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Veröffentlicht am 03.08.2025

So so so schön

Die geheime Zutat der Liebe
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Im vergangenen Jahr habe ich mit Rachel Linden eine neue Autorin entdeckt, die mich mit ihrem Romandebüt DREIMAL DU UND ICH gleich mal komplett aus den Latschen gehauen hat. Nach diesem Highlight habe ...

Im vergangenen Jahr habe ich mit Rachel Linden eine neue Autorin entdeckt, die mich mit ihrem Romandebüt DREIMAL DU UND ICH gleich mal komplett aus den Latschen gehauen hat. Nach diesem Highlight habe ich mich sehr auf ihr neues Buch DIE GEHEIME ZUTAT DER LIEBE gefreut. Die Erwartungen: Sehr hoch – gespickt mit ein bisschen Angst, dass die Messlatte vielleicht etwas zu hoch liegen könnte. Aber was soll ich sagen? Rachel Linden hat die Höhe mit Leichtigkeit übersprungen und mit ihrem zweiten Roman erneut ein Highlight hingelegt.
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Darum geht’s: Georgia arbeitet als Köchin in einem preisgekrönten Restaurant in Paris. An einem einzigen Abend bricht ihr Traum aber in sich zusammen. Sie kehrt Paris den Rücken. Kurzentschlossen folgt sie daraufhin einer Einladung auf eine Insel in der Nähe von Seattle. Dort lebt ihre Mutter, zu der Georgia seit ihrer Kindheit keinen Kontakt mehr hatte. Außerdem lernt Georgia den grumpy Austernfarmer Cole kennen…
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Zunächst ein Wort zur Optik des Romans. Da hat sich dtv echt übertroffen. Das Design knüpft an die Gestaltung des ersten Romans an und gefällt mir diesmal sogar fast noch ein Ticken besser. Die Bücher sind auf jeden Fall wunderschön anzusehen und ergeben eine hübsche Einheit im Regal. Da bin ich jetzt schon neugierig, wie sich der nächste Roman da einfügen wird.
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Weiter geht’s mit dem Schreibstil von Rachel Linden, den ich auch diesmal wieder von der ersten bis zur letzten Seite genossen habe. Er ist so leichtgängig, aber gleichzeitig auch irgendwie so wunderschön, dass es mir einfach wieder eine Freude war, in die Geschichte einzutauchen. Und „eintauchen“ ist hier ein gutes Stichwort, denn die Autorin hat es auch in DIE GEHEIME ZUTAT DER LIEBE wieder geschafft, dass ich komplett in Story, Setting und Charakteren versunken bin. Die Geschichte beginnt in Paris – und damit hat Rachel Linden mich gleich eingefangen, denn ich stecke gerade in so einer Phase, in der ich auf Paris als Schauplatz gefühlsmäßig halt einfach total anspringe. Der Ort der Handlung ändert sich dann zwar, aber das hat dann auch nichts mehr an meiner zu diesem Zeitpunkt bereits vorhandenen Liebe für die Geschichte geändert. San Juan Island, seine Bewohner und die Austernfarm haben mein Herz genauso erobern können.
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Der Ortswechsel steht natürlich für Veränderung. Nicht nur geografisch betrachtet, sondern auch in vielen anderen Belangen wirft Georgia ihr ganzes bisheriges Leben um. DIE GEHEIME ZUTAT VON LIEBE ist gleichermaßen eine Liebes- wie auch eine Mutter-Tochter-Geschichte, in die Rachel Linden so viele wichtige Themen hineinpackt. Es geht um Identitätssuche, den Umgang mit Fehl- und Schicksalsschlägen und um Vergebung. Das hört sich jetzt schwer und getragen an, aber Rachel Linden hat die Gabe, diese Themen mit einer gewissen Leichtigkeit anzugehen. Die Handlung wird an keiner Stelle zu gefühlsduselig oder gleitet gar ins theatralisch-dramatische ab. Die Geschichte und auch die Charaktere sind stattdessen einfach herrlich natürlich, liebenswert und authentisch. Ich für meinen Teil konnte alles nachvollziehen, mitfühlen und viele schöne Botschaften aus der Geschichte mitnehmen.
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DIE GEHEIME ZUTAT DER LIEBE ist der zweite Roman, den ich von Rachel Linden gelesen habe – und wie schon ihr Debüt, ist auch dieser Folgeroman wieder ein Highlight für mich. Ein Herzensbuch!

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Starker Schweden-Krimi

Spätsommertod
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Mit SPÄTSOMMERTOD habe ich die aktuelle Krimireihe von Kristina Ohlsson fortgesetzt. Es ist der mittlerweile 4. Schwedenkrimi der August Strindberg-Reihe, die mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen ...

Mit SPÄTSOMMERTOD habe ich die aktuelle Krimireihe von Kristina Ohlsson fortgesetzt. Es ist der mittlerweile 4. Schwedenkrimi der August Strindberg-Reihe, die mir mittlerweile richtig ans Herz gewachsen ist. Damit hat Ohlsson sich in meiner Gunst wieder ganz weit nach oben katapultiert. Mit dem neusten Band hat sie diese Stellung auch absolut gerechtfertigt.
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Zum Inhalt von SPÄTSOMMERTOD verrate ich gar nicht allzu viel. Ein älteres Ehepaar wird Opfer eines Giftanschlags. Maria Martinsson und ihr Team ermitteln wieder. Mehr muss man über den neuen Fall gar nicht wissen. Lest selbst. Mich konnte der Krimi jedenfalls vollauf begeistern.
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Mit SPÄTSOMMERTOD liefert Kristina Ohlsson wieder ab. Der Krimi beinhaltet genau das, was ich an der Reihe so sehr mag. Ich bekomme wieder viel schwedisches Lokalkolorit mit. Diesmal wurde ich in einem heißen Spätsommer in Hovenäset und die Vorbereitungen des traditionellen Krebsfestes hineinkatapultiert. Ohlsson fängt die Gegebenheiten sehr atmosphärisch ein. Sie hat es geschafft, mich mitzunehmen und mir die Stimmung richtig gut zu vermitteln. Also auf ganzer Linie ein Pluspunkt für das Setting.
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Besonders gut gefallen hat mir in SPÄTSOMMERTOD diesmal die starke Weiterentwicklung der Charaktere. Protagonist August Strindberg ist einmal mehr der absolut liebenswerte Dreh- und Angelpunkt der Handlung. Er ist inzwischen Papa geworden und will seiner Maria jetzt auch endlich einen Heiratsantrag machen. Allerdings kommen irgendwie die Mordermittlungen dazwischen. Noch besser als August haben mir in diesem Band aber die Ermittler Ray-Ray und Vendela gefallen. Die beiden haben mich im Verlauf der Handlung richtig auf Trab gehalten. Vor allem Ray-Ray gewinnt durch bestimmte Entwicklungen diesmal an Profil und Tiefe. Das hat mir sehr gut gefallen. Der Fall um den es diesmal in SPÄTSOMMERTOD geht ist hochgradig brisant und spannend. Die Ermittlungen nehmen diverse Wendungen. Ihnen zu folgen ist kurzweilig, unterhaltsam und spannend. Die Auflösung … huh, die ist schon harter Tobak, aber eben auch sehr stark.
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Ihr mögt Krimis? Ihr mögt Schweden? Und ihr mögt beides in Kombination? Dann solltet ihr euch die August Strindberg-Reihe von Kristina Ohlsson auf jeden Fall mal anschauen. Ich bleibe hier jedenfalls definitiv weiter am Ball und freue mich schon auf den nächsten spannenden Fall des tollen Ermittlerteams.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Leider vergeudete Lesezeit

Not Quite Dead Yet
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Eine halbe Ewigkeit wollte ich jetzt schon etwas von Holly Jackson lesen. Mit NOT QUITE DEAD YET war es dann jetzt so weit. Nachdem mir die Verfilmung von Jacksons absolutem Erfolgs-Jugendbuch A GOOD GIRL‘S ...

Eine halbe Ewigkeit wollte ich jetzt schon etwas von Holly Jackson lesen. Mit NOT QUITE DEAD YET war es dann jetzt so weit. Nachdem mir die Verfilmung von Jacksons absolutem Erfolgs-Jugendbuch A GOOD GIRL‘S GUIDE TO MURDER nicht gefallen hat, war ich zwar eine Zeit lang ernüchtert, aber noch nicht komplett abgeschreckt. Ich war mir sicher, dass ein Buch ein ganz anderes Erlebnis sein würde. NOT QUITE DEAD YET ist jetzt außerdem Holly Jacksons erster Thriller für Erwachsene. Und das war für mich ausschlaggebend, um zu diesem Buch zu greifen.
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Darum geht’s: Jet Mason wird in einer Halloween-Nacht ermordet. Naja, so gut wie. Nach einem brutalen Angriff landet sie jedenfalls schwer verletzt im Krankenhaus. Die Diagnose ist niederschmetternd: In ihrem Kopf hat sich ein Aneurysma gebildet, dass binnen einer Woche tödlich sein wird. Jet will die verbleibende Zeit nutzen, um ihren eigenen Mord aufzuklären…
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Das Gute vorweg: Ich war schnell in der Geschichte drin, mochte den Schreibstil und fand auch die Story interessant. Das alles hat sich aber innerhalb kürzester Zeit dann ins absolute Gegenteil verkehrt hat. Was soll ich sagen? Die Story und der Handlungsverlauf sind einfach nur hanebüchen. Die Protagonistin ist absolut nervig, unsympathisch und komplett unauthentisch. Ich bin im Buch regelrecht darüber gestolpert, als erwähnt wurde, dass Jet 27 Jahre alt ist. Echt jetzt? So kommt sie mir überhaupt nicht vor. NOT QUITE DEAD YET ist mir zwar als Thriller für Erwachsene verkauft worden. Er kam mir aber schnell ganz extrem wie ein Jugendbuch vor. Lächerlich ist geradezu, dass Jet mit einer für sie tödlich endenden Kopfverletzung aus dem Krankenhaus entlassen wird und dann wie Lara Croft in Tomb Raider auftritt. Absolut unglaubwürdig. Darüber habe ich nach einem Drittel des Buches dann immer mehr das Interesse am weiteren Verlauf der Handlung und der Auflösung des Falls verloren.
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Fazit: Das Buch war leider gar nichts für mich. Es hat nach einem noch recht vielversprechenden Beginn rapide abgebaut. Für mich hat dieser Thriller weder Schwung noch atemberaubende Spannung. Noch nicht mal der Erzählstil konnte mich bei der Stange halten. Der Witz hat bei mir auch nicht gezündet. Er passt für meinen Geschmack auch absolut nicht zur Story. Das ist mein persönlicher Geschmack und soll jetzt keinem das Buch schlecht reden. Wer Holly Jackson bisher mochte, kommt bestimmt auch bei NOT QUITE DEAD YET wieder auf seine Kosten. Ich gehe hier für mich aber mit der Erkenntnis raus, dass ich künftig nicht auf optisch ansprechende Ausgaben anspringen muss und Holly Jackson für mich getrost ignorieren kann.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Spannende Wandertour

Die Wildnis
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Mit ihrem neuen Thriller hat Sarah Pearse mich aus einer kleinen Sommer-Leseflaute herausgeholt. DIE WILDNIS habe ich für meine aktuellen Verhältnisse regelrecht verschlungen. Ich mochte auch schon Pearse‘ ...

Mit ihrem neuen Thriller hat Sarah Pearse mich aus einer kleinen Sommer-Leseflaute herausgeholt. DIE WILDNIS habe ich für meine aktuellen Verhältnisse regelrecht verschlungen. Ich mochte auch schon Pearse‘ vorangegangene Thriller DAS SANATORIUM und DAS RETREAT. DIE WILDNIS bin bekommt von mir sogar die Topp-Bewertung.
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Darum geht’s: Detective Elin Warner gönnt sich eine Auszeit in einem Nationalpark in Portugal. Ihr Bruder Isaac begleitet sie. Beide wollen sich einander auf dem Hiking-Trip wieder annähern. Isaac will außerdem etwas über die verschwundene Schwester eines Freundes herausfinden. Plötzlich stecken er und Elin mittendrin in einem brisanten Fall…
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Von Anfang an konnte ich mich komplett in die Geschichte, das Setting und die Charaktere hineinfallen lassen. Schon auf den ersten Seiten war ich gefangen und habe das Buch dann kaum aus der Hand legen können. Die Kapitel springen auf zwei Zeitebenen zwischen den Perspektiven der vermissten Kiera und Ermittlerin Elin Warner hin und her. Da stimmt für meinen Geschmack die Dynamik. Außerdem ist bei mir auch direkt von Beginn an Spannung aufgekommen. Ich habe Eindrücke gesammelt, die sich dann verschoben und zu neuen Erkenntnissen geführt haben. Die agierenden Personen, ihr Schicksal und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen fand ich hier tatsächlich mal wieder richtig interessiert und von der Autorin toll dargestellt. Irgendwie hat mich das alles auf eine ganz unaufgeregte Art und Weise gepackt und mitgerissen. Ich war halt total drin – was mir dann zur Hälfte des Buches auch einen echten WTF-Moment beschert und für mich alles auf den Kopf gestellt hat. Ja, ich bin Spuren gefolgt, habe mich in die Irre führen und dann wieder in eine andere Richtung lenken lasse. Letztendlich war dann doch noch alles ganz anders, als ich es zwischenzeitlich vermutet hatte. Und ja, mir haben die Twists die die Story nimmt, echt gut gefallen.
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Mit DIE WILDNIS hat Sarah Pearse bei mir auf allen Ebenen gepunktet. Ich habe hier nichts zu meckern. Das ist ein Thriller nach meinem Geschmack, mit toller Naturkulisse, starken Charakteren sowie einer wendungsreichen und spannenden Story. Ergo bin ich beim nächsten Sarah Pearse -Thriller gerne wieder mit von der Partie.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Abschluss der Retro-Krimireihe

Die Kriminalistinnen. Der stumme Zeuge
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Mit DER STUMME ZEUGE geht die historische KRIMINALISTINNEN-Krimi-Trilogie von Mathias Berg zu ende. Die Reihe spielt Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre, als die ersten Frauen bei der Polizei ausgebildet ...

Mit DER STUMME ZEUGE geht die historische KRIMINALISTINNEN-Krimi-Trilogie von Mathias Berg zu ende. Die Reihe spielt Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre, als die ersten Frauen bei der Polizei ausgebildet wurden. Wenn ich mal etwas im historischen Genre lese, bin ich meist in der Regency-Ära unterwegs. Im Vergleich dazu ist das Abtauchen in eine nicht ganz so ferne Vergangenheit mal eine gelungene Abwechslung. Da spielt auch viel persönliches Nostalgiegefühl mit rein, weil ich einiges von dem, was geschildert wird auch noch so oder so ähnlich aus meiner Kindheit in Erinnerung habe. Das hat auch hier im Abschlussband wieder für ganz viel Lesevergnügen gesorgt.
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Vor allem die erste Hälfte des Krimis konnte mich komplett in den Bann ziehen. Lucia Specht und ihre Kolleginnen sind in ihrem finalen Ausbildungsjahr angekommen. Lucia ist gerade in der Abteilung für Vermisstenfälle eingesetzt, als ein Kind von einem Spielplatz verschwindet. Mathias Berg stellt das Geschehen und die Ermittlungen sehr authentisch dar. Mir hat gefallen, dass hier auf reißerische Elemente verzichtet wird. Dass Lucia dann auf einmal von dem Fall abgezogen wird, um inkognito in einem anderen Fall in Köln zu ermitteln habe ich zwar irgendwie als Bruch in der Geschichte empfunden – es hat der Story aber wiederum auch nochmal einen spannenden Zusatzdreh gegeben.
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Gut gefallen hat mir auch wieder die Darstellung der damaligen Gesellschaft. Während einige noch an alten Zöpfen festhalten, sind andere in ihrem Denken schon vergleichsweise modern unterwegs. Wie Frauen sich in diesem Zwiespalt zwischen Heim & Herd und möglicher Karriere bewegt, behauptet und weiterentwickelt haben, ist sehr interessant zu lesen. Auch wie das Thema Homosexualität damals noch unter den Teppich gekehrt wurde, ist hier erneut Thema. Von diesen Sidekick-Aspekten lebt die Krimireihe.
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Fazit: DER STUMME ZEUGE ist ein gelungener Reihenabschluss. Die Kriminalistinnen-Trilogie ist einfach mal etwas anderes und verströmt einen ganz besonderen Charme. Wer Lust auf eine kleine Zeitreise hat, sollte sich die Bücher auf jeden Fall mal näher anschauen.

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