Cover-Bild Das Bücherhaus

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11,00
inkl. MwSt
  • Verlag: btb
  • Genre: Sachbücher / Religion & Philosophie
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 14.10.2019
  • ISBN: 9783442718894
John Kaag

Das Bücherhaus

Eine philosophische Liebesgeschichte
Martin Ruben Becker (Übersetzer)

»Dieses Buch kann Ihr Leben verändern!«, Wall Street Journal.

Als der junge Philosophieprofessor John Kaag im Hinterland von New Hampshire die vergessene Bibliothek von William Ernest Hocking, einem der letzten großen amerikanischen Denker entdeckt, traut er seinen Augen kaum. Unter den halb verfallenen und vermoderten Bänden findet er zahlreiche Schätze: handgeschriebene Notizen von Walt Whitman, annotierte Bücher aus dem Besitz von Robert Frost, zahllose Briefe von Pearl S. Buck – und sogar dutzende Erstausgaben der Werke europäischer Geistesgrößen. Er beschließt, die Bücher zu restaurieren und begibt sich damit auf eine intellektuelle Reise durch die Geistesgeschichte Amerikas und seiner europäischen Grundlagen. Bald schon merkt er, dass die großen, lebensbejahenden Ideen in diesen Büchern auch ganz praktisch zu Werkzeugen für das Umkrempeln seines eigenen Lebens verwendet werden können. Ganz besonders, als sich ihm eine brillante Kollegin anschließt und ihm bei der Arbeit am Bücherhaus hilft...

Dieses faszinierende Buch beinhaltet sowohl eine profunde Ideengeschichte Nordamerikas, als auch die mitreißende wahre Geschichte hinter der Entdeckung einer verschollenen Bibliothek. Eine bestens lesbare Autobiografie, die sich um die großen Fragen des Lebens dreht: Liebe, Freiheit, und welche Rolle das Denken spielen kann, wenn man sich selbst neu erfinden möchte.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2020

Eine wunderbare Reise in die amerikanische Philosophie

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Es ist ein bisschen Sachbuch, ein bisschen Biografie, ein bisschen Philosophiegeschichte – doch ist das beschriebene Geschehen so unglaublich und so wunderbar erzählt, dass es sich fast wie ein Roman liest.

Der ...

Es ist ein bisschen Sachbuch, ein bisschen Biografie, ein bisschen Philosophiegeschichte – doch ist das beschriebene Geschehen so unglaublich und so wunderbar erzählt, dass es sich fast wie ein Roman liest.

Der Autor John Kaag ist Professor für Philosophie an der University of Massachusetts, Lowell, und was er erlebt hat, bietet wahrlich den Stoff für einen Roman. Kaag stößt bei einer Reise ins Hinterland von New Hampshire auf die in Vergessenheit geratene Bibliothek des großen amerikanischen Denkers William Ernest Hockning. In einem Wald auf dem Grundstück des Hockney-Anwesens, am A… der Welt. Dieser Fund erweist sich als wahrer Schatz, wenngleich einer, der jahrzehntelang unter alles andere als konservatorisch sinnvollen Umständen vor sich hin moderte: handgeschriebene Notizen von Walt Whitman. Bücher, die nachweislich Robert Frost und Ralph Waldo Emerson gehörten. Briefwechsel.

Die Erbinnen, drei betagte Schwestern, haben sich zwar redlich bemüht, die Bibliothek zu erhalten, doch aus zeitlichen und gesundheitlichen Gründen sowie aus Mangel an Fachkenntnis gedieh dieser Versuch nicht besonders gut. Sie gestatten Kaag, die Bücher zu sichten, zu restaurieren, zu katalogisieren und sich mit ihnen zu befassen. Und so stürzt sich der junge Philosophieprofessor – der sich zu jenem Zeitpunkt selbst in einer Krise befindet – in ein wahres Abenteuer.

„Das Bücherhaus“ ist ein ganz wunderbares Buch. Kaag nimmt uns nicht nur auf seine philosophische Reise mit, sondern er verquickt seine Erkenntnisse mit eigenen Erlebnissen bzw. eigenen biografischen Details und stellt sie in einen geisteswissenschaftlichen Kontext. Liebhaber*innen der amerikanischen Philosophie werden ihre Freude daran haben, doch auch für Laien wie mich, die allenfalls Interesse, aber keine tieferen Kenntnisse besitzen, bietet dieses Buch eine erkenntnisreiche und zudem charmante Lektüre. Mir persönlich wurde wieder einmal bewusst, auf wie viele Fragen die Philosophie Antworten liefert. Auch in der jetzigen Zeit:

„Die angemessene Reaktion auf unsere existenzielle Situation ist nicht, zumindest nicht für [William] James, absolute Verzweiflung oder Selbstmord, sondern der immer neue brennende, sehnsuchtsvolle Versuch, etwas Gutes aus den gefährlichen Optionen des Lebens zu machen.“ (S. 19)

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 08.11.2019

Eine Reise durch die amerikanische Philosophie

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Eine philosophische Liebesgeschichte heißt es auf dem Cover. Und ja, dem kann ich nur zustimmen. Man muss die Liebe zur Philosophie (besonders der amerikanischen Philosophie) in sich tragen, um sich für ...

Eine philosophische Liebesgeschichte heißt es auf dem Cover. Und ja, dem kann ich nur zustimmen. Man muss die Liebe zur Philosophie (besonders der amerikanischen Philosophie) in sich tragen, um sich für dieses Buch wirklich begeistern zu können. Viele philosophische Fragen werden aufgeworfen und beleuchtet, aber nicht immer kam es zu einem Ende.

Ich muss zugeben, dass ich mit etwas weniger Philosophie und etwas mehr Buchgeschichte gerechnet hatte. Das führte dann dazu, dass ich mich etwas schwergetan habe, dass Buch zu lesen. Zügig durchlesen wie einen Krimi war nicht möglich, weil ich doch dann einiges nachschlagen musste.

Die unbekannten amerikanischen Philosophen machten mir das Lesen nicht leicht und auch der Autor hatte eine leicht unsympathische Ausstrahlung. Irgendwie wirkte er unnahbar und von oben herab, was mich ebenfalls etwas beim Lesen ausbremste. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch beendet und auch einiges gelernt dabei.

Es war eine durchaus gute Reise durch die amerikanische Philosophie, wenn auch manchmal etwas zäh und zu abschweifend.

Veröffentlicht am 24.10.2019

Eine packende, faszinierende Reise in die Welt der Philosophie

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„Diese frühe amerikanische Philosophie handelte von Inspiration, davon, sich aus den lähmenden und alles tötenden Wegen der Vergangenheit zu befreien.“ (Zitat Seite 72)

Inhalt
„Ist das Leben lesenswert?“ ...

„Diese frühe amerikanische Philosophie handelte von Inspiration, davon, sich aus den lähmenden und alles tötenden Wegen der Vergangenheit zu befreien.“ (Zitat Seite 72)

Inhalt
„Ist das Leben lesenswert?“ fragte William James, Mitbegründer des neuen Denkschule des philosophischen Pragmatismus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Amerika. Diese Frage stellt sich auch der junge Philosophieprofessor John Kaag im Jahr 2008, als sein Leben in einer tiefen Krise steckt. Bis er in einer Bäckerei in Chococua auf Bunn Nickerson trifft. Der Dreiundneunzigjährige ist auf dem nahegelegenen Landsitz „West Wind“ von William Ernest Hocking aufgewachsen und fährt mit Kaag spontan zur Bibliothek Hockings, die sich immer noch in einem der Gebäude befindet. Kaag denkt an William James Aussage „Wer darauf verzichtet, eine sich darbietende einzige Gelegenheit zu ergreifen, verliert den Preis ebenso sicher, als wenn er den Versuch machte und keinen Erfolg hätte.“ Denn der Blick durchs Fenster hat sofort sein Interesse geweckt und die Tür ist nicht verschlossen. Schon bei diesem ersten, kurzen Stöbern in den vielen philosophischen Schätzen, Erstausgaben, Notizen, Briefen, die hier zu finden sind, nimmt diese Bibliothek John Kaag völlig gefangen und lässt ihn nicht mehr los. Es scheint, als hätten sie gegenseitig aufeinander gewartet, die großen amerikanischen Denker und ihre europäischen Vorbilder und der moderne, junge Philosoph. Zuerst schweigt er über seinen Fund, dann erzählt er seiner Kollegin Carol Hay, ebenfalls Professorin für Philosophie an der University of Massachusetts Lowell, von der Bibliothek und von da an arbeiten sie gemeinsam und kommen einander auch persönlich näher.

Thema
Dieses beeindruckende Buch beschreibt die Entdeckung und Aufarbeitung einer in Vergessenheit geratenen Privatbibliothek der bekannten amerikanischen Philosophen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Wir finden kurze Biografien, auch unter Einbeziehung des persönlichen Lebens, Beziehungen und Familie, von berühmten Denkern unterschiedlicher Richtungen und Ideen wie William James, William Ernst Hocking, Agnes Hocking, Ralph W. Emerson, Charles Sanders Peirce, Josiah Royce, Alfred North Whitehead, Friedrich W. J. Schelling, Georg W. F. Hegel und natürlich Immanuel Kant und viele weitere. Der Autor schreibt über die wichtigsten philosophischen Strömungen, Themen sind Transzendentalismus, Amerikanischer und Deutscher Idealismus, Amerikanischer Pragmatismus, das Buch ist eine erzählte Philosophiegeschichte der Vereinigten Staaten. Kernthemen für uns heutige Leser sind Selbstbestimmung, eigenständige Entscheidungen, Freiheit im Denken und Handeln, Spiritualität, Gleichberechtigung, Freundschaft, Partnerschaft und Familie, Liebe, kurz: das Leben.

Handlung und Umsetzung
Mit Bezug auf Dante und Beatrice und auf die eigene Situation in dieser Zeit teilt der Autor das Buch in drei Teile, HÖLLE, FEGEFEUER, ERLÖSUNG. Diese wiederum sind in Kapitel unterteilt.
Als John Kaag die Bibliothek das erste Mal sieht, wirkt alles verlassen, vergessen. Vom ersten Kontakt an unterstützen die Mitglieder der Familie Hocking den Autor in seinem Vorhaben und sind mit der Idee, einen erheblichen Teil der Bücher nach einer Katalogisierung und Schätzung des Bestandes als Schenkung an die O’Leary Library der University of Massachusetts zu stiften.
Kaag gibt uns Lesern hier zwar einen fundierten, sehr komplexen Einblick in das philosophische Denken, doch er erzählt uns darüber, vergleicht einzelne Passagen und wichtige Kernaussagen, bringt sie mit heutigen alltäglichen Situationen und Gedanken in Verbindung, beschreibt, aber wertet nicht, mit Humor gelingt ihm hier eine faszinierende Kombination aus wissenschaftlichem Denken und gelebtem Alltag. Dies erreicht er, indem er über das jeweilige Buch erzählt, über den Verfasser desselben, manchmal eingebettet in Beschreibungen wie: „Ich legte den Cudworth auf den Küchentresen und trollte mich ins Bett mit dem Gedanken, dass amerikanische Philosophie einen Idealismus und eine Sympathie für das menschliche Gefühl übernommen hatte, die das Leben ein wenig erträglicher machte.“ (Zitat Seite 195) Er nimmt uns Leser mit auf eine Reise, die uns rasch in ihren Bann zieht, uns nicht mehr loslässt und auch viele eigene Gedanken anregt.

Fazit
Bis zu diesem Buch wusste ich nicht, das Philosophie so packend, spannend, interessant und vor allem, so lebendig sein kann. Natürlich musste ich viele der Passagen, wenn es um die Kernaussagen geht, mehrmals lesen, überdenken, nochmals lesen, doch ich tat es mit Genuss und Vergnügen. Dieses Buch fasziniert und macht Freude, regt auch an, sich weiter mit dem Thema Philosophie zu beschäftigen. Man sollte sich dafür Zeit und Ruhe nehmen und sich überraschen lassen.

Veröffentlicht am 22.10.2019

Enttäuschend - Interessante Ausgangslage, jedoch teilweise zäh zu lesen, Fragen bleiben offen

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Folgender Satz aus dem Klappentext hat in mir große Erwartungen geweckt:
»Dieses Buch kann Ihr Leben verändern!«, Wall Street Journal

Worum geht es in dem Buch?
Der Autor, John Kaag, ein vierzigjährige ...

Folgender Satz aus dem Klappentext hat in mir große Erwartungen geweckt:
»Dieses Buch kann Ihr Leben verändern!«, Wall Street Journal

Worum geht es in dem Buch?
Der Autor, John Kaag, ein vierzigjährige amerikanische Philosophieprofessor, stößt durch Zufall in in New Hampshire auf die Bibliothek von William Ernest Hocking.
Hocking sei laut Kaag einer der letzten großen Denker Amerikas gewesen.

Kaag entdeckt in der Bibliothek seltene Erstausgaben und Briefe bekannter Autoren und Philosophen, und er macht sich daran, den Bestand zu sichten.
Während er ausführlich die Landschaft und die Einrichtung der Gebäude beschreibt, erzählt er auch kurz von seiner Kindheit und seinem alkoholkranken Vater. Kaag hat mir Depressionen zu kämpfen und stellt sich, wie William James, die Frage: “Ist das Leben lebenswert?”

"Auf der einen Seite klammern wir uns an die Hoffnung, dass unsere Welt sowohl vernünftig als auch bedeutsam ist; auf der anderen Seite kommen wir vielleicht zu der Einsicht, dass sie weder das eine noch das andere ist."

Den Einstieg fand ich gelungen. Der Autor stellte Fragen und schilderte Gefühle der Einsamkeit, die wohl jeder Mensch hat.
»Wir leben allein, unsere tiefsten Gedanken und die reinsten in unserem innersten Bewusstsein bleiben ungeträumt von der gemeinen Masse.« (Ella Lyman Cabot)

Er schlug einen geschichtlichen Bogen, zurück zu Descartes, Hobbes, Dante, Kant. Und er ging auf Determinismus, Zufall und den amerikanischen Pragmatismus ein.

Ab dem ersten Drittel zerfaserte für mich der Plot. Er erwähnte Namen von (für mich) unbekannten, amerikanische Philosophen, ohne mehr zu ihnen zu erzählen. Er zitierte Griechisch (ohne Übersetzung) und englische Gedichte (mit Übersetzung). Er erwähnte Emerson und Thoreau und Whitman.

Kaags Ehe zerbrach und er zitierte Michel Montaigne »Die Ehe ist wie ein Käfig; man sieht die Vögel außerhalb, die verzweifelt versuchen, hineinzukommen, und diejenigen, die sich ebenso verzweifelt bemühen, wieder herauszugelangen.«

“In einem Pfandhaus außerhalb von Derry verkaufte ich (Kaag) meinen Ehering für 278 Dollar, gerade genug Geld, um eine Kiste mittelmäßigen Pinot Noir zu kaufen, den ich brauchte, um zeitweilig die ganze Qual zu vergessen.”

Der Autor war mir inzwischen unsympathisch geworden. Die Schilderungen seiner Gefühle blieben für mich an der Oberfläche. Es erschien mir, als versuche er ein bestimmtes Bild von sich zu stilisieren. Beim Lesen hatte ich hingegen Mr. Collins aus “Stolz und Vorurteil” vor Augen.

Im letzten Drittel des Buches ging Kaag auf Frauen in der Philosophie ein. Deren Bücher standen auf dem Dachboden von Hockings Anwesen. Bei diesen Schriften hatte ich den Eindruck, dass sie mehr an der Realität orientiert waren und zum Ziel hatten die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern.

“Frauen wurden zu Schlichtheit und Wahrhaftigkeit ermahnt, damit sie noch etwas ›ansehnlicher‹ werden würden. Von den Männern wurde Gottgefälligkeit erwartet, aber die Frauen sollten bloß den Männern gefallen.”

Zum Ende hin landete Kaag bei Sartre: “nämlich dass die Menschen in dieser Welt vollkommen allein und deshalb radikal und unerschütterlich frei sind.”

Den autobiographischen Teil der Geschichte fand ich wenig berührend, da der Autor weder groß über Emotionen schrieb, noch seine Gedanken und die Schlussfolgerungen nachvollziehbar machte. Er zitierte verschiedene Philosophen, erläuterte dem Leser aber nicht, wieso er sich für diese entschieden hatte und vor allem nicht, wie der Leser selbst in einem Dickicht aus widerstreitenden philosophischen Ansichten eine passende Antwort für sich selbst finden könnte.

Meine Meinung stimmt mit der Kaags überein: Wir sind auf uns allein gestellt und entscheiden selbst, wie wir leben.

Damit endete Kaags Buch. Viel zu früh.
Für mich wird es ab diesem Punkt der Erkenntnis erst richtig interessant. Denn es stellt sich die bedeutende Frage:
“Wie sollte man leben und wie findet man dies für sich heraus?”

Kaags Kritik, die Denker und Philosophen hätten sich in ihren Elfenbeinturm zurückgezogen und nichts Hilfreiches mehr zu Außenpolitik und Religion beizutragen, kann ich übrigens nicht nachvollziehen. Gerade in den letzten Jahren wurde viel zu den Themen “Selbst”, Atheismus, Spiritualität und Werten veröffentlicht.

Was nehme ich aus dem Buch mit?
Es gab einige nette Zitate, die im Text versteckt waren. Ich habe nun eine ungefähre Ahnung von amerikanischen Philosophen und habe einige neue Namen, wie Pierce, James und Hocking gehört.
Dieses Buch könnte Lesern gefallen, die sich für amerikanische Philosophie und alte Bücher interessieren. Ich bin aber sicher, es gibt stringenter geordnete und übersichtlichere Werke.