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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2026

Ein würdiger Abschluss - oder kommt da noch was?

Löwenherzen
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Mit „Löwenherzen“ legt der Historiker Dan Jones nun also den dritten Band seiner Reihe um die englische Söldnergruppe vor. Die Menschen leiden noch immer unter den verheerenden Folgen der Pest, während ...

Mit „Löwenherzen“ legt der Historiker Dan Jones nun also den dritten Band seiner Reihe um die englische Söldnergruppe vor. Die Menschen leiden noch immer unter den verheerenden Folgen der Pest, während der Krieg gegen Frankreich andauert und nun auch noch kastilische Piratenüberfälle die Dörfer an der Küste bedrohen.

Im Vergleich zu den Vorgängern ist die Handlung diesmal ruhiger und nicht so düster, der Krieg auf dem Festland und große Schlachten treten deutlich in den Hintergrund. Stattdessen rücken die Figuren und ihre Entwicklungen nochmal stärker in den Fokus, ebenso wie die Frage, was der Krieg langfristig mit ihnen macht. Der Geschichte schadet das nicht im geringsten, Dan Jones schafft es weiterhin schonungslos die damalige Lebensrealität zu beschreiben und sein historisches Wissen in die Handlung einzuflechten, ohne dass es wie ein Geschichtsbuch klingt.

„Löwenherzen“ ist ein würdiger Abschluss der Reihe - falls es denn tatsächlich bei der angekündigten Trilogie und dem Ende mit Band 3 bleibt. Eine kleine Andeutung im Nachwort lässt aber hoffen, dass die Geschichte vielleicht doch noch nicht ganz zu Ende erzählt ist.

Fazit
Eine sehr gelungene Fortsetzung, die wieder spannend, atmosphärisch und historisch fundiert erzählt ist. Dan Jones Bücher sind für mich die perfekte Mischung aus packender Erzählung und lebendigem Geschichtsroman.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Für mich der bisher schwächste Band der Reihe

Old Bones – Der Fluch der Wüste
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Als Preston & Child-Fan (vor allem der Bad-Bones-Reihe) habe ich mich sehr auf das neueste Buch gefreut. Da mir der Vorgängerband richtig gut gefallen hat, waren die Erwartungen entsprechend hoch. Leider ...

Als Preston & Child-Fan (vor allem der Bad-Bones-Reihe) habe ich mich sehr auf das neueste Buch gefreut. Da mir der Vorgängerband richtig gut gefallen hat, waren die Erwartungen entsprechend hoch. Leider muss ich sagen: Band 5 ist für mich bisher der schwächste Teil der Reihe.

Bis weit über die Hälfte passiert nicht besonders viel. Die Handlung zieht sich, vieles am Plot wirkt holprig und schleppend. Sowohl die FBI-Ermittlungen als auch die archäologischen Untersuchungen laufen entweder ins Leere oder sind mehr vom Zufall als von cleverer Recherche abhängig. Darunter leidet am Ende auch die Spannung, die die Romane des Autoren-Duos normalerweise auszeichnet. Erst im letzten Drittel nimmt die Geschichte dann endlich Fahrt auf, aber auch hier spielt der Zufall einfach eine zu zentrale Rolle.

Was bleibt, ist der gewohnt flüssige Schreibstil, das Buch liest sich schnell und angenehm weg. Trotzdem kommt die Geschichte nicht an die Intensität und Spannung der früheren Bände heran.

Fazit
Kein Totalausfall, aber definitiv nicht das Highlight der Reihe. Die erzählerische Intensität und Spannung, die die Reihe sonst so auszeichnet, bleiben diesmal hinter den Erwartungen zurück. Ich hoffe sehr, dass der nächste Band wieder an die alte Stärken anknüpfen kann.

Veröffentlicht am 04.01.2026

So viel mehr als nur ein Liebesroman

Atmosphere
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Was. Für. Ein. Buch.
Jetzt verstehe ich, warum Taylor Jenkins Reid so gefeiert wird! „Atmosphere“ war für mich ein absolutes Highlight! Ich hatte den Roman schon länger im Blick, war dann aber durch einige ...

Was. Für. Ein. Buch.
Jetzt verstehe ich, warum Taylor Jenkins Reid so gefeiert wird! „Atmosphere“ war für mich ein absolutes Highlight! Ich hatte den Roman schon länger im Blick, war dann aber durch einige Stimmen verunsichert, die meinten, es handle sich inhaltlich nur um einen Liebesroman. Diese Sorge war völlig unbegründet. Ja, es gibt in der Geschichte eine sehr zentrale Liebesgeschichte, aber sie fügt sich perfekt in die Handlung ein und nimmt dem Thema Raumfahrt nie den Platz.

Die Balance zwischen Joans Privatleben und ihrer Ausbildung ist für mich perfekt gelungen und ich fand beide Inhalte wahnsinnig spannend. Man begleitet Joan in ihrem Alltag in den 1980er Jahren, geprägt von gesellschaftlichen Erwartungen und Rollenbildern. Und dann erlebt man gemeinsam mit ihr die Ausbildung zur Astronautin in der von Männern dominierten Raumfahrt mit all den unterschwelligen Grenzen, die Frauen damals gesetzt wurden. Taylor Jenkins Reid schafft es, technische und wissenschaftliche Details so einzubauen, dass sie authentisch wirken, den Leser aber nie überfordern. Ein grundlegendes Interesse an Raumfahrt und Astronomie sollte man für den Roman natürlich mitbringen.

Fazit
„Atmosphere“ ist eines dieser Bücher, die man zuschlägt und erstmal kurz still dasitzt. Ich habe mitgefiebert, mitgelitten und beim dramatischen Ende feuchte Augen gehabt. Das Buch ist eine perfekte Mischung aus Spannung, Gefühl, starken Figuren und thematischer Tiefe. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Mick Herrons Debütroman

Down Cemetery Road
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Als ich zum Buch griff, habe ich mich, als Fan seiner Bücher, über eine neue Reihe von Mick Herron gefreut. Allerdings ist “Down Cemetery Road” gar nicht so neu, denn das Buch ist im englischen Original ...

Als ich zum Buch griff, habe ich mich, als Fan seiner Bücher, über eine neue Reihe von Mick Herron gefreut. Allerdings ist “Down Cemetery Road” gar nicht so neu, denn das Buch ist im englischen Original bereits 2003 erschienen, nun liegt es erstmals auf Deutsch vor. Das ist leider komplett an mir vorbeigegangen.

Und irgendwie merkt man auch, dass Herron sich über die Jahre erst finden musste. Der trockene Humor ist da, ebenso die komplexe Story. Schnell wechselnde Schauplätze, zahlreiche Ereignisse und undurchsichtige Charaktere fordern viel Aufmerksamkeit. Genau so kennt man Mick Herron. Aber irgendwie ist es an vielen Stellen dann doch etwas zu konfus, an anderen wiederum dreht sich die Handlung im Kreis.

Ein zentraler Schwachpunkt sind für mich aber die Protagonisten. Sarah Tucker ist ziemlich verplant, oft verwirrt und permanent überfordert. Klar, sie ist Hausfrau und keine Ermittlerin, ihr Verhalten daher nur logisch. Dennoch empfand ich es an vielen Stellen als sehr anstrengend und war irgendwann auch etwas genervt von ihr. Die im Untertitel genannte Ermittlerin Zoë Boehm kommt lange nur ganz am Rande vor, erst in den letzten 100 Seiten darf sie einigermaßen aktiv an der Handlung teilnehmen.

Fazit
“Down Cemetery Road” ist kein schlechtes Buch, aber schwächelt deutlich im Vergleich zu dem, was Mick Herron später geliefert hat. Sein Humor ist großartig und sorgt immer wieder für gelungene Momente. Die Handlung und Figuren konnten mich aber nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 14.12.2025

Hohes Tempo und ein mitreißender Erzählstil

Missing. New York
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Don Winslow setzt in seinem Roman auf kurze Kapitel und ein durchgehend hohes Erzähltempo. Das sorgt für viel Dynamik und macht das Buch, zusammen mit der packenden Story, zu einem echten Pageturner. Perfekt ...

Don Winslow setzt in seinem Roman auf kurze Kapitel und ein durchgehend hohes Erzähltempo. Das sorgt für viel Dynamik und macht das Buch, zusammen mit der packenden Story, zu einem echten Pageturner. Perfekt dazu passt Winslows knapper und präziser Stil, er verwendet kein Wort zu viel und schafft es trotzdem, dass es nie an inhaltlicher Tiefe oder Emotionen mangelt. An manchen Stellen wirkt das Tempo allerdings etwas atemlos und hektisch und besonders in komplexen Situationen musste ich mich immer wieder kurz orientieren, um den Überblick nicht zu verlieren.

Toll gelungen sind auch die Dialoge und der immer wieder trocken-sarkastische Ton des Buches. Mit Ich-Erzähler und Ermittler Frank Decker wird man schnell warm und fiebert bei seiner unnachgiebigen Suche nach Hailey mit.

Fazit
„Mission in New York“ hat mich mit seinem rasanten Erzähltempo, einer spannenden Story und gut ausgearbeiteten Charakteren bestens unterhalten.