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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2019

Ein unglaublicher Thriller

Lazarus
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Der Thriller „Lazarus“ von Lars Kepler hat mich wirklich Nerven gekostet. Es gab Szenen- danach habe ich erst einmal das Buch weglegen müssen. Es ging dabei gar nicht um besonders hart dargestellten Gewaltszenen, ...

Der Thriller „Lazarus“ von Lars Kepler hat mich wirklich Nerven gekostet. Es gab Szenen- danach habe ich erst einmal das Buch weglegen müssen. Es ging dabei gar nicht um besonders hart dargestellten Gewaltszenen, es ging um den psychischen Thrillermoment, der von den beiden Autoren genial verwendet wird. Man könnte sie fast den „Hitchcock“ der Bücher nennen. Ich war auf jeden Fall „höllisch“ beeindruckt.
Der Inhalt des Buches darf ich hier nicht erzählen, nur so viel, es geht um Manipulation, um die Fähigkeit, Menschen so unglaublich beeinflussen zu können, dass sie fast willenlos genau das tun, das er sich für sie geplant hat.
Das Buch beruht eigentlich auf einen Vorgängerband, den ich noch nicht gelesen hatte (was ich allerdings schnell nachholen werden), daher ist es am Anfang manchmal etwas schwierig den Motiven der Protagonisten zu folgen. Aber das legt sich bald, da man vom Inhalt des Buches komplett gefangen wird. Es passiert so viel, dass man von einem Spannungsmoment in den anderen taumelt. Es geschieht so viel an unterschiedlichen Orten in diesem Buch, dass man aus dem Spannungslevel herauskommt.
Dieses Buch ist von einem Ehepaar geschrieben worden und ich dachte zu Beginn, dass es dann im Schreibstil zu einem Bruch kommen müsste. Ich konnte aber nichts feststellen, der Schreibstil ist beeindruckend, sehr gut lesbar, mit ausgezeichneter Wortwahl und extrem spannend. Der Plot dieses Romans ist klar strukturiert, ohne logische Fehler, in sich geschlossen und immer nachvollziehbar. Er ist voller Spannungsmomente und bietet unvorhergesehene Überraschungen. Die Protagonisten sind bis in die kleinsten Nebenrollen detailgenau ausgestaltet, mit Tiefe ausgezeichnet und vollkommen glaubhaft.
Ich habe das Buch sehr genossen und für mich ein neues Autorenpaar kennengelernt, dessen schon herausgegebene Bücher ich mir besorgen werde.
Dieses Buch bekommt von mir verdiente 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 15.04.2019

Regionalkrimi auf Sylt

Dünengeister
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Für mich war die größte Motivation mich für dieses Buch zu bewerben vor allem die Insel Sylt. Ich war vor vielen Jahren mehrmals dort gewesen und war verliebt in diese wunderbare Insel.
Von daher hat ...

Für mich war die größte Motivation mich für dieses Buch zu bewerben vor allem die Insel Sylt. Ich war vor vielen Jahren mehrmals dort gewesen und war verliebt in diese wunderbare Insel.
Von daher hat mir der Einstieg des Romanes sehr gut gefallen, es wurde das abenteuerliche Leben der Sylter im Mittelalter und vor dem ersten Weltkrieg beschrieben.
Sylt hat bis heute eine wilde, ungebeugte und unregelbare Atmosphäre und das färbt auch auf die Bewohner der Insel ab. Genau das beschreibt der Roman von Nina Ohland in ihrem Roman "Dünengeister" sehr gut. Sie beschreibt aber auch deb Zerfall von jahrhundert alten Familienstrukturen. Dies kann sogar zu Mord und Totschlag führen. Eine, sich nur langsam entwickelte Krimalhandlung zieht sich durch das ganze Buch. Viele verschiedene Spuren werden von der Autorin gelegt, schon früher stattgefundene Unfälle und Morde schaffen einen zusätzlichen Reiz. Die Auflösung ist dann doch überraschend.
Der Roman ist gut geschrieben. Mein Problem war, dass ih mich nur schwer in die Protagonisten hineinfinden konnte, da mir die vorherigen Bücher unbekannt waren . Die Autorin hat sich aber auf eben diese Bücher bezogen, so dass mir einiges unverständlich blieb.
Der Fall selbst war spannend, da für die Leser es kaum möglich war, den oder die Täter auszumachen. In sich war der Fall logisch aufgebaut und nachvollziehbar.
Die Hauptprotagonisten waren sympathisch, einige auch sehr unterhaltsam.
Mir hätte es gefallen, wenn der Roman etwas gestraffter geschrieben wäre. Manchmal verliert sich die Autorin in zu viele Details und dann wird der Roman ein wenig langatmig.
Die Sprache der Autorin ist modern, gut lesbar und in der Wortwahl gut gewählt.
Insgesamt hat mir dieser Kriminalroman mit kleinen Abstrichen gut gefallen und ich gebe ihm 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 25.03.2019

Es gab schon bessere Roman mit Scarpetta

Blut
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Kay Scarpetta ermittelt in eigener Sache. Während sie immer noch traumatisiert ist von dem Angriff einer Serienmörderin und dem Verrat und den Morden ihres Stellvertreters, wird sie nach Savannah gelockt, ...

Kay Scarpetta ermittelt in eigener Sache. Während sie immer noch traumatisiert ist von dem Angriff einer Serienmörderin und dem Verrat und den Morden ihres Stellvertreters, wird sie nach Savannah gelockt, um rätselhafte Morde in einem Hochsicherheitsgefängnis für Frauen zu untersuchen.
Patricia ist mit diesem Buch ein Spannungs-Thriller gelungen. Das Buch ist schon etwas älter (2011), und in dieser Zeit hat Cornwell noch sehr gut geschrieben. Ihre Sprache ist faszinierend, eine Mischung aus wissenschaftlicher Sprache, eine Sprache der Unterhaltungsliteratur und hochspannende Thrillersprache. Dieser permanente Wechsel der veschiedenen Sprachvariationen macht wirklich Lust das Buch zu lesen. Und so unterschiedlich wie die Sprachen sind auch die Personen des Buches. Kay Scarpetta ist analytisch, detailiert und abwartend, Marino ist ein Polterer mit ausgezeichnetem kriminalistischem Gespür, Benton, der Ehemann von Kay ebenfalls analytisch aber irgendwie farblos, und Lucy, die Nichte von Kay ist unangepasst, geheimnisvoll, störrisch, beratungsresistent – einfach wunderbar.
Für mich als Leserin ist es immer wieder ein Vergnügen Patricia Cornwell zu lesen, da viele Ebenen in mir angesprochen werden z.B. die feministische Seite, die Seite sich niemals unterkriegen zu lassen, aber manchmal auch die melancholische Ebene, das erworbene Wissen darum, dass die Welt eben nicht einfach nur gut ist, aber auch, dass man für seinen Erfolg und sein Glück selbst verantwortlich ist.
Das Buch erhält von mir 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 25.03.2019

War nicht mein Fall

Er ist wieder da
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Ich gebe zu, ich verstehe nicht den Hype, der um dieses Buch gemacht worden ist. Mich hat es jedenfalls nicht sehr begeistert.

Gut, die Idee an sich ist nicht schlecht. Aber ich denke, dass man aus dieser ...

Ich gebe zu, ich verstehe nicht den Hype, der um dieses Buch gemacht worden ist. Mich hat es jedenfalls nicht sehr begeistert.

Gut, die Idee an sich ist nicht schlecht. Aber ich denke, dass man aus dieser Idee hätte viel mehr machen können.
Einige Stellen des Buches waren auch ganz lustig, aber mich störten auch hier die Klischees.
Ich denke, dass ist der Hauptgrund, warum mir das Buch nicht so gut gefiel. Es werden zu viele Klischees benutzt, wie z.B. die Beschreibung der "alten Nazis".
Zu Gunsten des Buches möchte ich sagen, dass mir der Schriftstil gut gefallen hast. Auch die Personenbeschreibungen sind gelungen.
Von daher kann ich dem Buch 3 Sterne geben.

Veröffentlicht am 25.03.2019

Sehr nachdenkenswert

Hüter der Erinnerung
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Hüter der Erinnerung von Lois Lowry ist ein beeindruckendes Jugendbuch. Die Menschen leben in einer sterilen Welt , mit starren Regeln, Vorgaben und Verboten. Sie stellen ihr farbloses Leben nicht in Frage, ...

Hüter der Erinnerung von Lois Lowry ist ein beeindruckendes Jugendbuch. Die Menschen leben in einer sterilen Welt , mit starren Regeln, Vorgaben und Verboten. Sie stellen ihr farbloses Leben nicht in Frage, denn Wünsche, Träume und Visionen gibt es nicht.

Wie ein Teenager das verändern wird, das beschreibt auf sehr spannende Weise dieser Roman.
Gut fand ich die Idee, die dahintersteht, denn sie zwingt den Leser zum Nachdenken. Ist es wirklich so, dass Erinnerungen tatsächlich für das Schlechte in der Welt verantwortlich sind? Ist eine farblose Welt besser als eine farbige Welt? Was passiert mit Kreativität, Kunst oder Musik? Wie kann man in einer farblosen Welt Phantasie in der Literatur entwickeln? Und kann die Menschheit auf die Künste verzichten?
Lois Lowry hat all diese Fragen gut beantwortet, trotzdem habe Zweifel, dass seine Zielgruppe, die Gruppe der Teenager, wirklich der Tragweite der Fragen von Lowry bewusst ist.

Lowry hat eine ansprechende Sprache, seine Protagonisten sind mit Tiefe ausgestattet und sein Plot ist spannend und anspruchsvoll. Ich habe das Buch genossen und gebe ihm 4 von 5 Sternen.