Im Original gelesen- weltbester Autor!
Ian McEwan hab ich mir dieses Mal gleich zweimal angeschaut: beim harbourfront_literaturfestival in
HH und München (lithaus und diogenesverlag). Und nicht nur das- ich hab’s auch zweimal gelesen. Und das ...
Ian McEwan hab ich mir dieses Mal gleich zweimal angeschaut: beim harbourfront_literaturfestival in
HH und München (lithaus und diogenesverlag). Und nicht nur das- ich hab’s auch zweimal gelesen. Und das war gut so, weil so viel drin steckt, dass es mich bei der ersten Lektüre bisschen überschwemmt hat.
2119 sucht der Literaturwissenschaftler Tom Matcalfe nach einem sagenumwobenen verschollenen Gedicht von 2014. Der Roman beschreibt sowohl die politische Lage
als auch die geographischen und gesellschaftlichen Veränderungen, die bis 2119 stattgefunden haben.
Zudem erfährt man nicht nur einiges über Toms eigenes Leben und seine Beziehung, sondern auch vieles über den Verfasser des Gedichts (Francis Blundy), dessen Ehe, Freunde und deren Partner.
Teil 2 des Buches eröffnet dann noch einmal eine ganz andere, unerwartete Perspektive.
Ich liebe Ian McEwan schon immer für sein Gespür, wenn es um die Themenwahl in seinen Romanen geht.
Hier war mein erster Eindruck, dass er unfassbar viele Themen unfassbar dicht in den ersten Teil des Romans gepackt hat. Bei der Lesung sagte er selbst, dass er sich quasi „leergeschrieben“ habe. In gefühlt jedem Abschnitt gibt es etwas, worüber ich noch länger nachdenken kann. Das war mir anfangs fast zu dicht. Aber beim 2. Lesen verschwand dieses Gefühl komplett.
Die Gedanken der einzelnen Gäste beim Vortrag des Corona fand ich sensationell dargestellt, auch, die Gedichtform an sich.
Die Verwebung der Zeiten, die Frage nach der Zuverlässigkeit von Quellen und die vielen beiläufig erwähnten massiven Veränderungen auf unserem Planeten hat Ian McEwan meisterhaft miteinander verbunden.
Was bleibt, was überdauert? Eine spannende Frage!!
Für mich absolut lesenswert! Und wer noch kein Buch von McEwan kennt: Heiße Empfehlung auch für „Enduring Love“!
🗨️ „Guilt is an accommodating emotion.”