Cover-Bild Frostmond
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15,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Pendragon
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Klassisch
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Ersterscheinung: 05.12.2022
  • ISBN: 9783865328342
Frauke Buchholz

Frostmond

Der erster Fall für Ted Garner. Kriminalroman
Brigitte Carlsen (Sprecher)

In den Weiten Kanadas, in einer scheinbaren Idylle, verschwinden seit Jahrzehnten indigene Frauen.

Ein Abschnitt des Transcanada-Highways ist auf traurige Art berühmt geworden. Entlang dieser Verbindung zwischen den Städten Prince George und Prince Rupert wurden dutzende Frauen umgebracht. Fast alle aus First-Nation-Familien. Man nennt den Abschnitt deshalb auch "Straße der Tränen".
Doch auch im restlichen Kanada gibt es eine hohe Dunkelziffer vermisster junger Frauen, deren Schicksale meist unaufgeklärt bleiben.

Ein tiefgründiger Kriminalroman über den "Highway of Tears" und die Verbrechen an indigenen Frauen im modernen Kanada.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.03.2026

Brutal und voller harter Realität!

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. Suchst du einen düsteren Kriminalroman, der dich mit seiner schonungslosen Realistik in Staunen versetzt und dich mit einem mulmigen Gefühl der Sprachlosigkeit zurücklässt? „Frostmond“ entführt dich ...

. Suchst du einen düsteren Kriminalroman, der dich mit seiner schonungslosen Realistik in Staunen versetzt und dich mit einem mulmigen Gefühl der Sprachlosigkeit zurücklässt? „Frostmond“ entführt dich brutal und fesselnd in die abgelegenen, tristen Weiten Kanadas. In eine Welt, die in ihrer hoffnungslosen Ausweglosigkeit ebenso erdrückend wie packend wirkt, ganz ohne jeglichen Schnickschnack.

. Aber worum geht es genau…
In Kanada werden seit Jahren Verbrechen an indigenen Frauen begangen, die entlang des Transcanada-Highways verschwinden, ohne dass die Polizei den Fällen Prioritäten einräumt. Als die 15-jährige Jeanette Maskisin in Montreal tot aufgefunden wird, wird der Fall von den Ermittlern LeRoux und Garner übernommen. Die Ermittlungen werden jedoch durch enormes Misstrauen erschwert und die Ermittler geraten zunehmend unter Druck, da weitere Opfer befürchtet werden und auch der Täter zunehmend zur Zielscheibe eines blutigen Racheplans wird.

. „Frostmond – Der erste Fall für Ted Garner“ war mein erstes Buch der Autorin, und ich war sofort von diesem Kriminalroman fasziniert! Die Geschichte entführt uns nicht nur in die Ermittlungen des Duos LeRoux und Garner, sondern auch in die düsteren Gedankenwelten einer weiteren, noch nicht benannten, zentralen Figur, deren Perspektive uns als Erzähler in den Bann zieht. Durch diesen Erzähler tauchen wir tief in seine innere Zerrissenheit ein und werden von seinen finsteren Überlegungen ergriffen. Der ruhige, präzise und nuancierte Schreibstil trägt entscheidend dazu bei, dass man als Leser oder Leserin förmlich in die Geschichte hineingezogen wird.

. Der Krimi fesselt mit einem gekonnt aufgebauten Spannungsbogen, komplexen Hauptfiguren, die Ecken und Kanten besitzen und dadurch umso realistischer wirken, ebenso wie authentische Nebencharaktere, die das Setting mit Leben erfüllen. Besonders beeindruckt hat mich, wie der Roman die typische Spannung eines Krimis geschickt mit gesellschaftlicher Realität verwebt. Auf eindrucksvolle Weise beleuchtet er das Leben der indigenen Gemeinschaften, das institutionelle Desinteresse sowie die kulturellen Barrieren, die diese Menschen tagtäglich zu überwinden haben.
. Das Ermittlerduo polarisiert, es ist schwer ihnen Sympathie entgegenzubringen, aber genau dies macht die Geschichte umso packender. Das Gespann ist keineswegs jedermanns Fall. Ihre grobe Ausdrucksweise und die expliziten Gedanken mögen manchen Leser oder Leserin abstoßen, doch wer sich auf diesen Krimi einlässt, muss diese Eigenschaften zumindest tolerieren. Der Roman erinnert stark an klassische Noir-Literatur! Alle Protagonisten tragen ihr eigenes, dunkles Päckchen mit sich und eine beinahe depressive Grundstimmung zieht sich durch das gesamte Werk. Die Gesellschaft erscheint gnadenlos gegenüber jenen, die am Rand stehen.
. Mit großem Interesse habe ich die kulturellen und gesellschaftlichen Kontexte verfolgt, die die Autorin gekonnt in die Handlung integriert. Besonders eindrucksvoll beschreibt sie die Trostlosigkeit, Armut und den weit verbreiteten Alkoholismus in den Reservaten, der eine direkte Folge der jahrzehntelangen Unterdrückung und Entwurzelung der First Nations ist. Die Realitätsnähe dieser Darstellung ist bemerkenswert. Im letzten Drittel steigert sich das Tempo noch einmal beträchtlich, was mir besonders gut gefallen hat!
. Zusammengefasst lässt sich sagen…
Dieser Kriminalroman ist definitiv etwas für die hartgesottenen Leser und Leserinnen! Er ist in jeder Hinsicht realistisch, vor allem weil die Autorin selbst eine Zeit lang in einem Cree-Reservat lebte. Sie verschönert nichts und öffnet uns die Augen für die dunkle Wahrheit über das Leben am Rande der Gesellschaft.
Es wird mit Sicherheit nicht mein letzter Fall mit Ted Garner sein!

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Veröffentlicht am 11.08.2023

Geht unter die Haut

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"Frostmond" von Frauke Buchholz ist ein recht anspruchsvoller Kriminalroman, den ich als Hörbuchversion in voller Länge gehört habe. Das Buch war sehr gut eingesprochen, man konnte der Stimme gut folgen.
Am ...

"Frostmond" von Frauke Buchholz ist ein recht anspruchsvoller Kriminalroman, den ich als Hörbuchversion in voller Länge gehört habe. Das Buch war sehr gut eingesprochen, man konnte der Stimme gut folgen.
Am Transcanada-Highway verschwinden seit Jahren junge Frauen und Mädchen spurlos. Gemeinsam ist ihnen nur ihre ­indigene Herkunft. Jetzt wird auch die 15-jährige Jeanette Maskisin vermisst und in Montreal tot aufgefunden.
Nach dem Täter sucht hier aber nicht nur die Polizei mit den Ermittlern LeRoux und Garner.
Im Cree-Reservat wird ihnen nicht viel geholfen, es gibt eine Mauer aus Ablehnung und Schweigen. Die Ermittler lernen wir hier langsam besser kennen, sie sind sehr gegensätzlich und haben auch so ihre eigenen Probleme im Gepäck. Das fand ich teilweise schon etwas dick aufgetragen. Die Ermittlungen werden hier abwechselnd aus beider Sicht erzählt.
Als dritter und sehr interessanter Faden kommt hier noch Leon dazu, ein Cousin des Opfers. Er lebt noch in einem sehr traditionellen Stil und will aufklären und auch rächen.
Die Sicht des Cousins hat mir sehr gefallen, weil er viel über die Lebensweise und Probleme erzählt, die Perspektivlosigkeit und Ursachen beleuchtet.
Weiter fand ich den grandiosen Hintergrund mit der Natur Kanadas überwältigend. Ich habe das Buch sehr gerne gehabt, teilweise wäre mir etwas mehr Tiefe lieber gewesen, teils war mir einiges zu viel.

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Veröffentlicht am 25.01.2023

Highway der toten Frauen

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Von "Indianerromantik" kann in Frauke Buchholz´Debütroman "Frostmond" keine Rede sein, auch wenn es um die Welt der Indigenen im heutigen Kanada geht, ganz besonders der Cree Indianer im Norden Quebecs. ...

Von "Indianerromantik" kann in Frauke Buchholz´Debütroman "Frostmond" keine Rede sein, auch wenn es um die Welt der Indigenen im heutigen Kanada geht, ganz besonders der Cree Indianer im Norden Quebecs. Hierher bricht der meist mürrische und mit zahlreichen Vorurteilen behaftete Profiler Ted Garner aus der Prärieprovinz Saskatchewan auf sich.

Mit dem frankokanadischen Polizisten LeRoux von der Sureté in Montreal bildet er nicht gerade ein Ermittlerduo, bei dem die die Chemie stimmt: LeRoux steckt mitten in der Midlifecrisis, nimmt es mit der Arbeitsmoral nicht so genau und verbringt während eines angeblichen Zahnarzttermins in der Mittagspause die Zeit auch schon mal in einem Stundenhotel mit einer Affäre. Garner ist für ihn eine Spaßbremse. Und französisch spricht der Anglokanadier auch nicht.

Doch angesichts ihres Falls müssen die beiden ihre Animositäten beiseite legen. In Montreal ist im St Lorenz Strom die Leiche einer jungen Indianerin angeschwemmt worden, mit aufgesetztem Kopfschuss ermordet, Drogen im Orgaismus, offensichtlich schwer misshandelt und schwanger. Die Art der Tötung erinnert an ähnliche Fälle entlang des Transkanada Highway: Indigene Frauen, meist Prostituierte, häufig vor dem Mord vergewaltigt oder misshandelt. Mindestens drei Fälle in der Provinz Quebec scheinen zusammenzuhängen.

Auf der Suche nach dem Mörder begleiten die beiden Polizisten den Sarg des toten Mädchens, das erst 15 Jahre alt war, in das Cree Reservat, in dem ihre Familie lebt. Die Zustände sind desolat: Beide Eltern sind schwere Alkoholiker, die jüngeren Geschwister wachsen völlig verwahrlost auf, der Vater hat Jeannette mit ihren Misshandlungen in die Flucht getrieben. Nur der Cousin des Mädchens, der als traditioneller Jäger lebt und von seinem Großvater die "alten Wege" seines Volkes gelernt hat, will Jeannette rächen und ihren Mörder finden.

Die Handlung folgt zwei Strängen - den offiziellen Ermittlungen der Polizei und der Jagd des Cousins nach dem Täter, die ihn in die ungeliebte Großstadt der Weißen führt. Hier geht es nicht nur um einen Serienmord, sondern auch gleich mehrfach um Kulturclashs, allen voran dem zwischen der Welt der Indigenen und der Mehrheitsgesellschaft, aber auch zwischen Anglo- und Frankokanadiern. Und selbst innerhalb der Indigenen ist die Solidarität begrenzt, distanzieren sich Innuit von Indianers oder gibt es Spannungen innerhalb der Reservation.

Der Plot von "Frostmond" ist gut entwickelt und sorgt wiederholt für überraschende Wendungen. Frauke Bucholz kommt zwar aus Deutschland, hat sich aber offensichtlich ausgiebig mit der kanadischen Gesellschaft im allgemeinen und der Realität der Indigenen im besonderen befasst. Manches, was sie anspricht und beschreibt, ist beispielsweise auch immer wieder Thema in den Büchern des Ojibwe-Autors Richard Wagamese.W.P. Kinsella wurde im Zuge der woke-Diskussionen ja bereits kulturelle Aneignung im Zusammenhang mit seinen Kurzgeschichten über eine Clique junger Cree vorgeworfen. Angsichts dieses Kanada Noir sollte jedenfalls nicht bekrittelt werden, dass die Autorin weiß und nicht einmal Kanadierin ist: Frostmond ist spannend, düster, gut geschrieben und in der Hörbuchversion von Sprecherin Brigitte Carlsen auch ausgesprochen hörbar interpretiert.

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Veröffentlicht am 25.06.2023

Kanada Noir - - derb und düster

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Laufzeit: 7 Stunden 18 Minuten - - - Sprecherin: Brigitte Carlsen

Die Kurzbeschreibung dieses Buches hat mich neugierig gemacht, weil ich noch nie was über kanadische Indigene gelesen habe. ...

Laufzeit: 7 Stunden 18 Minuten - - - Sprecherin: Brigitte Carlsen

Die Kurzbeschreibung dieses Buches hat mich neugierig gemacht, weil ich noch nie was über kanadische Indigene gelesen habe. Mir gefällt die Grundidee des Buches, aber richtig fesseln konnte es mich nicht.

Es geht um ein ermordetes Cree-Mädchen und die Autorin zeichnet ein bedrückendes Gesellschaftsbild rund um den Mordfall. Ich fand das schon interessant, aber für mich war alles zu schwermütig.

Wer sehr emotional-melancholische Handlungen mag, wird hier bestimmt Freude dran haben.

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