Zwischen Göttern, Geheimnissen und gebrochenem Vertrauen
Mit „Supernatural Academy: Year Two“ führt Jaymin Eve die Geschichte rund um Maddison und ihr zweites Jahr an der Akademie konsequent weiter – und hebt die Einsätze spürbar an. Nach den Enthüllungen aus ...
Mit „Supernatural Academy: Year Two“ führt Jaymin Eve die Geschichte rund um Maddison und ihr zweites Jahr an der Akademie konsequent weiter – und hebt die Einsätze spürbar an. Nach den Enthüllungen aus Band eins bleibt nichts mehr verborgen: Maddies Herkunft rückt sie ins Zentrum von Machtinteressen, Beobachtung und Gefahr. Atlantis erhebt sich, die Götter mischen sich ein – und plötzlich steht weit mehr auf dem Spiel als nur das Überleben an der Academy.
Der Einstieg gelingt nahtlos. Man ist sofort wieder mitten im Geschehen, mitten in Maddies Gedanken, Zweifeln und dieser wunderbar trockenen Art, mit der sie selbst in den dunkelsten Momenten kontert. Gerade ihr Humor und ihre Schlagfertigkeit sind es, die sie weiterhin zu einer starken, nahbaren Protagonistin machen. Gleichzeitig wird deutlich, dass dieses zweite Jahr sie verändert: Verluste, Enttäuschungen und harte Wahrheiten hinterlassen Spuren. Maddie wird härter, entschlossener – ohne dabei ihre emotionale Tiefe zu verlieren.
Inhaltlich deckt der Band ein ganzes Jahr ab, was sich durch größere Zeitsprünge bemerkbar macht. Dadurch wirkt manches etwas geraffter, einzelne Entwicklungen hätten durchaus mehr Raum vertragen. Besonders das Atlantis-Thema ist spannend angelegt und bringt viele neue Facetten in die Geschichte, bleibt aber stellenweise hinter seinem Potenzial zurück. Trotzdem sorgt genau dieser Handlungsstrang für einige der stärksten Momente des Buches und lässt erahnen, wie groß diese Reihe noch werden kann.
Die Dynamik innerhalb der Gruppe bleibt ein zentrales Element. Die Found-Family-Vibes rund um Maddie und die Jungs funktionieren weiterhin hervorragend. Gleichzeitig geraten Beziehungen unter Druck – allen voran die zu Asher. Seine Entscheidungen sorgen für Frust, Enttäuschung und echte Konflikte. Positiv hervorzuheben ist, dass Maddie hier nicht klein beigibt: Vertrauen will neu verdient werden, und Jaymin Eve nimmt sich die Zeit, diesen Prozess glaubwürdig darzustellen. Auch die weiteren Enthüllungen über Maddies, Ashers und Connors Herkunft geben der Geschichte zusätzliche Tiefe – selbst wenn nicht jede Figur gleichermaßen Sympathiepunkte sammelt.
Action, Spannung und emotionale Wendungen wechseln sich in diesem Band dicht ab. Es gibt intime, ruhige Momente ebenso wie Szenen, die regelrecht das Herz zerreißen. Neue Feinde treten auf, alte Gewissheiten brechen weg, und das Ende setzt einen deutlichen Akzent, der neugierig und leicht atemlos zurücklässt.
Fazit:
„Supernatural Academy: Year Two“ ist eine spannende, emotionale Fortsetzung, die den Fokus stärker auf Entwicklung, Herkunft und Konsequenzen legt. Trotz kleinerer Schwächen im Erzähltempo überzeugt der Band mit einer starken Protagonistin, intensiven Konflikten und einem Plot, der deutlich größer denkt als zuvor. Jaymin Eve baut ihre Welt weiter aus und macht große Lust auf den Abschluss der Reihe. Eine klare Leseempfehlung für alle, die Band eins geliebt haben.