Cover-Bild Wer wir geworden sind
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Picus Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 27.08.2025
  • ISBN: 9783711755353
Gabi Kreslehner

Wer wir geworden sind

Roman
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebt Juli gemeinsam mit ihrem Mann August auf dem Berg am Unterhof. Dass auch nach mehreren Ehejahren noch immer kein Nachwuchs da ist, betrübt sie zutiefst. Voller Neid blickt sie auf die Nachbarn am Oberhof, wo bereits drei Kinder herumtoben. Erst nach dem Krieg, den August wie durch ein Wunder überlebt, bringt Juli im November 1919 eine gesunde Tochter zur Welt: Anna wächst zu einem fröhlichen Mädchen heran und verliebt sich später in Karl, den Erben vom Oberhof. Bald heiraten die beiden, denn Anna ist schwanger und Karl hat seinen Einberufungsbefehl erhalten – drei Tage nach der Hochzeit muss er an die Front. Ob sie sich je wiedersehen werden?
Kurz vor der Jahrtausendwende entdeckt Joanna, Annas Tochter, im Haus ihrer Mutter außerhalb von New York das Foto eines kleinen Jungen. Sie ist gleichzeitig fasziniert und beunruhigt, steckt es ein und nimmt es mit nach Hause. Über Wochen hinweg beschäftigt Joanna dieses Bild, bis sie schließlich ihre Mutter zur Rede stellt. Und ihre Mutter beginnt endlich zu erzählen …

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.10.2025

Wehmut

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Juli und ihr Mann August wohnen oben am Berg am Unterhof, nebenan gibt es noch den Oberhof, drum herum nichts als Natur. Zwei Weltkriege kommen und gehen, das Leben verändert sich, die Menschen verändern ...

Juli und ihr Mann August wohnen oben am Berg am Unterhof, nebenan gibt es noch den Oberhof, drum herum nichts als Natur. Zwei Weltkriege kommen und gehen, das Leben verändert sich, die Menschen verändern sich, man steht einen Tag nach dem anderen durch und fügt sich ins Schicksal, das es recht oft nicht gut zu meinen scheint mit den Pfallers und Ebenhausers. Generationen kommen und gehen, ein Schwenk nach Amerika und ein weiterer zurück, schon ist die Jahrtausendwende da und der Weg zum Verstehen geebnet.

Stets mit einem leicht wehmütigen Unterton schildert Gabi Kreslehner diesen wunderbaren und bewegenden Roman, welcher eine traurige und doch so realistische Familiengeschichte über mehrere Generationen beleuchtet. Harte Arbeit und stete Entbehrungen prägen die Zeit der beiden Kriege, als Sieger geht schließlich keiner hervor. Besonders der erste (längste) Abschnitt geht trotz – oder gerade wegen – der leisen Töne im Text tief unter die Haut, erzählt vom Verlust und von sichtbaren körperlichen und unsichtbaren seelischen Narben. Im folgenden Teil wandern wir aus nach Amerika und erleben schließlich im dritten Fragment, wie stark Familienbande wirken und wie sehr Menschen einander über mehrere Generationen hinweg beeinflussen.

Ein virtuoser Schreibstil und nahe gehende Lebenswege unter der Prämisse „Wir haben doch alle nichts dafürkönnen“ [kindle, Pos. 2690] treiben dem Leser Tränen in die Augen und doch hält das Los nicht für jeden ein gutes Ende bereit. Überaus realitätsnah und niemals übersteigert, so dürfen wir hautnah miterleben, wie es damals war am Ober- und am Unterhof in einem Dorf in Österreich, dessen Name kein einziges Mal genannt wird. Ein eindringlicher Roman, der eine erschreckende Stille zurücklässt und genau deshalb so empfehlenswert ist. Großartig!

Veröffentlicht am 08.09.2025

Eine Familiengeschichte, die tief ins Herz geht

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„Wer wir geworden sind“ von Gabi Kreslehner ist eine Familiengeschichte, die sich langsam, aber eindringlich entfaltet. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, ganz nah bei den Figuren zu sein. ...

„Wer wir geworden sind“ von Gabi Kreslehner ist eine Familiengeschichte, die sich langsam, aber eindringlich entfaltet. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, ganz nah bei den Figuren zu sein. Ihr Leben, geprägt von Hoffnungen, Verlusten und Neubeginnen, hat mich berührt, ohne dass die Autorin jemals ins Pathetische verfällt.
Die Handlung beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts, als Juli und August auf dem Berg leben und sich nach einem Kind sehnen. Später wird ihre Tochter Anna geboren, die wiederum ihren Weg gehen muss – mit all den Hoffnungen, Verlusten und Entscheidungen, die ein Leben prägen. Über drei Generationen hinweg zieht sich dieser Roman weiter, bis hin zu Annas Tochter Joanna, die kurz vor der Jahrtausendwende in Amerika ein Foto entdeckt, das alte Fragen neu aufwirft.
Gerade dieses Weiterspinnen von Schicksalen über Jahrzehnte hinweg hat mich tief beeindruckt. Es macht deutlich, wie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verflochten sind und wie Erinnerungen und Geheimnisse nicht nur eine Familie, sondern auch einzelne Lebenswege prägen.
Ich habe beim Lesen gespürt, wie stark die Themen Familie, Zusammenhalt und das Ringen um ein gutes Leben im Mittelpunkt stehen. Es geht nicht darum, große Dramen laut auszuspielen, sondern um die leisen Töne, die sich ins Herz schleichen. Manche Szenen sind so still, dass sie gerade deshalb nachhallen.
Besonders eindrucksvoll fand ich, wie die Autorin das Weitergeben von Erinnerungen einfängt – das Suchen nach Antworten, das Schweigen über Vergangenes und den Mut, irgendwann doch zu erzählen. Das Foto des kleinen Jungen, das Joanna findet, wirkt wie ein Schlüssel: Es öffnet Türen zu Geschichten, die lange verborgen waren.
Für mich war dieses Buch eine bewegende und tief ins Herz gehende Lektüre. Es hat mich nachdenklich zurückgelassen und mich noch lange beschäftigt. 5 klare Sterne und eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Starke Frauen

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Die oberösterreichische Autorin Gabi Kreslehner entführt uns mit diesem Roman in eine 100-jährige Familiengeschichte, die von zwei Weltkriegen, Entbehrung, Glück und Verlusten, Weggehen und Nachhausekommen, ...

Die oberösterreichische Autorin Gabi Kreslehner entführt uns mit diesem Roman in eine 100-jährige Familiengeschichte, die von zwei Weltkriegen, Entbehrung, Glück und Verlusten, Weggehen und Nachhausekommen, geprägt ist. Und es sind die Frauen, die kleine, bäuerliche Welt am Laufen halten.

Wir begegnen zunächst Juli, die mit ihrem Mann August, Anfang des 20. Jahrhunderts den Unterhof bewirtschaftet. Während am nahe gelegenen Oberhof, Susanna und ihr Mann Johann sich über eine Kinderschar freuen dürfen, bleibt dies Juli und August verwehrt. Nach dem Ersten Weltkrieg aus dem Johann nicht und August versehrt nach Hause kommen, bringt Juli mit Anna ihr einziges Kind zur Welt. Dann muss Juli den Tod ihres Mannes verkraften, der im Wald von einem Baum erschlagen wird.

Knapp 20 Jahre später, zu Beginn des Zweiten Weltkriegs heiratet Anna den Erben des Oberhofs Karl, wenige Tage bevor er an die Front muss. Während rundherum der Krieg tobt, bewirtschaften - wieder einmal - die zurückgebliebenen Frauen die Höfe. Von Karl fehlt jede Spur. Als er dann Jahre, als niemand mehr mit ihm gerechnet hat, völlig verändert aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, ist nichts mehr wie vorher.

Der nächste Zeitsprung führt uns nach Amerika zu Jahrtausendwende. Joanna findet ein vergilbtes Foto eines Kindes in den Sachen ihrer Mutter und stellt Fragen. Die Antworten lassen sich nach Österreich reisen.

Meine Meinung:

Dieser historische Roman beschreibt, hat mir sehr gut gefallen. Mit eindrucksvollen Worten, ohne kitschig zu sein, erzählt die Autorin die 100-jährige Geschichte einer Familie, in der starke Frauen die Hauptrolle spielen. Fast in jeder Generation wiederholen sich Schwangerschaften ohne zunächst oder überhaupt verheiratet zu sein.

Geschickt flicht Gabi Kresleher die historischen Ereignisse wie den Ersten und den Zweiten Weltkrieg sowie die Jahrtausendwende einfließen.

Die Charaktere, vor allem die weiblichen, sind sehr gut herausgearbeitet. Die jeweiligen Männer spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Fazit:

Jede dieser Frauen ist die Summe ihrer Erfahrungen. Gerne gebe ich diesem Roman 5 Sterne.

Veröffentlicht am 19.01.2026

Starke Frauen im Wandel der Zeit

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In "Wer wir geworden sind" schreibt Gabi Kreslehner eine Familiengeschichte über starke Frauen und einem Zeitraum von 100 Jahren.
Eindrucksvoll und ohne kitschig zu sein.
Leicht und flüssig lesbar
Ihre ...

In "Wer wir geworden sind" schreibt Gabi Kreslehner eine Familiengeschichte über starke Frauen und einem Zeitraum von 100 Jahren.
Eindrucksvoll und ohne kitschig zu sein.
Leicht und flüssig lesbar
Ihre Charaktere sind nachvollziehbar.
Die Autorin Flucht historische Ereignisse wie die beiden Weltkriege und die neue Jahrtausendwende geschickt in die Handlung einfließen.
Mir hat das Buch gut gefallen