Cover-Bild Café Engel
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8,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Bastei Lübbe
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 28.02.2019
  • ISBN: 9783732561094
Marie Lamballe

Café Engel

Eine neue Zeit. Roman
AUFTAKT DER GROSSEN CAFE-ENGEL-SAGA

Wiesbaden, 1945. Die junge Hilde kann ihr Glück kaum fassen: Der Krieg ist zu Ende, und das Café Engel blieb wie durch ein Wunder verschont. Gegen alle Widerstände will sie den Familienbetrieb wieder zu jenem glanzvollen Treffpunkt schillernder Persönlichkeiten machen, als der er einst berühmt war. Doch schon bald trüben erste Konflikte den jungen Frieden: Als eine schöne junge Frau das Café betritt und sich als ihre Cousine Luisa vorstellt, ist Hildes Misstrauen geweckt. Wer ist diese rätselhafte Frau, die sich von Ostpreußen bis nach Wiesbaden durchgekämpft hat? Wachsende Rivalität zwischen den beiden Frauen droht die harmonische Atmosphäre im Café zu vergiften. Bis Hilde und Luisa begreifen, dass sie etwas gemeinsam haben: ein Geheimnis aus Kriegszeiten, das sie bis heute fürchten ...

DIE FESSELNDE GESCHICHTE EINER CAFEHAUSDYNASTIE IM WANDEL DES 20. JAHRHUNDERTS - BAND 2 ERSCHEINT AM 28. JUNI 2019

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2020

Flüssiger Erzählstil - oberflächliche Handlung

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Im Roman "Café Engel" steht das gleichnamige Café Engel in Wiesbaden und dessen Besitzerfamilie im Vordergrund. Zeitlich spielt der Roman zu Beginn noch während des zweiten Weltkriegs, hauptsächlich jedoch ...

Im Roman "Café Engel" steht das gleichnamige Café Engel in Wiesbaden und dessen Besitzerfamilie im Vordergrund. Zeitlich spielt der Roman zu Beginn noch während des zweiten Weltkriegs, hauptsächlich jedoch in den Anfangszügen der Nachkriegszeit. Er schildert insbesondere die amerikanische Besatzung in Wiesbaden aus der Perspektive von Hilde Koch, der Tochter der Besitzer des Café Engels, ihres Vaters Heinz Koch, einem Heimkehrer aus französischer Kriegsgefangenschaft und aus der Perspektive von Julia Wemhörner, einer Frau mit jüdischen Wurzeln die während des Krieges von Familie Koch versteckt wurde. Zeitgleich wird Luisa Kochs Flucht aus Ostpreußen geschildert, bis sie bei ihrer unbekannten Familie in Wiesbaden ankommt. Ein Nebenstrang erzählt die Geschichte von Jean Jacques, dem französischen Fremdarbeiter und Liebhaber Hildes, der aus Deutschland entkommt und sein Leben in Südfrankreich wieder aufnimmt.

Insgesamt hat der Roman zahlreiche Handlungsstränge, die zwar unterhaltsam zu lesen sind, aber insgesamt recht oberflächlich behandelt werden. Den Zwist zwsichen Jean Jacques und seinem Bruder Pierrot, der überhaupt nicht zur Haupthandlung beiträgt, hätte man sich vielleicht sparen können. Dafür hätte man besser mehr über Luisas Flucht erfahren. Hier stört mich am meisten, wie die Autorin mit Luisas Vergewaltigung umgeht. Nachdem es passiert, wird es nie wieder angesprochen. Luisa denkt nicht einmal daran - es ist, als hätte sie es mir nichts dir nichts vergessen. Das erweckt den Eindruck, als wäre die Vergewaltigung nur ein Stilmittel, um ein Kapitel interessanter zu machen - persönlich finde ich das, besonders aus moralischen Gründen, nicht in Ordnung. Gleichermaßen oberflächlich bleibt Hildes Beziehung zum Amerikaner Josh Peters. Der ist mal da - und dann einfach wieder weg. Auch Hildes Beziehung zu Luisa, die sich ganz plötzlich um 180 Grad dreht, ohne dies genauer zu erläutern, ist recht oberflächlich. So wurden an einigen Stellen in meinen Augen zahlreiche Potentiale für eine wirklich tiefgründige Geschichte vergeudet.

Was mich mit Abstand am meisten stört, ist jedoch das Versprechen, das auf dem Buchdeckel gemacht wird: "...Bis Hilde und Luisa begreifen, dass sie etwas gemeinsam haben: ein Geheimnis aus Kriegszeiten, das sie bis heute fürchten ..." An dieser Stelle muss ich leider sagen, dass ich bis zum Ende auf das gemeinsame Geheimnis gewartet habe - aber es nicht finden konnte. Hier wird eine große Gemeinsamkeit aufgebaut, die es überhaupt nicht gibt. Wenn sie jemand findet, wäre ich dankbar darüber, mich aufzuklären. Grundsätzlich würde ich dem Verlag jedoch empfehlen, den Beschreibungstext abzuändern - denn der führte insbesondere zu enttäuschten Erwartungen meinerseits.

Dennoch hat das Buch auch gute Seiten: Es ist sehr perspektivenreich geschrieben, sodass der Leser zahlreiche Eindrücke erhält. Es lässt sich leicht und flüssig lesen, und ist durchweg auch unterhaltsam geschrieben. Die Charaktere sind recht vielfältig. Luisa ist das liebe Mädchen von nebenan, Hilde das Gegenteil: eine durchsetzungsstarke junge Frau, die sagt, was ihr auf der Zunge liegt. Besonders Hilde ist als Charakter sehr erfrischend. Dennoch konnte ich mit keinem Charakter so richtig warm werden. Das lässt sich allerdings vermutlich wieder auf die oberflächliche Handlung zurückführen.

Im Fazit ist Café Engel ein flüssig geschriebener, unterhaltsamer Roman, der jedoch sehr oberflächlich bleibt. Vielleicht kommt im zweiten Band mehr Inhalt - und vielleicht ist der erste Band gerade so angelegt, dass man den zweiten kaufen muss, um die Geschichte zu begreifen. Dennoch schafft der erste Band wenig Motivation, um an der Café Engel-Saga weiterzulesen.

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Veröffentlicht am 25.02.2020

Interessanter Auftakt mit spannenden Charakteren und wechselnden Szenen die zusammenführen. Empfehlung!

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Ein ansprechendes Cover und ein interessanter Klappentext haben mich neugierig auf das Cafe Engel werden lassen.
Durch den 2. Teil ( Cafe Engel Schicksalhafte Jahre ) bin ich auf diesen Auftakt der Trilogie ...

Ein ansprechendes Cover und ein interessanter Klappentext haben mich neugierig auf das Cafe Engel werden lassen.
Durch den 2. Teil ( Cafe Engel Schicksalhafte Jahre ) bin ich auf diesen Auftakt der Trilogie aufmerksam geworden und habe diesen dann zuerst gelesen.
Ich erwartete mir eine spannende Familiengeschichte da es auch am Anfang im März 1935 bei der kleinen Hilde Koch begann.
Der Haupterzählstrang ist in Wiesbaden im Jahr 1945 kurz vor Ende des Krieges bis nach dem Krieg angesiedelt.
Der Kampf um das Cafe, der Umgang mit den Besatzungsmächten, die Lebensmittelknappheit und das damit verbundene Wirken der Protagonisten ist kurzweilig und interessant.
Die Schicksale und Wendungen einzelner Personen sind aufregend und schaffen es zu überraschen.
Ich fühlte mich gut unterhalten da die vorkommenden Ereignisse glaubwürdig, manchmal humorvoll oder auch dramatisch sind.
Auch ist es zuweilen herzergreifend die verschiedenen Charaktere quer durch ihre Erlebnisse zu begleiten mitzufiebern bzw. mitzuleiden.
Die Erzählstränge führten aufeinander zu und bildeten dann ein grosses Ganzes das sich im Cafe Engel mündete.

In einem gut verständlicher Schreibstil gehalten mit einer unterhaltsamen Erzählweise die einen sofort in die Geschichte eintauchen ließ.
Die Überschriften bei den Kapiteln sind deutlich gekennzeichnet mit Namen oder Orten und Zeitangaben und machen das Nachvollziehen einfach.

Ich spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus und vergebe 5 Sterne für den Auftakt der Cafe Engel Saga.

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Veröffentlicht am 03.03.2019

Unzugängliche Figuren in einer Geschichte, deren Potential nicht ganz ausgeschöpft wurde

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Wiesbaden liegt in Trümmern, der Krieg ist zu Ende doch das Café Engel erstrahlt fast unversehrt im alten Glanz. Hilde und ihre Mutter können schon bald wieder viele Gäste begrüßen und das Café wird zum ...

Wiesbaden liegt in Trümmern, der Krieg ist zu Ende doch das Café Engel erstrahlt fast unversehrt im alten Glanz. Hilde und ihre Mutter können schon bald wieder viele Gäste begrüßen und das Café wird zum Treffpunkt. Doch mit dem Auftauchen von Hildes Cousine Luisa droht die heimelige Atmosphäre zu bröckeln, denn an Hilde nagt die Eifersucht, ist Luisa doch so viel hübscher anzuschauen als sie selbst. Ihre Rivalität mündet schließlich in Erkenntnis - es gibt ein Geheimnis, das beide mit sich tragen und vor dessen Entdeckung sich beide fürchten...

Ja, endlich wieder ein guter Roman mit einer Familiengeschichte vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges - mein absolutes Lieblingsgenre und so habe ich mich mit Feuereifer in diesen Roman gestürzt. Und Peng ! war die Seifenblase auch schon wieder geplatzt.
Marie Lamballe hat eine sehr gute Idee zu einem Roman verarbeitet, die in meinen Augen viel, viel mehr Potential zum absoulten Knaller gehabt hätte, aber hier liegen viele gute Szenen einfach ungenutzt auf der Straße und werden nicht aufgegriffen.
Die Figuren bleiben für mich unzugänglich, wirken fast wie Statisten in ihrer eigenen Geschichte und machen es mir so schwer, mich mit ihnen zu identifizieren und in ihre Haut zu schlüpfen. Manche Akteure sind sogar so unglaubwürdig dargestellt, dass ich ab und an einfach nur dasitze und mit dem Kopf schütteln kann, weil mich ihr Treiben auf dem Papier aufregt.
Es gibt viel zu viele Handlungsstränge, die angerissen, aber irgendwie nicht zu Ende geführt werden und durch die vielen Perspektivenwechsel wirkt das Buch unruhig, irgendwie unausgegoren und an manchen Stellen gehetzt.
Was mir aber sehr gut gefallen ist, dass die Autorin die Schrecken des Krieges und seine Folgen hier mit all ihrer Grausamkeit und Härte darstellt, nichts verklärt oder gar unter den Tisch fallen lässt - diese Szenen sind ihr wirklich sehr gut gelungen.
Ich habe mich durch das Buch regelrecht durchgekämpft, weil es an manchen Stellen einfach zu zäh ist, einige Sequenzen sind in meinen Augen einfach überflüssig und das Ende - ja, das Ende glänzt durch Unglaubwürdigkeit und ist für mich nicht plausibel.
Schade

Herzlichen Dank an den Verlag, der mir dieses Leseexemplar kostenfrei über NetGalley zur Verfügung gestellt hat. Diese Tatsache hat jedoch nicht meine ehrliche Lesermeinung beeinflusst.


CaféEngel

NetGalleyDE