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Aglaja

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Verpasste Liebe

Die Liste der Lebenden
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Von katharina.51

Der Autor schreibt einen Roman über den dänischen Dichter Hans Christian Andersen, Henriette Wulff einer weltgewandten Dame, die einen literarischen Zirkel in Kopenhagen unterhält und ...

Von katharina.51

Der Autor schreibt einen Roman über den dänischen Dichter Hans Christian Andersen, Henriette Wulff einer weltgewandten Dame, die einen literarischen Zirkel in Kopenhagen unterhält und dem Untergang der Austria vor Neufundland im Jahre 1858.
Stefan Kutzenberger schreibt, dass beide Personen einen fast lebenslangen intensiven Briefwechsel führten.
Henriette, genannt Jette war unglücklicherweise auf diesem Dampfer. Sie rettet sich durch einen beherzten Sprung in die Fluten und findet eine Holztür auf der sie im Wasser treibt. In Gedanken führt sie den Briefwechsel an Andersen weiter und legt zum ersten Mal ihre waren Gefühle zu ihm offen. Es geht um Liebe, Erotik und anderes. Genauso macht es der Dichter, nachdem ihn die Nachricht von dem Unglück erreicht hat. Er schreibt ihr über seine wahren Gefühle, obwohl er weiß, dass sich das Schicksal längst vollzogen hat, gerade deswegen hat er den Mut dazu.
Schön geschrieben, leicht zu lesen, gut zu empfinden.
Ein kleines Buch, bei dem vieles ungesagt und offen bleibt.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Ein harter Weg

Das Tränenhaus. Roman
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Cornelie Reimann, gebildete Tochter aus gutem Hause, landet in der schwäbischen Provinz, in einem für ihre Kreise unpassendem Haus. Es wird das Tränenhaus genannt weil es junge unverheiratete Mädchen beherbergt, ...

Cornelie Reimann, gebildete Tochter aus gutem Hause, landet in der schwäbischen Provinz, in einem für ihre Kreise unpassendem Haus. Es wird das Tränenhaus genannt weil es junge unverheiratete Mädchen beherbergt, die "in der Hoffnung" sind, also in Schande leben.
Anfangs zieht sie sich zurück, die anderen Bewohnerinnen scheinen ihr doch zu ungleich und sie will mit ihrem Schmerz lieber allein sein.

Cornelie ist eine Denkerin und Schriftstellerin, die mit ihren Arbeiten über soziale Missstände ihrer Zeit europaweit Erfolg hat. Sie befasst sich mit Themen über die Frau. Ihr letztes Werk, "Über das Seelenleben eines modernen Kulturweibes" wurde hochgelobt und als"ein Fanal in der Dunkelheit" gepriesen. Nach einer Zeit der selbstgewählten Einsamkeit und Isolation schließt sie sich doch den anderen Mädchen an und öffnet ihren Geist und auch ihr Herz für deren Schicksale. Als ihre Zeit gekommen ist erkennt sie, dass ihre Furcht, ihr Kind nicht lieben zu können völlig unbegründet war. Sie ist sich sicher, dass sie ihre Tochter selbst erziehen wird und das sie das ohne den Vater des Kindes tun will. Das Wesen der Ehe sagt sie,......".ist wohl im letzten Grund immer die Herrschaft und Tyrannei der Frauen über den Mann".

Ihr letzter Satz, ..."ein harten Schädel und einen harten Willen,...denn beides kann ein Weib gebrauchen

Ein Roman aus dem 19.Jahrhundert Gabriele Reuter schreibt in einer Sprache, die nicht mehr die unsere ist, als ob man Fraktur lesen würde, auch die Probleme von denen sie und ihre Generation umgetrieben werden, sind nicht mehr die der heutigen Frauen. Sie schreibt in einer poetischen Sprache, getragen von tiefen Emotionen, die sich in modernen Ohren befremdlich anhören könnten, sie schreibt in Sprachbildern, schwärmerisch, theatralisch, vielleicht sogar manchmal schwülstig, doch alles tief durchdacht und gefühlt.
Es ist schön gerade in dieser Sprache zu lesen!

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Faszinierende Finsternis

Hitler – Prophet der Finsternis
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Wer hatte nicht schon einmal den Gedanken, was wäre wenn? Wie wäre es gewesen, wenn sich Hitler den Anklägern der Nürnberger Prozesse hätte stellen müssen? Der Autor hat uns in seinem Roman, der mit fundiertem ...

Wer hatte nicht schon einmal den Gedanken, was wäre wenn? Wie wäre es gewesen, wenn sich Hitler den Anklägern der Nürnberger Prozesse hätte stellen müssen? Der Autor hat uns in seinem Roman, der mit fundiertem Quellenwissen unterbaut ist, eine Vorstellung geliefert, wie es vielleicht hätte sein können.. Er legt Wert auf das Psychogramm Hitlers, seine Selbstinszenierung, seine Lügen, seine Manipulationsmechanismen, das Wissen über Massenmanipulation und Manipulation des Individuums und seine Gewissheit des eigenen Prophetentums, verquickt mit einer Religion, an die er selbst nicht glaubte. Alles zusammen ergab "eine Unheilslehre zur Beflügelung der Grundtriebe, das ist der Nationalsozialismus."

Mensch, pass auf, die neuen Fallen sind schon gestellt!

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Veröffentlicht am 28.02.2026

"Mit mir stimmt etwas nicht"

Mit beiden Händen den Himmel stützen
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Lale ist ein Frühchen und muss einen Heroinentzug durchstehen, bei dem ihr niemand helfen kann, dieses winzige Wesen muss es aushalten.

Genau so muss sie ihre Kindheit aushalten. Ihre Mutter, heroinabhängig, ...

Lale ist ein Frühchen und muss einen Heroinentzug durchstehen, bei dem ihr niemand helfen kann, dieses winzige Wesen muss es aushalten.

Genau so muss sie ihre Kindheit aushalten. Ihre Mutter, heroinabhängig, sieht sie nur selten. Direkt nach der Geburt kommt sie in ein Heim, der Vater ist im Knast. Danach verbringt sie ihre Kindheit und Jugend in einer typischen Berliner linken Männerkommune. Spontisprüche an der Wand, wechselnde Partnerinnen des Vaters, totale "Freiheit" des Kindes", sie kann machen was sie will. Beginnt früh zu trinken und zu kiffen und wird missbraucht.

Lale fehlt alles was sie braucht. Warme Hände, die sich verlässlich schützend um sie legen. Grenzen, die sie die Begrenzungen des eigenen Selbst spüren lassen. Sie ist verloren in sich. Sie will ein normales Leben wie andere auch, aber sie weiß nicht wie das geht, niemand ist da, der es ihr zeigen könnte.
Orientierung sucht sie vergeblich in den Songs ihrer Zeit, die den gleiche Schrei nach Hilfe aussenden, wie sie selbst.

Die Autorin hat eine pathologische Kindheit und Jugend in Literatur verwandelt. Man kann vielleicht nicht alle ihrer Sublimierungen verstehen.
Wer die Drogen nicht aus eigener Erfahrung kennt, wer die ungeheuere Verlassenheit die ein Kind erleidet nicht in Ansätzen kennt, weiß vielleicht mit manchem bis zur letzten Konsequenz nichts anzufangen.
Anschauungsmaterial für eine antiautoritäre Erziehung.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Eine Kindheit

Immergrün
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Ruth Olshan ist ein Erzähltalent mit literarischer Qualität und großer sprachlicher Kraft. Ihr Buch "Immergrün" ist spannend von der ersten Seite an. Sie geht tief in die Betrachtung des Lebens, bleibt ...

Ruth Olshan ist ein Erzähltalent mit literarischer Qualität und großer sprachlicher Kraft. Ihr Buch "Immergrün" ist spannend von der ersten Seite an. Sie geht tief in die Betrachtung des Lebens, bleibt nie nur an der Oberfläche , sie schreibt stetig reflektierend, sieht genau hin, erkennt genau, berührt die Seele tief. Sie sieht das Wesentliche, sowohl inder inneren, als auch in der äußeren Welt. Im Laufe der Jahre hat sie Abstand gewonnen zu einer teils erschütternden Kindheit, sie konnte alles was sie erlebt hat in große Stärke verwandeln, ohne ihr Mitgefühl und Verständnis zu verlieren. Ihre Erkenntnis der Liebe hat alles Schwere überdauert.

Ruth Olshan ist das Kind von jüdisch-litauischen Emigranten. Sie erlebt das, was viele Emigrantenkinder der ersten Generation kennen. Die Angst vor staatlichen und mitmenschlichen Untiefen ist groß, Sprach- und Hilflosikeit, können die Familien in größte Schwierigkeiten aller Couleur bringen. Oft leben die Eltern rückwärtsgewand, doch die Kinder müssen nach vorne leben in ihre Zukunft hinein. Ein großes Bündel an Konfliktstoff wird dadurch geschnürt. Die Kinder, die ihre Rettung in Büchern finden können, so wie Ruth, werden es schaffen nicht zerrissen zu werden.

Ein lesenswertes, wunderbares Buch!

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