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24,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 24.09.2025
  • ISBN: 9783257615821
Ian McEwan

Was wir wissen können

Bernhard Robben (Übersetzer)

Im Jahr 2119: Die Welt ist überschwemmt, Europa eine Insellandschaft, Freiheit und Reichtum unserer Gegenwart – ein ferner Traum. Der Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe sucht ein verschollenes Gedicht von Weltrang. Der Dichter Francis Blundy hat es 2014 seiner Frau Vivien gewidmet und nur ein einziges Mal vorgetragen. In all den Spuren, die das berühmte Paar hinterlassen hat, stößt Thomas auf eine geheime Liebe, aber auch auf ein Verbrechen. Ian McEwan entwirft meisterhaft eine zukünftige Welt, in der nicht alles verloren ist.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2025

Im Original gelesen- weltbester Autor!

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Ian McEwan hab ich mir dieses Mal gleich zweimal angeschaut: beim harbourfront_literaturfestival in
HH und München (lithaus und diogenesverlag). Und nicht nur das- ich hab’s auch zweimal gelesen. Und das ...

Ian McEwan hab ich mir dieses Mal gleich zweimal angeschaut: beim harbourfront_literaturfestival in
HH und München (lithaus und diogenesverlag). Und nicht nur das- ich hab’s auch zweimal gelesen. Und das war gut so, weil so viel drin steckt, dass es mich bei der ersten Lektüre bisschen überschwemmt hat.

2119 sucht der Literaturwissenschaftler Tom Matcalfe nach einem sagenumwobenen verschollenen Gedicht von 2014. Der Roman beschreibt sowohl die politische Lage
als auch die geographischen und gesellschaftlichen Veränderungen, die bis 2119 stattgefunden haben.
Zudem erfährt man nicht nur einiges über Toms eigenes Leben und seine Beziehung, sondern auch vieles über den Verfasser des Gedichts (Francis Blundy), dessen Ehe, Freunde und deren Partner.
Teil 2 des Buches eröffnet dann noch einmal eine ganz andere, unerwartete Perspektive.

Ich liebe Ian McEwan schon immer für sein Gespür, wenn es um die Themenwahl in seinen Romanen geht.

Hier war mein erster Eindruck, dass er unfassbar viele Themen unfassbar dicht in den ersten Teil des Romans gepackt hat. Bei der Lesung sagte er selbst, dass er sich quasi „leergeschrieben“ habe. In gefühlt jedem Abschnitt gibt es etwas, worüber ich noch länger nachdenken kann. Das war mir anfangs fast zu dicht. Aber beim 2. Lesen verschwand dieses Gefühl komplett.

Die Gedanken der einzelnen Gäste beim Vortrag des Corona fand ich sensationell dargestellt, auch, die Gedichtform an sich.

Die Verwebung der Zeiten, die Frage nach der Zuverlässigkeit von Quellen und die vielen beiläufig erwähnten massiven Veränderungen auf unserem Planeten hat Ian McEwan meisterhaft miteinander verbunden.

Was bleibt, was überdauert? Eine spannende Frage!!

Für mich absolut lesenswert! Und wer noch kein Buch von McEwan kennt: Heiße Empfehlung auch für „Enduring Love“!

🗨️ „Guilt is an accommodating emotion.”

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Veröffentlicht am 13.10.2025

DIe Welt in hundert Jahren

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„Vierzehn junge [Student*innen] hingen in sich zusammengesunken um den Tisch. Sie waren mit den Folgen aufgewachsen, hatten schon ihre Großeltern endlos darüber reden hören. Die Vergangenheit war bevölkert ...


„Vierzehn junge [Student*innen] hingen in sich zusammengesunken um den Tisch. Sie waren mit den Folgen aufgewachsen, hatten schon ihre Großeltern endlos darüber reden hören. Die Vergangenheit war bevölkert von Idioten. Wen interessiert’s? Das Thema war abgehakt. Die jungen Leute saßen hier, weil der Kurs Pflicht war. Sie selbst waren längst weiter.“

So sehen das die jungen Menschen der Zukunft, wenn sie auf uns zurückblicken, die wir die Klimakatastrophe nicht ernst genommen haben. Sie leben in einer neuen Realität, ihrer einzigen. Und diese Lebensrealität gründet auf den fatalen Folgen, die die Klimakatastrophe haben wird.
Das ist ein zugleich gruseliges und hoffnungsschimmerndes Szenario. Immerhin gibt es noch Menschen in hundert Jahren. Es gibt keine schöne, intakte Natur mehr. Beschwerliches Reisen wird notwendig und der Umzug der überlebenden Menschen auf noch bewohnbare Flecken Erde. Das Internet funktioniert, das Leben ist digitaler geworden.
Wie arbeitet und forscht ein Literaturwissenschaftler in hundert Jahren, der sich auf einen Schriftsteller aus unserer heutigen Gegenwart spezialisiert hat? Die Informationsgrundlage ist enorm groß. Unsere digitalen Spuren haben überdauert. Analoge Archivarbeit scheint trotzdem noch nicht überflüssig zu sein. Zumindest dann nicht, wenn man auf der Suche nach einem literarischen Stück ist, das nur in einer einzigen Anfertigung auf Papier existierte.

Ian McEwan beschreibt dieses Zukunftsszenario für 2119. Wir machen uns mit dem Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe auf Spurensuche in einer Vergangenheit, die unsere heutige Gegenwart ist. Metcalfe sucht nach einem verschollenen Gedicht des Dichters Francis Blundy.

Die Idee zu diesem Buch finde ich herausragend. Die Umsetzung ist allerdings nur mittelmäßig gelungen. Einige Gedanken scheinen nicht zu Ende gedacht und man bekommt den Eindruck, dass Ian McEwan teilweise zu sehr von der Gegenwart auch für sein Zukunftsszenario ausgeht (Archivarbeit in nicht digitalisierten Tagebüchern, die eine gefährliche Reise nötig macht?). Zudem hat er es sich mit dem Ehepaar Blundy sehr einfach gemacht, in dem er die beiden als spießige, akademisch gebildete Leute gestaltet, die sich aufs Land zurückziehen und in weiten Teilen ihr analoges Leben wahren. Das bildet nicht die Lebensrealität jetziger junger Menschen ab. Die Einblicke in das Seelenleben anderer Protagonisten der Vergangenheit sind holprig bis elegant gestaltet. Ausgehend davon, dass wir die Geschichte aus der Perspektive des Literaturwissenschaftlers in 100 Jahren erfahren, darf der Erzähler dann doch manchmal auktorial auftreten. Es wird damit begründet, dass auch Daten der anderen (natürlich ebenfalls berühmten) Figuren zugänglich sind.
Man hätte sich vielleicht dir Begründungen sparen können und den Erzähler der Vergangenheit kommentarlos allwissend auftreten lassen können. Daraus hätte eine sehr spannende, interessante Erzählweise werden können. Die albernen Begründungen zerstören das aber.

Dieser Roman lässt mich ein bisschen unbefriedigt zurück. Das Potenzial zu einer richtig guten Erzählung ist greifbar, doch letzten Endes wirkt die Geschichte schnell und unbedacht zu Papier gebracht.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Leider nicht mein Buch

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Zum Inhalt:
Im Jahr 2119 ist die Welt überschwemmt und Europa eine Insellandschaft. Die Freiheit und Reichtum ist ein ferner Traum. Literaturwissenschaftler Thomas sucht nach einen verschollenem Gedicht ...

Zum Inhalt:
Im Jahr 2119 ist die Welt überschwemmt und Europa eine Insellandschaft. Die Freiheit und Reichtum ist ein ferner Traum. Literaturwissenschaftler Thomas sucht nach einen verschollenem Gedicht von Weltrang des Dichters Blundy, dass er nur einmal vorgetragen wurde und seiner Frau gewidmet war.
Meine Meinung:
Der Klappentext versprach ein interessantes Buch zu werden, aber leider hat es mich nicht erreicht. Schon gleich am Anfang fühlte ich mich nicht abgeholt und das halt sich leider auch nicht im Laufe des Buches geändert. Der Schreibstil ist unbenommen gut, aber ich habe keinen Zugang zur Geschichte bekommen.
Fazit:
Leider nicht mein Buch