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Veröffentlicht am 26.03.2020

Eine herzzerreißende Geschichte über Verzweiflung, Hoffnung und Menschlichkeit

American Dirt
0

Stell dir vor alle Mitglieder deiner Familie wurden getötet. Nur dein kleiner Sohn lebt noch.
Du kannst nicht hierbleiben und der Arm deines Feindes reicht bis an die äußeren Grenzen Mexikos.
Eure einzige ...

Stell dir vor alle Mitglieder deiner Familie wurden getötet. Nur dein kleiner Sohn lebt noch.
Du kannst nicht hierbleiben und der Arm deines Feindes reicht bis an die äußeren Grenzen Mexikos.
Eure einzige Hoffnung ist es, in die Vereinigten Staaten zu fliehen.

"Lydia hat schon oft frei sprechende Witwen gesehen, Witwen, die durch ihre Trauer mutig wurden. Sie hat zugesehen, wie sie in Kameras sprachen, nicht mehr schweigen wollten, diejenigen beschuldigten, die schuldig waren, voller Verachtung die Gewalt feiger Männer anprangerten. Die Namen nannten. Diese Frauen werden auf Beerdigungen niedergeschossen. Nicht denken, nicht denken, nicht denken."

Lydia und ihr achtjähtiger Sohn Luca machen sich auf die lebensgefährliche Reise in den Norden.

Auf der Reise auf den Dächern "der Bestie", dem Zug nach Norden, der Menschen gnadenlos in Fetzen reisst, lernen Lydia und ihr Sohn zwei Indio-Mädchen kennen, die ganz allein aus dem Süden geflohen sind.

Doch wem kann man trauen, in diesen Zeiten, in denen selbst Rechtsanwälte, Priester, Polizisten dich verraten könnten?
Ist es schlau, an der Grenze einem Schleuser zu folgen, der sich "El Chakal" nennt?

Auch nach der Grenzüberquerung sind sie nicht in Sicherheit, denn vor ihnen liegt die kilometerweite, brütendheiße Wüste, die von Bürgerwehr-Gruppen und der Grenzpolizei kontrolliert wird.

Die Autorin Jeanine Cummins hat für ihren Roman vier Jahre recherchiert. Sie beschreibt die Angst der Flüchtenden, die Situation in den Städten am Grenzgebiet und die Probleme der illigalen Einwanderer, die trotz Job und festem Wohnsitz jederzeit abgeschoben werden können.
Jeden Tag verschwinden und sterben Menschen auf ihrer Suche nach Sicherheit.

In sehr detaillierter, schlichter und doch bildhafter Sprache erzählt Cummins von Angst und Wut, aber auch von Menschlichkeit und Nächstenliebe.

Die Geschichte war emotional sehr fesselnd. Besonders der Einblick in das Erleben des kleinen Jungen und sein Reifen sowie die Geschichte der beiden alleinreisenden jungen Teenager Soledad und Rebeca und ihr Mut war sehr berührend. Ich habe an mehreren Stellen weinen müssen.

Ein herzzerreißendes Buch, das einem die Nöte von fliehenden Menschen begreifbar macht und uns daran erinnert wie kostbar Familie, Sicherheit und Freiheit sind.
Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2020

Eine herzzerreißende Geschichte über Verzweiflung, Hoffnung und Menschlichkeit

American Dirt
0

Stell dir vor alle Mitglieder deiner Familie wurden getötet. Nur dein kleiner Sohn lebt noch.
Du kannst nicht hierbleiben und der Arm deines Feindes reicht bis an die äußeren Grenzen Mexikos.
Eure einzige ...

Stell dir vor alle Mitglieder deiner Familie wurden getötet. Nur dein kleiner Sohn lebt noch.
Du kannst nicht hierbleiben und der Arm deines Feindes reicht bis an die äußeren Grenzen Mexikos.
Eure einzige Hoffnung ist es, in die Vereinigten Staaten zu fliehen.

"Lydia hat schon oft frei sprechende Witwen gesehen, Witwen, die durch ihre Trauer mutig wurden. Sie hat zugesehen, wie sie in Kameras sprachen, nicht mehr schweigen wollten, diejenigen beschuldigten, die schuldig waren, voller Verachtung die Gewalt feiger Männer anprangerten. Die Namen nannten. Diese Frauen werden auf Beerdigungen niedergeschossen. Nicht denken, nicht denken, nicht denken."

Lydia und ihr achtjähtiger Sohn Luca machen sich auf die lebensgefährliche Reise in den Norden.

Auf der Reise auf den Dächern "der Bestie", dem Zug nach Norden, der Menschen gnadenlos in Fetzen reisst, lernen Lydia und ihr Sohn zwei Indio-Mädchen kennen, die ganz allein aus dem Süden geflohen sind.

Doch wem kann man trauen, in diesen Zeiten, in denen selbst Rechtsanwälte, Priester, Polizisten dich verraten könnten?
Ist es schlau, an der Grenze einem Schleuser zu folgen, der sich "El Chakal" nennt?

Auch nach der Grenzüberquerung sind sie nicht in Sicherheit, denn vor ihnen liegt die kilometerweite, brütendheiße Wüste, die von Bürgerwehr-Gruppen und der Grenzpolizei kontrolliert wird.

Die Autorin Jeanine Cummins hat für ihren Roman vier Jahre recherchiert. Sie beschreibt die Angst der Flüchtenden, die Situation in den Städten am Grenzgebiet und die Probleme der illigalen Einwanderer, die trotz Job und festem Wohnsitz jederzeit abgeschoben werden können.
Jeden Tag verschwinden und sterben Menschen auf ihrer Suche nach Sicherheit.

In sehr detaillierter, schlichter und doch bildhafter Sprache erzählt Cummins von Angst und Wut, aber auch von Menschlichkeit und Nächstenliebe.

Die Geschichte war emotional sehr fesselnd. Besonders der Einblick in das Erleben des kleinen Jungen und sein Reifen sowie die Geschichte der beiden alleinreisenden jungen Teenager Soledad und Rebeca und ihr Mut war sehr berührend. Ich habe an mehreren Stellen weinen müssen.

Ein herzzerreißendes Buch, das einem die Nöte von fliehenden Menschen begreifbar macht und uns daran erinnert wie kostbar Familie, Sicherheit und Freiheit sind.
Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2020

Ein liebenvolles Buch über Meditation als Tor zu Mitgefühl, Wachstum und Heilung

Monkey Mind
0

Manche haben vielleicht schon frustrierende Erfahrungen mit Meditation gemacht. Der Autor Ralph de la Rosa ermutigt jedoch zu einer konstruktive Sichtweise:

"Die Definition von Achtsamkeit ist (...) »von ...

Manche haben vielleicht schon frustrierende Erfahrungen mit Meditation gemacht. Der Autor Ralph de la Rosa ermutigt jedoch zu einer konstruktive Sichtweise:

"Die Definition von Achtsamkeit ist (...) »von der Ablenkung zurückkehren«. Während der Meditation abgelenkt zu werden ist demnach kein Versagen unserer Achtsamkeit, sondern die Chance, sie überhaupt erst zu üben."


Das Buch fängt sehr sachlich an. Der Autor beschreibt verschiedene Studien zu der Wirkung von Meditation. Aber schon nach wenigen Seiten wird er persönlicher und praxisorientierter. Der Tonfall ist wertschätzend, und warmherzig.


Das Buch möchte helfen "sich ständig wiederholenden Gedanken und Zwänge zu unterbrechen und mit schwierigen Gefühlen umzugehen."


Wer wäre besser dafür geeignet über das Überwinden von Zwängen zu schreiben als der Autor?

De la Rosa hatte Selbstmordgedanken und war lange Zeit heroinsüchtig. Inzwischen ist er Meditationslehrer und Psychotherapeut.

Er erläutert verschiedene Atemübungen und Visualisierungen in der Tradition des tibetischen Buddhismus.

Die Übungen sind auch als Audiodateien (auf englisch) auf der Webseite des Verlags verfügbar.

Neben den Meditationsübungen habe ich mir sehr viele wertvolle Gedanken in dem Buch markiert:
"Der Monkey Mind ist und war niemals das Problem. (...) Der Affe ist auf unserer Seite. Von ihm kommt der Weckruf, er zeigt auf den Schmerz einer offenen Wunde (...), er schickt uns eine Nachricht in fetten Buchstaben: Es ist Zeit, dein Leben zu heilen."

Ein wunderbares, annehmendes und ermutigendes Buch, das mich sicher lange begleiten wird!



Veröffentlicht am 23.03.2020

Ein liebenvolles Buch über Meditation als Tor zu Mitgefühl, Wachstum und Heilung

Monkey Mind
0

Manche haben vielleicht schon frustrierende Erfahrungen mit Meditation gemacht. Der Autor Ralph de la Rosa ermutigt jedoch zu einer konstruktive Sichtweise:

"Die Definition von Achtsamkeit ist (...) »von ...

Manche haben vielleicht schon frustrierende Erfahrungen mit Meditation gemacht. Der Autor Ralph de la Rosa ermutigt jedoch zu einer konstruktive Sichtweise:

"Die Definition von Achtsamkeit ist (...) »von der Ablenkung zurückkehren«. Während der Meditation abgelenkt zu werden ist demnach kein Versagen unserer Achtsamkeit, sondern die Chance, sie überhaupt erst zu üben."


Das Buch fängt sehr sachlich an. Der Autor beschreibt verschiedene Studien zu der Wirkung von Meditation. Aber schon nach wenigen Seiten wird er persönlicher und praxisorientierter. Der Tonfall ist wertschätzend, und warmherzig.


Das Buch möchte helfen "sich ständig wiederholenden Gedanken und Zwänge zu unterbrechen und mit schwierigen Gefühlen umzugehen."


Wer wäre besser dafür geeignet über das Überwinden von Zwängen zu schreiben als der Autor?

De la Rosa hatte Selbstmordgedanken und war lange Zeit heroinsüchtig. Inzwischen ist er Meditationslehrer und Psychotherapeut.


Er erläutert verschiedene Atemübungen und Visualisierungen in der Tradition des tibetischen Buddhismus.

Die Übungen sind auch als Audiodateien (auf englisch) auf der Webseite des Verlags verfügbar.


Neben den Meditationsübungen habe ich mir sehr viele wertvolle Gedanken in dem Buch markiert:

"Der Monkey Mind ist und war niemals das Problem. (...) Der Affe ist auf unserer Seite. Von ihm kommt der Weckruf, er zeigt auf den Schmerz einer offenen Wunde (...), er schickt uns eine Nachricht in fetten Buchstaben: Es ist Zeit, dein Leben zu heilen."


Ein wunderbares, annehmendes und ermutigendes Buch, das mich sicher lange begleiten wird!



  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.03.2020

Zehn inspirierende Frauen- ein fantastisches Buch!

Wo die wilden Frauen wohnen
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Hätte dem Buch ein Flugticket beigelegen… ich wäre sofort hingeflogen - nach Island.


Die Journalistin Anne Siegel hat zehn ganz unterschiedliche Isländerinnen porträtiert: von einer Bierbrauerin, einer ...

Hätte dem Buch ein Flugticket beigelegen… ich wäre sofort hingeflogen - nach Island.


Die Journalistin Anne Siegel hat zehn ganz unterschiedliche Isländerinnen porträtiert: von einer Bierbrauerin, einer Rangerin und einer Schlafforscherin über die Musikerin Björk und eine Seefrau bis zu einer Pferdesportlerin, einer Abenteurerin, einer Designerin und einer Geothermalpionierin.


Die Frauen heißen Brindis, Kristin, Hulda, Vilborg … viele haben im Ausland studiert, in Norwegen oder Deutschland und haben sich immer wieder neu erfunden.

"...mutige und außergewöhnliche Frauen, deren Leben mit der Natur verbunden sind und die in ungewöhnlichen Bereichen tätig sind. Alle diese Frauen befreiten sich aus Zwängen und leben andere Arbeitsmodelle als die, die von ihnen erwartet wurden."


Island, ein Land mit nur 364.000 Einwohnern, ein Land in dem sich das Wetter viermal pro Stunde ändern kann, ist beweglich und schnell:


"Nichts ist fest, alles geht, wir machen das, was jetzt gut für alle ist. Das muss nicht bedeuten, dass es morgen dieselbe Strategie bleibt."


Die Autorin erzählt neben den Frauen über die atemberaubende Landschaft mit Wasserfällen, Vulkanen und kalbenden Gletschern, über Islandpferde, Robben und verirrte Eisbären. Über die Kinderbetreuung, Klimaerwärmung, Kreuzfahrtschiffe und Fangquoten, den Frauenstreik in den 70ern und feministische Männer.

Sie beschreibt die isländische Seele, den Pragmatismus und die Unerschrockenheit der Menschen.


"Hier in Island trauen uns die Väter sehr viel zu und auch die Männer überhaupt. Ich fühle mich sehr akzeptiert und möchte das auch weitergeben", erzählt die Abenteurerin Vilborg Gissurardóttir, die ganz allein in 60 Tagen den Südpol auf Skiern erreicht hat und in Island ein nachhaltiges Reiseunternehmen führt.


Für Isländerinnen wirkten deutsche Männer oft sehr wie »von gestern«.


"Nicht ihr Mann, sondern ihre deutschen Schwiegereltern und die Nachbarinnen hätten so stereotype Erwartungen an sie als Frau und Mutter gehabt, dass sie dabei in eine regelrechte Depression verfallen sei", berichtet Kristin, die einige Zeit in Deutschland gelebt hat und nun ein Museum im "Pompeji des Nordens" leitet. Auf den Westermänner-Inseln ist 1973 der Vulkan Eldfells ausgebrochen und hat hunderte von Häusern mit Lava überrollt.


Ich bin sehr begeistert von dem vielfältigen und interessanten Buch, das über die Menschen und die Natur, die Politik, die Philosophie und Geschichte Islands berichtet.

Leseempfehlung!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere