Cover-Bild Babydoll

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10,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Goldmann
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 15.10.2018
  • ISBN: 9783442488346
Hollie Overton

Babydoll

Roman
Marie-Luise Bezzenberger (Übersetzer)

Lily Risers neues Leben beginnt an einem kalten Winterabend: Nur mit einem dünnen Schlafanzug bekleidet tritt sie vor die Tür, drückt ihre Tochter an sich – und rennt los. Weg von dem Haus im Wald, weg von dem Mann, der sie acht Jahre lang gefangen hielt. Dem Vater ihrer Tochter Sky, dem Mann, der an diesem Abend zum ersten Mal einen Fehler machte, als er vergaß, die Tür zu verriegeln. Doch auch in Freiheit ist Lily nicht sicher vor ihrem Entführer. Zwar wurde er gefasst, aber im Gefängnis sinnt er auf Rache und fasst einen teuflischen Plan, wie er sie, seine Babydoll, für ihren Ungehorsam bestrafen wird ...

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2018

Ein Leben nach einer Entführung

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Jahrelang wird Lily von einem Mann in einer Hütte festgehalten, doch eines Abends kann sie entkommen. Ihr Entführer landet im Gefängnis und schmiedet dort Rachepläne, während Lily versucht, wieder ein ...

Jahrelang wird Lily von einem Mann in einer Hütte festgehalten, doch eines Abends kann sie entkommen. Ihr Entführer landet im Gefängnis und schmiedet dort Rachepläne, während Lily versucht, wieder ein normales Leben zu führen. Doch dies ist schwieriger als gedacht... .
,,Babydoll" von Hollie Overton hat mich mit seinem Klappentext auf sich aufmerksam gemacht und ich erwartete einen äußerst spannenden und psychologisch raffinierten Roman mit vielen Wendungen. Stattdessen konnte mich das Buch von Anfang an nicht richtig packen und die meiste Zeit hat mir die Spannung gefehlt. So habe ich letztendlich die Handlung teilweise als zäh empfunden.
Was ich sehr passend fand, sind die wechselnden Erzählperspektiven im Buch. So beginnt alles aus der Sicht von Lily, aber auch die Perspektive ihrer Mutter, ihrer Schwester Abby und die des Entführers selbst werden dargestellt. Auf diese Weise erfährt man sehr anschaulich, was im Kopf von Lilys Peiniger vorgeht. Es ist dabei erschreckend, wie normal er sich vor anderen Leuten gegeben hat und niemand je geahnt hätte, wer hinter dem Verschwinden des jungen Mädchen steckt.
Lily selbst kommt gerade zu Beginn des Romans sehr stark rüber. Es ist beeindruckend zu lesen, wie innerlich stark sie in den ganzen Jahren geblieben ist und wie mutig sie ihre Flucht angeht. Im weiteren Verlauf der Handlung hat sie noch mit vielem zu kämpfen und man bangt stetig mit ihr mit und hofft, dass ihr Entführer seine Rachepläne nicht umsetzen kann.
An der Schwester und an der Mutter selbst kann man in der Handlung deutlich sehen, was es mit Menschen macht, wenn ein Familienangehöriger einfach verschwindet. Beide haben sehr viel durchgemacht und kommen natürlich auch nach Lilys Rückkehr nicht zur Ruhe.
Vom Schreibstil her lässt sich das Buch gut lesen. Man merkt auch, dass die Autorin sehr viel Zeit und Mühe damit verbracht hat, ihre Figuren möglichst authentisch und echt rüber kommen zu lassen. Dabei hat sie leider nur wenige Überraschungen eingebaut und es aus meiner Sicht nicht geschafft, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten.
Allerdings wird in diesem Roman sehr deutlich, dass selbst mit der Rückkehr eines Entführungsopfers längst nicht alles vorbei ist und ein normales Leben kaum möglich scheint.
Insgesamt hat mich ,,Babydoll" zwar nicht ganz überzeugen können, weil mir persönlich einfach die Spannung gefehlt hat. Dennoch empfehle ich das Buch hier gerne weiter.

Veröffentlicht am 24.08.2018

Babydoll

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Der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht, da die Geschichte genau dort ansetzt wo die meisten Thriller enden. Was passiert nach der Rettung? Wie ergeht es Opfer und Täter?

Lily Risers ist es ...

Der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht, da die Geschichte genau dort ansetzt wo die meisten Thriller enden. Was passiert nach der Rettung? Wie ergeht es Opfer und Täter?

Lily Risers ist es gelungen nach acht Jahren ihrem Entführer zu entkommen. Inzwischen ist sie 24 und hat eine Tochter, welche während ihrer Gefangenschaft geboren wurde. Lily ist durchaus bewusst, dass sie nicht einfach so ihr altes Leben wieder zurück bekommt. Nichts wird mehr so sein wie früher, doch welche Hölle sie am Ende durchlebt, damit hat sie kein bisschen gerechnet.
Lilys Tochter Sky ist ein richtig kleiner und lieber Engel. Sie ist sehr einfühlsam und versucht alles um ihrer Mami zu helfen und ein braves Mädchen zu sein. Es hat mir fast das Herz zerissen mitanzusehen wie schwer ihr der Einstieg in ihr neues Leben gefällt. Kannte sie bislang nur ihren Ort der Gefangenschaft, so sind andere Menschen, Kinder, Lärm und vieles andere total neu und ungewohnt für sie und machen ihr Angst. Zum Glück bekommt sie von allen Seiten viel Verständnis und Unterstützung.

Neben Lily und Sky lernt man als Leser aber auch die Sicht von Eva, Lilys Mutter und Abby, ihrer Zwillingsschwester, kennen.
Eva kann es kaum glauben, als nach acht endlosen Jahren tatsächlich ihre Tochter lebendig und sogar mit einer Tochter im Arm vor ihr steht. Ich fand es bewunderswert mit wie viel innerer Kraft und Ruhe, sie die kommenden Wochen und Monate meistert. Sie ist für alle der Fels in der Brandung.
Abby wiederum hat mir immer wieder Sorgen gemacht, sie hat die Entführung ihrer Schwester am schlechtesten verarbeitet und ist beinahe daran zerbrochen. Sie ist aktuell selbst in einer Phase, in der sie ihr Leben wieder in den Griff bekommen und für sich selbst kämpfen muss.

Zu guter letzt lernt man schließlich noch die Sicht des Entführers kennen. Hier möchte ich allerdings auf keinerlei Details eingehen, da ich sonst wichtige Inhalte vorweg nehmen würde. Es war auf jeden Fall aber hoch spannend auch seine Gedanken zu Lilys Flucht kennen zu lernen.

Die Autorin hat die Charaktere einfach wunderbar und mit sehr viel Liebe zum Detail gezeichnet. Die Emotionen und der Schmerz, aber auch die Hoffnung der Protagonisten, all das konnte ich genau erleben und nachvollziehen und mich in jeden einzelnen hineinversetzen.

Für mich gibt es lediglich am Schluss einen kleinen Kritikpunkt. Es kommt zu einer Wendung, die ich der betreffenden Person nicht ganz glauben konnte. Insgesamt wirkten diese Szenen auf mich zu gewollt, als das sie wirklich authentisch sein konnten. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Veröffentlicht am 01.08.2018

Wenn das Leben eine zweite Chance bereithält

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Doch sie wusste, dass sie fürs Erste in Sicherheit war und das sie geliebt wurde. Es war nicht das Leben, das sie sich vorgestellt hatte, als Lily zurückgekommen war, doch sie ging jeden Abend mit reinem ...

Doch sie wusste, dass sie fürs Erste in Sicherheit war und das sie geliebt wurde. Es war nicht das Leben, das sie sich vorgestellt hatte, als Lily zurückgekommen war, doch sie ging jeden Abend mit reinem Gewissen zu Bett.“


Inhalt


Lily Riser hat es geschafft: nach 8 Jahren Gefangenschaft an der Seite eines gewalttätigen Soziopathen ist es ihr gelungen, ihrem Peiniger zu entkommen. Gemeinsam mit ihrer Tochter Sky flüchtet sie sich in ihr Zuhause und alarmiert die Polizei. Es dauert nicht lange, bis der Schuldige zur Rechenschaft gezogen wird und nun hinter Gittern auf sein gerechtes Urteil wartet. Doch für Lily gestaltet sich der Neuanfang schwierig. Nicht nur, dass sie selbst und ihre Tochter dringend auf therapeutische Hilfe angewiesen sind, sondern vor allem die Tatsache, dass ihre Zwillingsschwester Abby nun ein Kind von Lilys Jugendliebe Wes erwartet. Mühevoll arbeitet sie an der Normalität, die sich einfach nicht einstellen möchte und verfällt dabei in eine leidvolle Lethargie. Abby möchte ihrer über alles geliebten Schwester helfen, doch solange ihr Entführer sich in jeden Gedanken schleicht, gibt es kein Morgen – es sei denn, sie nimmt das Glück selbst in die Hand …


Meinung


Der Debütroman der amerikanischen Autorin Hollie Overton greift einen ungewöhnlichen Ansatz für einen Thriller auf, zielt er doch genau auf jenen Zeitpunkt ab, bei dem die Opfer nicht getötet werden, sondern dank glücklicher Umstände tatsächlich entkommen sind. Und so wirkte das Buch auf mich in erster Linie als Spannungsroman und weniger als nervenaufreibender Thriller.


Die Autorin legt Wert auf menschliche Verhaltensweisen und versetzt sich in die Köpfe der Geschädigten nach einem äußerst dramatischen Schicksalsschlag. Geschickt verflicht sie die Leben ihrer Protagonisten miteinander, die nicht nur eine Familie waren, sondern auch immer noch eine sind. Obwohl klar ersichtlich wird, dass ein unbeschwerter Umgang miteinander längst nicht mehr die Realität ist. Inhaltlich konzentriert sie sich dabei auf eine ehemals intakte Beziehung zwischen den Zwillingsschwestern Lily und Abby, die nun auf dem Prüfstand steht und ununterbrochen durch Vertrauensbrüche belastet wird. Verzeihen, Verstehen und Mitleid kommen immer wieder zur Sprache und lassen den Leser das brüchige Verhaltenskostüm der Charaktere authentisch nachvollziehen. Im Verlauf der Geschichte gibt es dann aber doch einige aus meiner Sicht überspitzte Dramas, deren Ausarbeitung in dieser Form etwas aufgesetzt und übermotiviert wirken. Hinzu kommt ein klein wenig „Heile-Welt-Anstrich“, den es nicht gebraucht hätte. Doch generell packt einen die Überlebensgeschichte der jungen Frau schon, weil sie glaubwürdig geschildert wird.


Fazit


Ich vergebe gute 4 Lesesterne für diesen Spannungsroman, der kein richtiger Thriller ist und das Grauen eines gefolterten Entführungsopfers dennoch vortrefflich einfängt. Lobenswert erscheint mir die menschliche Vielfalt, die Komplexität der Erzählung, die betrüblichen Aussichten auf eine Zeit jenseits der Normalität, gefangen in einem Leben, welches mit schrecklichen Erinnerungen durchwirkt ist. Abwechslungsreich und innovativ – hat man doch die geschilderte Szenerie nicht allzu oft in der Literatur vor Augen. Über das familiäre Drama, welches sich anschließt kann man hinwegsehen. Ich habe es gern gelesen auch wenn es teilweise zu viel des Guten war.