Cover-Bild Schleifen
(9)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Zsolnay, Paul
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 27.01.2026
  • ISBN: 9783552076341
Elias Hirschl

Schleifen

Roman
Nach »Content« der neue Roman von Elias Hirschl – »Ein großer Ideenroman von einem der beglückendsten Autoren der Gegenwart.« Clemens J. Setz

Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In Otto Mandl, einem genialen Mathematiker, findet die junge Franziska ihren Seelenverwandten. Sie lernt, sich mit Wörtern aus toten Sprachen gegen ihr Leiden zu immunisieren. Die beiden entwickeln eine absolute Sprachbesessenheit und forschen fortan und bis an alle denkbaren Grenzen gemeinsam nach der perfekten Sprache.
»Schleifen« ist ein großer, ein kluger Roman über die Macht und den Einfluss von Sprache auf unser Leben, der richtig Spaß macht beim Lesen. Immer wieder stellt sich bei Elias Hirschl das schier Unglaubliche als wahr heraus, und der Rest ist extrem gut erfunden.

Weitere Formate

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2026

Ein wilder Ritt

0

Es fällt mir schwer, zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben. Was für ein wilder Ritt, den uns Elias Hirschl hier liefert! "Schleifen" ist höchst fordernd, das Buch zu lesen braucht Zeit, Geduld und ...

Es fällt mir schwer, zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben. Was für ein wilder Ritt, den uns Elias Hirschl hier liefert! "Schleifen" ist höchst fordernd, das Buch zu lesen braucht Zeit, Geduld und freie Gehirnwindungen, die bereit sind ordentlich mit Geistesergüssen durchgespült zu werden!

Ich bin fasziniert, was für eine Ideenvielfalt Hirschl in sich hat. Das für mich treffendste Wort "fantastisch" fällt mir hierzu ein - in seiner vielfältigen Bedeutung. Fantastisch, weil viele verrückte Ideen den Roman durchdringen; fantastisch, weil die sprachliche Ebene komplex, eloquent und durchtrieben zugleich ist; fantastisch, weil man - je tiefer man in den Roman eintaucht, Fiktion von Historischem kaum mehr auseinanderhalten mag; fantastisch, dass Sprache, Weltherrschaftwille, Mathematik und Philosophie sich hier so unzertrennlich ineinander fügen; fantastisch, weil man so etwas Spezielles erst einmal zustande bringen muss.

Die Rahmenhandlung webt sich um Franziska Denk und Otto Mandl. Franziska leidet unter einer speziellen Unannehmlichkeit: sobald sie von irgendeiner Krankheit erfährt - durch lesen oder wenn jemand davon erzählt - spürt sie sogleich deren Symptome. Durch Sprache versucht sie sie zu beherrschen und zu heilen. Irgendwann lernt sie den Mathematiker Otto Mandl kennen und mit ihm gemeinsam will sie die Welt verändern - ganz im Sinne ihrer wohl größten Leidenschaft: der Sprache.

Hier von einer im Zentrum stehenden Geschichte zu sprechen, trifft den Inhalt des Buches nicht. Vielmehr ist die Sprache selbst Protagonistin, sie (be-)herrscht (über) jene, die sie bändigen wollen. Und der Kaiser über alledem ist der Autor selbst. Unfassbar wie es ihm gelingt, tausende Ideen, tausende Fantasmen und schwer identifizierbares Historisches in ein so stimmiges Werk zu packen. Am Ende, nein, auch immer wieder mittendrin, ist man erschöpft, ringt nach Luft, braucht eine Pause, um sich schlussendlich gewahr zu werden: die Schleifen und das Schleifen spielen in einer extra Liga. Und für einen kurzen Moment durften wir an diesem Wunderwerk teilhaben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.02.2026

Kafka im Kreisverkehr

0

Eine kurze Liste der Dinge die ich während des Lesens über den Autor und das Buch recherchiert habe:

Punkt 1: Elias Hirschl ist ein ehemaliger Mathematik-Student
Punkt 2: Elias Hirschl hat Philosophie ...

Eine kurze Liste der Dinge die ich während des Lesens über den Autor und das Buch recherchiert habe:

Punkt 1: Elias Hirschl ist ein ehemaliger Mathematik-Student
Punkt 2: Elias Hirschl hat Philosophie studiert. Eventuell im Wien. Das würde das Vorkommen des Wiener Kreises im Buch erklären
Punkt 3: Das Buch entstand aus einer Fülle an Kurzgeschichten die erst später mit einer Rahmenhandlung verknüpft wurden

„Schleifen“ liest sich so, wie es die oben genannten Punkten vermuten lassen würden. Das Buch ist speziell, im besten Sinne. Absurd, kreativ, humorvoll aber auch voll brutaler, roher Schönheit. Ein wilder mix aus Sprachtheorie, Wissenschaft, Philosophie, Geschichte, Kunst. Ein wenig Mathematik ist auch dabei. Selbstreflexiv. Teilweise auch kindisch, fast schon dumm. Einmal Lesen reicht vermutlich nicht, um alle Feinheiten entdecken zu können. Reale Figuren werden mit fiktiven vermischt. Biblische Geschichten neu gedeutet. Raum und Zeit neu vermessen.

Kein einfaches Buch für nebenbei. Aber ein Buch, das Spaß macht, wenn man sich darauf und die verrückten Ideen, die darin durchgekaut werden, einlassen kann. Ich habe es geliebt, weiß aber, dass das Buch alles andere als Mainstream ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2026

Sprache und ihre Möglichkeiten

0

Elias Hirschls Roman „Schleifen“ hat mich durch sein besonderes und kunstvoll verziertes Cover magisch angezogen. Die Geschichte spielt in Wien vor Hundert Jahren. Die junge Protagonistin Franziska Denk ...

Elias Hirschls Roman „Schleifen“ hat mich durch sein besonderes und kunstvoll verziertes Cover magisch angezogen. Die Geschichte spielt in Wien vor Hundert Jahren. Die junge Protagonistin Franziska Denk leidet an einer seltsamen Krankheit. Jede Krankheit von der sie hört, wird auf sie körperlich übertragen und die Symptome dieser Krankheit treten bei ihr auf. Ihre Krankheit und ihr Leben ändern sich erst, als sie den späteren Mathematiker Otto Mandl kennenlernt. Otto Mandl ist wissenschaftlich sehr interessiert und entwickelt zusammen mit Franziska eine eigene Sprache, die verhindert, dass Krankheiten weiterhin physisch auf Franziska übertragen werden. Der Roman ist ein wunderbarer Roman über Sprache und die Macht, die diese hat. Er ist nicht leicht zu lesen, aber wenn man sich darauf eingelassen hat, wunderschön.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.01.2026

Sprache und was sie mit uns macht

0

Wien in den 1930-er Jahren. Franziska wächst in einem Haushalt auf, in dem Intellektuelle aus Wissenschaft und Philosophie ein und aus gehen. Schon früh schnappt das Kind die hochstehenden Gespräche auf. ...

Wien in den 1930-er Jahren. Franziska wächst in einem Haushalt auf, in dem Intellektuelle aus Wissenschaft und Philosophie ein und aus gehen. Schon früh schnappt das Kind die hochstehenden Gespräche auf. Franziska leidet aber unter einer besonderen Störung: Mit ihrem hochempathischen Wesen genügt es, von einer Krankheit nur zu lesen oder zu hören, um direkt die entsprechenden Symptome zu entwickeln. Als überaus intelligentes, aber isoliertes Mädchen bringt sie sich selbst alte, tote Sprachen bei und kann mit deren Hilfe eine wundersame Desensibilisierung ihrer Störung herbeiführen. Endlich kann sie dem Leben teilnehmen.

Franziska lernt den begabten Mathematiker Otto kennen. Die Beziehung ist nicht nur von romantischen Gefühlen geprägt, sondern vor allem von gegenseitigem tiefen Verständnis und Respekt. In den beiden reift eine mutige Vision: Sie möchten die Welt mit einer neuen Sprache einen. Dieses Ziel verfolgen sie mit immer mehr Besessenheit, die sogar in der Gründung eines eigenen Kleinstaates und einem aberwitzigen Konklave gipfelt.

Erstmals in meiner zugegebenermassen noch jungen Laufbahn als Vorableserin, hat ein Autor es geschafft, mich an meine Grenzen zu bringen. Elias Hirschl nimmt den Leser mit, weit weg aus der Komfortzone, auf einen wilden und witzigen, kafkaesken, grotesken Ritt durch Raum und Zeit. Ja wirklich, er hebt sogar die Regeln der Zeitmessung aus den Angeln! Roter Faden bleibt die tiefe Faszination über Herkunft, Veränderung, Missbrauch und Zukunft der menschlichen Sprache.

Ich habe dieses Husarenstück geliebt. Das wird wohl auch das Schicksal dieses Buchs sein: Entweder man wird es total lieben oder kann far nichts damit anfangen.

Veröffentlicht am 22.03.2026

Gedankenspiele

0

Ich habe dieses Buch mit Neugier und Vergnügen gelesen. Elias Hirschl traut sich etwas, das man heute nicht oft findet: er zwingt den Leser intensivst nachzudenken. Franziska Denk, aufgewachsen im hochintellektuellen ...

Ich habe dieses Buch mit Neugier und Vergnügen gelesen. Elias Hirschl traut sich etwas, das man heute nicht oft findet: er zwingt den Leser intensivst nachzudenken. Franziska Denk, aufgewachsen im hochintellektuellen Wiener Klima, liest Krankheiten und bekommt sie. Umso interessanter ist die Geschichte ihrer Heilung und weiteren Entwicklung in Verbindung mit dem Mathematiker Otto Mandl. Sprachlich ist das Buch anspruchsvoll, sehr scharf, manchmal böse, unterschwellig witzig. Im weiteren Verlauf verliert sich das Buch leider ein wenig. Die zweite Hälfte wirkte auf mich kopflastig und fast belehrend. Da wurde aus Literatur stellenweise ein Sachtext, und ich habe mich beim Lesen gefragt, ob es noch eine Erzählung oder schon eine Erklärung ist. Das ist schade, denn gerade die erzählerische Kraft hätte das Buch weiter getragen. Und trotzdem, wenn auch dieses Buch kein Roman für alle ist, kann ich es allen sprachbegeisterten empfehlen, die Gedankenspiele mögen und eigenwillige Erzählumwege aushalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere