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Veröffentlicht am 09.01.2017

Leider nicht mein Fall

Mondprinzessin
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Inhalt:
Lynn bemerkt an ihrem Geburtstag, wie sich auf der Haut ihres Unterarms ein Sternenbild abzeichnet. Die einzelnen Punkte leuchten und Lynn versucht verzweifelt, sie zu verstecken. Als nicht nur ...

Inhalt:
Lynn bemerkt an ihrem Geburtstag, wie sich auf der Haut ihres Unterarms ein Sternenbild abzeichnet. Die einzelnen Punkte leuchten und Lynn versucht verzweifelt, sie zu verstecken. Als nicht nur die Sterne auf ihrem Arm, sondern auch sie selbst zu leuchten beginnt, ist nichts mehr, wie es war. Dunkle Schatten jagen sie – die Wächter des Mondes. Und sie begegnet Juri, der ihr erzählt, sie sei eine Prinzessin – kein Waisenkind. Trotz Lynns Unglauben folgt sie dem Mondkrieger und stellt sich ihren Verfolgern. Juri verliebt sich in Lynn, doch sie ist einem Prinzen bestimmt und nicht ihm…

Meinung:

Da dieses Buch auf fast jeder ersten Seite einer Buchcommunity abgebildet war und so viele es begeistert gelesen haben, war ich sehr glücklich, einen Leserundenplatz ergattern zu können.
Vor ab muss also gesagt werden, dass ich mit nicht ganz so hohen Erwartungen an das Buch heranging, da ich bei gehypten Büchern inzwischen sehr vorsichtig geworden bin.

Lynn fand ich anfangs eigentlich sehr gut als Protagonistin. Klar, es hat mich schon deutlich genervt, wie sehr sie sich selber in die Opferrolle stellt (sie ist Waise, hat keine Freunde, das Waisenhaus ist sowieso ein schrecklicher Ort,...). Aber da das Buch immer wieder als Märchenadaption beschrieben wurde, drückte ich anfangs beide Augen nochmal zu. Doch Lynns Verhalten änderte sich einfach überhaupt nicht. Immer wieder musste der Leser daran erinnert werden, wie schwer es Lynn bisher hatte, was für eine Ungerechtigkeit das Leben war und so weiter. Mir riss mit ihr endgültig der Geduldsfaden, als sie sich wirklich keinen Deut um ihre Familie scherte. Jahrelang wusste sie nicht, dass ihre Eltern noch leben und jetzt hat sie sogar so etwas wie einen Bruder und sie interessiert nur ihr dämlicher Kleiderschrank und Juri??!
Juri war für mich nichts ganzes und nichts halbes. Ich hätte jeden beliebigen Jugendbuchroman aufschlagen können und hätte Juri in diesen wiedergefunden. Er ist nett, zuvorkommend, natürlich total schön und begabt. Auch hier wirklich nichts interessantes und neues für den Leser, sondern ein x-beliebiger Love Interest.
Und zum Thema Liebe kann ich nur sagen: Auf so wenig Seiten eine nachvollziehbare und vernünftige Beziehung aufzubauen ist wahrlich schwer. Und es wurde nicht geschafft. Ich kaufe Juri und Lynn ihre Beziehung absolut nicht ab. Das war alles zu schnell, zu gewollt.
Zu den restlichen Charakteren kann ich wirklich nichts direkt sagen. Man hatte überhaupt keine Zeit, zu diesen irgendeine Art von Beziehung aufzubauen.
Bleiben jedoch noch die Begleiter. Tja, die haben mir wenn überhaupt noch mit am besten gefallen. Doch verstehe ich den Grund für diese absolut nicht. Sie sind kein wichtiger Bestandteil der Geschichte und hätten durchaus weggelassen werden können. Stattdessen hätte man die Seiten mit mehr Input der Charaktere füllen können. Schade drum.
Was mich jedoch ganz furchtbar störte, war die fehlende Logik in diesem Buch. Ich möchte beim Lesen unterhalten werden und gleichzeitig auch noch etwas lernen. Und wenn ich nichts lerne, dann möchte ich doch wenigsten mit dem Kopf nickend dasitzen können. Nein, hier wurden sich echt keinerlei Gedanken gemacht. Wenn man seine Geschichte auf dem Mond spielen lassen will (was ich an sich für eine ganz phantastische Idee halte), dann muss man sich jedoch über das setting und Worldbuilding viele Gedanken machen. Und das wurde an dieser Stelle merkbar nicht. Zu viele Fragen blieben nach Beenden des Buches offen, zu viele wurden mir nicht hinreichend genug beantwortet. Es ist natürlich schon etwas gemein, aber ich habe zeitgleich zu "Mondprinzessin" das Buch "Moonatics" von Arne Ahlert gelesen. Da fällt einem schon eine gewisse Diskrepanz auf.
Doch nicht nur auf wissenschaftlicher Ebene wurden mir Fragen nicht genug beantwortet. Auch, was die Geschichte selber betrifft, blieb ich mit einem unzufriedenen Gefühl zurück. Denn warum würde denn bitte ein Planet wie der Jupiter ausgerechnet mit dem Mond freiwillig verhandeln wollen? (Jetzt mal ganz ernsthaft hier, das wäre in etwa so, als ob ein Plankton mit einem Blauwal verhandeln wollen würde. Einfach lächerlich. Wäre ich der Jupiter, würde ich in schallendes, ohrenbetäubendes, trommelfellzerreißendes Gelächter ausbrechen, würde der Mond mir irgendwas vorschreiben wollen!) Und warum haben sich auf jedem Planeten Monarchien gebildet? Nimmt man unsere Erde als Beispiel kann man doch sehen, wie viele Regierungsformen sich gebildet haben und immer wieder neu bilden werden. Und wenn Lynn das alles so furchtbar blöd findet, warum überlässt sie dann nicht Faras die Prinzenrolle und freut sich einfach darüber, eine Familie zu haben?
Und warum gibt es nur drei Prinzen, die zur Auswahl stehen? Wenn der Erdmond schon mitzählt, warum dann nicht alle anderen Monde beziehungsweise Satelliten in unserem Weltall? Davon gibt es immerhin über 300 Stück. Da würden sich auf jeden Fall noch ein paar mehr Prinzen finden lassen.
Das Ende wiederum war das einzige, was mich aus meinem apathischen Lesen herausziehen konnte. Dennoch berührte es mich nicht im geringsten, da ich keine Beziehung zu den Charakteren auf Grund der Länge des Buches aufbauen konnte.
Mich hat vieles an dem Buch gestört, vor allem aber die offensichtlichen Parallelen zu bekannten Jugendbuchreihen, wie zum Beispiel "Wie Monde so silbern" und "Selection".
In der Leserunde wurde auch immer wieder auf die Parallele zu "Sailor Moon" hingedeutet. Da ich jedoch Sailor Moon nicht kenne, kann ich dazu nichts sagen.
Der Schreibstil war in Ordnung. Er stach nicht heraus, hatte an sich nichts besonderes, aber er machte das Buch dann doch irgendwie "lesbar".
Was ich jedoch wirklich für sehr gelungen halte, ist die Gestaltung und Aufmachung des Buches. Mir persönlich gefällt das gar nicht, aber es wurden sich spürbar Gedanken gemacht und das muss einfach lobenswert erwähnt werden.

Alles in allem kann ich nur sagen, dass ich das Buch trotz der negativen Bewertung nicht für schlecht halte. Es hat mich nur zu Tode gelangweilt und hätte es die Leserunde nicht gegeneben, hätte ich es ab dem ersten drittel abgebrochen.
Ich finde es sehr schade, dass mir das Buch wirklich nicht gefällt, da so viel Potential in der Geschichte steckt. Hier hätten sich mehr Seiten und Zeit deutlich gelohnt, da man noch so viel herausholen könnte.

Veröffentlicht am 03.11.2016

So viel mehr als nur Science Fiction!

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten
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Mir fällt es wirklich nicht leicht, eine gescheite Rezension zu diesem Buch zu verfassen.
Aber eins muss gesagt sein: Dieses Buch hat mich vom Hocker gehauen! Es ist mein absolutes Jahreshighlight und ...

Mir fällt es wirklich nicht leicht, eine gescheite Rezension zu diesem Buch zu verfassen.
Aber eins muss gesagt sein: Dieses Buch hat mich vom Hocker gehauen! Es ist mein absolutes Jahreshighlight und konnte sich schon nach den ersten zwei Kapiteln den Status "Neues Lieblingsbuch" sichern.

So, nun versuche ich mal halbwegs zu erklären, warum es zu einem solchen Ausbruch an schierer Lesefreude kam:

Grund Nummer 1:
Rosemary Harper und die restliche Crew der Wayfarer. Ich wünschte ich wäre Teil dieser gemischten Crew, die aus so vielen Spezies besteht. Jeder von ihnen war auf seine eigene Weise etwas durchgeknallt und doch so verdammt liebenswert.
Was mir am besten gefallen hat, war das Aufzeigen, das es bei einem solchen Haufen durchaus zu kulturellen Problemen kommen kann,. Doch auch, wie diese sich vermeiden lassen.
Wenn man sehr viel in dieses Buch interpretieren möchte, kann man es ganz wunderbar auf unsere heutige Gesellschaft und nur auf die Menschheit beziehen.
Dabei ist dieses Buch jedoch keineswegs belehrend sondern zeigt mit sehr viel Optimismus und Positivität, was jeder von uns bewerkstelligen könnte, um eine bessere Gesellschaft formen zu können.
Es geht um Rassismus (beziehungsweise im Buch um Speziesismus) und wohin eine Nichtbeachtung führen kann. Doch auch, wie vorsichtig man mit diesem Thema teilweise umgehen muss.
Vor allem aber geht es darum, dagegen vorzugehen.
Deshalb ist nicht jeder Charakter weiß und hetero und das ist verdammt nochmal richtig gut!

Grund Nummer 2:
Das Universum. Ich meine, das ist doch schon Grund genug, oder? Und nicht nur unser Sonnensystem, sondern so viele Sterne und Galaxien und Planeten. Und mittendrin die Wayfarer.
Als nicht Science Fiction Leser lasst euch bitte nicht davon abschrecken. Es geht nicht um Weltraumschlachten und Laserstrahlen!

Grund Nummer 3:
Antisexismus. Denn Sexismus kann nicht weiter existieren, wenn es so viele Spezies gibt, die im Laufe ihres Leben das Geschlecht ändern. Von männlich zu weiblich zu nichts oder weiblich zu männlich oder beides. Von daher werden viele Spezies werden "Ser" angeredet.

Grund Nummer 4:
Der philosophische Anklang. Und hier kann ich nur sagen: Was für eine phänomenale Leistung der Autorin. Denn was macht uns eigentlich menschlich? Und sind die Strukturen, die unsere Gesellschaft ausmachen nicht teilweise ein wenig lächerlich? Und haben wir überhaupt Recht mit dem, was wir als vollkommen richtig ansehen? Es gab so viele kleine Beispiele und Szenen nach denen ich das Buch erst einmal aus der Hand legen musste und anfangen musste, mit meinem Freund zu diskutieren (an dieser Stelle: Danke fürs Zuhören und Ertragen!). Ich will an dieser Stelle keine Diskussion lostreten und bitte darum, nicht falsch verstanden zum werden, aber eine dieser Szenen betraf den Tod. Ich möchte gar nicht in Frage stellen, dass es furchtbar ist, ein Kind zu verlieren. Da gibt es meiner Meinung nach auch nichts mehr zu sagen. Aber eine Spezies auf die Rosemary trifft, findet eben dieses Verhalten merkwürdig. Trauert diese doch mehr um den Tod eines Alten, der mehr Leben berührte und Menschen beeinflusste, als wir um das Potential, das ein Kind gehabt hätte. Der Tod ist tragisch, egal wann, wo, wie und wer. Doch gerade diese Stelle ist mir so sehr im Gedächtnis geblieben.


Es ist ein Buch, das einfach so viel mehr ist. Und auch wenn meine Rezension diesem leider nicht ganz gerecht wird, bekommt es von mir komplett verdiente 5 Sterne und eine Leseempfehlung an wirklich jeden.
Bitte, lest dieses Buch auch wenn ihr Science Fiction nicht viel abgewinnen könnt!
Ihr würdet sonst eine großartige Lesezeit verpassen.

Veröffentlicht am 13.02.2017

Skurrile, irrwitzige Geschichte, die auch für die Großen etwas ist!

Saint Lupin´s Academy 1: Zutritt nur für echte Abenteurer!
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Inhalt:
In Drachenfeuerbällen durch die Gegend fliegen und sprechende Vögel als Navigationsgerät benutzen – das steht auf Annes Stundenplan, seit sie Schülerin an einer der berühmt-berüchtigten Abenteuerakademien ...

Inhalt:
In Drachenfeuerbällen durch die Gegend fliegen und sprechende Vögel als Navigationsgerät benutzen – das steht auf Annes Stundenplan, seit sie Schülerin an einer der berühmt-berüchtigten Abenteuerakademien ist. Eigentlich total cool … wenn da nicht plötzlich dieses klitzekleine Problem wäre: Zusammen mit ihrer besten Freundin Penelope, dem jungen Zauberer Hiro und dem magischen Handbuch für Abenteurer muss Anne eine tödliche Prophezeiung innerhalb von nur drei Tagen (!) lösen, das Schicksal der Akadamie, ja, sogar das der ganzen Welt hängt davon ab. Um ihr neu gewonnenes Zuhause nicht zu verlieren, müssen Anne und ihre Freunde Sandwölfe und Zombiehaie bezwingen, ohne zu ahnen, dass der schlimmste Gegenspieler noch auf sie wartet!

Meinung:
Ich finde, ein paar Blicke in Kinderbücher lohnt sich immer. Denn so manches Mal warten echte Überraschungen auf einen.
Saint Lupin's Academy war eine solche Überraschung.
Die Leseprobe und auch der Klappentext haben mich so dermaßen angefixt, ich musste dieses Buch einfach lesen. Denn wo reist man denn sonst bitte in Feuerbällen, die von Drachen ausgespien werden (übrigens: Egal, wo man hinreisen möchte, dauert es 8 Stunden. Auch wenn man nur ein paar Meilen reisen möchte und es sich vielleicht nur wie ein paar Minuten anfühlen, wenn man dann mal unterwegs ist. Es sei denn, man kauft sich Premiumfeuerbälle.) Also bitte, wer kann denn da schon widerstehen?!
Doch das Buch hat noch so viel mehr zu bieten als irrwitzige Ideen und skurrile Handlungsstränge. Es ist voller Charaktere, die einfach unglaublich sind!
Da hätten wir zum einen Anne, die im Waisenhaus auf Saint Lupin lebt und nichts lieber will, als endlich da wegzukommen. Doch das ist leider alles andere als einfach. Sie könnte dem Waisenhaus entkommen, indem sie an einer Abenteurerakademie angenommen wird. Doch leider lehnen alle staatlichen Akademien sie aufgrund eines fehlenden Herkunftsnachweises ab. Ode ihre beste Freundin Penelope, die von allen Akademien wegen ihres Nachnamen verschmäht wird. Ihre Eltern versagten nämlich kläglich und somit ist sie nun mit einem ehrlosen Nachnamen gesegnet.
Doch es ergibt sich die Möglichkeit der Flucht auf skurrile Art und Weise und schon finden sie sich in der Saint Lupin Academy wieder. Die eben nicht staatlich ist. Dort treffen sie auf das dritte Mitglied ihrer Truppe, denn jede Abenteurergruppe muss aus drei Personen bestehen.
Hiro, der Magier für diese Mission. Und auch wenn er jedes Regelwerk auswendig kennt und vielleicht nicht ganz so toll ist am Anfang, so wird er doch ein fester Bestandteil der kleinen Gruppe und findet wahre Freunde.
Dann gibt es noch all die tollen Nebencharaktere, die nicht vergessen werden dürfen. Nana, der Drache und Rokk, der Roboter und der Sperling Jeffrey. Und ja, auch Ihre königliche Hoheit Prinzessin Flauschepelz Schnurrhaar vom Clan der Mäusefänger. Eine Katze. Um genauer zu sein, die Direktorin von Saint Lupin.
Auch unsere Antagonistin ist wirklich toll, doch an der Stelle sei nicht zu viel verraten. Außer vielleicht das Geschlecht.
Es ist ein Buch, mit sehr viel mehr, als man am Anfang erwartet. Es ist voller Diversität, Dingen, die zum Nachdenken anregen und actionreicher Spannung. Und vor allem geht es um echte, wahre Freundschaft.
Der Schreibstil ist wirklich toll und erinnert einen sofort an eine noch absurdere Welt als das Percy-Jackson-Universum. Insgesamt lässt sich das Buch wirklich toll in einem Rutsch durchlesen.
Auch das Woldbuilding fand ich klasse. Angesiedelt ist die Geschichte scheinbar etliche Jahrzehnte nach unserer Zeit. Denn die Erde in "unserer" Form gibt es nicht mehr. Viel mehr ist sie zersplittert in mehreren Plateaus. Und jedes Plateau hat natürlich etwas anderes zu bieten. Diese Idee hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Insgesamt erhält das Buch von mir 4,5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für alle Leser dort draußen, die die Abenteuerlust im Blute haben, Egal, ob Groß oder Klein!

Veröffentlicht am 06.02.2017

Tolle Geschichte, die leider zum Ende hin abnimmt

Gefährliche Empfehlungen
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Inhalt:
Die Welt Frankreichs legendärer Gastroführer »Guide Gabin« lädt zu einem rauschenden Fest in seinem neuen Firmenmuseum in Paris, und der Luxemburger Koch Xavier Kieffer ist mittendrin. Während ...

Inhalt:
Die Welt Frankreichs legendärer Gastroführer »Guide Gabin« lädt zu einem rauschenden Fest in seinem neuen Firmenmuseum in Paris, und der Luxemburger Koch Xavier Kieffer ist mittendrin. Während der Feier verschwindet eines der Exponate – die extrem seltene Ausgabe des »Guide Bleu« von 1939, von der nur wenige Exemplare existieren. Kieffer beginnt, Nachforschungen anzustellen. Bald erfährt er, dass wegen der Sternebibel bereits mehrere Menschen sterben mussten. Aber was ist so gefährlich an einem über siebzig Jahre alten Restaurantführer? Was ist das Geheimnis des blauen Buchs?

Meinung:
Ich liebe gutes Essen und Köche sowieso. Und auch einem Krimi oder Rätseln hin und wieder bin ich nicht abgeneigt. Von daher war ich absolut gespannt, was mich und Kieffer in diesem nun auch schon fünften Band der Xavier Kieffer Reihe erwartet.

Der Einstieg in das Buch hat mich ziemlich überrascht. Denn dieser Band beinhaltet zwei verschiedene Zeitstränge. Bei dem einen begleitet der Leser wie gewohnt Kieffer, der andere jedoch spielt zur Zeit des zweiten Weltkriegs. Anfangs etwas verdutzt, mochte ich diese Sprünge etwas später doch durchaus.
Ich mag Kieffer und ich mag es, dass er Fehler hat. Auch wenn ich nicht mit all seinen Überzeugungen übereinstimmen kann.
Mir gefiel der Bezug zu den einzelnen Gerichten sehr gut und auch die einzelnen Beschreibungen von Paris und Luxemburg. War ich bisher nur in Paris, so habe ich nun definitiv Lust auf einen Abstecher nach Luxemburg!
Die Geschichte an sich konnte mich gefangen nehmen, ich habe mit Freude Kieffer auf seiner Mission begleitet, neues gelernt (war mir vorher zum Beispiel der Begriff pêcheur de lune vollkommen fremd) und mit knurrendem Magen Gerichte gegoogelt.
Ich fand es unheimlich gut, wie viele Einblicke dem Leser hinter die Kulissen geboten werden. Wenn man nett essen geht, beschäftigt man sich ja doch mehr mit dem Essen auf dem Teller oder den Personen, mit denen man essen ist, jedoch selten bis nie mit denjenigen, die hinter dem ganzen stecken. Auch die Vermittlung von gängigen Begriffen der Kochwelt ist sehr gut gelungen. Durch eine Familie voller Köche war mir diese Welt jedoch schon bekannt, doch ist es für Leser ohne solche Zugangsmöglichkeiten wirklich eine tolle Chance, Wissen auf interessante Weise vermittelt zu bekommen. Dabei ist das Buch wirklich nicht langweilig oder belehrend. Der Glossar mit dem Küchenlatein gefiel mir auch gut, doch hätte ich mir an dieser Stelle durchaus mehr gewünscht. Es wird nur auf Dinge eingegangen, die auch in der Geschichte erwähnt werden, doch die Aufführung der Hierarchie der Küche im Gesamten hätte mir noch besser gefallen.
Nun jedoch zu dem Grund, der meine sehr positive Einstellung durchaus geschwächt hat. Das Ende traf leider überhaupt nicht meinen Geschmack. Das war mir doch zu viel für den doch sonst sehr dahinplätschernden Gang der Geschichte. Geheimdienste, Mord, Verfolgungsjagden und Küchenschlachten. Das war kein einfacher (ok, nicht so ganz einfacher) Koch aus Luxemburg mehr, sondern ein James Bond Verschnitt. Dadurch wirkte das ganze auf mich etwas konstruiert, vor allem gegen Ende hin.
Tendierte ich vorher zu guten vier Sternen, sind es nun eben sehr gute drei Sterne geworden. Das tut vielleicht etwas weh, ist aber nur gerecht.
Doch muss ich den Autor einfach loben. Er nimmt Bezug auf ganz aktuelle Themen und verwebt sie wie selbstverständlich mit der Geschichte. Ganz toll!
Und auch die Recherche ist echt klasse. Als Studentin von Bibliotheks- und Informationswissenschaft saß ich einmal kurz aufquietschend da, weil Begriffe wie WorldCat fielen. Super!!!

Insgesamt finde ich das Buch wirklich gut. Das Ende trifft nicht ganz meinen Geschmack, aber das ist in Ordnung. Deswegen gibt es gute 3/3,5 Sterne. Eine Leseempfehlung gibt es trotzdem für alle Küchenbegeisterten da draußen!

Veröffentlicht am 24.01.2017

Phantastische Unterhaltung als Ergänzung zum Film

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind: Das Originaldrehbuch
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Inhalt:
Der Magizoologe Newt Scamander will in New York nur einen kurzen Zwischenstopp einlegen. Doch als sein magischer Koffer verloren geht und ein Teil seiner phantastischen Tierwesen entkommt, steckt ...

Inhalt:
Der Magizoologe Newt Scamander will in New York nur einen kurzen Zwischenstopp einlegen. Doch als sein magischer Koffer verloren geht und ein Teil seiner phantastischen Tierwesen entkommt, steckt Newt in der Klemme – und nicht nur er. Inhalt:

Meinung:
Himmel, was habe ich diesem Ereignis entgegen gefiebert. Wie wahrscheinlich jeder andere Potterhead auch....
Ich findes es dennoch sehr schwierig, diese Rezension zu verfassen. Denn wie rezensiere ich denn gescheit ein Drehbuch? Auf Grund dieser Gedanken rezensiere ich das Buch so gut es geht, doch mit dem Film omnipräsent im Hintergrund.
Die Charaktere sind ganz einmalig. Newt Scamander gefällt mir ausgesprochen gut. Er ist ein Außenseiter, wird auf Grund seiner Überzeugungen meist spöttisch belächelt und nicht ernst genommen. Doch das, so hat man das Gefühl, beschäftigt Newt in keinster Weise. Viel mehr strebt er weiterhin seinen eigenen Zielen nach: So viele Tierwesen wie möglich zu schützen und die Zauberergemeinschaft so behutsam wie möglich an diese heranzuführen.
Jacob, ein No-Maj (Muggle. Es wird immer Muggle heißen!) und Arbeiter in einer Konservenfabrik, der davon träumt, eine eigene Konditorei zu eröffnen, schlittert sehr plötzlich mitten hinein in unser Abenteuer.
Porpentina, meist genannt Tina, und Queenie Goldstein, zwei Hexen, die in New York leben, vervollständigen unsere handelnden Charaktere.
Und nicht zu Vergessen: All die Tierwesen.
Die Dialoge sind toll geschrieben. Es gibt keine zu langen Passagen, der Erzählstil fühlt sich sehr magisch an und wenn man die Augen kurz schließt, ist es einem möglich, die Szenen aus dem Film noch einmal kurz zu erleben.
Auch das Setting ist nicht zu verachten. New York in 1926 ist einfach wunderbar.
Es ist schlicht und einfach eine Ergänzung zum Film. Es macht Spaß das Drehbuch zu lesen, man hat es in einem Rutsch durch und es hat mich wunderbar unterhalten.
Die Illustrationen im Buch sind wirklich entzückend und das Cover ist unfassbar toll gestalten. Eigentlich mag ich solche Sätze in Rezensionen nicht, aber hier muss einfach mal eine Ausnahme gemacht werden: Das Buch macht sich unheimlich gut im Bücherregal!
Und anders als "Harry Potter und das verwunschene Kind" kommt hier echtes Potter Feeling auf!
Wie die meisten auch kann ich nur sagen: Schaut den Film zuerst! Ein Aufbau zu den Charakteren ist ohne diesen meiner Meinung nach nicht möglich.

Eigentlich ist das an dieser Stelle nicht nötig, aber ich spreche trotzdem eine ganz klare Leseempfehlung für alle Harry Potter Fans aus und für alle anderen natürlich auch. Lasst euch verzaubern!