Cover-Bild Am Strand
Band der Reihe "detebe"
(3)
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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 28.10.2008
  • ISBN: 9783257237887
Ian McEwan

Am Strand

Bernhard Robben (Übersetzer)

Das Schlimmste am Heiraten ist die Hochzeitsnacht. Zumindest für Edward und Florence, 1962 im prüden England. Begierde und Befangenheit, Anziehung und Angst sind miteinander im Widerstreit in der Hochzeitssuite mit Blick aufs Meer. Die Nacht verändert das Schicksal der Liebenden – für immer.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.08.2019

Wenn die Worte fehlen …

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Edward Mayhew und Florence Ponting, beide 22 Jahre alt, sind frisch verheiratet und befinden sich nun in einem Landhaushotel am Strand von Chesil Beach an der Küste von Dorset, wo sie ihre Hochzeitsnacht ...

Edward Mayhew und Florence Ponting, beide 22 Jahre alt, sind frisch verheiratet und befinden sich nun in einem Landhaushotel am Strand von Chesil Beach an der Küste von Dorset, wo sie ihre Hochzeitsnacht und die Flitterwochen verbringen möchten. Sie sind zwar sehr verliebt, haben aber (man schreibt das Jahr 1962) noch keinerlei sexuelle Erfahrung. Entsprechend nervös sitzen sie in ihrer Suite beim Abendessen und machen sich die unterschiedlichsten Gedanken, wie es nun weiter gehen wird. Darüber sprechen können sie nicht, es fehlen ihnen die Worte. Während Edward stark erregt ist, macht sich bei Florence Panik breit. Sie ahnt, sie wird sich vor dem was nun kommen wird ekeln, möchte aber Edward keinesfalls enttäuschen. Edward hingegen hat bestimmte Vorstellungen, weiß diese jedoch nicht richtig anzuwenden. So steuern sie auf ein Desaster zu, das ihr Leben für immer verändern wird …

Ian McEwan wurde 1948 in Aldershot/England geboren. Er studierte Englische Literatur an der Universität Sussex, besuchte Kurse für kreatives Schreiben und machte seinen Master an der University of East Anglia in Norwich. Seine Masterarbeit bestand aus einer Reihe von Kurzgeschichten, die später unter dem Titel „First Love, Last Rites“ veröffentlicht wurden. McEwan schrieb zahlreiche erfolgreiche Romane, die auf den Bestsellerlisten landeten und für die er mehrere englische Literaturpreise erhielt. Heute lebt er in London.

Wie häufig in den Büchern McEwans geht es auch in „Am Strand“ um zwischenmenschliche Beziehungen, um tragische Verwicklungen, fatale Irrtümer und schicksalhafte Missverständnisse. Beinahe minuziös schildert uns der Autor die dramatischen Geschehnisse in der Hochzeitsnacht, immer wieder unterbrochen von zeitlichen Rückblenden und von gedanklichen Erinnerungen der Protagonisten. So erhalten wir Einblick in ihr Seelenleben und ihre Gefühlswelt, erfahren von ihren Hoffnungen und Wünschen und von Erlebnissen in ihrer Kindheit. Dabei wird dem Leser allmählich bewusst, dass Florences Widerwille gegen alles sexuelle wohl auf ein traumatisches Erlebnis mit ihrem Vater zurückzuführen ist. Am nächtlichen Strand findet dann eine Aussprache mit gegenseitigen Vorwürfen statt, die jedoch wiederum missverständlich endet. Mehr soll hier nicht verraten werden!

Fazit: Ein großartiges Buch, beinahe ein Kammerstück, das aufwühlt und sehr nachdenklich macht.

Veröffentlicht am 25.10.2025

Wenn Nähe zur Prüfung wird - eine Hochzeitsnacht als Lebenswende

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Es gibt Bücher, die laut schreien, und es gibt solche, die flüstern. „Am Strand“ gehört eindeutig zu den Letzteren. Ian McEwan erzählt hier von einer Hochzeitsnacht, die eigentlich ein Beginn sein sollte, ...

Es gibt Bücher, die laut schreien, und es gibt solche, die flüstern. „Am Strand“ gehört eindeutig zu den Letzteren. Ian McEwan erzählt hier von einer Hochzeitsnacht, die eigentlich ein Beginn sein sollte, aber zu einem Ende wird. Eine Geschichte, die so leise, so fein beobachtet ist und mich manchmal auch ungeduldig hat werden lassen.
Wir befinden uns im England der frühen 1960er-Jahre. Florence und Edward sind jung, verliebt, voller Hoffnungen und völlig unvorbereitet auf das, was sie in der Hochzeitsnacht erwartet. Sie stammen aus unterschiedlichen Welten. Florence, die kultivierte Geigerin aus gutem Haus, scheu und sensibel. Edward, der bodenständige, direkte Sohn aus einer einfacheren Familie, voller Sehnsucht nach körperlicher Nähe. McEwan entfaltet daraus ein stilles Beziehungsporträt der damaligen Zeit. Missverständnisse, Angst und Scham stehen im Zentrum. Ich wollte oft das Buch schütteln und sagen „Redet doch mal!“.
Was mich beeindruckt hat, ist die psychologische Genauigkeit, mit der McEwan die inneren Konflikte seiner Figuren ausleuchtet. Er beschreibt jedes Gefühl mit chirurgischer Präzision, manchmal fast zu sehr. Gerade in der Mitte des Buches hatte ich das Gefühl, dass sich manche Gedanken und Erinnerungen zu lange hinziehen, dass McEwan an einigen Stellen zu sehr ins Detail geht. Die Handlung tritt dann etwas auf der Stelle, und man wünscht sich, dass die Geschichte schneller voranschreitet.Trotz dieser Längen hat mich der Roman emotional berührt. Besonders die Szene am Strand bleibt im Gedächtnis. Dieser Moment, in dem alles kippt, weil zwei Menschen, die sich lieben, nicht imstande sind, offen miteinander zu reden.
McEwan zeigt eindringlich, wie stark gesellschaftliche Zwänge, Scham und unausgesprochene Erwartungen das Leben zweier Menschen bestimmen können. Seine Sprache ist ruhig, oft poetisch, aber auch schonungslos genau. Das macht die Lektüre zugleich faszinierend und anstrengend.
Am Ende bleibt ein stilles, trauriges Nachdenken. Wie viele Beziehungen scheitern nicht an mangelnder Liebe, sondern daran, dass man sich nicht traut, ehrlich zu sein? „Am Strand“ ist kein Buch, das man verschlingt, eher eines, in das man langsam hineinfindet, manchmal mit Geduld. Aber wer sich darauf einlässt, wird mit einer tiefgründigen, feinfühligen Geschichte belohnt.
Ein leises, kluges, manchmal etwas zu bedächtiges Buch, aber zweifellos eines, das berührt.

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Veröffentlicht am 31.07.2018

Letztendlich leider nicht so toll wie ich dachte...

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Leider nicht ganz so mein Fall. Ian McEwan hat eine ganz wundervolle Sprache und bezaubert seine Leser mit sehr schönen Beschreibungen und Redewendungen. Aber die Story, vor allem die, die in der Gegenwart ...

Leider nicht ganz so mein Fall. Ian McEwan hat eine ganz wundervolle Sprache und bezaubert seine Leser mit sehr schönen Beschreibungen und Redewendungen. Aber die Story, vor allem die, die in der Gegenwart spielt, hat mich ratlos zurückgelassen. Die Rückblicke waren durchaus angenehm und haben mich mit einem guten Gefühl weiterlesen lassen, aber ich konnte mit der Protagonistin leider gar nicht viel anfangen am Ende. Ich konnte sie kurz gesagt einfach nicht verstehen. Wobei die Tragik der ganzen Sache einen noch lange beschäftigt und es dann doch irgendwo wieder "nett" macht.
Alles in allem ein netter kleiner Roman, den man an einem Sonntagnachmittag durchlesen kann.