Cover-Bild Die Anomalie
(4)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT E-Book
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 17.08.2021
  • ISBN: 9783644010765
Hervé Le Tellier

Die Anomalie

Romy Ritte (Übersetzer), Jürgen Ritte (Übersetzer)

Der Überraschungserfolg aus Frankreich: eine brillante Mischung aus Thriller, Komödie und großer Literatur. Im März 2021 fliegt eine Boeing 787 auf dem Weg von Paris nach New York durch einen elektromagnetischen Wirbelsturm. Die Turbulenzen sind heftig, doch die Landung glückt. Allerdings: Im Juni landet dieselbe Boeing mit denselben Passagieren ein zweites Mal in New York. Im Flieger sitzen der Architekt André und seine Geliebte Lucie, der Auftragskiller Blake, der nigerianische Afro-Pop-Sänger Slimboy, der französische Schriftsteller Victor Miesel, eine amerikanische Schauspielerin. Sie alle führen auf unterschiedliche Weise ein Doppelleben. Und nun gibt es sie tatsächlich doppelt − sie sind mit sich selbst konfrontiert, in der Anomalie einer verrückt gewordenen Welt.

Hochkomisch und teuflisch intelligent spielt der Roman mit unseren Gewissheiten und fragt nach den Grenzen von Sprache, Literatur und Leben. Facettenreich, weltumfassend, ein literarisches Ereignis.

Weitere Formate

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.12.2021

Was wäre, wenn...

0

Ein Boeing 787 kommt auf dem Flug von Paris nach New York im März 2021 in arge Turbolenzen. Der Kapitän und sein Kopilot steuern den riesigen Vogel durch einen elektromagnetischen Wirbelsturm. Plötzlich ...

Ein Boeing 787 kommt auf dem Flug von Paris nach New York im März 2021 in arge Turbolenzen. Der Kapitän und sein Kopilot steuern den riesigen Vogel durch einen elektromagnetischen Wirbelsturm. Plötzlich ist das Unwetter vorbei und die Maschine landet sicher in New York.
Drei Monate später beabsichtigt derselbe Kapitän mit der gleichen Besatzung und den gleichen Passagieren in derselben Maschine in New York zu landen. Das ruft nicht nur das FBI, den CIA und den Heimatschutz auf den Plan.


„Der spektakuläre Bestseller aus Frankreich: eine brillante Mischung aus Thriller, Komödie und großer Literatur“
So wurde mir das Buch von vielen Seiten angepriesen. Ich war sofort fasziniert von dem Gedanken, was wäre, wenn wirklich ein identisches Flugzeug mit identischen Passagieren irgendwo auf der Welt mehrfach landen würde.
Ich war allerdings ziemlich irritiert über die für mich unspannende Herangehensweise des Autors. Zu Beginn skizziert er das Leben einiger Passagiere aus dem März Flug bis zu dem Zeitpunkt als das FBI in ihr Leben eingreift. Erst danach erleben wir den Juni Flug.
Mit der Irritation der Fluglotsen und dem Unverständnis des Piloten der Boeing steigt der Spannungsbogen, um dann mit absurdem Krisenmanagement in eine coole Komödie überzugehen. Wobei einige Vorgehensweisen erschreckend real erschienen.
Mir haben auch einige der philosophischen Gedanken der Wissenschaftler gefallen, aber auch da endete vieles im Absurden.
Als Fazit kann ich sagen, dass es mir Spaß gemacht hat, diesem absurden Gedankenkonstrukt zu folgen, zu beobachten und meinen eigenen Gedanken dazu nachzuhängen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.10.2021

die unglaubliche Reise in einem "ver-rückten" Flugzeug

0

Das Thema ist nicht neu und in verschiedenen Variationen bearbeitet worden, angefangen bei dem Klassiker von H.G.Wells „The time maschine“, über Star Trek (Wurmloch), Gilliams „12 Monkeys“ und natürlich ...

Das Thema ist nicht neu und in verschiedenen Variationen bearbeitet worden, angefangen bei dem Klassiker von H.G.Wells „The time maschine“, über Star Trek (Wurmloch), Gilliams „12 Monkeys“ und natürlich Wachowskis „Matrix“ bis zu Nolans „Interstellar“, von denen Tellier auch Interstellar und Star Trek explizit erwähnt.
Dennoch gelingt es ihm eine amüsante Facette auszuarbeiten. Unterhaltsam geschrieben und immer mit einem verbalen Augenzwinkern führt Tellier kurzweilig durch die „Anomalie“.
Anhand von Einzelschicksalen werden unterschiedliche Auswirkungen der Verdopplung individualisiert und konkretisiert.
Wunderbar dabei der Auftragskiller, der sein Double foltern (und töten) muss, um die von diesem geänderten Passwörter seiner Bankkonten
zu erfahren.
Oder der Schriftsteller, dessen Double inzwischen Suizid begangen hat.
Allerdings vermeidet Tellier bewusst sich den schwierigen Punkten seines Plots zu stellen. So werden zwar verschiedene Ursachen der Verdopplung erörtert (Wurmloch, mehrdimensionaler Hyperraum, Bioprinting und schließlich Bostroms Simulationshypothese), eine Festlegung aber vermeidet er. Zwar muss er das auch nicht, die Story funktioniert auch so.
Lediglich beim Ende weiß der Leser nicht, ob er lachen oder enttäuscht sein soll.
Die Idee am Ende ist gelungen und sorgt für ein Schmunzeln, die Konsequenz hingegen überzeugt leider nicht.
Mehr soll aber an dieser Stelle nicht verraten werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.10.2021

Ein unterhaltsames Gedankenexperiment

0

Es dauert ein wenig, bis die Geschichte in Schwung kommt, zu Beginn wusste ich nicht, wohin das Erzählte eigentlich führen soll. Der Autor eröffnet viele Handlungsstränge, er führt gut Dutzend Protagonisten ...

Es dauert ein wenig, bis die Geschichte in Schwung kommt, zu Beginn wusste ich nicht, wohin das Erzählte eigentlich führen soll. Der Autor eröffnet viele Handlungsstränge, er führt gut Dutzend Protagonisten ein und erzählt aus ihrem Leben. Den Überblick zu behalten ist da nicht einfach. Noch im letzten drittel habe ich mich schwer getan alle der Handelnden auseinanderzuhalten, vor allem diejenigen, die insgesamt weniger Präsenz erhielten. Dennoch ist die ganze Einführung notwendig für die sich entwickelnde Geschichte. Sobald dann das Flugzeug mit den Doppelgängern auf dem Boden ist wird es richtig interessant. Le Tellier lässt Medien, Politik, Wissenschaft und Religion auf dieses rätselhafte und seltsame Ereignis reagieren.

Natürlich spielt auch eine zentrale Rolle, wie die Menschen selbst mit ihrer Verdoppelung umgehen. Plötzlich gibt es sie zweimal – doch der Verlobte oder das eigene Kind waren nicht mit an Bord und existieren daher nur einmal. Auch der Besitz und der Job sind nur einmal vorhanden. Welcher der beiden Menschen hat nun also das Anrecht auf all das? Der Autor hat für seine Protagonisten verschiedene Lösungsansätze gefunden, manche unterhaltsam, manche abstrus - aber man kann es sich nur allzu gut vorstellen, dass Menschen genau so reagieren würden.

Den Lesespaß getrübt haben leider einige Interpunktionsfehler und mehrmals vergessene Hervorhebungen gesprochener Worte hat, letzteres hat mich auch immer wieder irritiert und den Lesefluss gestört.

Stilistisch ist das Buch ein bunter Mix. Ein wenig Sci-Fi, ein bisschen humoristische Gesellschaftskritik und ein minimaler Anteil Thriller. Über allem schwebt das Gedankenexperiment. Großteils hat mir das gut gefallen, es gab allerdings auch Passagen, in denen der Autor abschweift und philosophisch wird, sich in Details verliert und die Sätze immer länger und länger werden.

Fazit
Le Telliers Roman ist ein spannendes Gedankenspiel mit unaufdringlichem Humor. An einigen Stellen anspruchsvoll zu Lesen, aber eine spannende Erfahrung.

Veröffentlicht am 20.10.2021

Das Dunkel ist der Wissenschaft stets vorzuziehen

0

„Ich rate davon ab, ihnen zu sagen, dass von ihnen allen bereits irgendwo ein Doppel existiert und dass sie auf der Erde nichts zu suchen haben.“

Inhalt

Turbulenzen in schwindelerregender Höhe sorgen ...

„Ich rate davon ab, ihnen zu sagen, dass von ihnen allen bereits irgendwo ein Doppel existiert und dass sie auf der Erde nichts zu suchen haben.“

Inhalt

Turbulenzen in schwindelerregender Höhe sorgen dafür, dass die Passagiere einer Boeing 787 auf dem Flug Paris – New York, wahnsinnig froh sind, diesen Trip überstanden zu haben und sicher landen zu können. Problematisch ist nur die Tatsache, dass ihr Flugzeug, das identische Pendant bereits am 10. März gelandet ist, mit haargenau denselben Menschen, doch nun steht ein Datum Ende Juni im Kalender und die Passagiere aus dem Flug gibt es alle schon, nicht etwas als Doppelgänger, sondern in der Realität. Allerdings hat sich das Leben der März-Passagiere mittlerweile entsprechend verändert und von all dem wissen die Neuankömmlinge noch nichts …

Meinung

Auf diesen Roman bin ich auf Grund mehrerer positiver Leserstimmen aufmerksam geworden und tatsächlich verspricht die Story eine unterhaltsame, vielleicht auch mysteriöse Hintergrundgeschichte, die ich nur zu gern selbst entdecken wollte. Aber von meiner ursprünglichen Erwartungshaltung weicht der Roman schon im ersten Drittel ein ganzes Stück ab. Die drei inhaltlichen Schwerpunkte vermitteln eine sehr interessante Story, der ich rein lesetechnisch gern gefolgt bin, denn geschrieben ist das Buch durchaus unterhaltsam, manchmal gar abenteuerlich. Dafür fehlte mir gänzlich der Bezug zu einer nennenswerten Begebenheit. Denn einerseits wirkt die Erzählung sehr realitätsnah, andererseits irgendwie abgehoben und vollkommen illusionär nur weniger in Richtung Magie, sondern vielmehr durch diverse naturwissenschaftliche Theorien mit aberwitzigen Resultaten.

Hinzu kommt die sehr willkürliche und ausufernde Beschreibung der Protagonisten, die trotz ihrer zahlreichen Eigenheiten seltsam blass bleiben. Das mag daran liegen, dass es einfach zu viele Personen sind, die man hier als Leser vor und nach dem Unglück kennenlernt oder auch an ihren eigenartigen Wesenszügen und ihrer Interaktion. Gerade im zweiten Teil des Buches hat mich die Motivation zum Weiterlesen immer mehr verlassen, denn besagtes Unglück nimmt dann nationale Ausmaße an und wird sowohl als politisches Unding als auch als menschliche Katastrophe gehandhabt. In Regierungskreisen steht die Welt Kopf und sämtliche Wissenschaftler rätseln, was denn nun der tatsächliche Auslöser war und wie man damit umgehen sollte.

Etwas unterhaltsamer dann wieder der dritte Teil, weil man etwas aus dem Leben der nunmehr doppelt vorhandenen Personen erfährt – allerdings kratzt der Autor auch wieder nur an der Oberfläche und einiges aus dem ersten Teil hat sich mir so wenig eingeprägt, dass ich immer kurz nachdenken musste, wer denn nun welches Dasein hatte und mit wem in welcher Beziehung stand. Definitiv ein mühsamer Prozess, der mich mehr und mehr langweilte.

Fazit

Leider nur 2 Lesesterne, für diesen Roman mit guter Grundidee, der leider kaum Sympathiepunkte erhält. Am Ende bin ich irgendwie ratlos, welche Aussage, welchen Mehrwert dieses Buch für mich persönlich haben soll und ich finde leider keinen Ansatzpunkt. Möglicherweise wären all die philosophischen und wissenschaftlichen Bezüge besser vermittelt wurden, wenn ich starke Protagonisten vor Augen gehabt hätte oder irgendein verbindendes Element. Aber in Erinnerung bleibt mir nur ein immenser Medienrummel und die entsprechende Vermarktung von Menschen, die in eine wie auch immer geartete Situation geraten sind und sich mit langfristigen Folgen konfrontiert sehen. Das eine solche Katastrophe zum Politikum wird, kann ich noch nachvollziehen, allerdings erscheint mir diese Wirkung so unbedeutend wie vergänglich. Also hier sollte man weniger Augenmerk auf eine bewegende Story legen und sich vielleicht eher auf das Gedankenexperiment einlassen – meinen Geschmack konnte dieses Buch leider nicht treffen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere