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Veröffentlicht am 14.07.2026

Hase Hibiskus feiert den Herbst

Hase Hibiskus und die Herbstsause
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Wenn die Tage kürzer werden, die Blätter sich bunt färben und wir es uns drinnen gemütlich machen, schlägt die große Stunde der Herbstbücher! Mit Hase Hibiskus und die Herbstsause ist dem Erfolgsduo ein ...

Wenn die Tage kürzer werden, die Blätter sich bunt färben und wir es uns drinnen gemütlich machen, schlägt die große Stunde der Herbstbücher! Mit Hase Hibiskus und die Herbstsause ist dem Erfolgsduo ein absolut herzerwärmendes Bilderbuch gelungen, das ab der ersten Seite pure Vorfreude auf Drachensteigen, gebackene Waffeln und gemütliche Nachmittage weckt.

Im Mittelpunkt steht die Dorfgemeinschaft von Waldhausen, die sich mitten in den Vorbereitungen für die große Herbstsause befindet. Es soll das Fest der Feste werden, inklusive Laternenumzug, gemütlichem Lagerfeuer, Basteln und leckeren Köstlichkeiten. Hase Hibiskus, Tom Bär und Maxi Maus haben sich für diesen Tag einiges vorgenommen und wollen fleißig anpacken. Doch ihre Vorbereitungen kommen ständig ins Stocken. Immer wieder kommt den dreien etwas dazwischen. Ein umgestürzter Baum versperrt den Weg und überall wird eine helfende Pfote gebraucht. Ohne lange zu zögern, lassen die drei Freunde ihre eigenen Aufgaben links liegen, um den anderen Waldbewohnern unter die Arme zu greifen. Die Freunde helfen einfach, weil es sich in dem Moment richtig anfühlt. Dass sie darüber ihre eigenen Aufgaben völlig vergessen, macht sie unglaublich sympathisch.

Diese Hilfsbereitschaft zieht sich als roter Faden durch das ganze Buch, wird aber auf eine sehr unbeschwerte Weise erzählt. Die Tiere helfen sich einfach gegenseitig, weil sie Freunde und Nachbarn sind. Dass sie dabei ihre eigene To-do-Liste komplett vergessen und die Zeit bis zur großen Party immer knapper wird, sorgt für eine kindgerechte Spannung. Kinder können gut mitfiebern, ob die Freunde es am Ende trotz all der Unterbrechungen noch rechtzeitig zur Herbstsause schaffen. Am Ende zeigt sich auf sehr süße Art und Weise, dass sich die Vorbereitungen durch die vielen kleinen Umwege und das gemeinsame Anpacken eigentlich schon selbst erfüllt haben.

Die Geschichte lässt sich wunderbar flüssig vorlesen. Andreas König nutzt kurze, einprägsame Sätze, die für Kinder ab drei Jahren leicht zu verstehen sind. Der Humor entsteht vor allem durch die lebendigen Dialoge und die lustigen Situationen, in die die Tiere geraten. So macht das Vorlesen auch uns Erwachsenen Spaß.

Die warmen Zeichnungen von Günther Jakobs passen perfekt zu dieser gemütlichen Stimmung. Seine herbstlichen Landschaften leuchten in warmen Tönen, und die Tiere sind mit ihren Mützen und Schals liebevoll auf die Jahreszeit eingestimmt.

Am Ende des Buches möchte man am liebsten selbst eine Herbstsause feiern und freut sich auf Kastaniensammeln, Laternenbasteln und Waffelnbacken. Es ist eine rundum gemütliche Geschichte, die zeigt, wie schön der Herbst sein kann.

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Veröffentlicht am 10.06.2026

Schritt für Schritt zum ersten Leseerfolg

Leserabe Vor-Lesestufe - Eine kleine Katze für Anton
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Anton zieht mit seinen Eltern in eine völlig fremde Stadt, kennt dort noch keine Menschenseele und vermisst verständlicherweise sein altes Zuhause. Die anfängliche Traurigkeit verfliegt jedoch schlagartig, ...

Anton zieht mit seinen Eltern in eine völlig fremde Stadt, kennt dort noch keine Menschenseele und vermisst verständlicherweise sein altes Zuhause. Die anfängliche Traurigkeit verfliegt jedoch schlagartig, als er im Garten ein zuckersüßes Kätzchen entdeckt. Endlich ein kleiner Trostspender! Die Sache hat allerdings einen gewaltigen Haken, denn Antons Papa leidet unter einer extrem lästigen Katzenhaarallergie. Das Haustier auf Dauer zu behalten, fällt damit flach. Glücklicherweise entpuppt sich der vermeintliche tierische Ausreißer als der Schlüssel zur Rettung gegen die Einsamkeit. Die Familie, die das Kätzchen schmerzlich vermisst, wohnt nämlich direkt um die Ecke. Am Ende verliert Anton zwar den flauschigen Dauergast, gewinnt dafür aber eine tolle Anlaufstelle zum Katzenstreicheln und – was noch viel wichtiger ist – neue Freunde in der Nachbarschaft.

Katharina E. Volk greift hier genau das auf, was wohl fast jedes Kind absolut nachvollziehen kann: den großen Wunsch nach einem eigenen Haustier. Es ist eine bodenständige Erzählung aus dem echten Leben, die sich durch die vier kurzen Kapitel prima einteilen lässt. Weil die Hauptwörter im Text konsequent durch kleine Bilder ersetzt wurden, können schon Vorschulkinder ab fünf Jahren beim gemeinsamen Lesen aktiv mitmachen, selbst wenn sie noch gar keine Buchstaben kennen. Es ist eine schöne Möglichkeit, die Kinder spielerisch einzubinden und erste kleine Erfolgserlebnisse zu sammeln, weil sie die Sätze ganz alleine beenden dürfen.

Das gesamte Konzept ist absolut durchdacht und die Symbole im Text sind durchweg verständlich und altersgerecht gewählt. Sollte bei dem einen oder anderen Bildsymbol doch mal ein kleines Fragezeichen auftauchen, haben die Macher perfekt mitgedacht: Am Ende des Buches gibt es eine praktische, ausklappbare Wörterliste. So lässt sich jedes Bild im Handumdrehen nachschlagen, was den Lesefluss kaum stört und ganz nebenbei eine schöne Gelegenheit bietet, den eigenen Wortschatz spielerisch zu erweitern.

Die Illustrationen von Sarah Garbers bedienen mit dem übergroßen Kopf des Kätzchens perfekt das Kindchenschema und lösen sofort den ultimativen Knuddel-Impuls aus. Die anschließenden Rätsel runden das Paket wunderbar ab, weil Eltern so ganz nebenbei prüfen können, ob beim Mitlesen auch wirklich etwas vom Inhalt hängengeblieben ist.

Insgesamt ist dieses Buch eine rundum gelungene Kombination aus einfühlsamer Erzählung und interaktiver Leseförderung. Es nimmt die Ängste vor Veränderungen ernst und zeigt den Kindern auf Augenhöhe, dass aus einer vermeintlichen Enttäuschung etwas richtig Tolles entstehen kann. Ein absolut hochwertiges Wohlfühlbuch für den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt.

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Veröffentlicht am 04.06.2026

Abenteuer mit Biber

Biber Justin. Auf der dunklen Seite des Pools
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Als Opa mit seinem Therapiehund bei Lenny einzieht, ist die Freude groß. Immerhin war Opa früher Wasserballtrainer und Lenny steht kurz vor der wichtigen Qualifikation für das Jugendnationalteam. Das Problem ...

Als Opa mit seinem Therapiehund bei Lenny einzieht, ist die Freude groß. Immerhin war Opa früher Wasserballtrainer und Lenny steht kurz vor der wichtigen Qualifikation für das Jugendnationalteam. Das Problem ist nur, dass sich der angebliche Hund als ein ziemlich vorlauter Biber namens Justin entpuppt. Statt Stöckchen zu holen, knabbert er mit Vorliebe Türrahmen und Gartenmöbel an. Schlimmer noch ist für Lenny, dass Justin kurzerhand den heimischen Trainingspool besetzt und ihn zu seiner privaten Festung umbaut. Da für Lenny ohne Pool das dringend notwendige Schwimmtraining ins Wasser fällt, lautet der Plan: Der Biber muss weg. Irgendwie. Was als erbitterter Revierkampf um das kühle Nass beginnt, entwickelt sich jedoch im Laufe der Zeit zu einer unerwarteten Freundschaft, bei der Justin für Lenny zu einer ganz besonderen Unterstützung wird, als es beim Wasserball um alles oder nichts geht.

Schon beim ersten Blick auf das Cover, das von Nikolai Renger dynamisch und witzig gestaltet wurde, und auf den Titel erkennt man den Humor des Buches. Die namentliche Nähe zu einem gewissen Popstar ist ein genialer, saukomischer Geniestreich von Smilla Blau. Und wer bei der „dunklen Seite des Pools“ sofort an Darth Vader und Star Wars denkt, liegt wohl goldrichtig. Es ist eine herrliche filmische Anspielung, die zeigt, dass hier mit viel Augenzwinkern gearbeitet wird. Als erwachsener Leser:in stolpert man anfangs vielleicht über die Tatsache, dass dieser Biber nicht nur munter mit Lenny spricht, sondern nebenbei auch noch einen eigenen Social-Media-Account betreibt, von dem die Erwachsenen und Lennys Freunde auf magische Weise überhaupt nichts mitbekommen. Ja, das ist schon sehr vermenschlicht und mag dem logischen Elterngehirn erst einmal etwas befremdlich vorkommen. Aber betrachtet man das Ganze aus der Sicht der Zielgruppe ab acht oder neun Jahren, ist es vermutlich genau das, was die Geschichte so cool macht. Diese exklusive Verbindung zwischen einem Kind und einem Tier, von der die Erwachsenen keinen blassen Schimmer haben.

Hinter dem ganzen Chaos, dem Slapstick und den verstopften Wasserleitungen verbirgt sich aber auch eine tiefgründigere Ebene. Justin ist nämlich kein böswilliger Saboteur, er folgt einfach nur seinem natürlichen Instinkt. In einer Welt, in der natürliche Flussläufe und Wildnisse immer knapper werden, baut er sich seine Burg eben dort, wo er klares Wasser findet: in Lennys Pool. Smilla Blau gelingt hier das Kunststück, ganz leise das Thema Naturschutz und schwindenden Lebensraum bedrohter Arten anklingen zu lassen. Lenny (und mit ihm die jungen Leser:innen) begreift nach und nach, welchen unschätzbaren Nutzen Biber in der freien Natur eigentlich haben. Aus dem nervigen Pool-Besetzer wird ein schützenswertes Wesen, das man am Ende der Geschichte gar nicht mehr gehen lassen möchte.

Diese neu gewonnene Empathie spiegelt sich auch in Lennys sportlicher Entwicklung wider. Er leidet unter einer klassischen Blockade. Er trainiert zwar extrem hart, aber sobald er im Spiel unter Druck gerät, kommen die Selbstzweifel. Wie das Buch diese mentale Krise löst, ist psychologisch vielleicht nicht ganz lehrbuchmäßig, aber dafür unglaublich witzig, effektiv und kindgerecht. Am Ende steht eine herzerwärmende Botschaft über Leistungsdruck, Versagensängste und die Erkenntnis, dass Unterstützung manchmal aus der unerwartetsten, pelzigsten Ecke kommt. Eine absolute Empfehlung für alle Kids, die Lust auf ein witziges Abenteuer haben, das im Kern zeigt, wie wichtig es ist, die Natur und ihre eigensinnigen Bewohner zu verstehen und zu schützen.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Postkuh Lieselotte

Lieselotte lauert
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Manche Kinderbuchfiguren begleiten Familien über Jahre hinweg. Nicht, weil sie übermäßig pädagogisch belehrend sind oder ständig wichtige Botschaften verkünden, sondern weil sie einfach eine unterhaltsame ...

Manche Kinderbuchfiguren begleiten Familien über Jahre hinweg. Nicht, weil sie übermäßig pädagogisch belehrend sind oder ständig wichtige Botschaften verkünden, sondern weil sie einfach eine unterhaltsame Geschichte erzählen. Lieselotte gehört für mich eindeutig in diese Kategorie. Seit inzwischen zwei Jahrzehnten sorgt die Kuh für gute Laune beim Vorlesen.

In Lieselotte lauert hat sie es ausgerechnet auf den Postboten abgesehen. Sie liebt es, ihm aufzulauern und ihn zu erschrecken. Immer wieder. Und erstaunlich einfallsreich. Während Lieselotte ihren Spaß hat, entwickelt der arme Mann bereits Albträume und auch die Bäuerin verliert langsam die Geduld, weil regelmäßig Pakete zu Bruch gehen.

Die Geschichte braucht dafür keine komplizierte Handlung. Die Idee ist simpel, aber daraus zieht das Buch seinen Humor. Lieselotte versteckt sich, wartet auf den richtigen Moment und bringt den Postboten zuverlässig aus der Fassung. Das ist herrlich albern, kindgerecht und die Sorte Humor, die auch nach mehrmaligem Vorlesen und über Generationen hinweg nicht langweilig wird.

Besonders entgegen kommt mir dieses Buch beim abendlichen Vorlesen. Ich habe nicht immer Lust, kurz vor dem Schlafengehen nach einem anstrengenden Tag noch gefühlt zwanzig Seiten Fließtext mit fünf verschiedenen Stimmen vorzulesen. Wenn die Kinder sich für Lieselotte lauert entscheiden, bin ich immer sehr dankbar. Der Text ist angenehm kurz gehalten, die Handlung klar verständlich und trotzdem hat man nicht das Gefühl, nur schnell das abendliche Vorlesen abgearbeitet zu haben.

Überhaupt tragen die Illustrationen einen riesigen Teil der Geschichte. Die Bilder sind groß, lebendig und voller kleiner Details. Auf vielen Seiten gibt es genug zu entdecken, sodass man beim zweiten, dritten, vierten Lesen noch Kleinigkeiten bemerkt, die vorher untergegangen sind. Für Kinder, die gern länger Bilder anschauen oder noch nicht so lange zuhören möchten, ist das ideal. Der kurze Text lässt viel Raum für eigene Beobachtungen, Fragen und kleine Suchspiele auf den Seiten.

Ganz unkritisch bin ich allerdings nicht. Der Übergang gegen Ende – von Lieselotte zerstört versehentlich das Fahrrad des Postboten zu Lieselotte trägt jetzt selbst Post aus – kommt tatsächlich ziemlich abrupt. Man versteht zwar grundsätzlich, worauf die Geschichte hinausmöchte, aber hier hätte ich mir eine zusätzliche Szene oder einen etwas weicheren Übergang gewünscht. Es wirkt ein wenig so, als würde eine Seite fehlen.

Gleichzeitig finde ich aber auch, dass man dieses Buch nicht unnötig überinterpretieren muss. Lieselotte lauert möchte keine tiefgründige Abhandlung über Konsequenzen, Schuld und Wiedergutmachung sein. Es ist in erster Linie ein Bilderbuch über eine freche Kuh, einen zunehmend verzweifelten Postboten und jede Menge Situationskomik. Meine Kinder und ich haben daran großen Spaß.

Die Jubiläumsausgabe gefällt uns ebenfalls. Der Schutzumschlag lässt sich zu einem Poster ausklappen und das zusätzliche Hörbuch zum Download ist eine schöne Ergänzung. Für uns bleibt Lieselotte lauert ein fröhliches, unkompliziertes Bilderbuch, das besonders durch seine Bilder, seinen Humor und seine angenehme Vorleselänge begeistert. Nicht der textreichste Lieselotte-Band, aber einer, zu dem wir vermutlich genau deshalb immer wieder greifen.

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Veröffentlicht am 28.05.2026

Meerschweinchen auf Abwegen

Flauschi und Schnuff büxen aus
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Flauschi und Schnuff leben eigentlich ein ziemlich behagliches Meerschweinchenleben. Schnuff ist damit auch vollkommen zufrieden. Ein sicherer Stall, genug Futter und Flauschi an seiner Seite. Mehr braucht ...

Flauschi und Schnuff leben eigentlich ein ziemlich behagliches Meerschweinchenleben. Schnuff ist damit auch vollkommen zufrieden. Ein sicherer Stall, genug Futter und Flauschi an seiner Seite. Mehr braucht er nicht zum Glücklichsein. Flauschi sieht das anders. Sie träumt von Peru, von wilden Meerschweinchen, Dschungel, Palmen und einem Leben, das ein bisschen größer ist als der eigene Stall. Als sich die Gelegenheit ergibt, schmuggelt sie sich kurzerhand in den Urlaubskoffer. Schnuff bleibt erst einmal zurück, merkt aber schnell, dass ein gemütlicher Stall nicht mehr ganz so gemütlich ist, wenn Flauschi fehlt.

Flauschi ist eindeutig die Mutigere von beiden. Oder zumindest diejenige, die erst handelt und dann vermutlich darüber nachdenkt, ob Meerschweinchen überhaupt für Fernreisen gemacht sind. Schnuff dagegen ist genügsam und zufrieden mit dem, was er hat. Diese gegensätzlichen Charaktere sind unglaublich sympathisch und süß gezeichnet. Eine will unbedingt hinaus in die Welt, der andere hätte gegen einen ganz normalen Tag im Stall wirklich nichts einzuwenden.

Erzählt wird die Geschichte in Reimen. Bei gereimten Bilderbüchern bin ich immer etwas vorsichtig, weil es schnell holpern kann oder Sätze nur gebaut werden, damit am Ende irgendwie ein passendes Wort steht. Hier liest sich der Text aber angenehm rund. Die Reime haben Tempo, klingen beim Vorlesen lebendig und bleiben trotzdem verständlich. Man stolpert nicht über verdrehte Formulierungen, sondern kommt gut durch die Geschichte. Für Kinder ab vier Jahren passt das auf jeden Fall, wobei ich mir vorstellen kann, dass auch etwas jüngere Kinder schon Freude daran haben, wenn sie gern vorgelesen bekommen.

Die Handlung selbst ist eher einfach gehalten. Flauschi bricht auf, Schnuff folgt ihr, unterwegs gibt es verschiedene Begegnungen und am Ende fügt sich alles fein zusammen. Große Gefahr oder echte Aufregung sollte man nicht erwarten. Schnuffs Weg vom vorsichtigen Stallbewohner zum mutigen kleinen Reisenden hätte für meinen Geschmack ruhig noch etwas mehr Platz bekommen dürfen. Gerade da hätte ich gern noch ein, zwei Stationen mehr gehabt, bei denen man merkt, wie sehr er über seinen eigenen Schatten springen muss.

Dafür sind die Illustrationen ein echtes Vergnügen. Auf den Seiten ist wahnsinnig viel los, ohne dass man sofort den Überblick verliert. Überall sitzen, rennen oder schauen Meerschweinchen. Manche sehen aus wie ganz normale Meerschweinchen, andere eher wie entfernte Verwandte aus einer sehr kreativen Familienchronik. Die Bilder erzählen oft noch mehr als der Text. Besonders die vielen kleinen Meerschweinchen-Varianten machen Spaß. Da entdeckt man schnell Figuren, über die im Text gar nicht gesprochen wird.

Auch der Wechsel vom gemütlichen Stall in die bunte Ferne ist schön umgesetzt. Zu Hause ist alles kuschelig und vertraut, später wird es deutlich lebendiger. Dschungel, Tiere und kleine Details sorgen dafür, dass das Buch optisch deutlich größer wirkt, als die eigentliche Geschichte ist. Der Text bleibt schlicht, aber die Bilder holen aus der Idee noch einmal sehr viel heraus.

Insgesamt ist Flauschi und Schnuff büxen aus ein schönes Vorlesebuch für kleine Leser:innen und alle, die Meerschweinchen grundsätzlich für unterschätzte Hauptfiguren halten. Der Text ist gut vorzulesen, die Geschichte bleibt überschaubar und die Illustrationen machen richtig viel daraus. Für mich liegt die größte Stärke des Buches eindeutig in den Bildern, den vielen kleinen Entdeckungen und den beiden wuscheligen Ausreißern.

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