Cover-Bild Wo Himmel und Meer sich berühren
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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: HarperCollins
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 304
  • Ersterscheinung: 26.04.2022
  • ISBN: 9783749903696
Kathleen Freitag

Wo Himmel und Meer sich berühren

Roman

Eine Insel der Hoffnung in dunklen Zeiten

Rügen 1945: Der Krieg ist gerade erst vorbei, und nach einer langen, beschwerlichen Flucht aus den Ostgebieten hat Edith die Insel Rügen erreicht. Hier hofft sie, endlich wieder anzukommen und glücklich zu werden. Doch für Edith fühlt sich das unbekannte Eiland an wie ein Gefängnis, umschlossen vom Meer und so fern von ihrer Heimat - bis sie Alma kennenlernt, die auf Rügen geboren ist, und mit der Edith lernt, die Welt mit neuen Augen zu sehen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.06.2022

Die Hoffnung auf einen Neuanfang

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Inhalt: Ediths Mutter starb auf der beschwerlichen Flucht aus den Ostgebieten und schließlich wurde Edith auch noch von ihrer Schwester Esther getrennt. Ganz allein kommt sie Ende Juni 1945 nach Rügen ...

Inhalt: Ediths Mutter starb auf der beschwerlichen Flucht aus den Ostgebieten und schließlich wurde Edith auch noch von ihrer Schwester Esther getrennt. Ganz allein kommt sie Ende Juni 1945 nach Rügen und findet Unterkunft und Arbeit auf einem Bauernhof. Hier fühlt sie sich zunächst sehr fremd und einsam, auch weil die Vertriebenen von den Einheimischen nicht gern in ihrer Heimat gesehen werden. Doch schon bald freundet sie sich mit Alma, der Tochter der Hofbesitzer an.
Alma wartet seit Kriegsende auf ihren Verlobten Friedrich. Als ein Brief der Wehrmachtsauskunftsstelle kommt, traut sie sich nicht, ihn zu öffnen - aus Angst vor einer Todesnachricht. Stattdessen liest sie lieber jeden Abend seine alten Briefe.

Meine Meinung: Der Schreibstil von Kathleen Freitag lässt sich schnell und flüssig lesen und gefällt mir sehr gut. Aus diesem Grund fiel mir der Einstieg in die Geschichte auch sehr leicht.
Die Kapitel werden im Wechsel aus den Perspektiven der beiden jungen Protagonistinnen Edith und Alma erzählt. Beide Frauen - ich schätze ihr Alter auf Anfang 20 - waren mir sofort sympathisch und auch einige der Nebencharaktere mochte ich gern. Die Handlung des Romans verläuft relativ ruhig und trotz einiger dramatischer Ereignisse ohne große Emotionen und Spannung, aber trotzdem sehr unterhaltsam. Durch die Kürze des Buches (304 Seiten) bleibt leider vieles an der Oberfläche und wird nur kurz erwähnt. Das Ende ist sehr vorhersehbar und etwas seicht, war für mich aber trotzdem okay.

Fazit: Ich habe „Wo Himmel und Meer sich berühren“ sehr gerne gelesen, auch wenn es nicht sehr tiefgründig ist. Gerade weil in den letzten Wochen so viele Menschen aus der Ukraine ihre Heimat verloren haben und die aktuelle Situation so dramatisch ist, bin ich froh, dass dieses Buch mich einfach nur gut unterhalten hat, ohne mich noch mehr zu bedrücken. Im Gegenteil, es macht Hoffnung auf einen Neuanfang! Gute 4 Sterne.

Veröffentlicht am 19.06.2022

Ein Neuanfang auf Rügen

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Bei Harper Collins erscheint der Roman "Wo Himmel und Meer sich berühren" von Kathleen Freitag.


Rügen 1945: Der Krieg ist vorbei, es kommen die Flüchtlinge aus den Ostgebieten auf die Insel. Auch Edith ...

Bei Harper Collins erscheint der Roman "Wo Himmel und Meer sich berühren" von Kathleen Freitag.


Rügen 1945: Der Krieg ist vorbei, es kommen die Flüchtlinge aus den Ostgebieten auf die Insel. Auch Edith hat die beschwerliche Flucht hinter sich, mit dem Verlust ihrer Mutter und leider auch unterwegs getrennt von ihrer Schwester Esther. Sie muss erst einmal ankommen und hofft auf ein Wiedersehen mit ihrer Schwester. Doch noch fühlt sie sich fremd und als Vertriebene wird sie nicht gern gesehen. Auf dem Hof von Almas Eltern findet Edith Arbeit und eine Unterkunft und dank einer beginnenden Freunschaft zu Alma lernt sie die Insel allmählich kennen und lieben. Doch nicht nur die Flüchtlinge haben Opfer zu beklagen, auch Alma wartet auf die Heimkehr ihres Verlobten.

Erzählerisch hat mir dieser Roman von Kathleen Freitag mit der flüssigen Schreibweise gut gefallen. Man ist schnell in der Geschichte drin und erfährt wechselseitig aus Almas und Ediths Sichtweise von ihren Ängsten, ihrem Leben und ihrer Vorgeschichte und kann sich so ein Bild ihrer Hoffnungen machen. Rügen wurde 1945 für viele Flüchtende aus dem Osten zum erklärten Ziel. Die Bewohner rückten zusammen, ließen sie bei sich wohnen, beäugten die Zugereisten aber mit einigem Argwohn. Edith kommt zwar auf einem Bauernhof unter, aber sie fühlt sich fremd, so fern ihrer Heimat und völlig allein. Ihre Mutter starb auf der Flucht und zu ihrer Schwester Esther verlor sich die Spur. Doch als sie Alma kennenlernt, freunden sie sich an und verbringen ihre freie Zeit miteinander. Bei ihren Gesprächen vermisse ich den Ausdruck ihrer Gefühlslage, ihre Emotionen kann man mehr erahnen, als dass sie zur Sprache kommen.

In diesem Roman wird die Nachkriegszeit mit all den menschlichen Schicksalen näher beleuchtet. Viele Menschen kamen ohne Hab und Gut und mussten sich ein neues Leben aufbauen. Sie hegten neue Hoffnung und brachten sich und ihre Arbeitskraft für die beheimateten Bauern ein. Die aufnehmenden Bewohner sind zum Teil hilfsbereit, aber auch sehr skeptisch, schliesslich müssen die Lebensmittel nun für mehr Menschen reichen als vorher.

Alma wartet seit Kriegsende auf die Rückkehr ihres Verlobten Friedrich und aus Angst vor einer schlechten Nachricht, öffnet sie ein ankommendes Schreiben der Wehrmachtsauskunftsstelle nicht. Viel lieber liest sie die ihr vertrauten alten Briefe, in denen Friedrich ihr seine Gefühle versichert. Das erschien mir am Anfang ja noch verständlich, ich konnte auf Dauer aber nicht nachvollziehen.

Dieser Roman zeigt eine Flüchtlingsgeschichte, die sofort an aktuelle Vorgänge erinnert. Sie zeigt neben einigen aufgedeckten Geheimnissen auch Optimismus und Zuversicht auf, die ein neues Leben in einer neuen Heimat verspricht und den Menschen Hoffnung und neue Kraft verleiht.

Manche Entwicklungen fand ich etwas vorhersehbar und einige Szenen wurden nur erzählt und damit etwas oberflächlich abgehandelt. Da hätte ein etwas tiefer gehender Blick gut getan.

Dieser unterhaltsame geschriebene Roman lässt sich gut lesen. Er zeigt, unter welchen Problemen und Sorgen Nachkriegsflüchtlinge und auch Alteingessene zu kämpfen hatten und wie Freundschaft neue Wege ebnet.


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Veröffentlicht am 25.05.2022

Erste Schritte in ein neues Leben

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Die Schrecken des Krieges und die Strapazen der Flucht sitzen noch tief, als Edith regelrecht auf Rügen strandet. Die Insel in der Ostsee soll ihr zu einer neuen Heimat werden, aber wie kann es ihr gelingen, ...

Die Schrecken des Krieges und die Strapazen der Flucht sitzen noch tief, als Edith regelrecht auf Rügen strandet. Die Insel in der Ostsee soll ihr zu einer neuen Heimat werden, aber wie kann es ihr gelingen, auf diesem Fleckchen Erde ein Zuhause zu finden, wenn alles fremd und ungewohnt ist. Um Sie herum Wasser, nichts als Wasser. Mit Alma an ihrer Seite gelingt es Edith, wieder neuen Mut zu fassen und mit offen Augen durch die Welt zu gehen...

Ich habe schon viele Bücher über die unmittelbare Nachkriegszeit gelesen und von den verzweifelten Versuchen, den Neuanfang zwischen Gerippen der Häuser und den seelischen Narben zu wagen. Mit "Wo Himmel und Meer sich berühren" versucht Kathleen Freitag, das Licht der Hoffnung und Zuversicht zu entzünden und schlägt einen Bogen zu der aktuell herrschenden Situation, in denen Menschen aus der Ukraine vor dem Krieg flüchten müssen.

Gerade weil die Thematik so aktuell ist, habe ich mir sehr viele Emotionen erhofft, die mich tief im Innern berühren und mir das Gefühl geben, mit den Figuren eins zu werden. Leider gelingt es der Autorin nicht immer, authentische Gefühle und Gemütsregungen zu vermitteln, sodass die Leser;innen häufig außen vor bleiben und nur wenig bis gar keinen Zugang zu den Figuren finden.

Die Geschichte wird von der Schreibenden ohne große Aufreger oder Spannung erzählt, bleibt somit relativ seicht und kann die innere Zerrissenheit von Edith nicht wirklich glaubhaft vermitteln. Sie ist eine ewig Suchende, die zwischen den Stühlen sitzt, geplagt von den traumatischen Ereignissen.

Das Leben auf dem Hof verläuft auch recht ereignislos. Die Vorkommnisse, so erschütternd sie auch manchmal sein mögen, werden ausdruckslos und recht nüchtern beschrieben. Bestürzung, Angst oder Verzweiflung wären die Gefühlsregungen, die die Leser:innen empfinden müssten, aber sie bleiben emotional aussen vor. Fast so, als würde eine dicke Glasscheibe die Lesenden von den Protagonist:innen trennen, sodass kein Vordringen zu ihnen möglich ist. Die Lebenssituation auf dem Hof, die Enge, der Hunger und der Versuche, aus all dem doch das Beste zu machen, wird mitunter wirklich sehr realitätsnah beschrieben - so hätte ich mir den kompletten Verlauf der Handlung gewünscht.

So bleibt Vieles an der Oberfläche und geht nicht in die Tiefe. Geheimnisse kommen ans Tageslicht, Freundschaften werden geschlossen und selbst das Happy End bleibt leider farblos.

In dieser Geschichte stecken so unglaublich viele Möglichkeiten, die Leser:innen mit ins Boot zu holen und sie emotional an die Seiten zu binden. Leider bleibt ein Großteil an Potential ungenutzt und deswegen vergebe ich schweren Herzens 3 Sternchen.

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