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Raeubertochter

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.08.2019

Man muss es versuchen...

Vom Himmel zum Meer
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Inhalt: 1892: Agnes Martin ist ein Findelkind und in einem Waisenhaus in Straßburg aufgewachsen. Als sie 21 Jahre alt und damit mündig ist, muss sie das Heim verlassen und wird Gesellschafterin bei der ...

Inhalt: 1892: Agnes Martin ist ein Findelkind und in einem Waisenhaus in Straßburg aufgewachsen. Als sie 21 Jahre alt und damit mündig ist, muss sie das Heim verlassen und wird Gesellschafterin bei der ruppigen Pfarrerswitwe Tilly Bevenkamp in Hamburg. Als sie sich gerade etwas eingelebt hat, bricht in Hamburg die Cholera aus und Agnes und Tilly fliehen zusammen mit elf Heimkindern an die Ostsee. Dort wohnen sie in einer kleinen Kate, die Tillys verstorbenen Eltern gehört hat. Um etwas Geld zu verdienen, verkauft Agnes selbst gebackene Backwaren an die reichen Strandgäste. Doch in der kleinen Küche der Kate wird es schnell zu eng. Die wunderschöne große Küche eines leerstehenden Herrenhauses würde sich für Agnes Zwecke perfekt eignen, doch leider verweigert der reiche Besitzer ihr seine Einwilligung. Aber so schnell lässt sich Agnes nicht von ihrem Plan abbringen…

Meine Meinung: Das Buch lässt sich wunderbar leicht und flüssig lesen und während es am letzten Sonntag ohne Unterbrechung regnete, konnte ich völlig in der Geschichte abtauchen. Sie ist zwar relativ anspruchslos, aber sehr unterhaltsam und warmherzig. Es macht Spaß, die vielen, meist etwas skurrilen Charaktere, kennenzulernen. Auch die, die zunächst etwas abweisend und brummig erscheinen, haben doch ein gutes Herz. Bis auf ganz wenige Ausnahmen wachsen einem alle Charaktere, vor allem Agnes, schnell ans Herz, auch wenn es im Lauf der Geschichte immer mehr werden.
Lisa Marcks hat die Zeit gegen Ende des 19. Jahrhunderts sehr anschaulich beschrieben; z.B. das Leben der ärmeren Bevölkerung, die Anstrengungen der Reisen und auch die Rolle der Frau. Heute ist es unvorstellbar für uns, wie prüde man damals war (googelt mal den Begriff „Badekarren“!). Nach den tollen Beschreibungen von Agnes köstlichen Backwaren hätte ich mir ein paar Rezepte auf den letzten Seiten gewünscht.
Gegen Ende fand ich die Geschichte etwas schwächer; alle Probleme lösen sich wie von allein und schließlich gibt es ein dickes Happy End.

Fazit: Insgesamt ein schöner und unterhaltsamer historischer Roman mit viel Frauenpower.

Veröffentlicht am 14.08.2019

Das Haus am Wald

Nadelherz
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Inhalt: Zwei junge Frauen, Tessa und Jasmin, werden bei einer gemeinsamen Wanderung entführt und unter schlimmsten Bedingungen gefangen gehalten. Nur durch einen Zufall können sie ein Jahr später befreit ...

Inhalt: Zwei junge Frauen, Tessa und Jasmin, werden bei einer gemeinsamen Wanderung entführt und unter schlimmsten Bedingungen gefangen gehalten. Nur durch einen Zufall können sie ein Jahr später befreit werden, doch nur Tessa gelingt die Flucht. Jasmin stirbt.
Wenige Monate später bekommt Tessa ein Paket, in dem ein mit Nadeln gespicktes Herz liegt. Ist ihr Albtraum noch nicht vorbei?

Meine Meinung: „Nadelherz“ ist nach „Die Bestimmung des Bösen“ und das „Gift der Wahrheit“ bereits der dritte Fall für die Polizistin Alexis Hall und die Kriminalbiologin Karen Hellstern, aber durchaus auch ohne Vorkenntnisse zu lesen. Auf den ersten Buchseiten gibt es eine Übersicht über die Mitarbeiter der Mannheimer Kripo, was sehr hilfreich ist.
Das Buch fängt sofort sehr spannend an, doch nach einer Weile verliert sich die Spannung etwas, setzt dann aber etwa in der zweiten Hälfte der Geschichte deutlich wieder ein. Die fesselndsten Passagen sind die Rückblicke auf Tessas und Jasmins Gefangenschaft. Diese Zeit wird nur aus Tessas Sicht erzählt und was der Entführer ihr antut, ist unfassbar grausam. Auch die späteren Morde sind wirklich sehr sadistisch. Das ist nicht so mein Geschmack.
Alexis, Karen und Oliver finde ich ganz sympathisch, aber die ständige Erwähnung von Alexis Eltern hat mich zunehmend genervt. Karens biologische Erklärungen fand ich teilweise sehr interessant, manchmal allerdings auch etwas zu lang.
Obwohl ich schon schnell einen (richtigen) Verdacht hatte, konnte ich die Zusammenhänge nicht erkennen und war bis zum Schluss ziemlich ratlos. Die Aufklärung fand ich dann allerdings etwas unglaubwürdig und enttäuschend.

Veröffentlicht am 06.08.2019

Ich hatte mehr erwartet

Die Gärten von Monte Spina
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Inhalt: Die junge Gärtnerin Toni hat gerade ihren Mann verloren und sucht nach einem neuen Platz in der Welt. Als der reiche Max Bror einen Gärtner für seine kleine Privatinsel Monte Spina, mitten im Atlantik, ...

Inhalt: Die junge Gärtnerin Toni hat gerade ihren Mann verloren und sucht nach einem neuen Platz in der Welt. Als der reiche Max Bror einen Gärtner für seine kleine Privatinsel Monte Spina, mitten im Atlantik, sucht, nimmt sie die Stelle an. Die wenigen Menschen auf der Insel empfangen sie nicht gerade herzlich, doch es gibt genug Arbeit, um sich von der Trauer abzulenken. Der Besitzer kommt nur selten auf die Insel und den anderen Bediensteten scheint das nur recht zu sein. Als Toni ihn dann endlich kennenlernt, weiß sie auch warum…

Meine Meinung: Nachdem ich ein paar Seiten gelesen hatte, war ich davon überzeugt, dass ich das Buch lieben würde. Der Schreibstil ist richtig toll; locker, bildhaft und mitreißend. Auch TIna mochte ich sofort und konnte mich gut in sie hineinversetzen. Und die Beschreibungen der Pflanzen auf der Insel und Tinas Arbeit haben mir gut gefallen. Doch dann lernt sie Max Bror kennen und meine Stimmung kippte. Sofort! Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch mit einem so arroganten, bösartigen und unverschämten Charakter gelesen, der mit den empfindlichsten Gefühlen und Schwachstellen anderer Menschen spielt. Sein Freund Peter ist nicht viel besser. Das hat mir leider den Spaß an dem Buch genommen. Die anderen Charaktere, hauptsächlich Bedienstete, mochte ich im Lauf der Handlung zwar immer lieber, aber sie spielen in der Handlung leider nur Nebenrollen. Von ihnen hätte ich gerne noch etwas mehr erfahren.
Der Epilog ist zwar ein großer zeitlicher Sprung, hat mir als Ende aber ganz gut gefallen.

Die Idee der Geschichte finde ich gar nicht schlecht, aber durch das unglaubwürdige Verhalten beider Protagonisten und dem miesen Charakter von Max, wurde das vorhandene Potential meiner Meinung nach nicht ausgeschöpft. Der Schreibstil ist allerdings durchgängig super und langweilig ist das Buch auch nicht, sonst hätte ich es wahrscheinlich gar nicht beendet.

Veröffentlicht am 05.08.2019

Marlies' Bücherecke

Das Glück hat viele Seiten
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Inhalt: Nach dem Tod ihre Mutter vor zehn Jahren hat Hannah ihren Geburtsort Kempenich in der Eifel, und somit auch ihre Tante Marlies und deren kleinen Buchladen, verlassen. Inzwischen wohnt sie in Köln ...

Inhalt: Nach dem Tod ihre Mutter vor zehn Jahren hat Hannah ihren Geburtsort Kempenich in der Eifel, und somit auch ihre Tante Marlies und deren kleinen Buchladen, verlassen. Inzwischen wohnt sie in Köln und arbeitet in einer PR-Agentur. Dann stirbt überraschend Tante Marlies und hinterlässt ausgerechnet Hannah, die seit Jahren kein Buch mehr in der Hand gehabt hat, ihren Laden. Deshalb ist sie froh, als der attraktive Geschäftsmann Ben ihr schon sehr bald ein großzügiges Angebot macht und unterschreibt den Kaufvertrag. Doch dann erfährt sie von Bens Plänen für den Laden und versucht alles, um der Verkauf rückgängig zu machen. Zwischen Hannah und Ben entbrennt ein turbulenter Kampf um die Zukunft des Buchladens.

Meine Meinung: Ein Buch über einen Buchladen? - Das geht doch immer und das Cover passt einfach perfekt!
Dank des lockeren und flüssigen Schreibstils von Ella Zeiss war ich schnell mitten in der Geschichte. Die 26-jährige Hannah war mir gleich sympathisch und durch ihre (zugegebenermaßen manchmal etwas zu große) Naivität gerät sie häufiger in verzwickte Situationen. Ben mochte ich dagegen zuerst überhaupt nicht, da er Hannah den wahren Grund für den Kauf des Gebäudes absichtlich verschwiegen hat. Im Lauf der Geschichte lernt man ihn aber immer besser kennen und schließlich mochte ich Ben sogar lieber als Hannah. Schön sind die Beschreibungen des Buchladens und die Atmosphäre in dem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kennt und hilft, hat mir besonders gut gefallen. So bekommt Hannah tatkräftige Unterstützung von einigen sehr netten älteren Damen - Freundinnen von Marlies und Mitglieder eines Buchclubs - denn auch ihnen liegt der Buchladen sehr am Herzen.
Natürlich ist das Ende größtenteils vorhersehbar (das ist auch kein Problem), aber leider fand ich es zu übertrieben und zu kitschig, obwohl ich die Idee richtig gut finde.

Fazit: Ein leichter, humorvoller und unterhaltsamer Roman, den man prima im Urlaub oder im Liegestuhl auf der Terrasse lesen kann.

Veröffentlicht am 01.08.2019

Leichen im Keller

Das glühende Grab
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Inhalt: Sommer 2007 auf den Westmännerinsel in Island. Bei dem Projekt „Pompeji des Nordens“ werden mehrere Häuser ausgegraben, die 1973 bei einem Vulkanausbruch von Asche verschüttet wurden. Im Elternhaus ...

Inhalt: Sommer 2007 auf den Westmännerinsel in Island. Bei dem Projekt „Pompeji des Nordens“ werden mehrere Häuser ausgegraben, die 1973 bei einem Vulkanausbruch von Asche verschüttet wurden. Im Elternhaus von Markús Magnússon werden dabei drei Leichen und ein abgetrennter Kopf gefunden. Da Markús die Ausgrabung verhindern wollte, steht er unter Mordverdacht, obwohl er damals erst 15 Jahre alt war. Seine Rechtsanwältin Dóra Gudmundsdóttir glaubt fest an seine Unschuld. Dann wird die Leiche von Markús Jugendfreundin gefunden…

Meine Meinung: „Das glühende Grab“ ist bereits der dritte Teil einer Krimi- / Thrillerreihe um die Anwältin Dóra Gudmundsdóttir (und eine Neuauflage des Buches von 2008), aber problemlos als Einzelband zu lesen. (Ich kenne die anderen Teile nicht).
Die Geschichte beginnt spannend mit einem Mord im Prolog und anschließend mit dem Leichenfund im Keller. Doch dann passiert leider nicht viel Spannendes mehr. Es geht hauptsächlich um Dóras Ermittlungsarbeiten und die fand ich stellenweise etwas zäh. Deshalb würde ich die Geschichte auch eher als Krimi bezeichnen und nicht als Thriller. Allerdings gibt es einige Wendungen und eine für mich überraschende Aufklärung.
Der Schreibstil hat mir allerdings wieder gut gefallen; flüssig und teiweise auch humorvoll. Dora finde ich ganz sympathisch und ihre etwas schräge Sekretärin Bella sorgt für etwas Auflockerung. Zwischendurch gibt es immer mal wieder kurze Einblicke in Dóras Privatleben, was mir ganz gut gefällt. Die anderen Charaktere sind eher düster und unfreundlich.
Fazit: Insgesamt fand ich „Das glühende Grab“ schwächer als die anderen Bücher die ich vo Yrsa Sigurdardóttir gelesen habe. Trotzdem gefällt mir ihr Schreibstil sehr und ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin.