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16,90
inkl. MwSt
  • Verlag: ratio-books
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 348
  • Ersterscheinung: 25.04.2022
  • ISBN: 9783961361465
Dory Stobbe

Die 718. Braut

Kein Himmel auf Erden – Mein Leben in der Moonsekte
1970, die sechzehnjährige Dory beginnt in West-Berlin fernab von zu Hause ihre Ausbildung. Unerfahren und leichtgläubig gerät sie in die Fänge der Vereinigungskirche – eine religiöse Sekte des Koreaners Sun Myung Moon.
Wie alle Mitglieder ist auch Dory schnell nur eine Marionette in den Händen der Sektenführer. Ihr Eifer führt sie als Missionarin sogar in exotische Länder. Als Belohnung verkuppelt der Sektenboss sie mit einem ihr unbekannten Mann. Auf ihrer Massenhochzeit mit 2000 Paaren 1982 in New York verspricht Sun Myung Moon seinen Anhängern den Himmel auf Erden. Dory glaubt ihm. Kann er sein Versprechen halten? „Ich zweifelte nicht daran, dass der Messias mir den richtigen Mann aussuchen würde.“

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.09.2022

Falsche Versprechen

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Die Autorin nimmt ihre Leser mit auf eine emotionale, spannende und erschütternde Reise durch ihr Leben. Authentisch und ehrlich schildert sie, wie sie ihr Leben der "Vereinigungskirche", der Sun Myung ...

Die Autorin nimmt ihre Leser mit auf eine emotionale, spannende und erschütternde Reise durch ihr Leben. Authentisch und ehrlich schildert sie, wie sie ihr Leben der "Vereinigungskirche", der Sun Myung Moon-Sekte, verschrieb.

Alleine in der Großstadt, im Westberlin der 80er Jahre, fernab der Familie, ohne Freunde, lässt sie sich bereitwillig auf die Versprechen der "Schwestern" ein. Sie lässt sich mitreißen, unterwirft sich den Regeln und lässt ihr altes Leben zurück.

Die Geschichte ruft verschiedene Emotionen hervor. Unverständnis, Fassungslosigkeit, Verwunderung, Staunen und auch Mitleid. Oftmals will man nur den Kopf schütteln und fragt sich, wie man sich freiwillig in diese Abhängigkeit begeben konnte.

Warum geraten Menschen in die gefährlichen Fänge und schließen sich einer Sekte an? Als Außenstehender kann man das schwer nachvollziehen. Beim Lesen kann man ganz klar erkennen, wie sie manipuliert und gelenkt werden. Sie nutzen die persönlichen Situationen aus, bieten vermeintlichen Zusammenhalt und schaffen familiäre Strukturen. Wer dafür empfänglich ist, ist das perfekte Opfer.

Je tiefer man in den Organisationen gefangen ist, desto schwerer wird es sich zu lösen. Während die Mitglieder auf vieles verzichten müssen, leben die Sektenführer in Saus und Braus.

Es ist unglaublich interessant, den Worten und Taten von Dory zu folgen, ihre Sehnsüchte, aber auch Zweifel, mitzuerleben. Zu sehen, wie sie immer tiefer in den Sog gerät.

Man hat das Gefühl neben ihr zu sitzen, während sie ihre Geschichte erzählt. Da fällt es wirklich schwer, dass Buch beiseite zu legen.

Ein Buch das aufrüttelt, mahnt und informiert. Nicht nur Sekten, auch andere Gruppierungen, Kirchen ... können manipulativ sein und Menschen auf den falschen Weg führen.

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Veröffentlicht am 11.08.2022

Die 718. Braut

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Ein Buch, voller Emotionen geschrieben und zugleich ein Mahnmal für künftige Generationen. Dies hier zeigt, wie leicht junge Menschen zu verführen sind und ihr Leben einer Sekte widmen. Dory Stobbe ist ...

Ein Buch, voller Emotionen geschrieben und zugleich ein Mahnmal für künftige Generationen. Dies hier zeigt, wie leicht junge Menschen zu verführen sind und ihr Leben einer Sekte widmen. Dory Stobbe ist das jüngste von mehreren Kindern. Sie stammt aus einer kleineren Gemeinde und ihre Eltern haben mit sich selbst zu tun, zumals der Vater der dem Alkohol zuspprach. Mit 16 verlies Dory ihre Heimat um in Berlin eine Ausbildung als Erzieherin zu machen. Ein Landei und zudem auch noch einsam sprach sie eine junge Frau an und lud sie ein, an einer Veranstaltung teilzunehmen. Da Dory schon immer ein gläubiger Mensch war und froh war, Anschluß zu finden, ließ sie sich von den angeblichen Freunden einwickeln und kam so in die Fänge der Vereinigungskirche, der Moonsekte. Sie zog bei den Mitglieder der Sekte ein und ging dann auch auf "Kundenfang". Sie lebten äußerst einfach und verzichteten auf jeden Luxus. Dory wurde in Panama und auf den Bahamas zur Missionierung eingesetzt. Sie durfte keine Beziehung zu einem Mann aufnehmen und die Mitglieder untereinander waren sich auch nicht immer grün. Doch der Sektenführer hatte bei seinen Ansprachen solch ein Carissma, dass die Jünger immer wieder darauf hereinfielen. Schließlich wurde Dory 1982 mit 2000 anderen Sektenangehörigen mit einem Mann verheiratet, den der Moonvater ausgesucht hat, den sie vorher nicht kannte. Doch die Ehe ging nicht gut, Dory bekam vier Söhne und trennte sich nach und nach von der Sekte, bis sie schließlich den Absprung davon fand. Ich habe mich beim Lesen immer wieder gefragt, wie stark der Einfluss der Moonies war, dass sehr viele junge Menschen diesem Guru folgten, ein äußert spartanisches Leben führten, keine Eigentum hatten und vollkommen ausgenutzt wurden. Der Sektenführer Myung Moon lebte mit seiner Frau im Überfluß mit seinen 14 Kindern. Die Autorin nimmt bei ihrer Lebensbeichte kein Blatt vor dem Mund. Schonungslos berichtet sie uns ihr Leben, selbst im Ausland bekamen sie so gut wie keine Unterstützung und mußten für ihr Auskommen selbst sorgen. Unerhört fand ich, wie die Sekte das Privatleben der Menschen beeinflußte. Sie durften keinerlei Liebschaften haben, sie mußte keusch und rein und die Ehe gehen. Ich frage mich manchmal, warum es Dory so lange Jahre bei den Moonies ausgehalten hat. Dieses Buch sollten in den Schulen im Religions- oder Ethikunterricht gelesen werden, um den jungen Menschen vor Augen zu führen, wohin es führt, wenn man einen fremden Götzen hinteherläuft. Und doch muß ich gestehen, dass mich das Cover mit den vielen Bräuten irgendwie beeindruckt hat. Es gibt ein schönes Bild ab, genau dies aber will die Sekte damit erreichen.

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Veröffentlicht am 04.08.2022

Völlige Verblendung

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Sehr erschüttert hat mich dieser ehrliche, kritische und spannende Tatsachenbericht einer deutschen Frau, die in den siebziger Jahren, erst sechzehnjährig, in die Fänge der Moonsekte gerät.

Jahrzehntelang ...

Sehr erschüttert hat mich dieser ehrliche, kritische und spannende Tatsachenbericht einer deutschen Frau, die in den siebziger Jahren, erst sechzehnjährig, in die Fänge der Moonsekte gerät.

Jahrzehntelang glaubt sie an das, was der Sektenführer und seine Frau, die sogenannten Wahren Eltern, ihren Anhängern in aller Welt gebetsmühlenartig geradezu eintrichtern. Unglaublich, aber leider wahr, und für jeden normal denkenden Menschen, der völlig unbeeinflusst von religiösem Wahn leben kann, undenkbar.

Doris und ihre Mitstreiter führen ein Leben in Armut und Keuschheit, fast bis zu ihrem dreißigsten Lebensjahr, und selbst nach ihrer Massenhochzeit 1982.

Erst nach Jahrzehnten gelingt Doris der Ausstieg in ein glückliches, ganz normales Leben. Auch ihre Kinder können sich als junge Erwachsene gut entwickeln .

Lesenswert und interessant ist diese Buch, das hoffentlich einige Leute aufrüttelt und ermutigt, ihren eigenen Weg zu gehen.

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