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Veröffentlicht am 03.01.2023

Falck und Hedström ermitteln wieder

Kuckuckskinder (Ein Falck-Hedström-Krimi 11)
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Endlich wieder Ermittlungen in Fjällbacka. Beim 11. Fall "Kuckuckskinder" hat es einige Zeit gedauert, bis ich mit der Story warm geworden bin. Aber als ich dann drin im Geschehen war, hat mich der Krimi ...

Endlich wieder Ermittlungen in Fjällbacka. Beim 11. Fall "Kuckuckskinder" hat es einige Zeit gedauert, bis ich mit der Story warm geworden bin. Aber als ich dann drin im Geschehen war, hat mich der Krimi wieder überzeugt.
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4 Jahre nach dem letzten Fall waren mir die Protagonisten, die Schriftstellerin Erika Falck und der Kommissar Patrick Hedström, doch etwas fremd geworden. Dazu fährt Läckberg noch viele andere Personen auf, die mir auch erst mal im Gedächtnis bleiben und einander zugeordnet werden müssen. Das war zunächst eine echte Lese-Herausforderung. Zumal es auch noch einige Zeit dauert, bis die Handlung in Gang kommt.
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Es hat sich aber definitiv gelohnt, sich durch die Anfangsphase zu kämpfen. Läckberg liefert wieder einen ihrer typischen Skandinavien-Krimis ab. Hedström ermittelt in den Kriminalfällen. Erika recherchiert an einer interessanten Geschichte für ein Buch. Und plötzlich tun sich ungeahnte Verbindungen auf. An diesem Punkt wird es dann endlich spannend.
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In Läckbergs Krimis nimmt das Privatleben der Ermittler viel Raum ein. Das habe ich diesmal aber auch gebraucht, um wieder Verbindung zu den Personen aufzubauen. Ab einem gewissen Punkt haben wir wieder zueinander gefunden. Und dann wurde auch die Story immer besser, intensiver und fesselnder.
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Fazit: Läckberg hat nochmal die Kurve gekriegt. Gerade als ich dachte, ich könnte die Reihe für mich abschreiben, hat sie mich wieder gecatcht. Man muss der Entwicklung der Geschichte und sich selbst beim Lesen etwas Zeit geben. Letztendlich ist auch "Kuckuckskinder" wieder ein sehr solider Läckberg-Krimi.

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Veröffentlicht am 01.01.2023

Verwirrspiel auf hoher See

Tödliche Aida
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Den Jahreswechsel habe ich auf Kreuzfahrt verbracht. Also, rein lesetechnisch. Die Buchempfehlung zu Krinke Rehbergs 3. Teil der der AIDA-Reihe kam mir stimmungsmäßig gerade recht. Ich habe mir davon ein ...

Den Jahreswechsel habe ich auf Kreuzfahrt verbracht. Also, rein lesetechnisch. Die Buchempfehlung zu Krinke Rehbergs 3. Teil der der AIDA-Reihe kam mir stimmungsmäßig gerade recht. Ich habe mir davon ein bisschen lockere Krimi-Unterhaltung zur Zerstreuung versprochen. Das habe ich auch bekommen. Und da ich gar nicht viel erwartet hatte, kann ich sogar sagen, dass der Krimi mir besser gefallen hat als gedacht.
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Frieda Olsen, die Miss Marple der Meere, ermittelt. Klar, dass ich als Agatha Christie-Fan bei dieser Bewerbung auf das Buch angesprungen bin. Die rüstige Seniorin hatte es bereits auf zwei AIDA-Schiffen mit Morden zu tun. Entsprechend skeptisch wird sie von der Crew beäugt, als sie diesmal an Bord der AIDAaura geht. Und tatsächlich gibt es auch hier bald eine Leiche…
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Der Krimi liefert eine richtig schöne Scharade. Das Rätselspiel ist in der Tat nach bestem Agatha Christie-Muster inszeniert. Protagonistin Frieda beobachtet ihre Mit-Passagiere an Bord. Einige rücken dabei durch seltsames Verhalten direkt besonders in den Fokus. Sofort hatte ich das Gefühl, dass jede Kleinigkeit eine Rolle spielen könnte. Der Krimi lädt förmlich zum Mitraten an. An der Seite von Frieda bin ich Spuren gefolgt. Auch falsche Fährten waren dabei. Der Krimi ist sehr klassisch geplottet. Die Auflösung hat mich auch an alte Meisterwerke des Genres erinnert. Aber sowas geht immer noch.
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Fazit: Das war eine positive Krimi-Überraschung gleich zu Jahresbeginn. Klassischer Rate-Spaß mit Kreuzfahrt-Ambiente und Urlaubsimpressionen. Das hat mir gut gefallen und war auch ohne nennenswerte Besonderheiten einfach mal richtig schön zu lesen. Hier kann man unkompliziert je nach Lust und Laune einschiffen, weil die einzelnen Bände der Reihe unabhängig voneinander sind.


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Veröffentlicht am 28.12.2022

Der Liebespakt der Mauerblümchen

Die Wallflowers - Annabelle & Simon
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Unglaublich, was man mit einem Makeover aus einer Reihe machen kann. Der erste Band der Wallflowers-Reihe ist im Original bereits 2004 erschienen. Warum hat man uns die Bücher hierzulande so lange vorenthalten, ...

Unglaublich, was man mit einem Makeover aus einer Reihe machen kann. Der erste Band der Wallflowers-Reihe ist im Original bereits 2004 erschienen. Warum hat man uns die Bücher hierzulande so lange vorenthalten, habe ich mich gefragt. Antwort: Hat man gar nicht. Aber als Romänchen im CORA-Verlag sind sie mir schlicht und ergreifend nicht in die Hände gefallen. Jetzt haben die Bücher einen wertigeren Anstrich verpasst bekommen und erscheinen in kurzer Abfolge unter dem einheitlichen "Wallflowers"-Label.
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Natürlich wird auch bei dieser Reihe mal wieder der Bridgerton-Vergleich gezogen. Die Handlung spielt in London im Jahr 1843 und es geht mal wieder um Frauen, die oberflächlich einfach nach betuchten Männern suchen - aber natürlich auch nach der wahren Liebe. Seit Jane Austen, der Ur-Mutter dieser Geschichten, hat kein Schriftsteller das Genre neu erfunden. Da Austens Gesamtwerk aber überschaubar ist, freue ich mich über den Imitations-Boom der letzten Jahre.
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Wallflowers ist der englische Begriff für Mauerblümchen. Diesen Namen verpassen sich die vier jungen Damen Annabelle, Lillian, Daisy und Evie selbst. Saison um Saison haben sie am Rand der Tanzflächen verbracht, ohne von der Männerwelt beachtet zu werden. Nun wittern sie ihre letzte Chance und wollen sich gegenseitig dabei unterstützen, geeignete Heiratskandidaten zu finden. Annabelle & Simon - der Titel nimmt bereits vorweg, welches Paar sich in Band 1 findet. Der Weg dahin ist geprägt - wie sollte es anders sein - von Stolz, Vorurteil und Konventionen. Aber die Liebe bahnt sich ihren Weg. Ja, alles ist altbekannt. Aber irgendwie lese ich sowas auch in der x-ten Variation noch recht gerne.
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Fazit: Romantik & Drama. Herz & Humor. Band 1 der Wallflowers-Reihe erzählt eine typische Regency-Lovestory. Die "Mauerblümchen" sind eine sympathische Mädels-Truppe. Der Auftakt der Reihe hat mich nicht großartig überrascht, aber gut unterhalten. Die nächste Verpartnerung kann also gerne kommen.

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Veröffentlicht am 26.12.2022

Ruth Ware kann es besser

Das College
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Das College" ist der vierte Thriller, den ich von Ruth Ware gelesen habe - und für mich das bisher schwächste Leseerlebnis mit einem Buch der Autorin. Titel, Cover und Klappentext hatten bei mir für große ...

Das College" ist der vierte Thriller, den ich von Ruth Ware gelesen habe - und für mich das bisher schwächste Leseerlebnis mit einem Buch der Autorin. Titel, Cover und Klappentext hatten bei mir für große Erwartungen gesorgt, die sich insgesamt aber nicht erfüllt haben. Vorweg sei gesagt: Am Schreibstil von Ruth Ware gibt es mal gar nix zu meckern. 460 Seiten lesen sich flüssig weg. Das hat wieder großen Spaß gemacht. Allerdings hat es mich diesmal inhaltlich einfach nicht so gepackt.

Darum geht’s: Die Studentin April wird tot in ihrem Zimmer aufgefunden. Ihre Mitbewohnerin Hannah belastet einen Verdächtigen - und der wird trotz aller Unschuldsbeteuerungen verurteilt. Als der vermeintliche Mörder später stirbt, kommt in Hannah alles wieder hoch. War wirklich alles so, wie es ihr vorkam?

Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen erzählt. "Davor" beleuchtet die Zeit vor und unmittelbar um den den Mord herum. Wir lernen die College-Clique kennen und begleiten die Ereignisse bis zum schicksalhaften Abend von Aprils Tod. "Danach" spielt 10 Jahre später und rollt den Fall quasi nochmal neu auf. Vom Grundsatz her eine spannende Konstellation, die mich aber nicht in gewohnter Ruth Ware-Manier gepackt hat. Die Thriller, die ich von Ware kenne, zeichnen sich durch unblutige, eher psychologische Spannung und intensive Atmosphäre aus. Diesmal war es mir aber zu wenig Psycho-Thrill. Und auch aus dem College-Szenario hätte man meiner Meinung nach viel mehr rausholen können.

Die Handlung kreist um Protagonistin Hannah und ihre Wahrnehmung der Ereignisse. Leider ging mir die Hannah im Hier und Jetzt recht schnell doch ziemlich auf den Senkel. Die anderen Personen bleiben vergleichsweise blass. Da wird nach meinem Empfunden nur an der Oberfläche gekratzt. So hatte ich keine Chance, da individuell mehr als nur ein paar Stereotype herauszuholen. Schnell wird der Verdacht in eine bestimmte Richtung gelenkt. Und obwohl es doch nochmal eine Wendung gibt, ist mir die Entwicklung der Story diesmal irgendwie zu flach und uninspiriert vorgekommen.

Fazit: Ruth Ware schreibt toll. Sie kann beklemmende Atmosphäre erzeugen und ich mag ihre Art, Thriller eher subtil und psychologisch anzugehen. Diesmal hat sie ihr Können für meinen Geschmack eben mal etwas weniger überzeugend umgesetzt. Trotzdem habe ich das Buch insgesamt gerne gelesen. Unterhaltsam ist es auf jeden Fall. Und als schlecht würde ich es auch nicht bezeichnen. Aber es schwimmt nur mit der Masse ohne kleine aber feine Peaks zu setzen. Deshalb ist "Das College" für mich halt mal kein typischer Ruth Ware-Kracher.

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Veröffentlicht am 23.12.2022

Farbenfrohe Lovestory

Wenn dein Herz woanders wohnt
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Das Cover zeigt es schon: Hier kommt was pastellig-leichtes fürs Herz. Die Geschichte ist Balsam für die Seele. Judith Wilms hat einen Roman in Wohlfühl-Farben geschrieben. Dieses Buch tut genauso gut, ...

Das Cover zeigt es schon: Hier kommt was pastellig-leichtes fürs Herz. Die Geschichte ist Balsam für die Seele. Judith Wilms hat einen Roman in Wohlfühl-Farben geschrieben. Dieses Buch tut genauso gut, wie ein Aromatherapie-Bad.
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Darum geht’s: Einrichtungsexpertin Leonie und der Wochenendheimfahrer Thies teilen sich eine Wohnung - ohne sich zu kennen. Wenn Thies nicht da ist, nutzt Leonie ein Zimmer der Wohnung zum Arbeiten. Dabei könnte sie gut die ganze Wohnung gebrauchen. Aber den Typen rausekeln? Immerhin kommt Mr. Unbekannt in diversen Nachrichten ziemlich nett rüber…
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Was für eine süße Geschichte. Eine schöne Lovestory, die das Herz zum Hüpfen bringt. Natürlich mit kleinen Schlenkern auf dem Weg zum Happy End. Erst mal müssen alte Kapitel endgültig abgeschlossen werden, bevor etwas Neues beginnen kann. Das wird hier nett erzählt. Die Dramen sind nicht allzu groß und werden nicht Herzschmerz-triefend ausgewalzt. Man bekommt einfach eine unterhaltsame Wohlfühl-Lovestory.
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Harmonie und Herzenswärme stehen im Vordergrund. Das Buch vermittelt einfach ein gutes Grundgefühl. Meine Lieblingsszene: Händchenhalten per WhatsApp! OMG, wie schön ist das denn bitte? Ja, die Geschichte ist romantisch. Aber angenehm romantisch, bodenständig und tatsächlich überwiegend kitsch-frei, weil alles einfach so natürlich rüberkommt. Das Ende hat zwar seinen Aschenputtel-Moment… Aber hey, das sei dem Roman und den Seelen-Protagonisten dann auch erlaubt.
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Fazit: "Wenn dein Herz woanders wohnt" ist ein schöner Wohlfühl-Roman, der sich flockig liest. Mit ihrem zeitgenössischen Liebesroman hat Judith Wilms mich gut unterhalten. Das Buch lässt Leser*innen in Farben schwelgen und hat eine Bauchkribbeln-Garantie.

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