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Alesia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2026

Resümee einer unglücklichen Ehe

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen von Christien Brinkgreve ist ein sehr persönlicher, autobiographisch geprägter Roman, in dem die Autorin versucht, ihre Ehe zu analysieren und Teile ihrer Vergangenheit ...

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen von Christien Brinkgreve ist ein sehr persönlicher, autobiographisch geprägter Roman, in dem die Autorin versucht, ihre Ehe zu analysieren und Teile ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten. Das Ausmisten des gemeinsamen Hauses nach dem Tod des Ehemannes nimmt sie dazu als Anlass. Nicht alles war schlecht in der Ehe, aber vieles wird durch die Depression des Ehemannes überlagert. Nicht zu Unrecht fragt sich Christien, warum sie A ( der Name des Ehemannes wird lediglich in abgekürzter Form verwendet) nicht verlassen hat. Nach einer Phase der Verliebtheit, in der man vielleicht glaubte, sich gegenseitig heilen zu können, folgte Entfremdung und ein Nebeneinander, statt einem Miteinander. Schon zu Beginn der Beziehung ist klar, dass Christien zu dem etwas älteren A aufblickt und ihn bewundert. Trotz ihrer beruflichen Karriere, bleibt ihr Rollenbild in der Familie klassisch. Sie lässt sich von ihrem Mann klein halten und versucht wenig Raum einzunehmen. Aufgrund ihres Berufes als Soziologin ist dies für mich fast ein Paradoxon. Ab einem gewissen Punkt im Buch, wiederholen sich Christiens Gedanken und Erzählungen. Es ist kein leichtes Buch, weder vom Stil noch inhaltlich. Teilweise muss ich mich doch bemühen, den Reflexionen zu folgen. Gleichzeitig ist die Stimmung teilweise so bedrückend und beklemmend, wie das Haus, das Christien versucht auszumisten. Hineinversetzen konnte und wollte ich mich in diese Familie nicht wirklich. Trotzdem hat das Buch es geschafft, mich nachdenklich zu stimmen, vor allem darüber, wie langjährige Beziehungen nicht verlaufen sollten.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Geborgenheit und Freiheit

Felsenfest
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Felsenfest von Nora Imlau ist kein Erziehungsratgeber im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr ein einfühlsames Buch rund um die Eltern-Kind-Beziehung. Es gibt Einblicke in das, was die Autorin ihren Kindern ...

Felsenfest von Nora Imlau ist kein Erziehungsratgeber im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr ein einfühlsames Buch rund um die Eltern-Kind-Beziehung. Es gibt Einblicke in das, was die Autorin ihren Kindern mitgeben möchte: Geborgenheit und Freiheit. Dass es wichtiger ist, sich geliebt zu fühlen, als Erziehung mit aller Konsequenz durchsetzen zu wollen. Die knapp 48 Seiten lesen sich schnell und angenehm, teilweise fast lyrisch. Jede Doppelseite hat eine Überschrift und eine eigene Thematik. In manchen dieser kurzen Denkansätze habe ich mich selbst gesehen, andere haben mich zum Nachdenken angeregt. Gerade mit größeren Kindern hatte ich bei den Zeilen, die sich dem liebevollen Loslassen widmen, dem Dasein trotz Distanz, ein melancholisches Gefühl. Die bunten Zeichnungen auf jeder Seite haben mir sowohl von der farblichen Abstimmung als auch von der Thematik gut gefallen. Insgesamt habe ich das Buch als sehr liebevoll empfunden.

Ich denke, es ist vor allem ein schönes Geschenkbuch für junge Familien, die noch am Beginn ihrer Reise stehen.

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Veröffentlicht am 05.03.2026

Europameister aus Rocafonta

Mein Fußballheld Lamine Yamal – Seine Geschichte, seine Spiele, seine Rekorde
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Jungen Fußballfans dürfte der Name Lamine Yamal natürlich ein Begriff sein, und das Buch: "Mein Fußballheld Lamine Yamal – Seine Geschichte, seine Spiele, seine Rekorde" von Florian Kinast und Jon Davis ...

Jungen Fußballfans dürfte der Name Lamine Yamal natürlich ein Begriff sein, und das Buch: "Mein Fußballheld Lamine Yamal – Seine Geschichte, seine Spiele, seine Rekorde" von Florian Kinast und Jon Davis widmet sich ganz dem Profispieler des FC Barcelona. Dabei erzählt es seinen Weg vom Straßenkicker, von seiner frühen Entdeckung und seiner Internatszeit bis hin zum Europameister. Es gibt persönliche Anekdoten wie zum Beispiel sein Babybadefoto mit Lionel Messi, Einblicke in seine Herkunft und natürlich einige Rekorde. Nach einer etwas verkorksten Saison mit dem FC Barcelona ist natürlich der Gewinn der EM mit Spanien ein Höhepunkt der noch jungen Karriere. Insgesamt konnte mir das Buch den Spieler tatsächlich etwas sympathischer machen. Der Schreibstil eignet sich gut für Grundschulkinder, die bereits lesen können. Viele comic-hafte Zeichnungen lockern den Text auf und runden ihn ab. Für alle Kids, die mehr über Fußballer erfahren möchten, kann ich diese Reihe auf jeden Fall weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Die Zauberin und die Schwanenprinzessin

Verrat der Schwäne
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Odile ist Schauspielerin, Diebin und Zauberin. Doch die Magie hat das Königreich Auréal schon lange verlassen. Im Auftrag ihres Ziehvaters nimmt Odile den Platz der Adeligen Marie d’Odette ein, um das ...

Odile ist Schauspielerin, Diebin und Zauberin. Doch die Magie hat das Königreich Auréal schon lange verlassen. Im Auftrag ihres Ziehvaters nimmt Odile den Platz der Adeligen Marie d’Odette ein, um das Herz des Dauphins zu erobern und eine magische Krone zu stehlen. Als der König brutal ermordet wird, gerät Odiles Bruder unter Verdacht. Kann Odile die Krone an sich bringen und gleichzeitig ihren Bruder retten?

Verrat der Schwäne von A. B. Poranek ist queere Romantasy und ein interessantes Retelling von Schwanensee. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Odiles, des schwarzen Schwans, erzählt. Sie weiß, dass sie "die Böse" in der Geschichte ist und akzeptiert diese Rolle größtenteils, um die Anerkennung ihres Ziehvaters zu erhalten. Gleichzeitig regt sich jedoch ihr Gewissen. Im Laufe der Geschichte muss Odile ihre Loyalität hinterfragen. Nicht nur, weil sie sich immer mehr zur verzauberten Marie d’Odette hingezogen fühlt, sondern auch, weil sie ihren Bruder retten möchte. Mit Marie d’Odette hat die Geschichte eine zurückhaltende, aber starke und scharfsinnige weitere weibliche Figur. Das fiktive Königreich Auréal erinnert an Frankreich zur Zeit des Absolutismus. Dies fällt auch bei vielen Bezeichnungen auf. Aufgrund der Abwesenheit von Magie bemerkt man deutlich den Niedergang des Reiches. Die Stimmung des Buches ist düster, märchenhaft und teilweise bedrohlich. Die Geschichte selbst hat mich, aufgrund der für die Vorlage ungewöhnlichen Liebesgeschichte, die tatsächlich noch mehr im Vordergrund hätte stehen dürfen, überrascht. Das Ende wird leider etwas zu hastig erzählt. Hier hätte ein Happy End durchaus ausführlicher sein dürfen.

Loyalität, Liebe, Verrat, Intrigen und ein Rest von verschwundener Magie - die Geschehnisse um den Lac des Cygnes haben mich in ihren Bann gezogen.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Ans Atmen denken

Ich erzähle von meinen Beinen
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Wally ist Anfang 40 und mit ihrem Leben zunehmend überfordert. Egal ob Haushalt, Familie, Garten oder Beruf, es gibt viele Baustellen. Und statt eine Sache fertigzumachen, beginnt sie lieber drei andere. ...

Wally ist Anfang 40 und mit ihrem Leben zunehmend überfordert. Egal ob Haushalt, Familie, Garten oder Beruf, es gibt viele Baustellen. Und statt eine Sache fertigzumachen, beginnt sie lieber drei andere. Als bei ihrer Tochter ADHS diagnostiziert wird, beginnt Wally auch ihre eigenen Verhaltensweisen dahingehend zu überdenken. Sie nimmt die Medikamente ihrer Tochter ein und bricht mental zusammen, sodass sie bei einer Überflutung des Hauses Erleichterung verspürt.

Ich erzähle von meinen Beinen von Cornelia Travnicek ist das Porträt einer Frau mit Neurodivergenz, der ihr Leben zunehmend zu entgleiten droht. Ich gebe zu, dass der Titel nicht wirklich aussagekräftig ist. Auch das einfache, braune Buchcover spricht mich nicht an. Inhaltlich erzählt der Klappentext schon sehr viel vom Buch, sodass Wallys aus der Ich-Perspektive geschilderte Geschichte wenig Neues bietet. Trotzdem konnte mich das Buch fesseln. Vielleicht, weil die alltägliche Überforderung zwischen Arbeit, Familie, Haushalt und gesellschaftlichen Erwartungen den meisten berufstätigen Müttern bekannt sein dürfte. Bei Wally, die mir trotz ein paar fragwürdiger Entscheidungen sympathisch war, nimmt der Mental-Load einen sehr großen Stellenwert ein. Manches was sie erzählt, kam mir alltäglich vor. An anderen Stellen, beispielsweise als sie meint, der Anbau eines Balkons wäre einfacher als ihr Arbeitsmaterial mit in den Garten zu nehmen, musste ich den Kopf über sie schütteln. Manche Erkenntnisse von Wally fand ich sehr treffend. Einiges, was sie erzählt, ist aber auch schlicht und einfach nebensächlich. Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen. Manche Absätze bestehen nur aus wenigen Zeilen, die trotzdem eine ganze Buchseite einnehmen. Ein ungewöhnliches Stilmittel, aber vielleicht auch ganz passend zu Wallys Chaos. Ich kann das Buch insgesamt weiterempfehlen.

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