Zu viel Geschichten, zu wenig "Stonehenge"
"Stonehenge - Die Kathedrale der Zeit" von Ken Follett hat mich zwiespältig zurück gelassen.
Wir begleiten in diesem (von mir lang erwarteten historischen) Roman die Hauptprotagonisten Joia und Seft ...
"Stonehenge - Die Kathedrale der Zeit" von Ken Follett hat mich zwiespältig zurück gelassen.
Wir begleiten in diesem (von mir lang erwarteten historischen) Roman die Hauptprotagonisten Joia und Seft fast durch ihr ganzes Leben. Joia hat eine Vision. Sie will als das Holzmonument, in dem die Rituale zu den Jahreszeiten gefeiert werden, abbrennt ein neues Monument aus Stein schaffen, das alle Zeiten überdauern soll. Unterstützung findet sie bei Seft, einem begabten Feuersteinhauer. Seft hat eine schwere Kindheit hinter sich, ein cholerischer Vater und zwei brutale Brüder. Seine große Liebe Neen bietet ihm Zuflucht vor seiner Familie und wird seine Frau. Daneben gewinnen wir Einblick in das Leben der Hirten, Bauern und Waldbewohnern, die unterschiedliche Lebensauffassungen haben.
Wie von Follett gewohnt, lernen die Lesenden zunächst alle im Roman vorkommenden Personen genau kennen. Einerseits ist das notwendig, andererseits nimmt die Beschreibung der Geschehnisse um die Protagonisten und ihre Stämme einen sehr großen Raum im Roman ein. Das eigentliche Thema, nämlich Stonehenge und dessen Entstehung kommt erst nach weit mehr als der Hälfte des Romans zum Tragen. Und das immer wieder unterbrochen durch die Geschichten in den Stämmen, die nicht "unspannend" sind. Es gibt natürlich Gute und Böse, Dumme und Weise, Friedfertige und Kriegerische. Allerdings hatte ich eher einen Roman wie "Säulen der Erde" erwartet, aus dem ich viel über Baukunst im Mittelalter gelernt habe. Insofern wurde ich etwas enttäuscht. Die verarbeiteten Fakten über Stonehenge waren mir nicht neu. Es gibt genug Dokus und Interneteinträge zu diesem Thema. Ich hätte mir gewünscht, mehr Fakten als Fiktion lesen zu können. Gemessen an anderen Werken von Ken Follett ist es nicht sein bestes Werk. Als absoluter Follett-Fan muss ich das leider sagen.
Der Roman hat mich gut unterhalten, mehr aber auch nicht. Schade! Lesende mit Schwerpunkt auf Liebesgeschichten in kriegerischen Zeiten werden hier eher auf ihre Kosten kommen.
Ich persönlich kann leider nicht mehr als 3 Sterne geben!