Cover-Bild Schwarzlicht
Band 1 der Reihe "Vincent Veih ermittelt"
10,99
inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Polizeiarbeit
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 24.10.2014
  • ISBN: 9783499227936
Horst Eckert

Schwarzlicht

Je höher das Amt, desto tiefer der Fall.
Walter Castorp ist tot. Der Ministerpräsident von NRW liegt ertrunken in seinem Swimmingpool. Sechs Tage vor der Wahl. Vincent Veih führt die Ermittlungen. Der Hauptkommissar ist gerade erst zum Leiter des KK11 ernannt worden. Nicht jeder ist davon begeistert. Als die Spuren auf einen Mord deuten, gerät Vincent auch politisch unter Druck. Doch er ermittelt gegen alle Widerstände. Denn Gerechtigkeit geht Vincent über alles. Selbst wenn es bedeutet, dass der Sohn einer RAF-Terroristin sich seiner eigenen Vergangenheit stellen muss …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.10.2020

Man möchte mehr davon haben.

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Für die Fans von Thrillern ist dieser Roman ein Muss. Damit sind nicht nur die Düsseldorf-Fans gemeint, denn das Geschehen kann in jeder anderen Stadt, in jedem anderen Bundesland genauso ablaufen. Wer ...

Für die Fans von Thrillern ist dieser Roman ein Muss. Damit sind nicht nur die Düsseldorf-Fans gemeint, denn das Geschehen kann in jeder anderen Stadt, in jedem anderen Bundesland genauso ablaufen. Wer bereits Romane von Horst Eckert kennt, der weiß, dass es nicht an politischer Brisanz fehlen wird.
Zunächst werden viele verschiedene Ereignisse in einen Topf geworfen. Da sind die Demonstranten, die bei einem Bauprojekt im linksrheinischen Oberkassel von der Polizei auseinander getrieben werden. Auch der Ermittler Vincent Veih wird hierin dienstlich verwickelt. Diese interessante Ermittlerfigur hat ein schweres Päckchen aus seiner Familie zu tragen. Sein Großvater war Nazi und als Polizist in den Polizeibataillonen an der Front im Zweiten Weltkrieg. Seine Mutter war – oder ist sie es vielleicht noch? – RAF-Terroristin und maßgeblich an einigen Banküberfällen und Attentaten beteiligt. Alles dies lässt den Ermittler in seinem Innersten nicht ruhig schlafen. Es beschäftigt ihn sehr stark. Außerdem ist der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen verschwunden. Jedoch während der Suche wird er tot aufgefunden. Die Todesursache ist ertrinken. Stellt sich die Frage: Ist er mit oder ohne Fremdeinwirkung ertrunken?
Soeben zum kommissarischen Leiter des KK 11 ernannt, wird der Ermittler von allen Seiten, vor allem aus der politischen Ecke und dem Kanzleramt, unter Druck gesetzt.
Der Leser wird zunächst mit den diversen Strängen in der Handlung und den Informationen über den Protagonisten in eine unüberschaubare Situation versetzt. Das wesentlichste Element ist die Figur des Vincent Veih, der in vielen Facetten detailliert ausgearbeitet wurde. Als kommissarischer Leiter des KK 11 hat er nicht nur Freunde im Polizeipräsidium, es gibt auch Neider. Durch sein verhalten bei der Aufklärung des Todesfalles des Ministerpräsidenten und das widersprüchliche Verhalten der Kollegen baut sich beim Leser eine Sympathie für den Ermittler auf. Über seine Herkunft mittels Großvater und der Mutter wird die innere Zerrissenheit dieses Menschen dargestellt. Der besonders sportliche Typ ist ein Ermittler, den man gerne zum Freund haben würde. Die Zukunft wird zeigen, ob sich Horst Eckert mit Vincent Veih einen Serienermittler erschaffen hat. Denn bislang, man lese nur die vorhergehenden Bücher von Eckert, mochte sich der Autor nie auf eine Serie einlassen und hat stets neue Protagonisten und Helden entwickelt. Mit einem Serienhelden wurden die Fans von Eckert bislang noch nicht verwöhnt. Veih, der Held dieses Thrillers, ist allerdings eine Figur, von der man gerne noch viel mehr erfahren möchte. Die diversen Verstrickungen und der Druck, der auf den Ermittler ausgeübt wird, zieht den Leser in die Handlung hinein. Einmal angefangen, kann man das Buch kaum aus der Hand legen. Dabei bedient sich der Autor eines Tricks, den man so noch nicht in sehr vielen Büchern gelesen hat. Eckert lässt sehr viel das Handy des Protagonisten klingeln. Für die heutige Zeit ist das im täglichen Leben nicht ungewöhnlich. Schmiegt sich ganz natürlich in die Handlung ein. Raffiniert aber ist, dass diese Anrufe auf dem Handy stets den Fluss der Handlung unterbrechen, wie ein Cliffhanger wirken und den Leser davon abhalten, in der aktuellen Handlung fortzufahren. In die Unterbrechung mit dem Handy werden aus Schnipsel der anderen Handlungsstränge eingefügt. Ein probates Mittel, mit dem der Roman unheimlich an Fahrt gewinnt.
Informelle Brisanz erfährt der Roman durch die Umstände, dass Horst Eckert die Erkenntnisse des Vereins Geschichte am Jürgensplatz, der die Beteiligung deutscher Polizisten am Holocaust erforscht und dokumentiert, in die Handlung einfließen lässt. So beruhen die Briefe des Großvaters auf die Briefe eines kaufmännischen Angestellten namens Kurt Dreyer während seiner Zeit als Oberwachtmeister der Schutzpolizei der Reserve im SS Polizeiregiment 25. Schließlich und endlich gewinnt der Roman politische Brisanz durch ein sehr gutes Timing, was das Erscheinen des Romans angeht. Im Hintergrund spielt sich der Landeswahlkampf um den Ministerpräsidenten in Nordrhein-Westfalen ab. Gerade mal eine Woche vor der Wahl wird der Ministerpräsident und Kandidat der CDU tot aufgefunden. Es müsste schon etwas mehr als Zufall sein, dass der Thriller gerade in dem Moment erscheint, wenn Bundestagswahlen anstehen.
Bleibt mein Fazit: Spannung, Tempo und brisante Themen, wie die Leser es von Horst Eckert gewöhnt sind, auch in diesem neuen Thriller. Schade nur, dass man ihn so schnell durchliest. Man möchte mehr davon haben.


© Detlef Knut, Düsseldorf 2013

Veröffentlicht am 07.03.2019

1. Roman mit Vincent Veih

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Vincent Veih übernimmt kommissarisch die Leitung des KK11, das Mordkommissariat in Düsseldorf, obwohl er einigen seiner Vorgesetzten ein Dorn im Auge ist. Einerseits weil er sich nicht verbiegen lässt ...

Vincent Veih übernimmt kommissarisch die Leitung des KK11, das Mordkommissariat in Düsseldorf, obwohl er einigen seiner Vorgesetzten ein Dorn im Auge ist. Einerseits weil er sich nicht verbiegen lässt und andererseits weil er hochkonzentriert seine Fälle verfolgt, seine Leute zu Hochleistungen führt und die meisten Mörder tatsächlich erwischt.

Horst Eckert hat mit seiner Figur des Vincent Veih eine hochinteressante Figur erfunden. Eine Figur mit einer traumatischen Kindheit, dafür verantwortlich sind seine Mutter und sein Großvater.
Abgesehen von seinen Beziehungsstörungen lässt er seine Vergangenheit nicht seinen Lebensweg beeinflussen. Er hat eine empathische Ader, kennt sich mit Körpersprache aus und hat eine enorme Vorstellungskraft. Er wirkt in sich gekehrt, spricht selten von seinen Gefühlen, seine Kollegen wissen auch nicht genau, woran sie bei ihm sind. Als Leser hat man trotzdem das Gefühl, dass in ihm ein brodelnder Vulkan ist, der irgendwann ausbrechen wird.
Horst Eckert beschreibt aber nicht nur seinen Hauptprotagonisten hochinteressant, auch seine anderen Figuren in diesem Thriller sind ohne das übliche Klischee. Gerade die Kollegen und aber auch die Familie von Vincent sind unglaublich lebendig beschrieben. Dem Leser gelingt es kaum weitere Handlungsmuster zu erkennen, dauernd werden ihm neue Überraschungen geboten.
Ich habe vorher noch nichts von Horst Eckert gelesen, eine Freundin hat mir Bücher von ihm ausgeliehen. Ich bin hellauf begeistert.
Ich mag seine lakonische Sprache, seine ungewöhnlichen Ideen, seine Finger auf politische Wunden zu legen und auch diese deutlich aufzuweisen. Er zeigt ein Bild von Deutschland, welches eigentlich jeder kennt, aber nicht wahrhaben möchte. Hier gelingt es dem Leser nicht seine Augen zu verschließen, er muss sich mit dreckiger Wirtschaftspolitik, mit Korruption und Machtgier auseinandersetzen.

Ich bin darüber verwundert, warum Horst Eckert nicht bekannter ist. Er hätte es auf jeden Fall verdient, seine Bücher sind außergewöhnlich gut.
Von mir erhält sein Buch "Schwarzlicht" 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 22.10.2016

Vincent Veih Band 1

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Dieses Buch ist der Auftakt zu einer Serie rund um den Ermittler Vincent Veih. Der Ermittler ist gut beschrieben und dargestellt, so dass ich mir ein klares Bild von ihm machen konnte. Er hat Ecken und ...

Dieses Buch ist der Auftakt zu einer Serie rund um den Ermittler Vincent Veih. Der Ermittler ist gut beschrieben und dargestellt, so dass ich mir ein klares Bild von ihm machen konnte. Er hat Ecken und Kanten, und gerade das macht ihn für mich so sympathisch.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und packend zugleich.
Er hat in diesem Buch einen spannenden, politischen Thriller geschaffen, der die Spannung bis zum Ende beibehalten hat. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, da ich an jeder Stelle wissen wollte, wie es weitergeht und wie das Buch endet.
Ich freue mich darauf, den Ermittler Vincent Veih noch in weiteren Büchern zu erleben.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Düsseldorfer Politthriller

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Die Landtagswahl in NRW steht vor der Tür. Im Penthouse eines befreundeten Baulöwen wird der derzeitige Ministerpräsident, gerade mit seiner Geliebten aus der Schweiz zurück, tot aufgefunden. Alles deutet ...

Die Landtagswahl in NRW steht vor der Tür. Im Penthouse eines befreundeten Baulöwen wird der derzeitige Ministerpräsident, gerade mit seiner Geliebten aus der Schweiz zurück, tot aufgefunden. Alles deutet auf einen Unfall oder auch auf Selbstmord hin. Oder hat sein Tod vielleicht mit der Abhöraffäre zutun, die ihm die Opposition in die Schuhe schieben will? Vincent Veih, vorläufiger Dezernatsleiter des Kommissariats KK11 in Düsseldorf, hat seine Zweifel und das mit recht. Bei seinen Ermittlungen, die er oft auf sehr unkonventionelle Weise führt, stößt er nicht nur auf den Neid seiner Kollegen.

In diesem Buch lerne ich einen sehr interessanten neuen Kommissar kennen - Vincent Veih. Er lebt von seiner Freundin getrennt (oder sind wir noch zusammen?), hat zu seiner Mutter, die ihn für ihre RAF-Karriere erst zu Bekannten und dann zu den Großeltern gab, ein sehr gespaltenes Verhältnis und auch das Verhältnis zu seinem verstorbenen Großvater, dessen Briefe aus dem polnischen Kriegsgebiet an seine Frau, Vincent für eine Ausstellung hergeben soll, ist nicht unproblematisch. Als er eine alte Freundin aus Jugendtagen trifft, die in Schwierigkeiten steckt, versucht er auch ihr zu helfen. Alles in allem ein sehr sympathischer Mann, der seinen eigenen Weg geht.

Aber auch die anderen Protagonisten mit ihren kleinen und größeren Macken und Vorlieben haben sich schnell in mein Gedächtnis geschlichen. Die Handlungsorte sind so detailliert beschrieben, dass ich mich schon bald in Düsseldorf heimisch gefühlt habe. Die angesprochenen Themen sind aktuell - Korruption, Schwarzgeld, Mobbing, Baupfusch, Prostitution und Drogen - und fügen sich gut in die Mordfall-Ermittlungen ein. Die Spannung steigt von Anfang an langsam an und hält den Bogen bis zum Schluss. Wenn ich mir nun vorstelle, dass diese politischen Machenschaften und Verwicklungen real sein könnten, dann bin ich schon etwas schockiert.


FAZIT:
Mit "Schwarzlicht" ist Horst Eckert ein spannender Krimi aus dem politischen und wirtschaftlichen Millieu gelungen, der es geschafft hat, mich beim Lesen zu halten und sehr gut zu unterhalten.
Ich hoffe, dass ich von Vincent Veih noch mehr zu lesen bekomme.