Bedrückende Stellung eines japanischen Mädchens
Es ist sehr bedrückend, diesen Roman zu lesen. In ihm geht es um eine Reihe junger Japaner, die kurz vor der Jahrtausendwende am Rande der Gesellschaft in Tokio leben und – chancenlos, wie sie vor allem ...
Es ist sehr bedrückend, diesen Roman zu lesen. In ihm geht es um eine Reihe junger Japaner, die kurz vor der Jahrtausendwende am Rande der Gesellschaft in Tokio leben und – chancenlos, wie sie vor allem aufgrund ihrer Herkunft sind – zu Randfiguren der Gesellschaft werden. Schnell geraten sie in kriminelle Kreise, die von mafiösen Strukturen, organisierter Kriminalität, Drogen, Frauenhandel, Kartenbetrug jedweder Form gekennzeichnet sind. Nie hätte ich vermutet, dass es in dem doch als reiches Land geltenden Japan derartig in der Gesellschaft zugeht. Detailliert eingewoben werden die Lebensgeschichten einiger Romanfiguren, allen voran die der Protagonistin Hana, mit der man eigentlich nur Mitleid empfindet. Ohne Abschluss verlässt sie die Schule, setzt alle ihre Kräfte ein, Geld zu verdienen und für ihr weiteres Leben zu sparen. Doch immer wieder steht sie nach einer Zeit mittellos da, weil ihr die Ersparnisse entweder gestohlen werden oder sie sie Dritten aus ihrem Umfeld zur Behebung diverser Schwierigkeiten überlässt. Zugleich würde man sie am liebsten aber auch tüchtig durchprügeln, damit sie merkt, wie sie sich ausnutzen lässt, weil sie so lebensuntüchtig und geschäftsunerfahren ist. Wie auch sonst in vielen Büchern aus dem asiatischen Raum wird auch vorliegend thematisiert, wie patriarchalisch die Gesellschaftsstrukturen sind und wie unterwürfig noch immer die Frauen. So interessant der Roman auch ist, so langatmig erscheint er gelegentlich, weil sich Einiges in Hanas Leben mehrmals wiederholt. Hervorzuheben ist, dass der Buchtitel so treffend zum Inhalt passt. Die Farbe Gelb hat für Hana eine besondere Bedeutung genau wie ein Haus, in dem sie erstmals nach Art einer Familie mit vermeintlichen Freundinnen zusammenlebt.