Cover-Bild Giovannis Zimmer
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12,00
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Liebesroman: Zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 23.07.2021
  • ISBN: 9783423147910
James Baldwin

Giovannis Zimmer

Baldwins berühmtester Roman - neu übersetzt
Miriam Mandelkow (Übersetzer)

Keine Liebe ist jemals unschuldig

Im Paris der 50er-Jahre lernt David, amerikanischer Expat, in einer Bar den reizend überheblichen, löwenhaften Giovanni kennen. Die beiden beginnen eine Affäre – und Verlangen und auch Scham brechen in David los wie ein Sturm. Dann kehrt plötzlich seine Verlobte zurück und David bringt nicht den Mut auf, sich zu outen. Im Glauben, sich selbst retten zu können, stürzt er Giovanni in ein Unglück, das tödlich endet.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.06.2021

Eindrücklich und zeitlos

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Gelesen in der Originalsprache, empfehlenswert

„It became, in a way, every room I had ever been in and every room I find myself hereafter will remind me of Giovanni’s room.” (Quotation page 76)

Content
David’s ...

Gelesen in der Originalsprache, empfehlenswert

„It became, in a way, every room I had ever been in and every room I find myself hereafter will remind me of Giovanni’s room.” (Quotation page 76)

Content
David’s mother dies when he is only five years old and he grows up with his father and his aunt Ellen, the unmarried sister of his father. As soon as possible, he leaves and lives on his own. When he feels weary of every part of his life in New York, he moves to Paris, where he meets Hella. When he asks her to marry him, she leaves him, travels to Spain to think about her future. David stays in Paris. One evening he meets the bartender Giovanni, and from the first moment, there is a deep attraction between them. Giovanni lives in a small one-room-apartment and David moves in the same evening. When Hella comes back, David leaves Giovanni on that same day, pretending that this love affair never has happened.

Theme and genre
This novel, written 1956, is about living between truth and lies, bisexuality, love, lost innocence, shame and guilt. An important topic for Baldwin’s persons is their search for their sexual identity and the related insecurity.

Characters
David, the young American, hides his feelings for men and feels sure about Hella, wants to marry, settle down and have children. His life is a perfect vision, created for the others, but a vision, he desperately tries to believe to be true. He knows that Hella will probably come back.
Giovanni is Italian, emotional and lives his feelings. That David, whom he trusts and loves, just leaves without a word destroys him.

Plot and writing
David, the first person narrator tells the story during one night, and thinking about the next day, just in the present time. The first pages contain the whole story, revealing the major points, themes and conflict. Doing so, the author is free of any timeline and suspense level. The story moves between memories and significant events in David’s childhood, teenage years, and his years in Paris, and the hours of the present night and morning. A central point of the story is Guilleaume’s bar, a place for bohemians living their sexual diversity. Baldwin uses the scenes to describe a different live, working or without work at daytime, but waiting for the evenings and living during the night. He shows a very special picture of early Parisian mornings and the locations still open or just opening, for example the famous Les Halles.

Conclusion
Not always highly acclaimed by literary critics, this novel for a long time now is a timeless classic. Written with empathy and sensivity, in a poetic narrative language, the story gives many questions to reflect on them, about human life, decisions, possible guilt and fate.

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Veröffentlicht am 13.03.2021

Homosexualität in den 50er-Jahren

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In dem Buch geht es um zwei Männer, die sich im Paris der 50er-Jahre kennenlernen und sich ineinander verlieben. Dabei ist dies keine Liebesgeschichte mit einer romantischen Story und einem Happy-End, ...

In dem Buch geht es um zwei Männer, die sich im Paris der 50er-Jahre kennenlernen und sich ineinander verlieben. Dabei ist dies keine Liebesgeschichte mit einer romantischen Story und einem Happy-End, sondern eine Geschichte von innerer Zerrissenheit, Scham, Selbstverleugnung und von Menschen, die andere nicht lieben können, weil sie selbst nie die Liebe erfahren haben, die sie gebraucht hätten.

Das Buch hat mich auf eine sehr intensive Weise in das Geschehen miteinbezogen und mitfühlen lassen. Ich habe nicht geweint, stand aber oft kurz davor. Beeindruckend war auch die Tatsache, dass man zwar schon seit dem Anfang wusste, welches Ende geschehen wird, aber es trotzdem spannend blieb- bis zum Schluss. ich war am Anfang sehr skeptisch, da ich es eigentlich nicht mag, wenn schon am Anfang klar wird, was geschehen wird, war aber dennoch positiv überrascht aufgrund der guten Umsetzung.

Den Schreibstil von Baldwin fand ich anfänglich sehr gewöhnungsbedürftig, habe mich nach ein paar Seiten allerdings hereingefunden.

Empfehlen würde ich dieses Buch jedem, der nicht vor einer tragischen, gesellschaftskritischen und aufwühlenden Geschichte mit bedrückender Stimmung zurückschreckt und auch einen etwas komplizierteren Schreibstil lesen mag.

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Veröffentlicht am 13.05.2021

Ein Stück Geschichte

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"Ich begriff, weshalb Giovanni mich gewollt und in seine letzte Zuflucht mitgenommen hatte. Ich sollte dieses Zimmer zerstören und Giovanni ein neues, besseres Leben schenken. Dieses Leben konnte nur mein ...

"Ich begriff, weshalb Giovanni mich gewollt und in seine letzte Zuflucht mitgenommen hatte. Ich sollte dieses Zimmer zerstören und Giovanni ein neues, besseres Leben schenken. Dieses Leben konnte nur mein eigenes sein, das, um Giovannis zu verwandeln, erst ein Teil von Giovannis Zimmer werden musste." (S. 101)

Paris, 1950er Jahre. Aus seinem Elternhaus in den Staaten geflohen, findet der junge David in Paris einen Zufluchtsort. Als er eines Abend mit einem Geschäftspartner in eine Bar einkehrt, lernt er den Barkeeper Giovanni kennen, einen frevelhaften, hochmütigen Italiener, der etwas in ihm weckt, das er bislang nicht aktiv wahrgenommen hatte. Sie kommen sich näher, werden intim und beginnen eine Affäre. Gemeinsamen leben sie in Giovannis Zimmer, einer kleinen Kammer außerhalb der Pariser Altstadt, wo sie keine Angst haben müssen, ihr Verlangen zu rechtfertigen. Doch David kann mit diesen intensiven Gefühlen nicht umgehen, schämt sich einerseits, verlangt aber auch nach Giovannis Körper, seiner Liebe. Als plötzlich Davids Verlobte aus Spanien zurückkehrt, ist er völlig überfordert, während Giovanni, von seinem Geliebten verleugnet, aus seinem Leben abtritt.

Nachdem ich "Im Wasser sind wir schwerelos" von Tomasz Jedrowski gelesen hatte, war es für mich fast schon selbstverständlich, "Giovannis Zimmer" (OT: Giovanni's Room, Neuübersetzung von Miriam Mandelkow) von James Baldwin lesen zu müssen. Bereits 1956 im Original erschienen (in Deutschland erstmals 1963), gilt es als eins der prägendsten Bücher der LGBTQ+-Community, und ist auch auf anderen Ebenen unglaublich wichtig. Nach seinem Durchbruch mit "Go Tell it on the Mountain" ging Baldwin nach Paris, und schrieb, entgegen der Vorgaben seines Verlags in den USA, wie sein nächstes Werk beschaffen sein sollte, bewusst ein Buch mit weißen Protagonisten, um sich von der Stigmatisierung seiner Herkunft loszumachen; die Beschaffenheit ihrer Liebe ist somit nur nebensächlich die Intention des Romans. Vielmehr wollte er ausdrücken, was passiert, wenn man Angst hat zu lieben.

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