Cover-Bild Das gelbe Haus
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26,00
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 528
  • Ersterscheinung: 12.08.2025
  • ISBN: 9783832168346
Mieko Kawakami

Das gelbe Haus

Roman | »Mieko Kawakami revolutioniert gerade die japanische Literatur.« DIE WELT
Katja Busson (Übersetzer)

SPIEGEL Buchpreis 2025 Platz 5

Die siebzehnjährige Hana träumt von einer besseren Zukunft für sich und ihre Mutter, doch das Leben meint es nicht gut mit ihr. Es ist kurz vor der Jahrtausendwende, und in Japan ist die Wirtschaft ins Stocken geraten. Als die ältere Kimiko Hana unter ihre Fittiche nimmt, wird sie Teil einer neuen, selbst gewählten Familie: einer bunt zusammengewürfelten Gruppe von jungen Frauen, die am Rande der Gesellschaft leben. Unter der Führung von Kimiko übernehmen sie eine Bar, und zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt Hana ein gewisses Maß an Freiheit und Sicherheit. Doch als das Geld zur Neige geht, sieht sie keine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt ehrlich zu verdienen, und so rutscht Hana immer tiefer in eine kriminelle Parallelwelt, aus der es scheinbar kein Zurück mehr gibt.
In ihrem neuen Roman erzählt Mieko Kawakami eindringlich von der Hoffnung, die eine Wahlfamilie verspricht, und widmet sich scharfsinnig der Illusion des freien Willens und der Frage nach menschlicher Würde.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei uli123 in einem Regal.
  • uli123 hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.08.2025

Bedrückende Stellung eines japanischen Mädchens

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Es ist sehr bedrückend, diesen Roman zu lesen. In ihm geht es um eine Reihe junger Japaner, die kurz vor der Jahrtausendwende am Rande der Gesellschaft in Tokio leben und – chancenlos, wie sie vor allem ...

Es ist sehr bedrückend, diesen Roman zu lesen. In ihm geht es um eine Reihe junger Japaner, die kurz vor der Jahrtausendwende am Rande der Gesellschaft in Tokio leben und – chancenlos, wie sie vor allem aufgrund ihrer Herkunft sind – zu Randfiguren der Gesellschaft werden. Schnell geraten sie in kriminelle Kreise, die von mafiösen Strukturen, organisierter Kriminalität, Drogen, Frauenhandel, Kartenbetrug jedweder Form gekennzeichnet sind. Nie hätte ich vermutet, dass es in dem doch als reiches Land geltenden Japan derartig in der Gesellschaft zugeht. Detailliert eingewoben werden die Lebensgeschichten einiger Romanfiguren, allen voran die der Protagonistin Hana, mit der man eigentlich nur Mitleid empfindet. Ohne Abschluss verlässt sie die Schule, setzt alle ihre Kräfte ein, Geld zu verdienen und für ihr weiteres Leben zu sparen. Doch immer wieder steht sie nach einer Zeit mittellos da, weil ihr die Ersparnisse entweder gestohlen werden oder sie sie Dritten aus ihrem Umfeld zur Behebung diverser Schwierigkeiten überlässt. Zugleich würde man sie am liebsten aber auch tüchtig durchprügeln, damit sie merkt, wie sie sich ausnutzen lässt, weil sie so lebensuntüchtig und geschäftsunerfahren ist. Wie auch sonst in vielen Büchern aus dem asiatischen Raum wird auch vorliegend thematisiert, wie patriarchalisch die Gesellschaftsstrukturen sind und wie unterwürfig noch immer die Frauen. So interessant der Roman auch ist, so langatmig erscheint er gelegentlich, weil sich Einiges in Hanas Leben mehrmals wiederholt. Hervorzuheben ist, dass der Buchtitel so treffend zum Inhalt passt. Die Farbe Gelb hat für Hana eine besondere Bedeutung genau wie ein Haus, in dem sie erstmals nach Art einer Familie mit vermeintlichen Freundinnen zusammenlebt.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Ein gelbes Haus voller Brüche

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Das gelbe Haus von Mieko Kawakami erzählt auf leise, aber eindrückliche Weise von Hana, einer jungen Frau, die in Tokio in prekären Zeiten kaum einen Platz findet, bis sie eine bunte Gruppe Frauen trifft, ...

Das gelbe Haus von Mieko Kawakami erzählt auf leise, aber eindrückliche Weise von Hana, einer jungen Frau, die in Tokio in prekären Zeiten kaum einen Platz findet, bis sie eine bunte Gruppe Frauen trifft, die mehr verbindet als nur das Glück im Leben. Aus Fremden wird Familie, in einem windschiefen Haus, das sie selbst gelb streichen, in der Hoffnung, dass Gelb nach Feng-Shui Glück bringt.

Der Roman wirkt dabei wie ein stiller, intensiver Blick in ein Leben am Rand der Gesellschaft. Hana und die Frauen, die sich in diesem improvisierten Zuhause zusammenfinden, berühren durch ihre leisen Gesten und durch das, was zwischen den Zeilen passiert. Gerade die kleinen Szenen wie eine Zigarette, die wortlos weitergereicht wird, oder ein Essen, das ungefragt bereitsteht, schaffen Nähe und bleiben lange im Kopf. Doch so beeindruckend Kawakamis klare Sprache ist, manchmal wirkt die Erzählung auch sehr langsam. Wer auf große Wendungen oder Spannung hofft, könnte zwischendurch das Gefühl haben, etwas festzustecken. Der Roman verlangt Geduld und Aufmerksamkeit, belohnt aber mit einer eindringlichen Stimmung und dem Gefühl, ganz nah bei den Figuren zu sein.

Das gelbe Haus steht so für mehr als nur ein Dach über dem Kopf: Es ist ein Symbol für Würde, Zusammenhalt und die Suche nach einem Ort, an dem man bleiben darf, auch wenn dieser Ort brüchig ist.

Veröffentlicht am 12.08.2025

Ergreifend.

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Mit Das gelbe Haus gelingt Kawakami erneut ein eindringlicher, atmosphärisch dichter Roman, der Einblicke in ein Milieu bietet, das in der japanischen Literatur selten so ungeschönt thematisiert wird: ...

Mit Das gelbe Haus gelingt Kawakami erneut ein eindringlicher, atmosphärisch dichter Roman, der Einblicke in ein Milieu bietet, das in der japanischen Literatur selten so ungeschönt thematisiert wird: die Welt gesellschaftlich marginalisierter Frauen, des Rotlichtviertels und der Yakuza.
Im Zentrum steht Hana, die in Armut aufwächst und früh Verantwortung übernimmt – so sehr, dass sie später nicht mehr zwischen Pflicht und Selbstaufgabe unterscheiden kann. Eine Nachricht über ihre frühere Bekannte Kimiko, angeklagt wegen Entführung und Erpressung, führt zurück in ihre gemeinsame Jugend im titelgebenden gelben Haus. Von hier entfaltet sich eine Geschichte zwischen Loyalität und moralischem Abgrund, in Nachtclubs und illegalen Geschäften Tokios. Und schon nach den ersten Seiten war ich gefesselt – die leise, fast unmerklich aufbauende Spannung war sofort spürbar.
Kawakami zeichnet komplexe Figuren mit feinem Gespür für Zwischentöne. Hana ist keine klassische Heldin, sondern eine zutiefst menschliche Figur mit nachvollziehbarem Dilemma. Die dunklen Seiten des Lebens im gelben Haus sickern subtil in den Text ein und man fiebert mit allen Bewohnern mit.
Einige japanische Begriffe und Bezeichnungen aus dem Milieu, die mir zunächst fremd waren, sind im Text gekennzeichnet und im Anhang erklärt – das fand ich sehr spannend und lehrreich.
Thematisch ist der Roman ein feministisches Werk, das zeigt, wie Armut, gesellschaftlicher Druck und männliche Dominanz Frauen prägen. Sprachlich verbindet die Autorin poetische Präzision mit nüchterner Direktheit (der japanische Schreibstil ist hier, meiner Meinung nach, wieder erkennbar), und Symbole wie die Farbe Gelb verstärken die Atmosphäre. Gleichzeitig ist die Geschichte auch eine zarte Found-Family-Erzählung, in der zwischen den Figuren ein Netz aus Fürsorge und Zugehörigkeit entsteht, das Hoffnung gibt.
Düster, berührend und authentisch – ein intensives Porträt der japanischen Schattenwelt und der Frauen, die in ihr bestehen müssen - selten aufgegriffene Themen und Einblicke!

Veröffentlicht am 12.08.2025

Sozialstudie aus Japan

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Das gelbe Haus ist eine Art Sozialstudie aus Japan.
Die Protagonistin erfährt von der Verhaftung einer Frau, bei der sie vor 20 Jahren mal gelebt hat. Das löst bei ihr Erinnerungen an diese Zeit aus.
Die ...

Das gelbe Haus ist eine Art Sozialstudie aus Japan.
Die Protagonistin erfährt von der Verhaftung einer Frau, bei der sie vor 20 Jahren mal gelebt hat. Das löst bei ihr Erinnerungen an diese Zeit aus.
Die Starautorin Mieko Kawakami zeigt ihre Figur Fuyoko mit viel Einfühlungsvermögen.
Doch weitgehend bleibt es in den Beschreibungen auch sachlich. Gerdae die Dialoge kommen mir zu trocken vor. Es ist ein ruhiges Buch.
Mieko Kawakami konnte mich mit ihren bisherigen Büchern begeistern. Das gelbe Haus ist auch kein schlechtes Buch, doch mir blieben Figuren und Handlung zu distanziert.