Cover-Bild Das Archiv des Teufels
Band 1 der Reihe "Nachrichtendienstoffizier Robert Bennett"
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10,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Historisch
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Ersterscheinung: 08.09.2021
  • ISBN: 9783839268704
Martin Conrath

Das Archiv des Teufels

Roman aus der Zeit des Kalten Krieges
»Ich will Heiderer vor Gericht bringen, wegen Kriegsverbrechen und dem Mord an meinem Bruder. In Deutschland wird mir das nur schwer gelingen. Selbst wenn ich Beweise gegen ihn habe, wird er höchstens seinen Posten als Minister nicht antreten können. Man wird sagen, er sei erkrankt. Alles andere wird vertuscht werden, um das Ansehen Adenauers nicht zu beschädigen.«

Der Roman zeigt, wie hochrangige Nazis nach dem Zweiten Weltkrieg, mithilfe der amerikanischen Besatzungsmacht, in Deutschland eine zweite Karriere starteten.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2022

Der Zweck heiligt nicht die Mittel

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Auch wenn die Amerikaner das Wissen von ehemaligen Angehörigen der Nationalsozialisten dringend brauchen, ist es nicht legitim sie vor der Strafverfolgung zu schützen. Das Recht der Opfer ist höher zu ...

Auch wenn die Amerikaner das Wissen von ehemaligen Angehörigen der Nationalsozialisten dringend brauchen, ist es nicht legitim sie vor der Strafverfolgung zu schützen. Das Recht der Opfer ist höher zu bewerten als jegliches Nutzen. Dieser Ansicht sind weder die Amerikaner noch die Sowjets. Sie handeln nur danach wie sie die gewonnenen Informationen gegen die andere Seite im Kalten Krieg nutzen können.
Anna,, eine Kommunistin im Dienst der Staatssicherheit jagt sie aus Rache. Robert sucht sie im Auftrag der Amerikaner und stellt ihnen einen Persilschein aus. Damit sie für die deutsche Regierung von Nutzen sein können. Beide geraten zwischen alle Fronten auf der Suche nach wichtigen Informationen. Sie müssen zusammen arbeiten, für das Überleben und für ihre Rache.
Einerseits ist das Buch ungeheuer bedrückend. Die Lebensumstände der Menschen Polen und der Ukraine sind auch sieben Jahre nach Kriegsende teilweise grauenhaft. Angst vor den politischen Gegebenheiten und Sorge um das Alltägliche Auskommen bestimmen den Tagesablauf. In der DDR ist es ähnlich und in der BRD denkt man nur noch an die Zukunft. Der Kalte Krieg ist in jeder Zeile spürbar. Es werden alle Ansichten pauschalisiert. Entweder dafür oder dagegen egal von welcher Seite man es betrachtet.
Diese Atmosphäre hat der Autor sehr detailliert eingefangen. Als Leserin war ich förmlich gefangen. Das Verständnis für die beiden Hauptfiguren ist langsam gewachsen, denn eigentlich ist mein moralischer Kompass etwas anders ausgerichtet. Die Grübeleien der beiden und ihre Schlussfolgerungen daraus sind spannend. Die Entwicklung der Geschichte bleibt es bis zum Schluss.

Veröffentlicht am 30.12.2021

Ein sehr gutes Buch zum Thema "Persilschein"

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„Das Archiv des Teufels“ hat mir mal wieder gezeigt, dass ich noch längst nicht alle Fakten der Geschichte Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg kenne. Da gab es tatsächlich Männer, die per Pinselstrich ...

„Das Archiv des Teufels“ hat mir mal wieder gezeigt, dass ich noch längst nicht alle Fakten der Geschichte Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg kenne. Da gab es tatsächlich Männer, die per Pinselstrich den Größen der Nationalsozialisten eine Weiße Weste verpassten. Sonst wären sie nämlich unter Adenauer kein Minister geworden. Wie viele mögen wohl auf diese Weise den berühmten „Persilschein“ bekommen haben?

Robert Benetti ist einer der Männer, die den Werdegang solcher Männer bereinigte. Eigentlich sollte er heimwärts in die USA fliegen. Aber zunächst muss er noch eine Aufgabe erfüllen. Einer der schlimmen Schlächter soll Minister werden. Und niemand darf wissen, welche Untaten er im Zweiten Weltkrieg veranlasste. Doch der Herr Benetti hat Skrupel. Er weiß, dass Siegfried Heiderer für den Tod seines Bruders verantwortlich war. Er sitzt also in einer Zwickmühle.

Ein spannendes Buch, welches etliche Fakten zeigt und den Lesern in Romanform übermittelt. Es ist eine Reise in unterschiedliche Länder und die Spannung kann sich sehen lassen. Zumal dann auch noch die Mitarbeiter der Stasi eine Rolle spielen. Der Autor, Herr Martin Conrath schrieb dazu: „Dieses Buch ist ein Herzensprojekt von mir und ich konnte es nur verwirklichen, weil das Land NRW mich mit einem Literaturstipendium unterstützt hat.“ Dazu sage ich ebenfalls danke dem Land NRW und dem sehr guten Gmeiner Verlag. Die uneingeschränkte Leseempfehlung gibt es ebenfalls.

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Veröffentlicht am 07.10.2021

Das Archiv des Teufels – spannend bis zur letzten Seite

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1952,Nachkriegsdeutschland, aufgeteilt unter den Besatzungsmächten, eingebettet in das jeweilige System - Kapitalismus und Kommunismus. Die Angst vor einem dritten Weltkrieg ist allgegenwärtig und die ...

1952,Nachkriegsdeutschland, aufgeteilt unter den Besatzungsmächten, eingebettet in das jeweilige System - Kapitalismus und Kommunismus. Die Angst vor einem dritten Weltkrieg ist allgegenwärtig und die noch junge Bundesrepublik versucht unter Adenauer neue Wege zu gehen. Kurz vor seinem erhofften Heimflug in die USA muss Major Robert Bennett einen letzten Auftrag erledigen – Heiderer, einen ehemaligen hochrangigen Nazi, säubern, bevor dieser in Adenauers Kabinett aufgenommen wird. Als Robert erfährt, dass er den Mörder seines Bruders säubern soll, gerät seine Welt kurz aus den Fugen. Doch Robert ist nicht ohne Grund der Beste seines Fachs, um nicht genau zu wissen, wie er das Spiel nach seinen eigenen Regeln drehen kann. Also macht er sich auf den Weg nach Breslau um das geheimnisvolle Archiv des Teufels zu finden, es zu zerstören und so Heiderer reinzuwaschen.
Zeitgleich wird die DDR-Agentin des Ministeriums für Staatssicherheit Anna Münzinger auf den Weg geschickt Robert Bennett zu erledigen und selbst das Archiv des Teufels zu finden und so Heiderer vor Gericht zu bringen.
Ein munteres Katz-und Maus-Spiel beginnt…

Der Roman von Martin Conrath aus der Zeit des Kalten Krieges bietet alles, was man von einer Geschichte aus dieser Zeit erwartet - Geheimdienste, Spionageaktionen, verdeckte Undercovermissionen, etc. Nach nur wenigen Seiten ist man als Leser vollkommen gefangen in dieser Zeit, was zum einen an dem tollen bildhaften Schreibstil und zum anderen an der überaus dichten Atmosphäre liegt, die Martin Conrath mit seinen relativ kurzen Kapitel und den dadurch vorhandenen Cliffhangern erzeugt. Der ständigen Wechsel zwischen den beiden Hauptprotagonisten Robert und Anna verstärken diesen Effekt, sodass man dieses Buch nur schwer aus den Händen legen kann. Die immer mal wieder geschickt platzierten Rückblicke ins Jahr 1941 wirken hierbei wie kleine Verschnaufpausen und erlauben tiefere Einblicke in die Geschehnisse während des 2. Weltkrieges mitsamt seiner Grausamkeiten. Ebenso toll finde ich wie, der Autor das Dilemma, in dem sich Robert befindet - Gerechtigkeit auf der einen Seite zu erfahren, aber auf der anderen Seite seine Job machen zu müssen- aufgelöst hat und ich mit einem sehr guten Gefühl das Buch am Ende schließen durfte.

Alles in allem hat mich dieser Roman rundum wunderbar unterhalten, eine tolle spannende Story mit schön herausgearbeitete Charakteren und einem sehr guten Schreibstil, der die Zeit des Kalten Krieges bildlich wie ein Film vor dem geistige Auge ablaufen lies. Ich freue mich schon sehr auf eine mögliche angedeutete Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 24.09.2021

Gut dzch

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Über LOVELYBOOKS durfte ich das Buch " Das Archiv des Teufels " testlesen .
Autor : Martin Conrath

Handlung des Buches:
»Ich will Heiderer vor Gericht bringen, wegen Kriegsverbrechen und dem Mord an ...

Über LOVELYBOOKS durfte ich das Buch " Das Archiv des Teufels " testlesen .
Autor : Martin Conrath

Handlung des Buches:
»Ich will Heiderer vor Gericht bringen, wegen Kriegsverbrechen und dem Mord an meinem Bruder. In Deutschland wird mir das nur schwer gelingen. Selbst wenn ich Beweise gegen ihn habe, wird er höchstens seinen Posten als Minister nicht antreten können. Man wird sagen, er sei erkrankt. Alles andere wird vertuscht werden, um das Ansehen Adenauers nicht zu beschädigen.« Der Roman zeigt, wie hochrangige Nazis nach dem Zweiten Weltkrieg, mithilfe der amerikanischen Besatzungsmacht, in Deutschland eine zweite Karriere starteten.

Mein Fazit :
" Im Einklang mit der Kriegsverbrecherlobby: In der Bundesrepublik setzten sich Politiker von Adenauer bis Brandt für NS-Täter ein und das ist kein Geheimnis. "
Bei den Nationalsozialisten waren sie als Richter, Staatsanwälte oder Ökonomen tätig. Unter Adenauer schafften sie trotzdem den Sprung in verschiedene Ämter und Ministerien. Diese Szenerie ist ein Teil dieses Romans.....

" Das Archiv des Teufels " ist mein erstes Buch des Autors und ich muss sagen, daß mir sein Schreibstil sehr gefällt. Ein Agententhriller ganz nach meinem Geschmack. Spannend von Anfang an, zieht sich seine Message : die Ergreifung eines Mörder 's aus der Naziriege durch die ganze Geschichte . Ein hochrangiger Nazi soll ein Mörder sein und seine Tat soll vertuscht werden. Wer kennt die Geschichten nicht, daß nach Kriegsende Nazis mit falschen Papieren untergetaucht sind und ein " normales Leben " weiter führten. Ohne für ihre Verbrechen angeklagt zu werden ?? Ob schuldig oder nur Mitläufer der Nazis war da egal. Wenn da nicht die Nazijäger gewesen wären..........

So wie in diesem Agenthriller, soll der Ex Nazi, dem Verbrechen an der Menschlichkeit vorgeworfen werden , gestellt und angeklagt werden. .Es ist 1952 und je ein amerikanischer und ein sowjetischer Agent aus der Besatzungszone sind auf den Nazi Heiderer angesetzt. Die eine Seite will ihn anprangern, die andere verteidigen .......Ein fulminales Tauziehen beginnt und es bleibt spannend wer den Kampf gewinnt....

Der Hauptprotagonist Robert Bennett soll den Mörder seiners Bruders , eben jenen Heiderer eine weiße Weste verpassen. Dabei gerät er in einen Gewissenskonflikt , in dem keiner stecken möchte. Soll er ihn rein waschen oder selbst umbringen? Die vorhandenen Beweise verschwinden lassen , so daß S. Heiderer einen Ministerposten an der Seite von Adenauer besetzen kann? Bennett muss unter allen Umständen " Das Archiv des Teufels " finden, denn da sind alle Verbrechen der Nazis aufgezeigt. Eine spannende Jagd führt ihn nach Breslau , wobei ihm Anna Münzinger über den Weg läuft . Sie umgibt eine geheimnisvolle Aura die es zu knacken gibt. Werden sie am Ende des Buches den Weg gemeinsam gehen ?

Ich muss sagen, die beiden sind mir innerhalb kürzester Zeit sehr ans Herz gewachsen und ich habe mit ihnen mitgelitten. So ein Auftrag ist nicht zu bewältigen wenn man ein Gewissen hat...... Obwohl sie fiktive Charaktere sind, kommen sie sehr autentisch beschrieben daher.

Mit gut recherchierten Hintergrundinformationen und einer interessanten Geschichte , ist " Archiv des Teufels " eine Homage an die Nachkriegszeit und die Bewältigung der Kriegsgeschichte.

Der Schreibstil des Autors ist modern, flüssig zu lesen und zum Teil sehr berührend. Ich fühlte mich gut unterhalten und für Fans der Geschichten über die Nachkriegszeit und ihre Folgen ein absolutes Muss.
Eine großartige Geschichte.

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