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Veröffentlicht am 24.04.2019

Spannender Roman mit interessanten Protagonistin, der zum Nachdenken über unsere Zukunft anregt!

Die Geschichte des Wassers
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Zusammenfassung:

„Die Geschichte des Wassers“ umfasst zwei Handlungsstränge. Im ersten Teil der Geschichte steht die norwegische Umweltaktivistin Signe im Mittelpunkt, die im Jahre 2017 mit beinahe 70 ...

Zusammenfassung:

„Die Geschichte des Wassers“ umfasst zwei Handlungsstränge. Im ersten Teil der Geschichte steht die norwegische Umweltaktivistin Signe im Mittelpunkt, die im Jahre 2017 mit beinahe 70 Jahren von Norwegen nach Frankreich segelt, um ihrer Jugendliebe Magnus, der einen großen Energiekonzern leitet, die Zerstörung der Gletscher in Norwegen vorzuwerfen. Der zweite Handlungsstrang spielt im südlichen Frankreich im Jahre 2041. Das Land ist von einer fünfjährigen Dürre geplagt und Menschen fliehen aus dem wasserarmen Süden in den Norden. Zu diesen Flüchtlingen zählt auch David mit seiner Tochter Lou. Die Geschichte schildert ihr Leben im Flüchtlingslager und die gesellschaftlichen und persönlichen Konsequenzen der Wasserknappheit.

Meinung:

Ebenso wie der Vorgängerroman ist auch die „Geschichte des Wassers“ flüssig geschrieben und lässt sich leicht, kurzweilig und schnell lesen. Die beiden Handlungsstränge bringen Varietät und Abwechslung in den Roman. Besser gelungen als im vorangegangenen Roman ist die Verknüpfung der Handlungsstränge. Die Sorgen Signes um den menschlichen Einfluss auf das natürliche Gleichgewicht spiegelt sich zu jeder Zeit im zweiten Handlungsstrang, Davids und Lous Geschichte, wider. Die stetigen Wechsel sorgen für Spannung, ohne dass der Roman dadurch unterbrochen oder abgehakt wirkt.
In „Die Geschichte des Wassers“ gefällt mir besonders die Protagonistin Signe ausgesprochen gut. Selten stehen in Romanen der Spiegel-Bestsellerliste ältere Protagonisten im Mittelpunkt. Besonders gut gelungen ist der Kontrast zwischen Signe und anderen Menschen ihrer Generation. Während für Signe der Umweltaktivismus immer im Mittelpunkt ihres Lebens stand, haben sich viele andere Menschen, die zu Beginn an ihrer Seite für den Erhalt der Flüsse und Gletscher in Norwegen kämpften, im Laufe der Jahre von diesem Leben abgewendet. Gut gelungen sind ebenfalls die stetigen Retrospektiven in Signes Jugend, die genau diesen Kontrast zwischen ihrer Entwicklung und der Entwicklung ihrer Mitmenschen ausgesprochen gut darstellen.
Wieder einmal spricht Maja Lunde ein Thema an, dass für uns in Zukunft von enormer Wichtigkeit sein wird. Das Jahr 2041 ist nur noch zwanzig Jahre von uns entfernt – die meisten werden es miterleben. In Anbetracht der stetig wärmer und trockener werdenden Sommer ist, ist das Szenario, das sie ausmalt, nicht unwahrscheinlich. Dadurch vermag auch dieses Buch sicherlich viele Leser/innen zum Nachdenken und zum sorgsamen Umgang mit der Ressource Wasser animieren. Dass die Folgen noch direkter, noch offensichtlicher, und noch gravierender sind als das Verschwinden der Bienen, wo zumindest noch durch menschliche Hand gegengesteuert werden konnte, gibt dem Roman eine noch
Im Gegensatz zum Vorgängerroman sind die Handlungsstränge in meinen Augen weit weniger vorhersehbar. Der Ausgang der Geschichte bleibt, insbesondere im zukünftigen Handlungsstrang im gesamten Romanverlauf offen. Jede Wendung der Geschichte, ob positiv oder negativ, wäre für mich denkbar gewesen. Auch hier wird ein komplexes, wissenschaftliches Thema so einfach und unterhaltsam wie möglich dargestellt. Dennoch, vielleicht weil die Folgen einer Wasserknappheit jedem intuitiv bewusst sind, ist keine weitere theoretische Fundierung nötig. Was Maja Lunde schreibt und illustriert reicht zum Verständnis des Romans, und zum grundlegenden Verständnis der Problematik aus.

Fazit:

„Die Geschichte des Wassers“ kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Es ist ein unterhaltsamer, kurzweiliger und spannender Roman, der zum Nachdenken anregt und uns bewusstmacht, dass das Gleichgewicht eines Wasserkreislaufs sensibel ist. Im Gegensatz zum Vorgängerroman sind die Protagonisten zudem interessanter und die Handlungsverläufe weniger vorhersehbar.

Veröffentlicht am 21.04.2019

Unterhaltsamer, aber vorhersehbarer Roman, der zum Nachdenken anregt!

Die Geschichte der Bienen
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Zusammenfassung:

„Die Geschichte der Bienen“ umfasst drei Handlungsstränge, die zunächst nur durch das übergreifende Thema „Bienen“ miteinander verbunden zu sein scheinen, die aber im Laufe des Romans ...

Zusammenfassung:

„Die Geschichte der Bienen“ umfasst drei Handlungsstränge, die zunächst nur durch das übergreifende Thema „Bienen“ miteinander verbunden zu sein scheinen, die aber im Laufe des Romans miteinander verwoben werden. Der älteste Handlungsstrang spielt im 19. Jahrhundert in England, wo William, Saatguthändler und bislang erfolgloser Forscher nach einer langen, depressiven Phase einen neuartigen und verbesserten Bienenkorb entwickeln möchte. In der Gegenwart spielt die Geschichte in den USA und schildert die Geschichte eines Imkers, der nicht nur vor der Herausforderung steht, seinen Sohn von der Übernahme des Hofs zu überzeugen, sondern dessen Existenzgrundlage durch das Bienensterben zunehmend bedroht wird. Der letzte Handlungsstrang spielt im Jahre 2097 in China, wo eine junge Arbeiterin Blüten händisch bestäubt, bis ihr Sohn einen mysteriösen Unfall erleidet.

Meinung:

Der Roman ist kurzweilig geschrieben und liest sich nicht nur flüssig, sondern auch leicht und sehr schnell. Ich habe ihn binnen weniger Tage auf der dreißigminütigen Fahrt zur Arbeit vollständig gelesen. Die drei unterschiedlichen Handlungsstränge bringen viel Varietät und Abwechslung in die Geschichte. Durch die ständigen Wechsel hält der Roman auch eine gewisse Spannung – denn immer, wenn ein Handlungsstrang wirklich interessant wird, bricht er ab und wird erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen.
Das Thema, das Maja Lunde in ihrem Roman anspricht ist von enormer Wichtigkeit. Der Roman vermag sicherlich viele Leser/innen zum Nachdenken anregen, wie wichtig Bienen für das Überleben des Menschen sind, und welches Chaos und welcher Rückschritt ihr Verschwinden mit sich bringen könnte. Dabei gibt die Autorin insbesondere im zeitlich letzten Handlungsstrang einen erschreckenden Ausblick, wie das Leben der Menschheit ohne Bienen aussehen könnte. Dass sie sich dabei noch auf eine Region bezieht, die laut Roman vergleichsweise glimpflich davonkommt, regt zusätzlich zum Nachdenken an. Ihr gelingt es ausgesprochen gut, dieses ernste Thema in drei packenden Geschichten unterzubringen. Gelegentlich hätte ich mir mehr fachlichen Hintergrund gelesen. Die Fundierung des Buches war mir an manchen Stellen zu seicht. Die Leichtigkeit, mit der der Roman zu lesen ist, basiert jedoch selbstverständlich auch darauf, dass die Komplexität des Themas so gering wie möglich gehalten wird.
Die Handlungsstränge sind größtenteils recht vorhersehbar. Lediglich der Ausgang der Handlung im 19. Jahrhundert (die Erfindung des Bienenstocks) vermochte mich zu überraschen. Nichtsdestotrotz gehen auch mit der Geschichte der USA, und in besonderem Maße auch mit Taos Schicksal in China viele Emotionen einher, sodass die hohe Vorhersehbarkeit für mich in Ordnung war. Die Charaktere haben bewegende Hintergründe. Besonders bewegt hat mich dabei die parabelförmige Entwicklung von William, der zwischen Depressionen wandelt. Auch Taos Schicksal ist überaus bewegend, dennoch ist die Idee der verzweifelten Mutter, die ihr Kind sucht, weniger originell (aber natürlich dennoch unglaublich mitnehmend und sicherlich ansprechend für viele Leser/innen), als die beiden anderen Geschichten.

Fazit:

„Die Geschichte der Bienen“ ist ein empfehlenswerter Roman, der zum Nachdenken über die Wichtigkeit der Bienen anregt. Auch wenn dem Roman die Komplexität und Tiefe fehlt, mit der dieses Thema behandelt werden sollte und die Handlung überwiegend vorhersehbar ist, bietet er ein unterhaltsames und leichtes Lesevergnügen.

Veröffentlicht am 21.04.2019

Kurzweiliger Roman, der die Sklaverei in den Südstaaten der USA realistisch abbildet und mit interessanten Charakteren punktet

Die Erfindung der Flügel
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Zusammenfassung:

„Die Erfindung der Flügel“ beschreibt die Geschichte von Sarah und Angelina Grimké, Töchter eines Plantagenbesitzers und Richters aus Charleston zu Beginn des 19. Jahrhunderts, auf ihrem ...

Zusammenfassung:

„Die Erfindung der Flügel“ beschreibt die Geschichte von Sarah und Angelina Grimké, Töchter eines Plantagenbesitzers und Richters aus Charleston zu Beginn des 19. Jahrhunderts, auf ihrem ungewöhnlichen und unkonventionellen Lebensweg und ihren Bemühungen, der Sklaverei in den Südstaaten ein Ende zu setzen. Gleichermaßen greift der Roman die Geschichte von Sarahs Kammerzofe Handful auf, und wie sie als Sklavin einer reichen Südstaaten-Familie lebt und behandelt wird. Während Sarah und Angelina Grimké reale Charaktere sind, ist Handfuls Geschichte Fiktion.

Meinung:

Anders als viele andere Romane, die in den Zeiten der Sklaverei in den Südstaaten spielen, greift „Die Erfindung der Flügel“ auch Perspektiven der versklavten afroamerikanischen Bevölkerung auf und schafft es dadurch, nicht zu romantisieren. Während in Erzählungen à la „Vom Winde verweht“ der Sklave als liebenswertes Familienmitglied, ähnlich einem Haustier, beschrieben wird, treten in dieser Geschichte Bestrafungen, das Gefühl der Gefangenschaft und das Elend der Sklaven in den Vordergrund. Damit gibt der Roman die Sklaverei deutlich realistischer wieder, als viele Romane, die in einer ähnlichen Zeit spielen.
Dass Sarah und Angelina Grimké historisch belegte Personen sind, während Handful größtenteils dem Gedankengut der Autorin entspringt, fällt beim Lesen nicht auf. Alle Charaktere sind außerordentlich fundiert und glaubwürdig dargestellt. Sarah ist insbesondere daher eine interessante Person, weil sie kontinuierlich gegen die gesellschaftlichen und politischen Konventionen ankämpft, ihre Ambitionen jedoch meist zerstört werden. Ihre Enttäuschung und Resignation werden insbesondere in den ersten Teilen des Buchs sehr glaubhaft und authentisch dargestellt. Die Autorin schafft keine typische Romanheldin, die trotz aller Barrieren alles erreichen kann, sondern eine Frau, die mit den Widernissen ihres Daseins zu ihrer Zeit kämpfen muss – und dabei auch verliert. Ebenso interessant sind die Charaktere auf der anderen Seite der Geschichte: Handful und ihre Mutter Charlotte. Insbesondere Charlotte kämpft auf ihre Weise gegen die Sklaverei und gibt ihr rebellisches Wesen an ihre Tochter Handful weiter.
Die Beziehung zwischen Sarah und Handful zeigt eine interessante Entwicklung. Geht man zu Beginn des Romanes davon aus, dass sich zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft entwickelt, so ist die Beziehung erstaunlich unstet. Je nach Lebenslage verändert sich die Beziehung zwischen den beiden, geprägt von den gesellschaftlichen Konventionen, unter denen Sarah agiert. Diese Wechsel, und die Ab- oder Zunahme der Intensität der Beziehung zwischen Handful und Sarah macht einen Großteil der Spannung im Roman aus.
Die Handlung des Romans ist wenig vorhersehbar und nimmt im Laufe der Geschichte einige interessante und überraschende Wendungen. Selbst im letzten Teil des Romans war ich mir als Leserin nicht im Klaren darüber, wo die Geschichte hinführen wird. So ist durchweg nicht absehbar, ob die Geschichte glücklich, traurig oder offen endet.
Bei den Ausführungen der Autorin kommen lediglich Emotionen kurz. Obwohl die Autorin traurige und bewegende Schicksale findet, liest sich der Roman sehr sachlich. An dieser Stelle merkt man deutlich, dass die Geschichte der Grimké-Schwestern auf der Recherche historischer Daten beruht. Der Roman vermochte mich auf emotionaler Ebene nicht richtig zu packen, sondern hat eher den Charakter eines unterhaltsamen und kurzweiligen Sachbuchs.
Der Schreibstil der Autorin liest sich gut und flüssig. Zeitweilens benutzt sie Worte, die im historischen, besonders auch im religiösen Kontext sehr stimmig, aber nicht unbedingt intuitiv zu verstehen sind. Dem historischen Charakter des Buchs wird sie dadurch jedoch gerecht.

Fazit:

Ein spannender Roman mit hochinteressanten Protagonisten und Nebencharakteren, der die Leidensgeschichte der Sklaverei in den Südstaaten weitaus realistischer schildert, als viele vorangegangene Romane und durch seine Unvorhersehbar punktet. Die Geschichte könnte lediglich emotional packender sein. Dennoch empfehle ich „Die Erfindung der Flügel“ unbedingt weiter.

Veröffentlicht am 10.01.2019

Ein unterhaltsames Buch für jeden, der eine unterhaltsame Liebesgeschichte mehr schätzt als detaillierte historische Fakten

Kalifornische Sinfonie
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Einleitung und Zusammenfassung:

Garnet Cameron, die verträumte und gleichermaßen abenteuerfreudige und freiheitsliebende Tochter eines guten New Yorker Hauses, heiratet im Jahre 1845 den Präriehändler ...

Einleitung und Zusammenfassung:

Garnet Cameron, die verträumte und gleichermaßen abenteuerfreudige und freiheitsliebende Tochter eines guten New Yorker Hauses, heiratet im Jahre 1845 den Präriehändler Oliver Hale, um mit ihm gemeinsam in das bis dahin weitestgehend unbekannte Kalifornien aufzubrechen. Über die beschwerliche Reise und das Leben in Kalifornien selbst muss Garnet jedoch feststellen, dass Freiheit und Abenteuer nicht nur mit Vergnügen einhergehen, sondern dass beides auch seinen Preis fordern kann. Diverse Schicksalsschläge stellen ihr Durchsetzungsvermögen in der Ferne stetig in Frage.


Deine Meinung:

Wie andere Bristow-Werke auch, braucht dieser Roman einige Seiten, bis er es endgültig schafft, den Leser zu fesseln. Der Anfang, insbesondere die Beschreibungen von Garnets wohlbehütetem Leben, zieht sich etwas und blieb auch bei mir einige Tage liegen, bevor ich mich zum Weiterlesen aufraffen konnte. Ebenso wie in Bristows anderen Romanen, wird Ausdauer hier jedoch belohnt. Spätestens mit Beginn der Reise nach Kalifornien baut der Roman mehr und mehr Spannung auf und wird zu einem amüsanten und kurzweiligen Lesevergnügen.

Selbstverständlich ist „Kalifornische Sinfonie“ ein klassischer Liebesroman im historischen Kontext, und als solcher teils vorhersehbar. So lässt sich das Ende bereits zu Beginn ohne große Anstrengung vorhersagen. Der Weg dahin ist aber von einigen Wendungen geprägt, die mich durchaus zu überraschen vermochten, und die mich dazu brachten, das Buch innerhalb von vier Tagen zu lesen. Die Vorhersehbarkeit bestimmter Aspekte hat mich nicht weiter gestört – zumal ich sie mir schon im frühen Stadium der Handlung erwartet und gewünscht habe.
Die Figuren sind interessant gestaltet. Besonders sticht dabei der Protagonist Oliver Hale hervor, der nicht nur die anderen Charaktere, sondern auch die Leser zu Beginn des Romans um den Finger zu wickeln vermag, und den man erst nach einer Weile vollständig zu durchschauen vermag. Gelungen ist ebenso, dass einige Geheimnisse der Protagonisten bis zum Ende des Romans aufrechterhalten werden, sodass viele Charaktere auch für den Leser erst im Finale durchschaubar sind. Die Protagonistin, Garnet, ist zwar eine bewundernswerte Frau – ihren Typ findet man jedoch in vielen Romanen wieder.

Der historische Kontext bietet einen interessanten Rahmen für eine Persönlichkeit für Garnet Cameron. Wie so oft in Romanen, die sich eher auf zwischenmenschliche Beziehungen und Liebe konzentrieren, kommt er natürlich ein wenig kurz. Insgesamt hätte er die Charaktere in vielerlei Hinsicht mehr beeinflussen können. Das gilt sowohl für die geschichtlichen Ereignisse in Kalifornien, als auch für die Umsetzung der damals geltenden sozialen Normen, die besonders in der sich schnell und spontan entwickelten Freundschaft zwischen Garnet und Florinda widerspiegeln

Am Schreibstil merkt man sicherlich, dass das„Kalifornische Sinfonie“ bereits ein älterer Roman ist. Dennoch ist die Sprache sehr gut zu verstehen, und das Buch einfach und gut, und ohne hohen Konzentrationsaufwand zu lesen.

Obwohl es sicherlich viele vergleichbare Romane gibt, hat mir das Lesen der „Kalifornischen Sinfonie“ viel Spaß gemacht. Besonders schön fand ich die zahlreichen Beschreibungen der Landschaften, die immer wieder in den Gedanken von Garnet aufgetaucht sind.



Fazit

„Kalifornische Sinfonie“ beschreibt in erster Linie die Entwicklung der Protagonistin Garnet Cameron von einem freiheitsliebenden, aber naiven Mädchen hin zu einer weitaus realistischeren jungen Frau mit der beeindruckenden Fähigkeit, sich auch fernab ihrer Heimat zu beweisen. Dabei spielt die Geschichte im Kontext der ersten kalifornischen Siedler, vor der Annektierung Kaliforniens durch die USA, und ebenso vor den ersten Goldfunden.

Ich empfehle den Roman jedem, der nach ein bisschen Lesedisziplin zu Beginn ein kurzweiliges, nicht zu anspruchsvolles Buch sucht, und dabei weniger Wert auf die Details des historischen Kontexts, als auf das Leben und die Schwierigkeiten der Protagonistin legt. Wer den Roman mit diesen Erwartungen beginnt, darf mit einem schönen und unterhaltsamen Roman rechnen.

Veröffentlicht am 08.12.2018

Würdiges Finale der Louisiana-Trilogie

Am Ufer des Ruhms
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Einleitung und Zusammenfassung:

Der dritte und damit letzte Teil von Gwen Bristows Louisiana-Trilogie spielt kurz vor Beginn des zweiten Weltkriegs. Kester Larne, Erbe der Ardeith-Plantage, heiratet Eleanor ...

Einleitung und Zusammenfassung:

Der dritte und damit letzte Teil von Gwen Bristows Louisiana-Trilogie spielt kurz vor Beginn des zweiten Weltkriegs. Kester Larne, Erbe der Ardeith-Plantage, heiratet Eleanor Upjohn. Bald stellt die nüchterne, aber ehrgeizige Eleanor jedoch fest, dass die Plantage hoch verschuldet ist und das junge Paar kurz davor steht, alles zu verlieren. Im Kampf gegen die Schulden leidet Eleanor nicht nur unter den politischen Spannungen Europas, sondern auch unter der Moral Kesters.

Meinung:

Der Roman l:äuft, im Vergleich zu seinen Vorgängern, schleppender an. Doch wo er anfangs langwierig ist, wird er ab der Mitte umso spannender. Mit Eleanor und Kester treffen zwei Charaktere aufeinander, die kaum gegensätzlicher sein können. Die vollkommen unterschiedliche Erziehung der beiden Protagonisten, die im Laufe der Geschichte immer wieder zu Konflikten und Problemen zu führen scheint, macht den besonderen Charm des letzten Romans aus. Dabei ist Eleanor die wohl interessanteste und beeindruckendste Protagonistin der gesamten Trilogie, vielleicht weil sie eine erstaunlich unabhängige, ideen- und erfolgreiche Frau ist, vielleicht aber auch, weil sie dadurch in der Welt ihres Ehemanns wie ein Fremdkörper wirkt. Obwohl der Roman in der Zeit des ersten Weltkriegs spielt, spielt die Historie nur eine nebensächliche Rolle. Die Protagonisten werden vom Zeitgeschehen erstaunlicherweise wenig beeinflusst. Ihre Schicksalsschläge, und die Spannung des Romans, ergeben sich hauptsächlich aus dem Miteinander Kesters und Eleanors. Für einen historischen Roman weist „Am Ufer des Ruhms“ wenige historische Elemente und Fakten auf. Gerade das macht die Geschichte jedoch auch authentisch – Eleanor und Kester nehmen, im fernen Amerika, die politischen Spannungen und den Krieg nur am Rande wahr, da beides ihr Leben kaum beeinflusst. Bristows Schreibstil ist aus heutiger Perspektive vermutlich nicht mehr als modern zu bezeichnen, da der Roman jedoch zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielt, macht auch das Teil seines Charmes aus.

Fazit:

Insgesamt ist „Am Ufer des Ruhms“ ein wunderbares Finale der Louisiana-Trilogie und ein unterhaltsamer Roman für jeden, der das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Protagonisten und historischem Einfluss schätzt. Wer sich vom schleppenden Einstieg nicht entmutigen lässt und nach den ersten Kapiteln am Ball bleibt, wird mit einem spannenden Geschichtsverlauf am Ende belohnt und wünscht sich, dass der Trilogie ein vierter Teil folgt.