die Szenen rund ums Kochen und die magischen Zutaten haben mir gefallen. Hier steckt viel Liebe zum Detail drin und einige Einfälle sind wirklich herrlich witzig.

Gleichzeitig bleibt die Geschichte insgesamt eher überschaubar. Viele Themen werden angerissen, ohne sehr ausführlich erzählt zu werden. Das betrifft sowohl Maries Eingewöhnung in der neuen Schule, die Nebenfiguren als auch das Zauberkochen, das durchaus noch mehr Raum hätte bekommen können. Allerdings passt das gut zur Zielgruppe. Die Geschichte bleibt dadurch leicht zugänglich, übersichtlich und angenehm zu lesen. Gerade für Kinder ab etwa neun Jahren ist das so ideal.

Marie selbst ist eine sympathische Hauptfigur. Ihre Unsicherheit, ihr Wunsch dazuzugehören und ihr vorsichtiger Neuanfang wirken nachvollziehbar. Besonders die Beziehung zu ihrer Oma hat mir gut gefallen.

Auch die Schwarz-Weiß-Illustrationen lockern den Text schön auf und passen gut zum Ton der Geschichte. Die Rezepte am Ende sind zudem eine nette Ergänzung und greifen die Idee der Glücksküche noch einmal auf. Omas Magi(e) ist zum schieflachen.

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer ist ein ruhiger, unkomplizierter Reihenauftakt mit einer guten Portion Magie und einem überschaubaren Handlungsrahmen. Eine angenehme Lektüre für Kinder ab etwa 9 Jahren und für alle, die Geschichten mit Wohlfühlatmosphäre und einem kleinen magischen Twist mögen.

Ich bin gespannt, wie sich Marie und ihre Glücksküche in den nächsten Bänden weiterentwickeln.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2026

Über Selbstwirksamkeit im Kinderalltag

Carli und Klecks backen einen Kuchen
0

Carli hat eine klare Mission: Mama hat Geburtstag und dafür braucht es natürlich einen Kuchen. Da Papa im Homeoffice beschäftigt ist, nehmen Carli und Kater Klecks die Sache kurzerhand selbst in die Hand. ...

Carli hat eine klare Mission: Mama hat Geburtstag und dafür braucht es natürlich einen Kuchen. Da Papa im Homeoffice beschäftigt ist, nehmen Carli und Kater Klecks die Sache kurzerhand selbst in die Hand. Dass dabei nicht alles nach Rezept läuft und plötzlich auch eher ungewöhnliche Zutaten im Teig landen, gehört irgendwie dazu. Am Ende entsteht ein ganz eigener „Kuchen“ und vor allem ein ziemlich großes Abenteuer.

Im Kern erzählt das Buch etwas, das im Familienalltag ständig passiert, nur oft nicht ganz so entspannt. Kinder wollen selbst aktiv werden, selbst ausprobieren, selbst entscheiden. Genau das ist für Kinder in diesem Alter ein enorm wichtiger Entwicklungsschritt. Aber wir Erwachsenen sehen dabei schon das Chaos vor uns. Mehl auf dem Boden, klebrige Handabdrücke an sämtlichen Möbeln, Geschirr, das garantiert nie wieder sauber wird. Ehrlich gesagt finde ich genau das als Mama schon sehr herausfordernd. Man weiß ja, wer am Ende aufräumen wird.

Das Buch zeigt sehr schön, dass Ausprobieren auch Chaos bedeuten darf. All das wird nicht problematisiert, sondern als Teil des Prozesses erzählt. Fehler sind hier nichts, was korrigiert werden muss, sondern etwas, das einfach dazugehört.

In diesem Zusammenhang ist die Rolle des Vaters wirklich super gelungen. Er ist nicht derjenige, der sofort eingreift oder alles korrigiert, sondern jemand, der begleitet und unterstützt, ohne Carlis Eigeninitiative zu bremsen. Carli darf machen. Er darf scheitern, improvisieren und die ungewöhnlichsten Dinge zu einem Teig zusammenwerfen. Um dieses Erlebnis geht es im Endeffekt: Sich ausprobieren, egal, wie das Ergebnis aussieht. Der Vater bleibt bewundernswert gelassen. Ich habe beim Lesen jedenfalls gedacht: Davon muss ich mir unbedingt eine Scheibe abschneiden. Von der Geduld, gewiss nicht vom Kuchen 😉

Sprachlich bleibt das Buch bewusst schlicht. Kurze Sätze, klare Abläufe, viel Wiedererkennung, aber das passt sehr gut zur Zielgruppe. Gleichzeitig tragen die Illustrationen einen großen Teil der Geschichte. Sie sind lebendig, warm und nicht zu vollgestopft. Gerade für kleine Kinder funktioniert das so hervorragend, weil sie sich vieles über die Bilder erschließen können.

Carli und Klecks backen einen Kuchen zeigt einen ganz alltäglichen Moment. Es geht nicht darum, etwas perfekt zu machen, sondern darum, es überhaupt zu versuchen. Und vielleicht erinnert es nicht nur Kinder daran, dass genau darin oft das Schönste liegt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.03.2026

Eine Familie für 2 Pinguine

Disko im Zoo
0

Einmal im Jahr wird der Zoo zur Disko. Dann werfen sich die Tiere in Schale und veranstalten eine riesige Party. Zwischen Konfetti und Tanz verlieben sich Ping und Pong, zwei Pinguinmännchen, die sich ...

Einmal im Jahr wird der Zoo zur Disko. Dann werfen sich die Tiere in Schale und veranstalten eine riesige Party. Zwischen Konfetti und Tanz verlieben sich Ping und Pong, zwei Pinguinmännchen, die sich bald nichts sehnlicher wünschen als eine eigene Familie. Nur fehlt dafür etwas EntschEIdendes. Aber dafür findet sich noch in der Diskonacht eine überraschend simple Lösung.

Die Geschichte ist durchgehend gereimt. Allerdings ist der Rhythmus an manchen Stellen etwas komplizierter und so wurde es beim Vorlesen teils etwas holprig. Dazu kommt, dass die Handlung für ein Bilderbuch recht umfangreich ist. Es passiert – abgesehen von der wilden Partynacht – noch einiges mehr und ich habe es bei meiner Vorlesegruppe deutlich gemerkt, wie die Aufmerksamkeit bei einigen Kindern abnahm, auch wenn der Einstieg mit der Diskonacht zunächst große Begeisterung ausgelöst hatte.

Die Illustrationen sind farbenfroh und lebendig. Überall gibt es kleine Szenen zu entdecken. Manche Details fallen erst beim zweiten oder dritten Durchblättern auf.

Neben der bunten Diskostimmung entwickelt sich die eigentliche Geschichte eher nebenbei. Ping und Pong wünschen sich eine eigene Familie. Die Frage ist nur, woher die beiden ein Ei bekommen sollen. Die Lösung kommt recht schnell, denn Pinguindame Marei gibt gerne eines ihrer Eier ab, sie legt schließlich ohnehin immer zwei. Für Kinder ist das völlig stimmig. Sie hat 2, die anderen haben keines, selbstverständlich wird da geteilt. Als Erwachsener stutzt man da doch immerhin kurz. Gleichzeitig passt diese Leichtigkeit wiederum gut zur fröhlichen Grundstimmung des Buches und vermittelt ja auch einen netten Grundgedanken.

Insgesamt also ein farbenfrohes Bilderbuch mit einer ungewöhnlichen Idee und vielen lebendigen Szenen. Die Reime und die etwas längere Handlung machen das Vorlesen nicht immer ganz leicht, bieten aber gleichzeitig genug Stoff zum Reden und Entdecken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2026

Wünsche, Chaos und ein bisschen Magie im Alltag

Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden
0

Emma glaubt an die „Magie der Vier“ – eine geheimnisvolle Legende, laut der vier Menschen am vierten des vierten Monats vier Wünsche gewährt werden. Gemeinsam mit ihren Freundinnen setzt sie alles daran, ...

Emma glaubt an die „Magie der Vier“ – eine geheimnisvolle Legende, laut der vier Menschen am vierten des vierten Monats vier Wünsche gewährt werden. Gemeinsam mit ihren Freundinnen setzt sie alles daran, ihre perfekt durchdachten Wünsche auf den Weg zu bringen. Doch statt dass sich ihr Leben plötzlich verbessert, passiert etwas ganz anderes: Die Wünsche landen ausgerechnet bei Jackson, dem neuen Mitschüler, der ihr ohnehin schon auf die Nerven geht. Um das Ganze wieder geradezubiegen, bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihn von einer Zusammenarbeit zu überzeugen.

Ich bin mit einer ziemlich klaren Erwartung an das Buch herangegangen. Ich kenne bereits andere Romane von Lynn Painter und Better than the Movies war für mich einfach großartige Unterhaltung. Entsprechend neugierig war ich, wie ihr erster Ausflug ins Kinder- und Jugendbuch funktioniert.

Und man erkennt ihn auch hier schnell, den typischen Lynn-Painter-Ton. Die Geschichte liest sich leicht, ist witzig und hat diese kleinen, oft sehr treffenden Beobachtungen aus dem Alltag. Emma ist eine Figur, mit der man gut mitgehen kann – ein bisschen unsicher, ein bisschen überambitioniert und manchmal herrlich unbeholfen. Gerade das macht sie sympathisch.

Die Dynamik zwischen ihr und Jackson funktioniert ebenfalls gut. Man ahnt natürlich recht schnell, in welche Richtung sich das entwickelt, aber das gehört bei solchen Geschichten ja auch ein Stück weit dazu. Es geht weniger um Überraschung als um das Mitverfolgen.

Was mir gefallen hat, ist die Mischung aus Alltag und einem Hauch Magie. Die Idee, dass Wünsche plötzlich nicht da ankommen, wo sie sollen, bringt Bewegung und Witz in die Geschichte. Es bleibt immer nah an Emmas Leben, an Schule, Freundschaften und diesem Gefühl, irgendwo dazugehören zu wollen – oder eben nicht.

Gleichzeitig hatte ich beim Lesen öfter den Gedanken, dass man an manchen Stellen ruhig noch etwas mehr hätte erzählen können. Die Geschichte bleibt insgesamt eher kompakt und bewegt sich zügig vorwärts. Das passt gut zur Zielgruppe, lässt aber auch ein paar Möglichkeiten liegen, Figuren oder Situationen noch etwas stärker auszubauen.

Unterm Strich ist Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden ein unterhaltsames, leicht zu lesendes Jugendbuch mit viel Charme. Es hat Humor, eine angenehme Leichtigkeit und genau die richtige Portion Magie, um den Alltag ein kleines bisschen durcheinanderzubringen. Für die Zielgruppe – vor allem für Mädchen ab etwa zehn Jahren – dürfte das ziemlich gut funktionieren. Und auch außerhalb dieser Altersgruppe lässt sich das Buch gut lesen, wenn man Lust auf eine unkomplizierte, warmherzige Geschichte hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere