Cover-Bild Wir sind Wölfe
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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: cbj
  • Genre: Kinder & Jugend / Kinderbücher
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 21.02.2022
  • ISBN: 9783570179673
Katrina Nannestad

Wir sind Wölfe

Ein berührender Roman über eine Flucht im Zweiten Weltkrieg
Bettina Obrecht (Übersetzer), Martina Heiduczek (Illustrator)

Manchmal ist es gut, wild zu sein. Manchmal muss man es sogar sein.

Liesl hat ihrer Mama versprochen, auf Otto und Mia aufzupassen. Sie ist die Älteste, sie hat die Verantwortung. Um nicht der Roten Armee in die Hände zu fallen, schlagen sich die drei Geschwister im bitterkalten Winter alleine durch die Wälder und Sümpfe Ostpreußens, immer auf der Suche nach Nahrung und einem Unterschlupf für eine Nacht. Als sie eines Tages auf drei verwahrloste Jungen stoßen, die ihnen vom Kriegsende und dem Tod Hitlers erzählen, sind es auch diese drei, die Liesl die Augen öffnen: »Ihr seid wild, Wölfe wie wir.« Und Liesl muss den Jungen recht geben. In einer Welt, in der Kinder auf sich allein gestellt auf der Flucht sind, müssen sie zu Wölfen werden, um zu überleben. Wölfe lassen sich nicht erwischen. Wölfe geben aber auch nicht auf. Und manchmal geschieht ein Wunder.

Ein spannender Kinderroman über das bewegende Schicksal der Wolfskinder

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Lesejury-Facts

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2022

Opfer des Krieges

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Inhalt: Ostpreußen 1945: Als in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs die Rote Armee in Ostpreußen einmarschiert, muss die Familie Wolf mit nur wenig Gepäck und einem Pferdewagen fliehen. In dem großen ...

Inhalt: Ostpreußen 1945: Als in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs die Rote Armee in Ostpreußen einmarschiert, muss die Familie Wolf mit nur wenig Gepäck und einem Pferdewagen fliehen. In dem großen Durcheinander während eines Angriffs auf die Flüchtenden auf dem Eis des Frischen Haffs, verlieren die drei Kinder der Familie den Anschluss und sind nun auf sich allein gestellt. Die Älteste, die elfjährige Liesl, trägt nun die schwere Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister - den siebenjährigen Otto und die erst eineinhalb Jahre alte Mia - denn sie hat ihrer Mutter versprochen, gut auf die beiden aufzupassen. Im bitterkalten Winter Ostpreußens schlagen sie sich alleine durch und werden zu sogenannten „Wolfskindern“.

(„Wolfskinder“ wurden die deutschen Kinder genannt, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs elternlos in Ostpreußen zurückblieben und in den Wäldern zu Tausenden um ihr Überleben kämpften.)

Meine Meinung: Tragischerweise ist das Thema Flucht und Vertreibung im Moment wieder sehr aktuell, was dieses Buch noch eindringlicher und emotionaler macht. Da mir das Thema Flucht aus Ostpreußen aber aus persönlichen Gründen sehr am Herzen liegt - die Familie meines Vaters wurde vertrieben und meine Oma wagte die Flucht über das Frische Haff - wollte ich das Buch trotz der aktuellen Fluchtbewegungen aus der Ukraine unbedingt lesen.
„Wir sind Wölfe“ wird vom Verlag schon für Kinder ab 10 Jahren empfohlen, was ich allerdings wegen einiger dramatischer und emotionaler Szenen im ersten Viertel noch für zu jung halte. Außerdem würde ich Eltern empfehlen, das Buch zusammen mit ihren Kindern zu lesen um sofort Fragen beantworten zu können und Hintergründe zu erklären.
Die Geschichte liest sich durch die einfache, bildhafte und einfühlsame Sprache, sowie die relativ große Schrift sehr schnell, doch die Handlung lässt auch Erwachsene schon mal hart schlucken. Dass die Geschichte von der elfjährigen Liesl erzählt wird (die mir sehr schnell ans Herz gewachsen ist), macht sie noch eindringlicher und berührender. Schlagartig ist für Liesl und ihren kleinen Bruder Otto die Kindheit vorbei und sie müssen Verantwortung übernehmen, lügen, betteln, stehlen und Tiere töten, um zu überleben. Zudem sind sie ständig Gefahren ausgesetzt und müssen sich verstecken. Doch die Hoffnung, dass ihre Mutter sie findet, bleibt. Immer wieder treffen sie auf russische Soldaten oder andere „Wolfskinder“. Sie spielen mit den Kindern, helfen einander und können zeitweise auch wieder unbeschwerte Momente erleben. Auch von einigen Soldaten erfahren sie Güte und Meschlichkeit. Diese Passagen lockern die Geschichte auf und machen sie nicht allzu bedrückend.

Fazit: Eine eindringliche und berührende Geschichte, die ich nicht nur Kindern und Jugendlichen ans Herz legen möchte, sondern auch Erwachsenen!

Veröffentlicht am 03.03.2022

Bewegend und leider gerade sehr aktuell

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Ich weiß nicht, wann mir eine Rezi jemals so schwer gefallen ist. Das liegt diesmal an dem Bezug zur aktuellen politischen Lage, weniger an dem Buch als Solches.

In dem Buch geht es um 3 Geschwister, ...

Ich weiß nicht, wann mir eine Rezi jemals so schwer gefallen ist. Das liegt diesmal an dem Bezug zur aktuellen politischen Lage, weniger an dem Buch als Solches.

In dem Buch geht es um 3 Geschwister, 11, 7 und 1,5  , die während ihrer Flucht aus Ostpreußen zum Ende des 2. Weltkrieges plötzlich auf sich allein gestellt sind.

Liesl, mit 11 Jahren die Älteste, übernimmt die Verantwortung für ihre beiden Geschwister Otto, 7, und Mia, 1,5 und fast noch ein Baby. Gemeinsam schaffen sie es, etwas zu Essen und Unterschlupf zu finden. Sie begegnen Russen, Deutschen, anderen Flüchtlingskindern, anderen Familien.

Sehr eindrucksvoll wird die Welt, in der die Kinder bis zu ihrer Flucht leben, geschildert.  So ist der deutsche (Soldat) immer brav. Der Russe ist immer böse. An der Wand hängt ein Portrait von Hitler. Hitler ist der Erlöser. Er wird Deutschland den Sieg bringen. Danach leben alle Deutschen in Saus und Braus.

Auf der Flucht ändert sich die Einstellung nach und nach. Nicht alle Russen sind böse, denn manch einer hilft den Kindern. Nicht alle Deutschen sind die Guten, denn auch sie haben wohl grausame Dinge getan. Irgendwann fallen die immer gleichen Attribute, die Deutsche und Russen beschreiben, ganz weg.
Die Flucht ist auch ein Weg, sich selbst zu finden. So beschäftigen sie sich indirekt mit der Frage, wer bin ich und wer will ich sein?

Die Geschichte ist aus Sicht von Liesl erzählt. Und so unfassbar fesselnd und bewegend. Ich habe an einem Tag nie mehr als den vorab eingeteilten Abschnitt gelesen, denn ich musste das Gelesene einfach etwas sacken lassen.
Den Krieg aus Kinderaugen zu erleben fiel mir am schwersten. Was diese kleinen Seelen erleben mussten, sollte kein Kond erleben müssen.

Liesl erzählt soviel in ihrer anfangs noch kindlichen Naivität zwischen den Zeilen. Es ist so traurig, mitzuerleben, wie erst für Liesl und dann auch für Otto die Kindheit schlagartig endet. Und wieviel Mühe sie sich geben, genau diese für ihre kleine Schwester Mia zu erhalten.

Die Flucht hält ein schweres Leben für die Kinder bereit. Aber es gibt auch schöne Momente. Momente, in denen sie sich selbst erlauben, glücklich zu sein.

Ich als Mutter zweier Kinder im Alter von Liesl und Otto lese sicher anders, als die Kinder ab 11 Jahren, für die dieses Buch geschrieben wurde. Erst recht nach allem, was derzeit in der Ukraine geschieht. Dennoch finde ich, ist dieses Buch eine sehr wertvolle Geschichte für Kinder UND Erwachsene.

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Veröffentlicht am 26.02.2022

Eine Geschichte, die unter die Haut geht

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Mein Eindruck:
Zitat (S.322):
„Denn wenn ich verschwinde, dann werden alle Wolf-Kinder verschwunden sein: Liesl Anna Wolf, Otto Friedrich Wolf und Mia Hilda Wolf. Und wenn wir erst einmal verschwunden ...

Mein Eindruck:
Zitat (S.322):
„Denn wenn ich verschwinde, dann werden alle Wolf-Kinder verschwunden sein: Liesl Anna Wolf, Otto Friedrich Wolf und Mia Hilda Wolf. Und wenn wir erst einmal verschwunden sind, dann kann Mama uns nie mehr wiederfinden.“

Dieses Buch habe ich schon relativ früh in der Verlagsvorschau entdeckt und es sprach mich sofort an. Nicht nur das wunderschöne Cover, sondern auch der Inhalt. Denn dieser klingt so, als ob sich in dieser Geschichte Hoffnung, Mut und ein Neuanfang befindet.

Habe ich das bekommen, was ich erwartet habe? JA. Sogar viel mehr als das.

Geschichten, die im zweiten Weltkrieg spielen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Und oft hat man das Gefühl, eine gleicht der anderen. Hier ist das aber definitiv nicht der Fall! Denn die Autorin konzentriert sich in ihrer Geschichte nicht nur auf den zweiten Weltkrieg, nein. Es geht in dieser Geschichte um weitaus mehr.

Es geht um Liesl und ihre Familie. Darum, wie eine Familie innerhalb kürzester Zeit zerrüttet wird. Wie ein kleines Mädchen von einem Tag auf den anderen erwachsen werden und die Mutter ersetzen muss. Und egal wie schwer die Zeit doch ist, sie schafft es dennoch ihren Geschwistern genauso viel Liebe, Mut und Hoffnung zu geben.

Katrina Nannestads wunderbar leichter, aber auch bildgewaltiger Schreibstil sorgt dafür, dass man nicht anders kann, als sich ihrer Geschichte voll hinzugeben, darin zu versinken. Mit Liesl, Otto und Mia zusammen zu lachen, weinen, hoffen und bangen. Aber auch mit ihnen zu kämpfen und sich über jeden neuen Tag, den sie erleben dürfen zu freuen.

„Wir sind Wölfe“ ist nicht nur ein Buch, das gewaltige Emotionen zu bieten hat, sondern auch eine wirklich gute Charakterdarstellung. Die Geschwister, aber auch die anderen Charaktere, wirkten alle sehr natürlich auf mich, auch im Hinblick der Weiterentwicklung der Charaktere.

Fazit:
Eine Geschichte, die unter die Haut gegangen ist, sich da eingenistet hat und mich nicht mehr loslässt. Eine Geschichte, die für Herzrasen sorgt, weil man mit den Protagonisten mitfiebert. Eine Geschichte, die nicht nur für Kinder ab 10, sondern an alle gerichtet ist. Eine Geschichte, die ich nur empfehlen kann. Für mich ein Highlight.

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