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Band der Reihe "Hanser Berlin LEBEN"
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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 128
  • Ersterscheinung: 15.04.2025
  • ISBN: 9783446279636
Doris Dörrie

Wohnen

Doris Dörrie, die gefeierte Filmemacherin und Autorin, erzählt ihr Leben als Wohnende und fragt, wie und mit wem wir wohnen wollen – eine unendliche Vielfalt des Wohnens tut sich auf.

Doris Dörrie ist eine Wohnende wider Willen. Nie wollte sie sich niederlassen, fest einrichten, Wurzeln schlagen, aber wie andere wohnen, hat sie immer schon fasziniert. In Kalifornien geht sie zu Hausbesichtigungen, nur um sich andere Leben in anderen Räumen auszumalen. Auf ihren unzähligen Reisen nach Japan, Mexiko, Marokko, Amerika und Südeuropa sieht sie, wie eng das Wohnen an die jeweilige Kultur geknüpft ist. Und bei ihrer Arbeit als Filmemacherin wird sie zur Expertin für das Erschaffen künstlicher Wohnwelten. Doch während sie ihr eigenes Elternhaus beschreibt, die Studentenbuden, Wohngemeinschaften und das versuchsweise Leben auf dem Land, drängt sich ihr eine Frage immer wieder auf: Wo ist eigentlich in all diesen Häusern und Wohnungen der Raum für die Frauen geblieben? Könnte es etwa sein, dass aus der Hausfrau nur eine Frau im Haus mit anderen geworden ist? Doris Dörrie ist fest entschlossen: Sie will ihre ganz eigene Art des Wohnens finden.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2025

Wohnst du noch oder lebst du schon

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„Wohnen“ von Doris Dörrie ist in der Essayreihe „Leben“ des Hanser Verlags erschienen. Der Hanser Verlag hat bekannte deutschsprachige Autor:innen gebeten, sich Gedanken zu den wesentlichen Themen des ...

„Wohnen“ von Doris Dörrie ist in der Essayreihe „Leben“ des Hanser Verlags erschienen. Der Hanser Verlag hat bekannte deutschsprachige Autor:innen gebeten, sich Gedanken zu den wesentlichen Themen des Lebens (Altern, Streiten, Lieben, Schlafen, Arbeiten, Wohnen, etc.) zu machen. Doris Dörrie hat sich mit dem Thema „Wohnen“ befasst und herausgekommen ist ein ganz wunderbares Essay.
Die Sesshaftigkeit der Eltern der 1955 in Hannover geborenen bekannten Filmemacherin und Autorin ist nichts für sie - sie wollte nie für immer an einem Ort leben. Auch wollte sie nicht das Schicksal ihrer Mutter teilen, deren Reich das Haus und besonders die Küche waren.
Doris Dörrie nimmt den Leser mit in die Wohnräume ihres Lebens, beschreibt das Elternhaus, die diversen Studentenbuden, Wohngemeinschaften, Wohnungen, in denen sie gelebt hat. Auf ihren vielen Reisen nach Japan, Mexiko, Marokko, Amerika und Südeuropa sieht sie, wie sehr das Wohnen mit der Kultur des jeweiligen Landes verbunden ist. Wohnen ist ein Menschenrecht, doch wie man wohnt und wieviel Platz man beansprucht, ist von Zivilisation zu Zivilisation unterschiedlich. Auch die Vorstellungen vom eigenen „Wohnparadies“ sind äußerst unterschiedlich.
„Wohnen“ ist durchaus eine Art Selbstporträt Dörries, sie beleuchtet aber auch politische und gesellschaftliche Aspekte des Wohnens und hinterfragt u.a., welche Räume wem zustehen (auch heute noch haben die wenigsten Frauen einen eigenen Raum in einer Wohnung) oder wieviel Raum/Platz wir wirklich benötigen (fehlender oder nicht mehr bezahlbarer Wohnraum, weil wir immer größer wohnen wollen), sind unsere Wohnvorstellungen (das große Eigenheim mit Garten) für die Zukunft noch geeignet, usw.
„Wohnen“ ist ein sehr kluges, lesenswertes Buch, lebendig und unterhaltsam geschrieben und regt durchaus zum Nachdenken ein. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 26.10.2024

Doris Dörrie

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In "Wohnen" erkundet Doris Dörrie ihre unstillbare Faszination für das Leben in verschiedenen Wohnwelten. Nie wollte sie sich fest niederlassen, doch das Betrachten und Erleben, wie andere wohnen, zieht ...

In "Wohnen" erkundet Doris Dörrie ihre unstillbare Faszination für das Leben in verschiedenen Wohnwelten. Nie wollte sie sich fest niederlassen, doch das Betrachten und Erleben, wie andere wohnen, zieht sie magisch an. Ihre Reisen führen sie nach Kalifornien, Japan, Mexiko, Marokko, Amerika und Südeuropa, wo sie die enge Verbindung von Wohnkultur und regionaler Lebensweise entdeckt. Als Filmemacherin wird sie zur Expertin für die Schaffung künstlicher Wohnwelten. Dabei stellt sie sich immer wieder die Frage, wo der Raum für Frauen in diesen Welten bleibt. Ihre Erzählung ist eine tiefgründige Reflexion über Wohnen, Kultur und die Rolle der Frau im Haus. Dörrie ist entschlossen, ihre eigene Art des Wohnens zu finden und stellt dabei kluge und berührende Beobachtungen an. Ein faszinierendes Buch, das zum Nachdenken anregt.

Veröffentlicht am 31.10.2025

Ein netter Essay zwischen Anekdotischem und Politischem

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Ich kenne Doris Dörrie nur ansatzweise von ihren Filmen und fand den Themenkomplex rund ums Wohnen durchaus reizvoll. Nach der Lektüre würde ich sagen, dass sich auch dieses Buch gut in die Leben-Reihe ...

Ich kenne Doris Dörrie nur ansatzweise von ihren Filmen und fand den Themenkomplex rund ums Wohnen durchaus reizvoll. Nach der Lektüre würde ich sagen, dass sich auch dieses Buch gut in die Leben-Reihe des Verlags einfügt, ich jedoch selten viel aus den Werken mitnehmen kann.

Grundlegend schreibt Dörrie durchaus kurzweilig und teilweise humorvoll, ohne dabei den Blick für strukturelle Probleme zu verlieren. Sie vermischt in ihrem Essay Erinnerungen aus ihrem Leben mit feministischer und antikapitalistischer Analyse. Selbstredend kann in einem so kurzen Text wie diesem nicht tiefgreifend kritisiert werden, aber ich fand die vielen Elemente rund um Wohnungsnot, Klassen-Privilegien und sexistischer Rollenzuschreibung sehr wichtig. Ohne sie hätte mir definitiv die politische Komponente gefehlt.

Die Nähe und Liebe zu Japan ist der Autorin auf jeden Fall anzumerken - angenehmerweise aber ohne die starke Romantisierung, die ich in westlichen Diskursen zu Japan oft wahrnehme. Stattdessen gibt es einfach deutsche, us-amerikanische und japanische Elemente, die im Leben Dörries eine Rolle spiel(t)en. Nebenbei gibt sie uns auch immer wieder Einblicke in ihren Schreibprozess sowie ihr Schaffen als Regisseurin.

Insgesamt also eine sympathische und authentische Autorin sowie ein nett zu lesender Text, für mich aber mit wenig Potenzial für tiefgreifende Reflexionen. Wer Essays grundsätzlich schätzt, kann getrost zu diesem greifen und wird sicherlich auch etwas daraus mitnehmen können.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Leider wurden meine Erwartungen nur bedingt erfüllt

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Inhalt:
Zu Wohnen ist Teil unseres Lebens. Dabei wohnt Jeder und Jede anders: Einige Menschen leben alleine, andere mit ihren Familien oder in Zweckgemeinschaften. Manche teilen sich wenige Quadratmeter, ...

Inhalt:
Zu Wohnen ist Teil unseres Lebens. Dabei wohnt Jeder und Jede anders: Einige Menschen leben alleine, andere mit ihren Familien oder in Zweckgemeinschaften. Manche teilen sich wenige Quadratmeter, andere beanspruchen viele und große Räume. Einzelne Menschen brauchen einen Rückzugsort ganz für sich allein, andere haben diesen, nutzen ihn aber nicht.
Doris Dörrie blickt in ihrem Essay auf ihre eigene Geschichte des Wohnens. Sie erzählt von ihrem Kinderzimmer, schäbigen Unterkünften in New York, Villen in Los Angeles, einem Bauernhaus in Bayern und japanischen Hotels. Sie reflektiert, ob sie die Räume gestaltete oder die Räume sie formten. Und sie hinterfragt, welche Zimmer einer Frau zustehen und was ein Platz für sich selbst wert ist.

Meine Meinung:
„Wohnen“ ist in der Reihe „Leben“ des Hanser Verlags erschienen. Die Regisseurin und Drehbuchautorin Doris Dörrie erzählt darin von ihren ganz persönlichen Erfahrungen, angefangen bei den im Krieg zerstörten Häusern ihrer Eltern über ihre eigene Kindheit und Jugend bis in die Gegenwart. Dabei folgt sie nicht der chronologischen Reihe, sondern schreibt in losen Zusammenhängen und schweift mitunter zu ausgewählten Gedanken und besonderen Erinnerungen ab. Einige Passagen, in denen sie die Räume und ihr Leben darin beschreibt, empfand ich als kurzweilig und interessant, während manche Abschnitte für mich ihre Längen hatten.
In ihrem Essay beweist Dörrie, dass die Art, wie wir wohnen, höchst individuell ist. Dennoch sind ihre Ausführungen gespickt mit allgemeingültigen Aussagen zum Thema. Dörrie erklärt unter anderem, dass die Wohnsituation stets ein Spiegelbild der jeweiligen politischen Lage darstellt. Auch unsere Einrichtung hat demnach mehr mit dem Zeitgeist als mit einem wirklich eigenen Stil zu tun, sodass Wohnen stets dem Wandel der Zeit unterliegt. Solche Erkenntnisse mögen zwar nicht neu sein, waren für mich aber trotzdem sehr informativ. Gerne hätte ich noch mehr Inhalte gelesen, die auf die Wohnsituationen aller Menschen übertragbar sind.
In ihren Ausführungen greift Doris Dörrie außerdem immer wieder die Rolle der Frau auf. Diese hing in der Vergangenheit untrennbar mit dem Wohnen zusammen, schließlich ist die Küche ein Raum, der ihr fest zugeschrieben schien (und teilweise noch immer zugeschrieben wird). Einige Frauen haben sich in den letzten Jahrzehnten ein Zimmer für sich selbst erobert, wobei nicht jede diese eignen vier Wände um sich herum benötigt. Dennoch ist es Dörrie wichtig, dass jede Frau einen Platz – wo auch immer er sein mag – beansprucht, einnimmt und verteidigt. Ihrem Standpunkt stimme ich voll und ganz zu, auch wenn das Thema der Geschlechterrollen in ihrem Essay für mich überrepräsentiert war.
Vielleicht war es nicht ganz der richtige Zeitpunkt für dieses Büchlein, dem ich in Zukunft gerne noch eine Chance geben möchte. Aktuell muss ich jedoch festhalten, dass meine Erwartungen, etwas über das Wohnen im Allgemeinen sowie über die Einstellung der Menschen zu dem Thema in anderen Ländern und Kulturen zu erfahren, nur bedingt erfüllt wurden. Doris Dörries Essay war in weiten Teilen dann doch zu stark an ihre persönliche Lebensgeschichte geknüpft, als dass ich mir viel daraus für mich selbst mitnehmen konnte.