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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.08.2018

Nicht ganz so gut wie erhofft

Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden
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Die Idee zu „Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden“ hat mir zunächst sehr gut gefallen. Es klang nach einem Buch, das den Sinn des Lebens hinterfragt und wann es sich nicht mehr zu leben lohnt.

Aufgeteilt ...

Die Idee zu „Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden“ hat mir zunächst sehr gut gefallen. Es klang nach einem Buch, das den Sinn des Lebens hinterfragt und wann es sich nicht mehr zu leben lohnt.

Aufgeteilt ist das Buch in 7 Kapitel, die jeweils einen Wochentag umfassen. Somit spielt das Buch in einem Zeitraum von einer Woche. Am Montag schaut der Teufel bei dem krebskranken Protagonisten vorbei und bietet ihm den Deal an. Jeden weiteren Tag verschwindet eine Sache von der Welt, dabei entscheidet der Teufel, um welche es sich dabei handelt.

Der Anfang des Buches war sehr oberflächlich, bis man im weiteren Verlauf immer weiter in das Leben des Protagonisten eingetaucht ist. Das Ende ist sehr offen gehalten – in diesem Fall fand ich das negativ. Ich hätte mir gerne einen detaillierteren Ausgang gewünscht. Zwischendrin gab es einige interessante Gedankengänge, es hätte aber alles noch mehr ausgeführt werden können.

Man erfährt zwar auch, wie wichtig Katzen im Leben des Protagonisten waren, aber der Titel ist dennoch nicht ganz passend, denn wie es ist, „wenn alle Katzen von der Welt verschwänden“, erfährt man nicht. Auch wenn es banal klingt, aber man hat nie einen Namen des Protagonisten erfahren, das hat mir auch gefehlt. Ich denke, das Buch hätte mir besser gefallen, wenn alles weiter ausgearbeitet gewesen und ausführlicher erzählt worden wäre.

Genki Kawamura hat einen Roman geschrieben, den man lesen kann, aber in meinen Augen ist er definitiv kein Muss. Zu dieser Thematik gibt es weitaus bessere Bücher.

Veröffentlicht am 14.03.2019

Ruhiger Roman, der viele Fragen aufwirft

Das Volk der Bäume
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Nachdem ich von „Ein wenig Leben“ so begeistert war, stand für mich fest, dass ich Yanagiharas ersten Roman auch endlich lesen möchte. Ich hatte schon einiges über das Buch gehört, vielen haben von ihrem ...

Nachdem ich von „Ein wenig Leben“ so begeistert war, stand für mich fest, dass ich Yanagiharas ersten Roman auch endlich lesen möchte. Ich hatte schon einiges über das Buch gehört, vielen haben von ihrem Hass gegenüber Perina berichtet und dass für sie die Tierquälerei sehr hart war. Gerade der Fakt, über einen Protagonisten zu lesen, gegen den man Hass entwickelt, fand ich sehr spannend.

Das Buch ist aufgebaut in eine Autobiographie von Perina mit einem Vorwort, Nachwort und Anmerkungen von seinem Kollegen Kubodera. Erfrischend anders und sehr interessant zu lesen.

Zunächst war das Buch nicht sehr spannend. In der Geschichte begleitet man Norton in seinem Leben und erfährt von seinem Werdegang. Ich fand ihn leicht unsympathisch und das stammt auch nur von seinem Verhalten seiner Mutter gegenüber. Es ist allgemein sehr ruhig und bildhaft geschrieben. Gerade die Schilderungen von U’ivu sind sehr detailliert und man bekommt einen konkreten Einblick in das Leben der Einwohner.

Die Geschichte an sich ist sehr interessant – ein jahrhundertelanges Leben durch den Verzehr vom Fleisch einer Schildkröte? Darüber hätte ich mir gerne mehr Informationen gewünscht als nur über die Versuchsabläufe und das Leben der U’ivuaner. Es gab aber auch ohne weitere Informationen darüber ein stimmiges Bild, da der Fokus nicht darauf lag.

Neben den Forschungen spielt auch Kindesmissbrauch eine wichtige Rolle. In Perinas Teil wird das etwas heruntergespielt und da Kubodera einen Teil aus dem Buch rausgenommen hatte, der im Anhang zu finden war, erwartete den Leser dort erst die böse Überraschung. An dieser Stelle habe ich richtigen Hass gegen Perina gehabt, den ich zu Ende des Buches entwickelt habe. Ich hätte am liebsten mein Kindle gegen die Wand geworden, so wütend war ich aufgrund seiner Taten. Mir taten seine Adoptivkinder auch unfassbar leid. Yanagihara macht aber auch bewusst, dass Pädophilie eine Krankheit ist, denn Perina sah sich durchaus im Recht.

Das Buch hat mich mit vielen Fragen und gemischten Gefühlen zurückgelassen. Ich habe noch Tage danach darüber nachgedacht (was ja eigentlich ein gutes Buch ausmacht!) und bin mir bis heute nicht ganz sicher, was ich von dem Buch und insbesondere von Perina halten soll. Um sich eine eigene Meinung zu bilden, kann ich es aber jedem zum Lesen empfehlen.

Veröffentlicht am 13.02.2019

Interessantes Superheldenbuch

Wenn der Rest der Welt schläft
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In „Wenn der Rest der Welt schläft“ wird Sam nachts zum Superhelden „Phantasma“ und rettet hilfsbedürftige Menschen. Er ist ein sympathischer junger Mann, der nach einem tragischen Unfall seine Familie ...

In „Wenn der Rest der Welt schläft“ wird Sam nachts zum Superhelden „Phantasma“ und rettet hilfsbedürftige Menschen. Er ist ein sympathischer junger Mann, der nach einem tragischen Unfall seine Familie verloren hat und seitdem zurückgezogen lebt. Er hat Angst, sich zu binden und gerade, als er sich in Sarah verliebt, stellt diese Bindungsangst ein Problem dar.

Der Anfang des Buches verlief etwas schleppend. Man lernte Sam kennen, wusste, dass er auf tragische Weise seine Familie verloren hat, aber erst nach der Hälfte des Buches wurde aufgeklärt, wodurch das passiert ist. Je weiter man in der Geschichte voranschritt, desto besser wurde es. Die verschiedenen Puzzleteile setzten sich zu einem Bild zusammen.

Im Großen und Ganzen dreht es sich in dem Roman um Sams Verhältnis zu Sarah, seine Arbeit, sein Verhältnis zu seinen Freunden und sein Auftreten als Phantasma. Nachdem seine Beziehung zu Sarah inniger wurde, kam auch etwas Fahrt auf. Es war schön zu erleben, wie Sam aufblüht und wie Sarah ihren Teil dazu beiträgt. Gerade das Ende hat mir gut gefallen, es war stimmig und vereinte alle wichtigen Handlungsstränge.

Thomas‘ Schreibstil war klar und flüssig, man konnte das Buch ohne Stocken lesen. Das Buch traf mich an einigen Stellen mitten ins Herz, aber auch einige lustige Szenen waren vorhanden – die perfekte Mischung.

Obwohl der Roman etwas Zeit brauchte, wurde er doch zum Ende hin immer besser und war schlussendlich richtig toll. Unterhaltsam, aber vor allem auch sehr berührend.

Veröffentlicht am 13.02.2019

Spannender Fitzek wie nicht anders erwartet

Der Insasse
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Als ich etwa 13 Jahre alt war, habe ich meinen ersten Psychothriller gelesen: „Der Seelenbrecher“ von Sebastian Fitzek. Er hat mir so gut gefallen, obwohl ich es ziemlich gruselig fand, dass ich nach und ...

Als ich etwa 13 Jahre alt war, habe ich meinen ersten Psychothriller gelesen: „Der Seelenbrecher“ von Sebastian Fitzek. Er hat mir so gut gefallen, obwohl ich es ziemlich gruselig fand, dass ich nach und nach alle Bücher von ihm gelesen, besser gesagt verschlungen habe. Für mich stand fest: „Der Insasse“ muss ich unbedingt lesen!

Schon der Anfang lässt einen das Buch nicht aus der Hand legen, es fängt auf der ersten Seite spannend ohne Ende an und zieht sich durch das ganze Buch. Ich frage mich, wie Fitzek es bei jedem Buch aufs Neue schaffen kann, jedes Kapitel mit einem Cliffhanger beenden. Teilweise sind die Szenen nicht nur äußert spannend, sondern auch brutal und bei den Bildern, die ich in meinem Kopf habe, würde ich manche Szenen gerne überspringen. Ich habe selber kein Kind, aber konnte mich so gut in Till einfühlen, wie es ist, sein Kind so verzweifelt zu vermissen und einfach mit der Ungewissheit zu leben, was mit ihm passiert ist und ob es noch am Leben ist.

Als Leser fragt man sich ständig, wem Till trauen darf, aber eine richtige Antwort erhält man nicht. Mein Anfangsverdacht hat sich nicht bestätigt, es gab so viele unerwartete Wendungen, welche im positiven Sinne hervorgestochen sind. Man konnte sich nie sicher sein, wer auf wessen Seite steht.

Durch den ständigen Wechsel der Personen und auch Handlungsstränge wurde für Verwirrung und auch Spannung gesorgt. Durch Rückblicke in die Vergangenheit erfuhr man einige wichtige Details und es wurde erkennbar, wenn auch nicht nachvollziehbar, wieso einzelne Charaktere entsprechend gehandelt haben.

Das Ende war gut gestaltet, aber die Auflösung hat mir aber dennoch nicht ganz so gut gefallen. Stimmig und konsistent war alles, aber die Idee an sich hat mir trotzdem nicht so zugesagt wie das Ende anderer Romane von ihm. Irgendwie hat mir etwas gefehlt, aber das ist ja immer Ansichtssache. Ich kann es auch nicht genau in Worte fassen, aber vielleicht, weil die Auflösung bezüglich eines Charakters, besser gesagt, wieso etwas mit ihm passiert ist, nicht ganz klar war und ich nicht so gerne offene Enden mag, sondern lieber vom Autoren ein strikes Ende vorgegeben bekomme.

Ich lese nicht viele Danksagungen, aber bei Sebastian Fitzek lese ich das Buch komplett – inklusive Anmerkung (meist sehr interessant und mit Hintergrundwissen zum Buch) und Danksagung, die mir dieses Mal sogar noch besser als die anderen Male gefallen hat.

Empfehlen kann ich das Buch auf jeden Fall, nicht nur an Thrillerfans. Auch Einsteiger in dieses Genre werden den Griff zu „Der Insasse“ nicht bereuen, aber vielleicht enttäuscht sein, wenn sie ein Buch eines anderen Autoren lesen werden. Meiner Meinung nach schreibt Fitzek mit die besten Bücher in diesem Genre und bringt mit seinen Neuerscheinungen durchgehend gute Leistungen und schraubt natürlich somit auch die Erwartungen nach oben.

Veröffentlicht am 13.02.2019

Mysteriöse Protagonistin

Sofia trägt immer Schwarz
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Paolo Cognettis „Acht Berge“ habe ich im Sommer gelesen und es konnte mich begeistern. Als ich mitbekommen habe, dass mit „Sofia trägt immer schwarz“ ein zweiter Roman von ihm auf deutsch erscheint, war ...

Paolo Cognettis „Acht Berge“ habe ich im Sommer gelesen und es konnte mich begeistern. Als ich mitbekommen habe, dass mit „Sofia trägt immer schwarz“ ein zweiter Roman von ihm auf deutsch erscheint, war für mich sofort klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte.

Zunächst hatte ich sehr große Probleme, in die Handlung einzusteigen. Ständig wurde ohne Erklärung in den Handlungssträngen hin und her gesprungen und richtig durchgeblickt habe ich da nicht.

Aufgrund des Titels, des Covers und des Inhalts war für mich eigentlich klar, dass sich dieses Buch um Sofia dreht, um ihr Leben und ihre Gefühle. Die erste Hälfte des Buches handelt kaum von ihr, sondern mehr von ihrer Familie und dem Leben ihrer Eltern. Natürlich ist etwas Hintergrundwissen schon notwendig, um Sofias Entscheidungen und Empfinden nachzuempfinden, aber mir kam die erste Hälfte des Buches so vor, als würde es in dem Buch nicht um Sofia gehen.

Während des Lesens bekomme ich keine klare Vorstellung davon, wer Sofia ist und das empfand ich als sehr anstrengend. Zugegeben, hätte mir der Einstieg besser gefallen, hätte mir das Buch insgesamt bestimmt auch besser gefallen, aber das hat er leider nicht.

Der Schreibstil war einerseits wieder sehr schön, aber andererseits auch nicht sehr flüssig. Ich musste sich schon sehr beim Lesen konzentrieren.

Wer auf mysteriöse Protagonisten steht, der findet sicherlich Gefallen an „Sofia trägt immer schwarz“, aber mir hat es leider nicht zugesagt.