Deutliche Schwächen im zwischenmenschlichen Bereich
Kaia ist strukturiert und ehrgeizig, in ihrer Familie ist sie immer für die Organisation verantwortlich. Ihr Leben besteht hauptsächlich aus der Uni und freiwilligen Projekten. Irgendwann fragt sie sich ...
Kaia ist strukturiert und ehrgeizig, in ihrer Familie ist sie immer für die Organisation verantwortlich. Ihr Leben besteht hauptsächlich aus der Uni und freiwilligen Projekten. Irgendwann fragt sie sich allerdings, ob sie es später bereuen wird in ihrer Jugend nichts "verrücktes" gemacht zu haben und sie beschließt eine Liste zu machen mit Dingen, die sie erleben möchte. Diese Liste fällt Jakob, dem größten Chaoten den Kaia kennt, in die Hände und er schlägt vor ihr dabei helfen die Liste abzuarbeiten.
Der Anfang war sehr vielversprechend, ich konnte mich mit Kaia sehr gut identifizieren und fand ihre Gedanken nachvollziehbar. Auch das Zusammenspiel von Jakob und Kaia, die sich anfangs gar nicht mögen, hat mir gut gefallen. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Entwicklung der Protagonistin zu wenig ausgeprägt war, sie war der verbohrt in ihren Ansichten und anderen gegenüber sehr übergriffig. Dieses Verhalten konnte sie bis zum Schluss nicht ablegen. Genau den Kritikpunkt, dass die Protagonistin zu festgebissen war, hatte ich leider auch bei dem ersten Teil.
Dennoch war das Buch angenehm zu lesen, der Schreibstil ist toll und man fliegt durch die Seiten. Auch Jakob hat mir als Charakter gut gefallen. Grundsätzlich fand ich die Ansätze und die Konflikte sehr spannend, hätte Kaia sich etwas deutlicher und auch früher weiter entwickelt, hätte mir das Buch allerdings deutlich besser gefallen. Auch die Familienkonstellation wirkte auf mich teilweise leider etwas toxisch.
Man kann das Buch gut lesen, aber im zwischenmenschlichen Bereich gab es einiges, dass mich gestört hat.