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Aglaja

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.01.2026

Keine Angst!

Tödliches Angebot
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Psychothriller? Davon habe ich nichts gemerkt. Ein Buch, leicht und locker mit den typischen amerikanischen Großstadtbewohnern, ihrem Tagesablauf und ihren Neurosen. Man wartet darauf, dass sich etwas ...

Psychothriller? Davon habe ich nichts gemerkt. Ein Buch, leicht und locker mit den typischen amerikanischen Großstadtbewohnern, ihrem Tagesablauf und ihren Neurosen. Man wartet darauf, dass sich etwas anbahnt. Etwa in der Mitte des Buches schleicht sich langsam etwas an. Aber keine Angst, es ist nichts, wovor man sich fürchten müßte. Margo hat sich in ein Haus verliebt, das mindestens jeden zweiten von uns Lesern auch entzücken würde. Sie will ein Baby und ein Leben, das geht nur mit einem Haus. Nach langer Suche und vielen erfolglosen Bewerbungen hat sie ihr Traumhaus endlich gefunden. Aber wie will sie es bekommen, das ist die große Frage. Sie entwirft einen Schlachtplan.

Marisa Kashino hat ein Buch aus ihrem Milieu geschrieben, Washington D.C.,Washington Post, Immobiliengeschäft und Wohndesign.
Ihr Werk ist leicht zu lesen, Ihre Protagonistin schlagfertig, Neugier und eine leichte Spannung treiben den Leser vorwärts. Vom blutigen Cover fast keine Spur.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Heimat

Die Riesinnen
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Heimat kann etwas Beengendes sein, etwas Bedrückendes, etwas Erstickendes, das einen hindert Flügel zu entwickeln. Heimat kann aber auch das warme Nest sein, das starke Fundament von dem aus man seine ...

Heimat kann etwas Beengendes sein, etwas Bedrückendes, etwas Erstickendes, das einen hindert Flügel zu entwickeln. Heimat kann aber auch das warme Nest sein, das starke Fundament von dem aus man seine Flügel breit machen kann.

Von Heimat ist die Rede, ihrer Veränderung im Laufe der Zeit, davon welche bestimmende Rolle sie spielt im Leben von drei Frauen einer Familie, Großmutter, Mutter und Tochter. Alle hätten gehen können, aber alle sind geblieben. Die Heimat ist fest verwurzelt in ihren Herzen.

Das unspektakuläre Leben dieser drei Frauen in einem Schwarzwalddorf ist das Thema von Hannah Häffner.

Die Autorin schreibt in einfachen, kraftvollen Sätzen, klar wie Wasser. Erkenntniss und Reflexion bringt sie auf den Punkt, fundamentale Wahrheiten, die den meisten Menschen, erkannt oder unerkannt begegnen. Kein falsches Pathos, kein Krümel Esoterik, die reine Kraft und Ausstrahlung der Natur des Waldes schreibt sie in bewegend poetischen Worten. Das Buch hat auch ein paar Längen und Schwächen, wie das Leben selbst.

Einer der unzähligen Sätze, die meines Erachtens des Zitierens würdig sind.

S.394: "Jeder Mensch hat das Recht, über den Tod hinaus zu existieren. Niemand hat das Recht auf ein Leben ohne die Toten."

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Kein Thriller

Adama
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Adama-die rote Erde Israels, aus der die Fruchtbarkeit Israels besteht und die vom ersten Tag bis heute mit der Waffe verteidigt werden muss, wie das Cover des Buches veranschaulicht. Die Kornähren, das ...

Adama-die rote Erde Israels, aus der die Fruchtbarkeit Israels besteht und die vom ersten Tag bis heute mit der Waffe verteidigt werden muss, wie das Cover des Buches veranschaulicht. Die Kornähren, das Brot Israels, wächst aus dem Lauf einer Kriegswaffe. Erstaunlich ist, dass in der englischen Ausgabe keine Waffe zu sehen ist, dort ist es nur der Getreidehalm auf dem ansonsten gleichen Cover. Warum?
Der Autor, der selbst seine Kindheit in einem Kibbutz verbrachte siedelt seine Geschichte in dem fiktionalen Kibbuz Trashim an.
Ruth ist die Hauptperson. Sie konnte als einzige ihrer Familie 1946 vor den Nazis aus Budapest fliehen. Sie ging nach Palästina und widmete ihr Leben dem Aufbau eines Kibbuz, dem Aufbau einer Heimat für die Juden. Sie wurde zu einer harten, pragmatischen Person, die vor nichts zurückschreckt. Ihr Herz ist bis ins Alter erfüllt von Hass, gegen den Juden, der ihre Familie verraten hat.
Das Buch ist ein Streifzug durch die neuere Geschichte Israels, erzählt entlang von drei Generationen der Familie von Ruth.
All das schreckliche bekannte Geschehen das in dem Namen Israels mitschwingt wird nur gestreift. Tidhar schreibt in einer nüchternen oft rauen Sprache mit abrupten Szenenwechseln. Die Personen werden nur grob dargestellt, man findet keine Reflexionen.

Mir hat das Buch leider überhaupt nicht gefallen. Es ist weder ein Thriller, noch kann ich die Aussagen von Junot Diaz und Catriona Ward auf dem Cover nachvollziehen. Ich habe viele Bücher über Israel gelesen, Adama war für mich das schlechteste.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Das Schwanenhotel

Schwanentage
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Bei Literatur aus China muss man immer bedenken, dass die Autoren sich auf einer Gratwanderung befinden, vieles muss "durch die Blume" gesagt werden, eher subtil als direkt. Hinter jedem Satz kann sich ...

Bei Literatur aus China muss man immer bedenken, dass die Autoren sich auf einer Gratwanderung befinden, vieles muss "durch die Blume" gesagt werden, eher subtil als direkt. Hinter jedem Satz kann sich eine versteckte Welt befinden. Die Autoren aus den Ländern in denen Zensur herrscht sind Meister darin, in der Andeutung liegt die Kunst, wer will, der verstehe.
So hat auch die junge Autorin Zhang Yueran ihr Buch "Schwanentage" so leicht und locker geschrieben, dass keine Zensur was darin finden könnte.
Sie hat einfach eine kleine Geschichte erfunden, um eine der superreichen Familien herum, die wie alle anderen ihrer Klasse Bedienstete haben.
Mit ihrem Kindermädchen vom Lande hat diese Familie großes Glück gehabt.
Yu Ling kümmert sich hingebungsvoll um den kleinen Sohn und macht auch sonst mehr als sie müßte - und sie ist loyal. Nach chinesischer Art zeigt man ihr natürlich keine Dankbarkeit oder gar freundschaftliche Zuwendung, im Gegenteil, man wahrt den Abstand.
Das Buch gewährt einen kurzen Blick auf viele Aspekte der chinesischen Gesellschaft, die für uns Menschen des Westens nicht so einfach nachzuvollziehen sind.
Es ist ein Vergnügen dieses kleine Buch zu lesen, leicht, locker, unterhaltsam, aber nicht trivial.
Es lohnt sich die chinesische Gesellschaftsstruktur tiefer zu ergründen.

In ihrer Danksagung weißt die Autorin daraufhin, dass der Originaltitel des Buches "Schwanenhotel" und nicht "Schwanentage" lautet. Sie sagt dazu:"Einmal geht es um Zeit, einmal um Raum. Aber auch die Zeit ist ein Raum; intimer, weiter,"

Ich finde es sehr schade, dass zu dem wunderbaren Umschlagentwurf keine Quelle angegeben ist, außer das Ashmolean museum Oxford.
Da kann ich lange suchen.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

"Ich hasse meinen Bruder"

Der Absturz
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Von katharina.51

"Ich hasse meinen Bruder",ein schwerwiegender Satz, der einen zum Erschrecken bringt und zum Nachdenken. Was kann es sein, das den Menschen zum Hass gegen den eigenen Bruder bringen kann? ...

Von katharina.51

"Ich hasse meinen Bruder",ein schwerwiegender Satz, der einen zum Erschrecken bringt und zum Nachdenken. Was kann es sein, das den Menschen zum Hass gegen den eigenen Bruder bringen kann? Der Autor Édouard Louis beschreibt in seinem Buch "Der Absturz" seine Familiengeschichte, in der er nach einer Erklärung sucht, warum der Bruder so geworden ist, wie er ist. Sind es familiäre oder soziale Determinationen, ein Klassenschicksal, er weiß es nicht. Ihn quälen Fragen wie: "Ab welchem Moment wird aus Handlungen ein Schicksal? Bis zu welchem Moment hätte jemand, zum Beispiel meine Eltern die Richtung beeinflussen können, die sein Leben nahm? Ab wann ist es zu spät?"
Er hat Schuldgefühle, hätte er seinem Bruder helfen können oder müssen, wenn ja, aber wie. Seine eigene Rettung ist die Distanz.
Der Autor lässt den Leser ratlos zurück, er muss sich seine eigene Meinung bilden. Hätte er diesen Bruder auch gehasst, oder wäre er zu retten gewesen?
Ein lesenswertes Buch, dass einen schmerzenden Haken im Herzen zurück lässt.

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