Cover-Bild Das Volk der Bäume
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 480
  • Ersterscheinung: 28.01.2019
  • ISBN: 9783446262027
Hanya Yanagihara

Das Volk der Bäume

Stephan Kleiner (Übersetzer)

Der junge Arzt Norton Perina kehrt mit einer unfassbaren Entdeckung von der Insel Ivu’ivu zurück: Hat er wirklich ein Mittel gegen die Sterblichkeit gefunden? Eine uralte Schildkrötenart soll die Formel des ewigen Lebens bergen. So kometenhaft er damit zur Spitze der Wissenschaft aufsteigt, so rasant vollzieht sich die Kolonisierung und Zerstörung der Insel. Mit gnadenloser Verführungskraft zieht Hanya Yanagihara uns hinein in den Forscherrausch im Urwald und lässt uns auch dann nicht entkommen, als Perina dort eine weitere Entdeckung macht: seine fatale Liebe zu Kindern. Wie betrachten wir eine Lebensleistung, wenn sich das Genie als Monster entpuppt? Ein brillant geschriebener, gefährlicher Dschungel von einem Roman.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2019

Definitiv mal anders

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Passend zum Aufbau des Buches, erinnert mich das Bild auf dem Cover sehr an das einiger Biographien.
Den Schreibstil finde ich total Klasse. Man wird beinahe in das Geschehen hineingezogen und kann das ...

Passend zum Aufbau des Buches, erinnert mich das Bild auf dem Cover sehr an das einiger Biographien.
Den Schreibstil finde ich total Klasse. Man wird beinahe in das Geschehen hineingezogen und kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.
Obwohl der Roman ein Wenig leichter ist, als Yanagiharas "Ein wenig Leben", hat auch dieses Buch einige Passagen, die ziemlich schwer sind und die den Leser definitiv zum Nachdenken anregen.
Gleichzeitig besitzt das Buch eine Leichtigkeit, die sich von Anfang bis Ende über die Geschichte hinweg zieht.
Besonders ist, wie auch schon bei Yanagiharas "Ein wenig Leben", die Art und Weise, wie das Buch erzählt wird. Denn obwohl der Roman aus der Innensicht erzählt wird, reflektiert der Ich-Erzähler seine Geschichte bereits selber. Außerdem gibt es einen weiteren Ich-Erzähler, der die Memoireähnliche Erzählung immer wieder, in Form von nachträglich angefügten Fußnoten, kommentiert.
Zudem schafft es Yanagihara, dem Leser bereits nach wenigen Seiten das Gefühl zu geben, den Protagonisten zu kennen und dennoch immer wieder neue Wahrheiten über diesen ans Licht kommen zu lassen.

Fazit:
Wieder einmal hat Yanagihara es geschafft, mich total mit ihrer Geschichte zu fangen. Ich gebe gerne 5 Sterne.

Veröffentlicht am 17.11.2020

Über die Suche nach dem ewigen Leben

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Ich habe mir dieses Buch gekauft, nachdem "Ein Wenig Leben" von Hanya Yanagihara mich umgehauen hatte. Ich habe einen ähnlichen erwartet, aber ein Buch bekommen, bei dem ich bis heute nicht sagen kann, ...

Ich habe mir dieses Buch gekauft, nachdem "Ein Wenig Leben" von Hanya Yanagihara mich umgehauen hatte. Ich habe einen ähnlichen erwartet, aber ein Buch bekommen, bei dem ich bis heute nicht sagen kann, ob es mir gefallen hat.

Zum Inhalt: das Buch stellt die Biographie des Arztes und Forscher Norton Perina dar und ist entsprechend mit Vorwort und Nachwort aufgebaut. Auf der Insel Ivu'ivu gibt es ein Volk deren Mitglieder überdurchschnittlich alt werden. Der Grund dafür soll der Verzehr einer besonderen Schildkröte sein, die es nur auf der Insel gibt. Wer das 60. Lebensjahr erreicht hat die Ehre, das Schildkrötenfleisch zu probieren.
Aber nicht nur das entdeckt Perina auf der Insel: so scheinen die Ureinwohner auch rege sexuelle Kontakte untereinander zu pflegen, auch mit ihren Kindern.
Und so kommt es, dass Perina nicht nur ein paar der älteren Einwohner zu Studienzwecken mit sich nimmt, sondern auch Kinder der Insel adoptiert.

Von Schreibstil her wirkte das Buch so sachlich wie man es von einer Biographie erwarten würde. Die Expedition und die Erkenntnisse, welche auf der Insel gemacht wurden, wurden detailliert geschildert. Der Einstieg ins Buch war dadurch für mich etwas langatmig, einen riesigen Spannungsbogen wird man in diesem Buch nicht finden. Das Inselleben und der Umgang der Ureinwohner mit ihren älteren Mitgliedern war für mich sehr faszinierend und interessant zu lesen. Auch Perina's Bestreben war nachvollziehbar geschildert und wäre das Buch vor dem Nachwort zu Ende gewesen, hätte es einen netten aber vermutlich keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Erst das Nachwort offenbart wie weit Perinas Liebe zu Kindern wirklich ging. Vorher gab es Andeutungen, aber im Nachwort wird ganz klar gesagt, dass Perina seine Adoptivkinder missbraucht hat. Und das ist der Punkt, an dem mich das Buch fassungslos zurückgelassen hat und ich nicht mehr wusste, ob ich das Buch nun gut fand oder nicht.

Es ist jetzt fast ein Jahr her, dass ich das Buch gelesen habe. Und trotzdem bin ich mir immernoch unschlüssig, was ich davon halte. Es ist gut geschrieben, hat eine interessante Story und eine Botschaft, die mir nicht harsch genug ausgefallen ist.

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Veröffentlicht am 14.03.2019

Ruhiger Roman, der viele Fragen aufwirft

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Nachdem ich von „Ein wenig Leben“ so begeistert war, stand für mich fest, dass ich Yanagiharas ersten Roman auch endlich lesen möchte. Ich hatte schon einiges über das Buch gehört, vielen haben von ihrem ...

Nachdem ich von „Ein wenig Leben“ so begeistert war, stand für mich fest, dass ich Yanagiharas ersten Roman auch endlich lesen möchte. Ich hatte schon einiges über das Buch gehört, vielen haben von ihrem Hass gegenüber Perina berichtet und dass für sie die Tierquälerei sehr hart war. Gerade der Fakt, über einen Protagonisten zu lesen, gegen den man Hass entwickelt, fand ich sehr spannend.

Das Buch ist aufgebaut in eine Autobiographie von Perina mit einem Vorwort, Nachwort und Anmerkungen von seinem Kollegen Kubodera. Erfrischend anders und sehr interessant zu lesen.

Zunächst war das Buch nicht sehr spannend. In der Geschichte begleitet man Norton in seinem Leben und erfährt von seinem Werdegang. Ich fand ihn leicht unsympathisch und das stammt auch nur von seinem Verhalten seiner Mutter gegenüber. Es ist allgemein sehr ruhig und bildhaft geschrieben. Gerade die Schilderungen von U’ivu sind sehr detailliert und man bekommt einen konkreten Einblick in das Leben der Einwohner.

Die Geschichte an sich ist sehr interessant – ein jahrhundertelanges Leben durch den Verzehr vom Fleisch einer Schildkröte? Darüber hätte ich mir gerne mehr Informationen gewünscht als nur über die Versuchsabläufe und das Leben der U’ivuaner. Es gab aber auch ohne weitere Informationen darüber ein stimmiges Bild, da der Fokus nicht darauf lag.

Neben den Forschungen spielt auch Kindesmissbrauch eine wichtige Rolle. In Perinas Teil wird das etwas heruntergespielt und da Kubodera einen Teil aus dem Buch rausgenommen hatte, der im Anhang zu finden war, erwartete den Leser dort erst die böse Überraschung. An dieser Stelle habe ich richtigen Hass gegen Perina gehabt, den ich zu Ende des Buches entwickelt habe. Ich hätte am liebsten mein Kindle gegen die Wand geworden, so wütend war ich aufgrund seiner Taten. Mir taten seine Adoptivkinder auch unfassbar leid. Yanagihara macht aber auch bewusst, dass Pädophilie eine Krankheit ist, denn Perina sah sich durchaus im Recht.

Das Buch hat mich mit vielen Fragen und gemischten Gefühlen zurückgelassen. Ich habe noch Tage danach darüber nachgedacht (was ja eigentlich ein gutes Buch ausmacht!) und bin mir bis heute nicht ganz sicher, was ich von dem Buch und insbesondere von Perina halten soll. Um sich eine eigene Meinung zu bilden, kann ich es aber jedem zum Lesen empfehlen.