Cover-Bild Triskele
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23,00
inkl. MwSt
  • Verlag: S. FISCHER
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 272
  • Ersterscheinung: 10.08.2022
  • ISBN: 9783103971118
Miku Sophie Kühmel

Triskele

Roman

Drei Schwestern treffen sich in der Wohnung der Mutter. Die zielstrebige Mercedes ist 48, die flatterhafte Mira ist 32, und Matea, die noch zuhause lebt, ist 16. Ihre Mutter Mone hat sich das Leben genommen und nur wenig hinterlassen: alten Schmuck, die Katze Muriel und einen Brief. Als drei Kinder aus drei Generationen sind sie mit der gleichen Frau aufgewachsen, aber nicht gemeinsam. Wer war Mone für jede einzelne von ihnen? Und was teilen die drei, wenn schon keine Erinnerungen? Matea, verschlossen und in sich gekehrt, muss sich bei ihrer ältesten Schwester in Berlin einleben und verbringt ihre Tage online. Mercedes vergisst manchmal, dass plötzlich ein Teenager bei ihr wohnt, und Mira fühlt sich, wie immer, überflüssig. 

»Triskele« ist ein verträumter und raubeiniger Roman über Schwesternschaft und über den Zusammenhalt zwischen Frauen in fordernden Zeiten.


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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2026

Im Dreieck der Überlebenden

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"Triskele" von Miku Sophie Kühmel ist 2022 im S. Fischer Verlag erschienen. Drei Schwestern – 48, 32 und 16 Jahre alt – treffen nach dem Suizid ihrer Mutter in deren Wohnung in Arendsee aufeinander. Sie ...

"Triskele" von Miku Sophie Kühmel ist 2022 im S. Fischer Verlag erschienen. Drei Schwestern – 48, 32 und 16 Jahre alt – treffen nach dem Suizid ihrer Mutter in deren Wohnung in Arendsee aufeinander. Sie räumen aus, sortieren Nachlass, Erinnerungen und Zuschreibungen. Jede hatte eine andere Mutter. Und doch war sie ein und dieselbe Person

Meine Meinung

Das Buch lag viel zu lange auf meinem SuB und war dann mein Buchclub-Pick im Februar. Das erste Drittel hat sich eher schleppend gelesen, aber danach entwickelt das Buch einen Sog, der mich nicht mehr losgelassen hat. Vor allem die Sprache finde ich sehr bemerkenswert.

Kühmel erzählt aus wechselnden Perspektiven und lässt die verstorbene Mutter in Briefen „aus dem Off“ auftreten, ein starkes Stilmittel wie ich finde, das der Schwere immer wieder eine trockene, fast boshafte Komik entgegensetzt. Schon der nüchterne „Erbschein“ ganz zu beginn des Buches, in dem die Katze Muriel juristisch nicht als vierte Erbin anerkannt werden kann ist so eine Stelle.

Die Autorin zeichnet tolle Sprachbilder, die im Gedächtnis bleiben und trotz der Grund-Ernsthaftigkeit des Buches: „Die Umbrüche lauern im Kleinen. Ein Stolpern auf gebohnerter Treppe […] und ein Nervenzusammenbruch passiert gegebenenfalls ungeduscht zwischen Gurkengläsern.“ (S. 26) Diese Mischung aus Alltagsdetail und existenzieller Fallhöhe zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman.

Besonders beeindruckt hat mich aber, wie die Autorin das Thema Trauer & Trauerbewältigung der Hinterbliebenen nach einem Suizid aufgegriffen hat: „Alle fünfzig Minuten stirbt ein Mensch an Selbsttötung. […] Und pro Tote drei Trauernde.“ (S. 102) Die Autorin mischt auch immer wieder Fakten in das romanhafte und romantisiert nichts. Sie zeigt, wie komplex Trauer ist und vor allem wie ambivalent. „Ich traute mich kaum zuzugeben, dass ich auf eine Art beruhigt war, sie nun tot zu wissen.“ (S. 234)

Neben dem zentralen Verlust verhandelt der Roman Queerness, Ost-West-Zuschreibungen, Mutterschaft, psychische Erkrankung und das schwierige Sprechen bzw. einander Fremd-(Geworden)-Sein in Familien. „Wir sprechen, aber wir reden ja nicht.“ (S. 139).

Nicht alles hat mich gleichermaßen erreicht; manche gedanklichen Schleifen wirkten auf mich etwas überdehnt. Aber insgesamt ist das ein sehr durchdachter, literarisch ambitionierter Roman, der viel Raum für Zwischentöne lässt.

Fazit
"Triskele" ist kein leichtes, eher ein melancholisches Buch, das sich aber meiner Meinung nach sehr lohnt. Für alle, die leise und sich-langsam-entwickelnde Familiengeschichten mögen, die mehr Fragen stellen als Antworten geben. Und für alle die besonders auf Sprache einen großen Wert legen, die hier zugleich scharf, ironisch und zart daherkommt. Wer einen stringenten Plot mit einem krassen Spannungsbogen sucht, wird hier eher ungeduldig.

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Veröffentlicht am 12.09.2022

Über drei Schwestern

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Mercedes, Mira und Matea sind Schwestern. Im Moment haben sie jedoch den Bezug zueinander verloren oder vielleicht gab es den auch nie richtig? Mercedes und Mira trennen 16 Jahre Altersunterschied, genauso ...

Mercedes, Mira und Matea sind Schwestern. Im Moment haben sie jedoch den Bezug zueinander verloren oder vielleicht gab es den auch nie richtig? Mercedes und Mira trennen 16 Jahre Altersunterschied, genauso wie Mira und Matea – miteinander aufgewachsen sind alle drei also nicht wirklich. Dann jedoch begeht Simone, die Mutter der drei, Selbstmord und die Schwestern müssen nicht nur den Nachlass regeln, sondern auch wieder aufeinander zugehen.

„Triskele“ ist nach „Kintsugi“ Miku Sophie Kühmels zweiter Roman. Erzählt wird im Wechsel von allen drei Schwestern in der Ich- und Gegenwartsform. Wer genau gerade spricht, muss immer aus dem Kontext abgeleitet werden, aber nach kurzer Zeit erkennt man die Schwestern auch an ihrem Ton. Mercedes, die Älteste, ist eher still und analytisch, Mira in der Mitte sehr quirlig und laut, Matea, die Jüngste, eine Mischung aus beiden. Der Titel „Triskele“ bezieht sich natürlich auf die drei Schwestern, aber auch auf ein Schmuckstück, das Mira als Teenager in einem Frankreichurlaub gekauft und ihrer Mutter geschenkt hatte.

Der Roman hat sicherlich Trauer und den Umgang mit einem Suizid zum Thema. Über Mutter Simone finden wir nur in Anekdoten und Erinnerungen ihrer Töchter etwas heraus und scheinbar litt sie an Depressionen. Im Verlauf der Handlung fragt man sich unweigerlich, warum diese Frau eigentlich Kinder bekommen hat und warum in diesem großen Abstand – vermutlich wusste sie das aber selbst nicht. Miras Anhänger, zum Beispiel, trug sie nie. Über die Väter der drei Schwestern erfahren wir nichts, sie selbst haben alle drei nicht kennengelernt. Überhaupt spielen Männer nur eine sehr untergeordnete Rolle im Roman.

Das eigentliche Highlight sind die feinen Verbindungen zwischen den Schwestern, die nach und nach wieder an Stärke gewinnen. Am Anfang wissen sie kaum etwas voneinander. Mercedes verheimlicht Probleme im Job, Mira ihr Liebesleben und Mati findet online Zuflucht - bis sie am Ende durch die gemeinsame Auseinandersetzung mit ihrer Mutter und der Vergangenheit wieder zu einem Dreiklang werden.

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Veröffentlicht am 19.09.2022

Drei Schwestern

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Triskele
Miku Sophie Kühmel

Mone hat sich mit 64 Jahren das Leben genommen. '‘Wahrscheinlich seid ihr nicht sonderlich überrascht’', schreibt sie in ihrem Abschiedsbrief. (S.7)
Sie hinterlässt drei Mädchen ...

Triskele
Miku Sophie Kühmel

Mone hat sich mit 64 Jahren das Leben genommen. '‘Wahrscheinlich seid ihr nicht sonderlich überrascht’', schreibt sie in ihrem Abschiedsbrief. (S.7)
Sie hinterlässt drei Mädchen von drei verschiedenen Männern und eine Katze.
Jeweils 16 Jahre liegen die drei Kinder auseinander.

Die älteste Tochter Mercedes ist 48 Jahre alt, in der DDR geboren und aufgewachsen, damals waren sie ein Team: ihre revolutionäre Mutter, die selbstbewusste Omi und sie.
Als 16 Jahre später Mira zur Welt kam, fiel die Mauer gerade, doch ihre Mutter war zu der Zeit bereits krank und depressiv, so dass Mercedes jedes Wochenende von der Uni nach Hause fuhr, um sich um ihre kleine Schwester zu kümmern. Erst als diese selbständig wurde, zog sich Mercedes zurück, doch da wurde Mone ein weiteres Mal schwanger.
Matea, die jüngste Tochter, hatte es vielleicht am Schwierigsten, denn ihre Mutter lag fast immer nur im Bett und Mira zog aus, als Matea noch Windeln trug.
Jede von ihnen erlebte eine komplett andere Mutter.

Matea zieht nach dem Tode ihrer Mutter zu ihrer ältesten Schwester nach Berlin, wo auch Mira ganz in der Nähe wohnt.
Zum ersten Mal in ihrem Leben sind sich die Schwestern räumlich nah und stellen fest, dass sie sich überhaupt nicht kennen. Erzwungenermaßen müssen sie ihr Leben umstrukturieren, sich neu kennenlernen, Gespräche führen, gemachte Fehler eingestehen und Vorurteile aufarbeiten.

Die Schwestern kommen in dem Buch je drei Mal, nacheinander, in langen Kapiteln zu Wort.

Leider muss ich sagen, dass das Buch hinter meinen Erwartungen blieb.
Mir waren die Dialoge oft zu wirr und wechselhaft, ganz sicher von der Autorin genau so gewollt, aber für mich hat sich dadurch einfach nicht alles erschlossen.
Leider habe ich auch festgestellt, dass ich immer nur sektionsweise an den Geschichten interessiert war. Einige Gespräche haben mich dermassen intensiv gepackt, dass ich gerne mehr erfahren hätte. Andere Unterhaltungen fand ich einfach nur überflüssig. Für meinen Geschmack sind die Geschwister sich in diesem Buch nicht nahe genug gekommen, der Tiefgang fehlte mir.

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Veröffentlicht am 27.11.2022

Was soll mich daran interessieren?

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"Triskele" hat mich anfangs sofort angesprochen. Die Sprache ist angenehm, gekonnt und doch leicht lesbar, das Geschehen versprach Interessantes - drei unterschiedliche Schwestern, die nach dem Tod ihrer ...

"Triskele" hat mich anfangs sofort angesprochen. Die Sprache ist angenehm, gekonnt und doch leicht lesbar, das Geschehen versprach Interessantes - drei unterschiedliche Schwestern, die nach dem Tod ihrer Mutter langsam zueinander finden. Die drei haben jeweils genau 16 Jahre Altersunterschied, was ich schon von Beginn an etwas verkrampft originell fand, ebenso wie den Erbschein, der vermerkt, dass die Katze nicht als Erbin eingesetzt werden könne. Trotzdem machte die Ausgangssituation neugierig.
Wir erleben das Geschehen abwechselnd durch die Augen der drei Schwestern, drei verschiedenen Generationen: Mercedes, die noch einen Gutteil DDR-Leben mitbekam und nun ganz ordentliche Karrierefrau ist, dem Vorwendekind Mira, mit allen typischen Versatzstücken unkonventionell, und Matea, digital Native und natürlich ganz woke. So weit, so stereotyp. Während das allmähliche Eintauchen in die jeweilige Gedankenwelt, die unterschiedlichen Erinnerungen und Perspektiven anfangs noch interessant sind, verliert sich das Buch schnell in einem inhaltslosen Nichts. Wir erleben den jeweiligen Alltag, die jeweiligen Gedanken, ohne große Tiefe, ohne große Abwechslung, ziellos mäandernd und meistens bemerkenswert uninteressant. Es gibt zahlreiche Unterhaltungen, bei denen ich mich fragte: "Und warum wird uns diese nun dargeboten?", es gibt viel Belangloses und als Matea auf Seite 72 angesichts ihrer Lektüre der Buddenbrooks kommentiert: "... und ich habe wirklich keine Ahnung, was mich daran interessieren soll", dachte ich, dass dies "Triskele" für mich perfekt zusammenfasst.
In all der Inhaltslosigkeit hatte ich den Eindruck, dass die Autorin sehr angestrengt versucht, originell und ungewöhnlich zu sein, nur wirkt es nicht, wenn man die Anstrengung bemerkt und die Geschichte zudem im Uninteressanten verpufft. Jede Seite zog mich weniger an, die Schwestern und ihre zerfaserten, ins Nichts gehenden Gedanken und Erlebnisse wurden mir zunehmen gleichgültiger, die vielversprechende Prämisse der Geschichte wurde für mich verschenkt.

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