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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Tropen
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 215
  • Ersterscheinung: 04.11.2018
  • ISBN: 9783608504118
Michal Hvorecky

Troll

Roman
Mirko Kraetsch (Übersetzer)

Osteuropa in naher Zukunft. Ein Heer aus Trollen beherrscht das Internet, kommentiert und hetzt. Zwei Freunde entwickeln immer stärkere Zweifel und beschließen, das System von innen heraus zu stören. Dabei geraten sie selbst in die Unkontrollierbarkeit der Netzwelt – und an die Grenzen ihres gegenseitigen Vertrauens.

Die europäische Gemeinschaft ist zerfallen und wurde durch die Festung Europa ersetzt. Ihr gegenüber steht das diktatorisch geführte Reich, in dessen Protektoraten ein ganzes Heer von Internettrollen die öffentliche Meinung lenkt. Einer von ihnen ist der namenlose Held dieser in einer allzu naheliegenden Zukunft angesiedelten Geschichte. Gemeinsam mit seiner Verbündeten Johanna versucht er, das staatliche System der Fehlinformationen von innen heraus zu stören – und wird dabei selbst Opfer eines Shitstorms. Mit seiner rasanten, literarisch verdichteten Erzählung beweist Michal Hvorecky erneut, warum er der erfolgreichste Autor der Slowakei ist.

»Dieses Buch erzählt vom Albtraum der Aufklärung. Von einer Welt, in der
Wahrheit und Lüge gleich viel wert sind. Es spielt in einer nahen
Zukunft, die sich aber wie eine unabwendbare Gegenwart anfühlt. Ein
umnachtetes Europa, dem der Kompass abhanden gekommen ist, in der Hand
derer, denen nichts mehr heilig ist. Ein mutiges Buch. Ein wichtiges
Buch. Besser als Michal Hvorecky kann man die Wahrheit nicht erfinden.«
David Schalko, 30.10.2018

»Ich
habe mich - wie soll ich sagen - sofort gebeugt, der Komplexität und
der Weisheit in Sachen Vergangenheit, die in dem Buch "Troll" steckt,
seiner Rasanz, seinem verhaltenen Optimismus am Ende.«
Michael Kumpfmüller, 17.10.2018

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.09.2018

Blick in die Wahrheit

1

Der Dank geht an Tropen (Klett-Cotta) für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares

Wieder mal hat sich ein Roman bei mir eingefunden, der ein wichtiges Thema behandelt. Leute im Internet schlecht zu ...

Der Dank geht an Tropen (Klett-Cotta) für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares

Wieder mal hat sich ein Roman bei mir eingefunden, der ein wichtiges Thema behandelt. Leute im Internet schlecht zu machen, ist einfach nicht schön und trotzdem müssen viele Blogger/You Tuber bzw Personen des öffentlichen Lebens diese Erfahrung machen.

In dem Roman von Michal Hvorecky geht es genau um solche Menschen, denn zwei Freunde möchten die Trolle entlarven und die Wahrheit an’s Licht bringen. Der Plan, den sie entwickeln, ist alles andere als ungefährlich. Für den Leser bringt er jedoch einen guten Eindruck über die Machenschaften solcher Menschen.

Ich denke, dieses Thema ist nicht leicht so gut in einem Buch zu verpacken. Der Autor hat mit seinem Schreibstil gut durch die Geschichte geführt und zwischendurch noch Zitate aus verschiedenen Jahrhunderten eingefügt. Auch wenn das Buch an sich in der Zukunft spielt, hat es dennoch viel zu viele Ähnlichkeiten mit der Gegenwart. Trolle können so viel zerstören und genau solche Sachen -zB die Gefährlichkeiten im Internet- werden einem dabei wieder bewusst.

Michal Hvorecky hat mit seinem Buch Troll ein Thema angesprochen, dass einige jetzt schon beeinflusst. Mit einem guten Schreibstil bringt er das Thema näher an seine Leser.

Veröffentlicht am 23.05.2019

sehr lesenswert!

0

„Die Leute sind nicht scharf darauf, die Wahrheit zu hören.‟ (S. 86)

Hvorecky haut sie trotzdem ‛raus – gnadenlos. Mit dem Roman „Troll‟ liefert er eine Gesellschaftskritik, die sich gewaschen hat. Vom ...

„Die Leute sind nicht scharf darauf, die Wahrheit zu hören.‟ (S. 86)

Hvorecky haut sie trotzdem ‛raus – gnadenlos. Mit dem Roman „Troll‟ liefert er eine Gesellschaftskritik, die sich gewaschen hat. Vom völligen Niveauverlust in Politik und Gesellschaft, von der erschreckenden Entwicklung universitärer Bildung, von dem Leben nach dem sogenannten Informations- und Hybridkrieg und allem voran von der Kommerzialisierung des Trollwesens erzählt der slowakische Autor in seinem 2018 auf Deutsch erschienenen Buch.

Der Buchtitel scheint dem ich-erzählenden Protagonisten gewidmet zu sein, der gemeinsam mit einer Freundin beschließt, den verheerenden gesellschaftlichen Entwicklungen entgegenzuwirken und sich dafür in die Mitte seiner Gegner begibt. Entsprechend beginnt er, als „Troll‟ zu arbeiten und betreibt nonstop, auch nach dem Feierabend, das professionelle Manipulieren, Denunzieren und Propagandieren in den sozialen Netzwerken – oft zugunsten des (russischen) „Reichs‟ und gegen die „Festung‟ Europa.

Wie, warum und mit welchen Folgen das Trollen funktioniert, schildert Hvorecky sehr genau, und was in der im Roman beschriebenen Gesellschaft schief läuft, kommt einem unheimlich bekannt vor. Nicht selten treffen Hvoreckys – oder besser: des Protagonisten – zynische Bemerkungen den wunden Punkt schon unserer Zeit, etwa wenn es um das Verdrehen philosophischer Standpunkte und das falsche Zitieren bekannter Persönlichkeiten oder um die mangelnde Wertschätzung eines unabhängigen Journalismus geht.

Dass es sich bei den kritisierten Haltungen und Einstellungen der Menschen im Roman im Grunde um ein altbekanntes menschliches Problem in neuem Gewand handelt, deuten die zahlreichen im Text eingebauten Literaturzitate vor allem russischer Schriftsteller an.
Bei all der zynischen und klaren Gesellschaftskritik gerät, das muss man vielleicht sagen, die Handlung des Romans ein wenig aus dem Blickfeld. Es fällt schwer, sich emotional an dem persönlichen Schicksal des Protagonisten aufzureiben, viel zu sehr ist man damit beschäftigt, über die Bezüge zur realen Welt nachzudenken. Dass er inhaltlich also vielleicht etwas schwächelt, tut der Wichtigkeit dieses Romans allerdings keinen Abbruch, er bleibt in meinen Augen sehr lesenswert.

Fazit:
„Und weil Schwachsinn sich gut verkaufte, gehörte das Buch zu den Bestsellern, [...]‟ (S. 128) – Hvoreckys scharfsinniger Roman ist wohl kein Bestseller, aber eine lesenswerte Mahnschrift, die es verdient hätte, viral zu gehen.

Veröffentlicht am 10.02.2019

Sehr aktuelles Thema und mal ein ganz anderer Stil

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Trolle beherrschen das Land, Fake News sind an der Tagesordnung, das osteuropäische Land des namenlosen Ich-Erzählers ist vollkommen zerrüttet, korrupt und abgeschottet vom Rest Europas. Zusammen mit seiner ...

Trolle beherrschen das Land, Fake News sind an der Tagesordnung, das osteuropäische Land des namenlosen Ich-Erzählers ist vollkommen zerrüttet, korrupt und abgeschottet vom Rest Europas. Zusammen mit seiner Freundin Johanna schmiedet er einen Plan: Die Trolle von innenheraus zu manipulieren.

Ein wenig holprig schlitterte ich durch die Geschichte. Das liegt vor allem an dem ganz eigenen Erzählstil. Der namenlose Protagonist erzählt zwar viel über seinen Alltag, seine Vergangenheit und teilt viele Einblicke in seine Gedankenwelt, doch erfährt man so als Leser kaum etwas über die Zustände, die nun über die Welt hereingekommen sind. Ein allwissender Erzähler hätte viel Verwirrung verhindern können und dem Leser auf unkomplizierte Weise etwas über die Umwelt der Charaktere beibringen können. Mit dem Ich-Erzähler ist der Leser hingegen genauso verloren in dieser Welt wie der Erzähler selber. Dennoch ist es genau dieses Gefühl des Verloren Seins, der Desorientierung du Unwissenheit, das den Charakter des Buches ausmacht.
Vor allem im ersten Drittel des Buches herrschte viel Verwirrung. In diesem Abschnitt führt der Erzähler den Leser mehr und mehr in seine Welt ein, springt dabei jedoch ohne ersichtliches Schema immer wieder gedanklich hin und her. Er landet im Krankenhaus und trifft dort auf Johanna, die im Laufe der Zeit zu seiner besten Freundin wird.
Der zweite Abschnitt hingegen konzentriert sich mehr auf die Zeit nach dem Krankenhaus, der Erzähler und Johanna arbeiten in einer Firma als Trolle. Mit dem Ziel, die Gemeinschaft der Trolle von innenheraus zu zerschlagen. Doch bald schon verlieren sie sich mehr und mehr in den Untiefen des Internets.
Ich glaube, ich habe das Buch noch immer nicht vollkommen verstanden. Aber das ist gut so. Es regt zum Nachdenken an, weist eine mögliche Zukunft auf. Zeigt uns auch, dass online nicht immer alles eitel Sonnenschein ist. Im Internet ist nicht jeder dein Freund, nicht jede Meldung ist wahr und eigentlich ist jeder nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Noch ist das gezeichnete Szenario in dem Buch eher dystopisch, zeichnet aber eine sehr gute Vorstellung davon, wie sich die Umwelt, die Politik und die Gesellschaft in den nächsten Jahren schon ändern könnten. Das Thema ist aktuell und verstörend realistisch wiedergegeben.
Ausnahmsweise darf dieses Buch in meinen Augen einmal mit zweierlei Maß gemessen werden. Auf der einen Seite überzeugte mich der Schreibstil nicht, zu viele Dinge blieben ungeklärt und unerklärt, es gab zu viele langatmige und abschweifende Passagen, die mich langweilten und Charaktere, mit denen ich mich nicht identifizieren konnte und die viel zu farblos und glatt blieben. Aber die geäußerte Gesellschaftskritik ist gut verpackt, das Buch regt zum Nachdenken an, der Autor hat sich mit seinem Stil etwas geschaffen, das aus der großen Masse der sich immer mehr gleichenden dystopischen Bücher heraussticht. Außerdem hat er eine solch authentische und realistische Zukunft unserer Welt gezeichnet.
So oder so war es sehr spannend, ein (Fantasy-)Buch eines slowakischen Autors zu lesen, der einen erfrischend anderen Stil hat, an den ich mich nur erst noch gewöhnen muss.

Ich vergebe 3 Sterne. Die Umsetzung gefiel mir nicht immer so gut, doch ist dies eins der wenigen Bücher, die man losgekoppelt von Bewertungen anderer unbedingt lesen sollte.

Veröffentlicht am 16.12.2018

Lesenswert

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Gebundene Ausgabe: 215 Seiten
Verlag: Tropen (4. November 2018)
ISBN-13: 978-3608504118
Originaltitel: Trol
Übersetzung: Mirko Kraetsch
Preis: 18,00 €
auch als E-Book erhältlich

Lesenswert

Inhalt:
Osteuropa ...

Gebundene Ausgabe: 215 Seiten
Verlag: Tropen (4. November 2018)
ISBN-13: 978-3608504118
Originaltitel: Trol
Übersetzung: Mirko Kraetsch
Preis: 18,00 €
auch als E-Book erhältlich

Lesenswert

Inhalt:
Osteuropa in nicht allzu ferner Zukunft. Ein namenloser Ich-Erzähler und seine Freundin Johanna beschließen, gegen die Fake News und Hasstiraden der Internettrolle vorgehen. Dazu schleusen sie sich selbst in eine Agentur ein, die im Auftrag von Firmen und Politikern durch Blogbeiträge und Forenpostings die öffentliche Meinung manipuliert. Sie wollen das System von innen heraus zerstören, doch die Gefahr ist größer, als ihnen bewusst ist.

Meine Meinung:
Die Kurzbeschreibung dieses Romans hörte sich für mich total interessant an, aber Michal Hvorecky hat es mir nicht leicht gemacht. Im ersten Drittel lernen wir den Ich-Erzähler sowie sein Land kennen, erfahren etwas über seine Kindheit und Jugend, lesen über einen langen Krankenhausaufenthalt, bei dem er schließlich die Bekanntschaft von Johanna macht. Dieser Abschnitt ist nicht besonders fesselnd, eher ein bisschen wirr und auch nicht ganz schlüssig. Aber immerhin erklärt die Entwicklung, wie die beiden jungen Leute auf die Idee kommen, etwas gegen die Trolle zu unternehmen.

Sowie es mit dem Trolling losgeht, nimmt die Handlung Fahrt auf. Das Erzähltempo ist hoch, was auch daran liegt, dass es nur wenige Beschreibungen gibt. Es wird eher berichtartig erzählt, was passiert, was ich allerdings als recht trocken empfand. Man muss sich schon ordentlich konzentrieren, um am Ball zu bleiben.

Ob das Szenario, das Michal Hvorecky entwickelt hat, Dystopie oder bereits Wirklichkeit ist, vermag ich nicht zu sagen. Wir sind auf jeden Fall nicht weit davon entfernt. Und eines sollte jedem Leser klar sein: Alles muss hinterfragt werden, jeder sollte seinen eigenen Verstand einschalten und nicht einfach Meinungen nachplappern.

★★★☆☆