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Veröffentlicht am 10.04.2022

Spannungsarmer Thriller, der vor sich hinplätschert

TEAM HELSINKI
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Mit "Die Tote im Container" startet das finnische Autoren-Ehepaar eine neue Krimireihe. Das "Team Helsinki" ermittelt. Der Klappentext klang vielversprechend. Die Leselust hat sich aber über rund 350 Seiten ...

Mit "Die Tote im Container" startet das finnische Autoren-Ehepaar eine neue Krimireihe. Das "Team Helsinki" ermittelt. Der Klappentext klang vielversprechend. Die Leselust hat sich aber über rund 350 Seiten nie wirklich eingestellt.

Gleich zum Einstieg hatte ich Probleme. Die Anfangskapitel fand ich seltsam und verwirrend. Sie haben mich nicht neugierig gemacht sondern eher direkt schon genervt. Zum Glück wurde der Schreibstil dann besser und die tory kam in Gang. Richtig in Fahrt kam sie aber nicht. Ich habe den Krimi insgesamt als langatmig und spannungsarm empfunden und immer wieder Seiten überblättert, um endlich voran zu kommen.

Hätten mich dann wenigstens die Personen interessiert. Aber auch mit den Charakteren hatte ich so meine Probleme. Zum einen haben mir die finnischen Namen beim Lesen immer wieder ein Beinchen gestellt. Ich konnte sie mir einfach nicht merken und dadurch auch die Personen nicht so richtig auseinanderhalten. Bis ich alle halbwegs sicher zuordnen konnte, war mindestens schon die Hälfte des Buches vorbei. Außerdem gab es keine hervorstechenden Persönichkeiten, an denen ich mich hätte orientieren und hochziehen können. Der Fokus liegt auf Ermittlerin Paula Pihjala und sie ist auch die einzige, die für mich ein paar Konturen bekommen hat. Ansonsten bleiben die Figuren im Buch für meinen Geschmack leider sehr blass.

Fazit: Ich möchte der Krimireihe nicht ihr Potential absprechen. Für mich persönlich gab es aber zu viele Stolperfallen. Die Handlung plätschert vor sich hin. Wenn ich mal dachte, jetzt könnte sie mich mitreissen, war es nur ein kurzes Aufflackern. Dann ging es wieder dröge weiter. Damit muss ich leider sage, dass dieser Krimi mich nicht vom Hocker gehauen hat. Für mich persönlich ist es kein Reihen-Auftakt, der zum Weiterlesen animiert.

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Veröffentlicht am 07.04.2022

Ein Krimi, der anders ist als andere

BRENNWEITE
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Ein neuer Fall für Pressefotograf David Bronski. In einem Kloster geschieht ein Wunder: Ein blinder Mönch kann plötzlich wieder sehen. Dann vereitelt er einen Terroranschlag und macht auch noch eine Prophezeiung. ...

Ein neuer Fall für Pressefotograf David Bronski. In einem Kloster geschieht ein Wunder: Ein blinder Mönch kann plötzlich wieder sehen. Dann vereitelt er einen Terroranschlag und macht auch noch eine Prophezeiung. Hat die Welt einen neuen Messias?

Ich muss schon sagen: Aichner ist anders. Aichner ist gewöhnungsbedürftig. Aber Aichner ist auf seine eigene Art auch richtig gut.

Der Autor hat einen speziellen und sehr eigenwilligen Stil. Mir ist bis jetzt noch nichts Vergleichbares untergekommen. Jedes 2. Kapitel im Buch ist Dialog pur. Nur durch Spiegelstriche gekennzeichnet. Ohne Zwischentext. Wie ein Drehbuch-Text ohne Regieanweisungen. Am Anfang war das befremdlich. Wenn man sich aber erst mal eingefunden hat, liest es sich erstaunlich flüssig.

Auch in den "normal" geschriebenen Kapiteln beschränkt sich Aichner auf das Nötigste, was Personen, Handlung und Beschreibungen angeht. Das kommt recht kühl und distanziert rüber. Aichner schafft es dennoch, Emotionen und Spannung zu erzeugen. Am Ende war ich überrascht, was für eine intensive Bindung sich doch zu den Personen aufgebaut hat.

Aichners Art des Schreibens mutet seltsam an. Sie übt aber auch Faszination aus. Das hat schon was Besonderes. Man mag es, oder man mag es nicht. Ich war mir beim Lesen erst nicht sicher, in welche Richtung es bei mir tendiert. Letztendlich kann ich sagen, dass ich mich fürs Mögen entschieden habe. "Brennweite" ist ein Krimi, wie ich ihn noch nie gelesen habe. Ich glaube, ich könnte ein echter Bronski-Fan werden. Ihr mögt auch mal gerne Bücher, die ungewöhnlich und anders als der Mainstream sind? Dann sei euch "Brennweite" von Bernhard Aichner auf jeden Fall empfohlen.

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Veröffentlicht am 05.04.2022

Packendes Finale der Tom Babylon-Reihe

Violas Versteck (Tom-Babylon-Serie 4)
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„Violas Versteck“ ist der vierte und finale Band der Tom Babylon-Reihe von Marc Raabe. Ich habe den Thriller im Rahmen einer Leserunde gelesen. Der Umfang von über 600 Seiten hat mir zunächst etwas Respekt ...

„Violas Versteck“ ist der vierte und finale Band der Tom Babylon-Reihe von Marc Raabe. Ich habe den Thriller im Rahmen einer Leserunde gelesen. Der Umfang von über 600 Seiten hat mir zunächst etwas Respekt eingeflößt. Ich muss sagen, das Buch ist schon etwas unhandlich. Und dann war natürlich die große Frage, ob und wie ich mich ohne Vorkenntnisse in der Handlung zurechtfinde.

Ich war relativ schnell drin im Geschehen. Der Prolog wirft den Leser gleich in ein unfassbares Geschehen rein – dass dann aber erstmal keine weitere Rolle mehr spielt. Der Zusammenhang wird erst später klar. Die „Hauptstory“ hat zwei Handlungsstränge. Ermittler Tom Babylon kommt mit herben Erinnerungslücken in einem Londoner Krankenhaus zu sich. Dr. Sita Johanns muss sich in einer psychiatrischen Klinik durchkämpfen. Alptraumhafte Geschehnisse sowie viele Zeit- und Perspektivwechsel treiben die Handlung voran. Stück für Stück nähern sich die Ereignisse an.

Die Suche nach Toms vor langer Zeit verschwundener Schwester ist spannungsgeladen und actionreich. Ständig habe ich mich gefragt, wem ich vertrauen kann und wem nicht. Als Leser*in durchlebt man eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Der Thriller ist definitiv packendes Kopfkino. Dafür sorgt der mitreißende Schreibstil von Marc Raabe. So bin ich mit dem Lesen auch deutlich schneller vorangekommen als gedacht. Ab und zu hätte die Story für meinen Geschmack etwas straffer und weniger ausufernd erzählt werden können. Das mag aber auch daran liegen, dass mir einfach der über mehrere Teile aufgebaute Bezug zu den Akteuren und der Handlung gefehlt hat.

Fazit: Beim Lesen von "Violas Versteck" kam ich mir vor, als würde ich vor diesem Popart-Bild von Andy Warhol stehen, dass Marilyn Monroe in mehreren Farbschattierungen zeigt. Ich für meinen Teil habe quasi nur einen Teil des Bildes beurteilen. Diese Variante wirkt zwar auch für sich allein, spiegelt aber eben nur einen Bruchteil des Gesamtkunstwerks wieder. Ich kann mir vorstellen, dass „Violas Versteck“ im Zusammenspiel mit den vorangegangenen Bänden ein Highlight ist. Für mich war es als Einzelband betrachtet ein guter Thriller, den ich auf jeden Fall sehr gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 01.04.2022

Gut geschriebener Krimi, der aber nicht ganz überzeugt

Die andere Schwester
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Es ist der zweite Fall von John Adderley im schwedischen Karlstad. Die Geschäftsführerin einer erfolgreichen neuen Dating-App wird ermordet. Schnell gerät die Schwester der Toten ins Visier der Ermittlungen.

Die ...

Es ist der zweite Fall von John Adderley im schwedischen Karlstad. Die Geschäftsführerin einer erfolgreichen neuen Dating-App wird ermordet. Schnell gerät die Schwester der Toten ins Visier der Ermittlungen.

Die Schweden haben’s einfach drauf. Auch Mohlin & Nyström überzeugen mit tollem Schreibstil und einer interessanten Charakterzeichnung. Der Plot beginnt vielversprechend. Die Spannung wird mit ständigen Perspektivwechseln hochgeschraubt. Allerdings wird die Spirale an einem gewissen Punkt überdreht.

Der Krimi beginnt spannend – und doch hat mich die Handlung im Verlauf dann nicht mehr so mitgerissen und überzeugt. Obwohl ich problematische und vielschichtige Charaktere mag, gingen mir die Protagonisten Adderley und Alice hier irgendwann doch ein bisschen auf den Nerv. Der eigentliche Fall wird von anderen Entwicklungen überlagert und beeinflusst. Dabei hat sich Adderley im Verlauf der Handlung ziemlich negativ entwickelt. Und auch Alice ging mir mit ihren ewigen Exzessen auf den Keks.

Fazit: „Die andere Schwester“ von Mohlin & Nyström hat sich zu Beginn schwer nach Highlight angefühlt, dann aber abgebaut. Die Protagonisten haben sich selbst immer tiefer in Probleme reingeritten. Ich fand das alles nicht so ganz schlüssig. Und ein bisschen mehr Lokalkolorit hätte der Krimi ruhig auch haben können. Allerdings haben mir der Schreibstil der Autoren und die Grundidee des Krimis gefallen. Es hat dann leider etwas zerfasert. Der Schlussteil hat mich mit den Längen und Schwächen im Mittelteil aber teilweise wieder versöhnt.

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Veröffentlicht am 30.03.2022

Guter Auftakt der Whitestone Hospital-Reihe

Whitestone Hospital - High Hopes
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Es gibt viele Arzt- und Krankenhausserien im TV. Die einzigen, die ich tatsächlich geguckt habe, sind "Die Schwarzwaldklinik" und "Doctor's Diary". Ich habe mit dem Setting also eigentlich nicht ganz so ...

Es gibt viele Arzt- und Krankenhausserien im TV. Die einzigen, die ich tatsächlich geguckt habe, sind "Die Schwarzwaldklinik" und "Doctor's Diary". Ich habe mit dem Setting also eigentlich nicht ganz so viel am Hut. Und doch: "High Hopes" den ersten Band der "Whitestone Hospital"-Reihe von Ava Reed wollte ich unbedingt lesen.

Darum geht's: Laura Collins tritt ihren Traumjob als Assistenzärztin am Whitestone Hospital an. Der Job verlangt ihr viel ab. Und dann fühlt sie sich auch noch zu ihrem Betreuer, dem Herzchirurgen Dr. Nash Brooks hingezogen.

Das Cover ziert ein von Blumen umranktes Herz, das tatsächlich als Organ dargestellt ist. Das passt zur Handlung und zum Setting. In "High Hopes" steckt Liebe drin - aber auch viel Krankenhausalltag. Ava Reed liefert Romantik und Humor, konfrontiert die Leser*innen aber unter anderem auch mit Themen wie Stress, Leistungsdruck, Unfällen, Krankheiten, OP's, Tod und Trauer. Damit geht der Plot auch ans Eingemachte.

Ich habe eine locker-leichte Story um junge Ärzte erwartet und teilweise auch bekommen. "High Hopes" hat aber auch Tiefgang und rührt an alle Emotionen. Der Spagat zwischen Humor, Erotik und Ernst ist gelungen und zeigt: Götter in Weiß sind auch nur Menschen.

Fazit: Der Reihenauftakt hat mir durchaus gefallen - auch wenn er anders war als gedacht. Aber die Neugier ist geweckt, was im "Whitestone Hospital" noch so passiert.


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