Cover-Bild Die letzte Heldin
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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Themenbereich: Belletristik - Science-Fiction
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Science Fiction
  • Seitenzahl: 560
  • Ersterscheinung: 12.06.2024
  • ISBN: 9783453323193
Emily Tesh

Die letzte Heldin

Gewinner Hugo Award 2024 - Roman
Nina Lieke (Übersetzer)

Seit die außerirdischen Majoda die Erde zerstört haben, gibt es nur noch wenige Orte in der Galaxis, die ausschließlich von Menschen bewohnt werden. Einer davon ist die Raumstation Gaea, die Heimat der jungen Kyr. Sie ist die beste Kämpferin ihres Jahrgangs, und sie kennt nur ein Ziel: Rache für die Vernichtung der Erde zu nehmen. Doch als sie in die Kinderstation Gaeas befohlen wird, um für den Rest ihres Lebens Babys zu bekommen, und ihr Bruder auf eine Selbstmordmission muss, wird Kyr klar, dass das Oberkommando einen Fehler gemacht hat. Sie flieht von Gaea und macht sich auf die Suche nach ihrem Bruder – und muss dabei feststellen, dass alles, was sie über die Galaxis, die Menschheit und die Majoda zu wissen glaubte, eine Lüge ist …
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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2025

Spannende Military-SF/Dystopie

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Die letzte Heldin von Emily Tesh würde ich als dystopische Space Opera x Military Science-Fiction bezeichnen, die konventionelle Tropes aufgreift, sie aber durch eine queerfeministische Linse betrachtet ...

Die letzte Heldin von Emily Tesh würde ich als dystopische Space Opera x Military Science-Fiction bezeichnen, die konventionelle Tropes aufgreift, sie aber durch eine queerfeministische Linse betrachtet - was ich (mit ein paar Abstrichen) gelungen fand.

Die Ausgangslage: Eine von Aliens zerstörte Erde, ein ewig währender Krieg, eine militaristische Splittergruppe, die Gentechnik in extremen Ausmaßen, und damit Eugenik, betreibt; so weit so handelsüblich in der SF. In einer solchen extremistischen Gruppierung wächst Kyr, unsere indoktrinierte, unfassbar unsympathische, rassistische, misogyne Protagonistin, auf. Sie ist die beste Kämpferin ihres Jahrgangs und hat nichts anderes im Kopf als eine militärische Karriere - und Rache an den Aliens, die die Erde zerstört haben. Doch zu ihrem Entsetzen wird sie nach ihrem Abschluss nicht dem Militär zugeteilt, sondern zur Kinderstation, in der Frauen alle zwei Jahre Nachwuchs „produzieren“ müssen. Gedemütigt flieht sie von ihrer Raumstation, um ihren verschollenen Bruder zu suchen… und stellt fest, dass alles, was über die Galaxis gelernt hat, eine Lüge war.

Das Positive: Unglaublich, wie schnell ich dieses Buch verschlungen habe. Wenn ihr etwas braucht, dass euch aus einer Leseflaute holt, greift zu. Man wird direkt ins Geschehen reingeschmissen, hat dann keine Zeit, irgendwo mal anzuhalten und dann hat man es auch schon fertiggelesen. Die Action war reines Popcorn-Kino, der Plot fast-paced, voller Twists und spannend. Trotzdem war man stets nah dran an der Protagonistin, ihren Gedanken und Gefühlen, die teilweise schwer auszuhalten waren; wer eine Sympathieträgerin als PoV und perfekt dargestellte Queerness in einem Buch braucht, der wird hier definitiv nicht glücklich.

Das Kritische: Analogien für Aliens als „Andere“, die eben von uns, den Menschen, ausgehend Rassismus erfahren, finde ich meist recht langweilig und zu simpel, als dass sie einen großen Effekt hätten. Vor allem, weil man sich als Leserin mit der einen Ausnahme der Bösen identifiziert. Es braucht Feingefühl, so ein „unlearning“-Prozess der Figuren darzustellen – meist ist das übertrieben einfach und losgelöst von tatsächlichen Konsequenzen für Täterinnen dargestellt, während den Opfern keine große Aufmerksamkeit bekommen.

Hier war das teilweise der Fall, so empfanden einige Reviewerinnen die „Otherness“ der Aliens als unangenehm; ich hätte mir mehr Bewusstsein für dieses Thema gewünscht. Die Innenwelt der Protagonistin fand ich jedoch interessant: Natürlich wird Kyr empathischer und lernt durch ihr Gegenüber (das Alien) dazu und trotzdem bleibt sie bis zum Schluss teilweise in ihren erlernten Vorurteilen gefangen. Insbesondere ihre internalisierte Misogynie und Heteronormativität zogen sich ganz deutlich durchs Buch. Das finde ich wertvoll – dass wir hier eben keine perfekte Heldin, keine klassische, perfekte Heldenreise und keine unkritische Military-Sci-Fi haben, sondern dass Prozesse des Verlernens immer schwierig, unperfekt und unabgeschlossen sind.

Die Themen wurden deutlich und direkt ausgeschrieben, was für den Einstieg ins Genre hilfreich ist. Insgesamt würde ich Die letzte Heldin eher als Jugendbuch mit härteren Themen einordnen (CNs beachten) und es Leser
innen empfehlen, die vorher YA SF/Dystopien gelesen haben und jetzt etwas ein bisschen „Härteres“ suchen.

Wenn euch folgende Bücher gefallen haben, dann könnte Die letzte Heldin was für euch sein (und andersherum):

Erde 0 von Micaiah Johnson - dystopischer, queerer Sci-Fi-Thriller, ebenfalls ultraspannend und fast-paced, ziemlich hart in seiner Gewalt

Die Scythe-Trilogie von Neal Shusterman - Ausloten von moralischen Fragen, Spannungsverhältnis Utopie-Dystopie

Abschließend möchte ich die Goodreads-Review von Shelley Parker-Chan zitieren, weil es für mich verdeutlicht, was für einen progressiven Weg moderne Science Fiction gehen kann: “[…] this book is for everyone who loved Ender’s Game, but Ender’s Game didn’t love them back.”

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Veröffentlicht am 09.07.2024

Eine Space Opera

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Nur noch wenige Orte, die von Menschen besiedelt sind, dazu gehört Station Gaia. Valkyr gehört zu den Kinder Gaias, die zu Kämpfern ausgebildet werden. Doch es kommt alles anders und Kyr muss sich fragen, ...

Nur noch wenige Orte, die von Menschen besiedelt sind, dazu gehört Station Gaia. Valkyr gehört zu den Kinder Gaias, die zu Kämpfern ausgebildet werden. Doch es kommt alles anders und Kyr muss sich fragen, was wirklich ist.

Ich fand, der Klappentext klingt sehr vielversprechend, habe mir so ein wenig „Aurora Rising“ Feeling erhofft. Bekommen habe ich eine verwirrende Story, in der ich immer wieder dachte, jetzt bin ich dahinter gestiegen, aber das war dann nur von kurzer Dauer
Fangen wir aber von vorne an. Wir begleiten Kyr, die mit ihrer Gruppe aus jungen Frauen, genannt Sperlinge, ihre Ausbildung absolviert und kurz vor der Zuweisung in die Abteilung steht, in der sie für die Station dienen soll. Aber als ihr Bruder plötzlich verschwunden ist und sie in eine Abteilung kommt, mit der sie nicht gerechnet hat, geht das Abenteuer los. Denn es scheint alles nicht so, wie es für sie ist.

Das Buch ist in mehrere Teile geteilt, die dann immer einen Abschnitt in ihrem Abenteuer beschreibt. Erst einmal ist ihr Ziel, ihren Bruder zu finden. Unterstützt wird sie dabei von einem Alien namens Yaso und Avi, einem Freund ihres Bruders. Die Flucht klappt und sie landen auf einem Planeten, auf dem auch Menschen leben und wo sie dann plötzlich auch jemanden gegenübersteht, mit dem sie nicht gerechnet hatte. Immer mehr Fragen kommen Kyr auf, ein neuer Plan wird umgesetzt und plötzlich sind wir wieder woanders. Zeitsprünge, Paralleluniversen und die Rettung der Menschheit durch die letzte Heldin, die sich aber auch erstmal finden muss

Dieses Buch ist sehr komplex, aber wiederrum hatte ich das Gefühl, es wurde recht einfach gehalten. Kyr war mir anfangs nicht sympathisch, aber das liegt einfach auch daran, dass sie eine Entwicklung durchmacht, die viel Hinterfragt und die auch lernt, was richtig und falsch ist. Am Ende hat sie mich für sich einnehmen können. Die anderen Figuren waren abwechslungsreich und haben mal mehr mal weniger wichtige Standpunkte in der Geschichte beschrieben. Der Schreibstil der Autorin hat mich dranbleiben lassen, es wurde mit Gender-Sternchen gearbeitet und wir erleben am Rande auch queere Einflüsse, die mMn noch etwas mehr hätten sein können. Es war auf alle Fälle eine besondere Reise

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Veröffentlicht am 24.06.2024

Ungewöhnlicher Stil

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Das ist glaube ich eine der schwersten Rezensionen, die ich je schreiben musste. Weil ich mir bis zuletzt nicht sicher bin, wie genau ich dieses Buch bewerten soll aufgrund der Protagonistin.

Die Autorin ...

Das ist glaube ich eine der schwersten Rezensionen, die ich je schreiben musste. Weil ich mir bis zuletzt nicht sicher bin, wie genau ich dieses Buch bewerten soll aufgrund der Protagonistin.

Die Autorin ist einen sehr ungewöhnlichen Weg gegangen, und zwar ist die Protagonistin dieser Geschichte alles andere als sympathisch. Oftmals denkt man sich sogar, wie sie bloß auf diese Gedanken kommen kann und ich habe mich das ein oder andere Mal aufgeregt. Allerdings erwartet uns ein aha-Effekt im Laufe der Geschichte. Dieser tritt aber erst im letzten Viertel des Buchs ein. Ab diesem Zeitpunkt fängt die Protagonistin an, eine Charakterentwicklung durchzumachen und als Leser merkt man, welche Aussage die Autorin treffen möchte, mit dieser Darstellung einer Figur.

Die Story an sich war interessant, wenn auch teilweise etwas verwirrend, da sie auf mehreren Ebenen spielt. Mehr kann ich dazu leider aufgrund von möglichen Spoilern nicht sagen.

Allerdings hätte ich wohl noch mehr mit der Geschichte mitgefiebert, wenn wir die Protagonistin sympathischer gewesen wäre, da ich so eine gewisse Distanz aufgebaut habe. Wer mich allerdings von sich überzeugen konnte, war ein Nebencharakter (mit Kamm ;) ) der für mich der wahre Held der Geschichte war.

Die Geschichte ist wohl für Leser geeignet, die auch mal eine distanzierter Haltung zu den Charakteren einnehmen und trotzdem das Geschehen gespannt verfolgen können. Die Autorin wagt hier einen speziellen Ansatz, auf den man sich einlassen muss und der durchaus nicht für jeden geeignet ist, aber einen philosophischen Ansatz verfolgt.

Ich empfehle auf jeden Fall dringend, die gesamte Leseprobe zu testen.

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