Profilbild von Alia-S

Alia-S

Lesejury Profi
offline

Alia-S ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Alia-S über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.08.2019

Und wieder habe ich ein breites Grinsen im Gesicht...

Long Night - Ich will nur dich!
0

…weil Lauren Blakelys Big-Rock-Reihe einfach zu den unterhaltsamsten romantischen Komödien zählt, die man lesen kann.

Max Summers trifft bei einer Autoshow auf seine ehemalige Auszubildende Henley Marlowe. ...

…weil Lauren Blakelys Big-Rock-Reihe einfach zu den unterhaltsamsten romantischen Komödien zählt, die man lesen kann.

Max Summers trifft bei einer Autoshow auf seine ehemalige Auszubildende Henley Marlowe. Seit er sie vor fünf Jahren feuerte, hat er sie nicht mehr gesehen. Inzwischen arbeitet sie für ein Konkurrenzunternehmen, das ebenso wie er teure Autos aufmotzt. Schon damals konnte er ihrer Anziehungskraft kaum widerstehen, aber nun sind sie gezwungen, ihre Rivalität zu begraben, um für eine Filmfirma zusammen zu arbeiten.

Dies ist eine dieser Feinde-zu-Liebenden-Romane, von denen es einige gibt. Nicht alle sind aber so heiß, so witzig und unterhaltsam wie dieses hier. Natürlich liegt das zum großen Teil daran, dass Blakey ihren Helden mal wieder aus seiner - und ausschließlich aus seiner - Sicht erzählen lässt. Wie die anderen Protagonisten vor ihm hat auch Max einen Hang zur Selbstüberschätzung und hält sich für ein Geschenk Gottes an die Damenwelt. Selbstbewusst berichtet er von seinen grandiosen Fähigkeiten als Liebhaber und rühmt sich einer Ausdauer, die seinesgleichen sucht. Aber er macht einer Frau nie etwas vor, sondern bleibt ehrlich in dem, was er tut und sagt.

Henley ist eine dieser starken Frauen, die einem Mann wie ihm Paroli bieten und sich nicht unterbuttern lassen. Zumal sie in dieser von Männern dominierten Automobilbranche besonders kompetent auftreten muss, um sich zu behaupten. Im Buch ergeben sich daraus natürlich witzige Wortgefechte zwischen den beiden. Ich habe recht wenig Kenntnis von exotischen Autos oder Autoteilen, aber der Dirty Talk, den Max und Henley darüber betreiben, ist echt heiß und voller erotischer Anspielungen. Kurbelwellen? Nockenwellen? Schraubenschlüssel? Da wird zukünftig mein Kopfkino anspringen!

Lauren Blakely bedient hier zudem Klischees, die Frauen normalerweise genervt die Augen rollen lassen. Sex auf der Motorhaube eines Wagens? Ernsthaft? Ein Werkzeugturm als Geschenk wahrer Liebe? Mich würde man damit nicht glücklich machen, aber Henley schon. Auf High Heels in einer Autowerkstatt? Ein feuchter Männertraum, ja, aber…Letztlich zählt, was die Autorin daraus macht. Und das ist mal wieder fabelhaft, unterhaltsam, grandios und pfiffig. Zu wirklich sexy Szenen führt es natürlich sowieso.

Bei allem Humor klingen jedoch ernste Themen an. Dass beispielsweise Frauen in Männerdomänen immer noch nicht für voll genommen werden. Oder wie man als Paar Beruf und Privatleben voneinander trennen kann. Dass man sich gegenseitig Respekt zollen und Verständnis für den Partner haben muss. Blakely ist aber eine Meisterin darin, solche Probleme in Komik zu verpacken.

Wie immer treffen wir auf lieb gewonnene Charaktere aus den Vorgängerbänden und auch die Helden des kommenden Buches - Mia und Patrick - werden eingeführt. Trotzdem kann diese Geschichte auch als Stand-Alone gelesen werden. Dann würde man aber die anderen umwerfenden Teile verpassen…

Mein einziger, klitzekleiner Kritikpunkt ist der Titel der deutschen Übersetzung. Das englische Original „Joy Ride“ hätte man durchaus übernehmen können. Zum Inhalt hätte es besser gepasst.

Herzlichen Dank an den MTB Verlag und an NetGalley für das kostenlose Rezensionsexemplar. Hätte ich mir das Buch gekauft, wäre ich genauso begeistert gewesen.

Veröffentlicht am 06.08.2019

Erfüllte leider nicht die Erwartungen, die ich hatte

Verliebt in Mr. Perfect
0

Darcy und Tom waren in ihrer Kindheit Freunde und Nachbarn, haben aber seit Jahren nur lockeren Kontakt. Heute arbeitet Darcy als freiberufliche Fotografin und abends als Barkeeperin in einer zwielichtigen ...

Darcy und Tom waren in ihrer Kindheit Freunde und Nachbarn, haben aber seit Jahren nur lockeren Kontakt. Heute arbeitet Darcy als freiberufliche Fotografin und abends als Barkeeperin in einer zwielichtigen Kneipe. Tom saniert baufällige Häuser und will sich nun um das Haus kümmern, das Darcy von ihrer Großmutter geerbt hat. Welten treffen aufeinander - sie chaotisch und bestimmend, er hingegen ruhig und bedächtig. Und als er bekennt, dass er seine Verlobung mit Megan gelöst hat, gibt es kein Halten mehr für Darcy. Endlich will sie das wahrmachen, wovon sie seit ihrer Jugend träumt.

Nachdem ich die tollen Bewertungen zu Sally Thornes Erstlingswerk „Küss mich, Mistkerl“ gelesen hatte, freute ich mich sehr, dass ich für ihr neues Buch ein Rezensionsexemplar bekommen konnte. Und nun stehe ich da und bin enorm verwirrt. Kann es wirklich sein, dass das zweite Buch einer Autorin so anders ist als erwartet? Liegt es an mir, dass ich den so angepriesenen Humor nicht verstehe? Und dass ich in dem vorliegenden weniger eine Komödie als eine traurige Geschichte sehe?

Darcy ist eine der Frauen, die mich von der ersten Seite an wahnsinnig genervt haben. Man sieht natürlich, dass ihre sarkastische Art und ihr Wunsch, Menschen auf Abstand zu halten, nur eine Form des Selbstschutzes ist. Sie hat die halbe Welt bereist, aber letztlich war es immer eine Flucht, wenn es in irgendeiner Form kompliziert wurde. Sie trägt viel Ballast mit sich herum, nicht zuletzt auch durch die komplizierte Beziehung zu ihrem Zwillingsbruder Jamie. Denn der war immer Toms bester Freund, eine Rolle, die sie gern gehabt hätte.

Mancher mag Darcy als echt empfinden, als unverfälscht. Ich finde sie eher anstrengend in ihrem Selbstmitleid, in ihrem Zynismus. Sie leidet an Herzrhythmusstörungen und wird bald einen Schrittmacher benötigen, aber es fällt mir schwer, Mitgefühl für sie zu entwickeln. Ihre inneren Monologe, die viele Seiten des Buches dominieren, empfinde ich weniger witzig als schwach.

Tom ist ein Charakter, dem ich genauso wenig nahe gekommen bin. Seine ruhige, immer verständnisvolle, manchmal schon stoische Art macht es schwer, ihn zu verstehen. Sicher stellt er den klassischen Gegenpart zu Darcy dar, genau die Art von Partner, den sie braucht. Dennoch bleibt er für mich zu farblos. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Story aus beider Sicht erzählt wird.

Weitere Akteure sind nur noch Darcy Zwillingsbruder Jamie, der so ziemlich der unsympathischste Mann unter der Sonne ist und ihre beste Freundin Truly, die aber offensichtlich nicht ganz aufrichtig ist. Jamie ist mindestens so ichbezogen wie seine Schwester und natürlich liebt er sie auf seine Art. Wenn aber jemand so mit mir sprechen würde, wie er mit ihr - in meinem ganzen Leben würde ich nie wieder ein Wort mit ihm wechseln. Geschwister hin oder her. Auch die irgendwann kommende Versöhnung hat mich nicht völlig überzeugt.

Insgesamt war es für mich ein schwieriges Buch und oft ein Kampf mit dem Wunsch, es einfach wegzulegen. Ich hatte Probleme mit dem Schreibstil, mit den Protagonisten, mit der Länge und nicht zuletzt mit meinen Erwartungen. Trotzdem werde ich Sally Thornes Erstling noch lesen, denn ich hoffe, dass all die begeisterten Leser sich da nicht geirrt haben.

Herzlichen Dank an den MTB Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar. Man kann unschwer erkennen, dass es meine ehrliche Meinung nicht beeinflusst hat.

Veröffentlicht am 06.08.2019

Genauso gut wie die Vorgängerbände

Corporate Love - Maddox
0

Im dritten Band der Corporate-Love-Reihe geht es endlich um Maddox und Dee. Endlich, weil Maddox von Beginn an mein Favorit der BAM-Männer ist. Nachdem sich bereits mit Bentley und Emmy sowie Aiden und ...

Im dritten Band der Corporate-Love-Reihe geht es endlich um Maddox und Dee. Endlich, weil Maddox von Beginn an mein Favorit der BAM-Männer ist. Nachdem sich bereits mit Bentley und Emmy sowie Aiden und Cami zwei Paare gefunden haben, bleibt Maddox und Dee kaum etwas anderes übrig, als sich einander zuzuwenden. Aber beide halten sich nicht für beziehungsfähig und einigen sich schnell auf ein Sex-ohne-Liebe-Agreement. Damit fahren sie zunächst gut, bis Maddox anfängt Gefühle zu entwickeln.

Dee, die sich schon in früher Kindheit und Jugend um ihre kleine Schwester Cami kümmern musste und sie praktisch alleine aufgezogen hat, musste zu schnell erwachsen werden. Als auch noch eine zerstörerische Beziehung dazu kommt, schwört sie der Liebe ab, um nicht weiter verletzt zu werden. Ihr hochgefahrener Schutzschild bewahrt sie vor Wunden und der Gefahr, ein weiteres Mal ein gebrochenes Herz zu riskieren. Durch Camis Hochzeit mit Aiden fühlt sie sich ziemlich alleine und verlassen. Ein erneuter Verlust in ihren Augen, den sie verkraften muss.

Maddox sieht das zunächst genauso, war er doch nach dem Tod seiner Mutter mit einem brutalen und gefühlskalten Vater alleine. Auch er will sein Herz schützen und sich vorrangig auf die Firma konzentrieren. Aufgrund seiner engen Bindung an Bentley und Aiden hat er genau so viel Familie, wie er braucht.

Melanie Moreland liefert hier wieder ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie bedingungslos Menschen in einer tiefen Freundschaft füreinander einstehen und das teilweise auch am Rande der Legalität. Als Maddox von seiner Vergangenheit eingeholt wird und sich als Opfer einer widerlichen Erpressung sieht, stehen seine Freunde ohne Zögern an seiner Seite und helfen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Die Kapitel, in denen sich die drei unterhalten, zählen zu den humorvollen Highlights des Buches. Wie sie in diesen Gesprächen einander aufziehen, sich necken und trotzdem sofort den Ernst einer Gefahr erkennen, ist beachtlich dargestellt.

Erotische, heiße Szenen gibt es hier deutlich mehr als in den Teilen 1 und 2. Das passt aber gut zu dem Plan von Maddox und Dee, sich nur auf Sex zu beschränken. Maddox ist zudem ein ganz einfallsreicher Dirty-Talker, der genau weiß, wann er dieses Talent bei Dee einsetzen muss. Aber darüber hinaus ist er ein Mann mit einem wirklich guten Herz und dem Vermögen, sich in seine Partnerin einzufühlen und ihre Ängste zu nehmen.

Zunächst fand ich die Geschichte ein wenig oberflächlicher als die Vorgänger. Aber letztlich wurde ich durch Morelands fesselnden Schreibstil genauso in das Buch gesogen. Nicht nur Liebe und Zweisamkeit sind das alleinige Thema, sondern eben auch tiefe Verbundenheit von Freunden untereinander. Dass es hier zu einem großen Teil um Männerfreundschaften geht, ist erfrischend anders. Wieder gibt es eine spannende Sidestory, die zwar nicht besonders einfallsreich ist, aber den nötigen Nervenkitzel bietet. Besonderen Spaß hatte ich an dem Wiedersehen mit Richard aus „Contract“, das immer noch Morelands bestes Buch bleibt.

Das Beste an Morelands Büchern ist aber immer, dass sie den Spagat zwischen der Erfüllung von Klischees dieses Genres und der Entwicklung von wunderbaren Charakteren so hinbekommt, dass die Lektüre einfach ein Vergnügen ist.

Herzlichen Dank an den LYX Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar. Hätte ich mir das Buch gekauft, wäre ich genauso begeistert gewesen.

Veröffentlicht am 05.08.2019

Solide Unterhaltung mit Schwächen

One More Kiss
0

In einer Flughafenlounge treffen an der Bar Kendall Sparks und Carter Clynes aufeinander. Kendall steht vor einem Wendepunkt in ihrem Leben und muss sich über einige Prioritäten klar werden. Sie weiß ...

In einer Flughafenlounge treffen an der Bar Kendall Sparks und Carter Clynes aufeinander. Kendall steht vor einem Wendepunkt in ihrem Leben und muss sich über einige Prioritäten klar werden. Sie weiß noch nicht, wo sie hinfliegen will. Carter überzeugt sie, den nächsten Flug nach Rio de Janeiro zu nehmen, ohne jedoch zu verraten, dass er der Pilot ist. In Brasilien überrascht er Kendall und sie verbringen einige Tage miteinander. Über die reine Anziehungskraft hinaus stellen sie fest, dass sie viele Gemeinsamkeiten haben und voneinander fasziniert sind. Doch eigentlich sind ihre Leben so gar nicht kompatibel.

Auch das dritte Buch der Second-Chances-Reihe kann nicht vollkommen überzeugen. Keeland und Ward scheinen sich nicht entscheiden zu können, in welches Genre ihr Buch passen soll. Es hat zu wenig Humor, um als Komödie durchzugehen und zu wenig Unglück, um ein Drama zu sein. Es gibt von allem ein wenig, aber nie gelungen genug. Eine Themen werden angerissen, aber nicht vertieft. Auch wenn es tiefgründiger wird, hat es mich nicht so berührt, dass ich mit den Figuren gelitten habe.

Das mag auch an der mir zutiefst unsympathischen Heldin Kendall liegen. Sie verkörpert das arme, reiche Mädchen, das sich zwischen Geld und Liebe entscheiden muss. Ihr millionenschwerer Großvater hat in seinem Testament eine menschenverachtende Klausel eingefügt, die sie erfüllen müsste, um über das Erbe zu verfügen. Dass sie das auch nur in Erwägung ziehen kann, ist mir ein Rätsel. Darüber hinaus sind ihre Entscheidungen fragwürdig und ihre Urteile vorschnell.

Dem gegenüber steht Carter. Er erfüllt jedes Klischee eines Piloten, der mit allen Flugbegleiterinnen schläft, ohne sich festzulegen. Obwohl er ohne Zweifel ein Playboy ist, wirkt er von Beginn an sympathisch und empathisch. In Bezug auf Kendalls Bedürfnisse ist er einfühlsam und bemüht. Er macht ihr zuliebe viele Zugeständnisse und bekommt wenig zurück.

Ohne Zweifel vermögen die Autorinnen ein gutes Buch zu schreiben. Das haben sie schon unter Beweis gestellt. Auch hier bringen sie Dialoge auf den Punkt und nehmen die Leser mit Carter als Piloten auf eine Reise um die halbe Welt mit. Sehr amüsant war wieder der Cameo-Auftritt eines kleinen Ziegenbocks, der uns aus Band eins bekannt ist. Viele Songs der Beatles finden hier Erwähnung und sie passen immer haargenau in die jeweilige Situation. Das hat viele Minuspunkte wieder wett gemacht. Mehr als solide Unterhaltung aber ist dieses Buch nicht.

Herzlichen Dank an den LYX Verlag und an NetGalley für das kostenlose Rezensionsexemplar. Man kann unschwer erkennen, dass es meine ehrliche Meinung nicht beeinflusst hat.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Wunderbar für einen lauen Sommerabend

Gypsy Cove: Liebe mich, wenn du dich traust
1

Die vierzigjährige Janie, Mutter zweier erwachsener Kinder und nach 20 Jahren Ehe frisch geschieden, macht auf Druck ihrer Schwester Urlaub im mexikanischen Gypsy Cove. Sie will sich über den weiteren ...

Die vierzigjährige Janie, Mutter zweier erwachsener Kinder und nach 20 Jahren Ehe frisch geschieden, macht auf Druck ihrer Schwester Urlaub im mexikanischen Gypsy Cove. Sie will sich über den weiteren Verlauf ihres Lebens klar werden und sich Gedanken über ihre Zukunft machen. Gleich bei ihrer Ankunft trifft sie auf den attraktiven Zade, der allerdings 14 Jahre jünger ist als sie. Obwohl sie natürlich von seinem Interesse geschmeichelt ist, steht der Altersunterschied wie eine Mauer zwischen ihnen.

Rhenna Morgan dreht hier einmal den Spieß um. Nicht der ältere Mann verliebt sich eine blutjunge Frau, sondern sie zeigt eindrucksvoll, dass die Möglichkeit anders herum genauso besteht. Und das macht sie wirklich gut. Ihre Heldin Janie ist eine völlig normale Frau ihres Alters. Mit den gleichen Zweifeln, die jede von uns plagen. Cellulite, zu viele Kilos auf den Rippen, einige Körperteile fangen an, sich der Schwerkraft zu beugen. Die Angst, nicht mehr mit den jungen Frauen mithalten zu können und einem Mann wie Zade dauerhaft zu gefallen, tritt immer wieder in den Vordergrund.

Zade zeigt aber, dass diese Besorgnis völlig ungerechtfertigt ist, sondern die Frau als Ganzes einen Mann völlig umhauen kann, egal wie alt sie ist oder sie sich selber sieht. Allerdings ist Zade auch ein wirklich reifer Mann seines Alters, was seine Gefühle und seine Seele betrifft. Er selber ist in Mexiko, um sich über seinen weiteren Berufsweg klar zu werden, denn seine eigenes Fotostudio hat er gerade verkauft.

Die Autorin hat ihre Protagonisten gut gewählt, um glaubwürdig zu sein. Keine Millionäre, keine Jungfrauen, keine Bad Boys, wie wir sie in anderen Romanen dieser Art immer wieder treffen. Die Gedanken, die beide in ihren Köpfen haben, sind nachvollziehbar und ehrlich.

Das gilt auch für die erotischen Szenen dieser Geschichte. Sie waren absolut heiß und sinnlich, aber nie vulgär oder grenzwertig. Genauso würde ich mir die körperliche Liebe zwischen einem solchen Paar vorstellen.

Man kann Morgan den Vorwurf machen, die Story zu zuckersüß und mit zu wenig Drama versehen zu haben. Ja, manche Worte und Sätze empfand ich durchaus als zu schwülstig, zu geschwollen. Ebenso, wie letztlich alles zu einfach und zu vorhersehbar gestaltet war. Und es fehlte der berühmte Twist gegen Ende, der mehr Spannung hätte bringen können. Das kleine Missgeschick kurz vor Schluß zeugt nicht unbedingt von schriftstellerischer Kreativität. Deshalb reicht es auch nicht für eine 5-Sterne-Bewertung.

Aber insgesamt ein Buch, das mir einen lauen Sommerabend versüßt hat und mit einem Lächeln zurück gelassen. Noch kenne ich die Haven-Brotherhood-Reihe der Autorin nicht, aber das werde ich nachholen, da mir der Stil von Rhenna Morgan gut gefallen hat.

Herzlichen Dank an den Plaisir d’Amour Verlag und an NetGalley für das bereitgestellte Rezensionsexemplar. Hätte ich mir das Buch gekauft, wäre ich genauso begeistert gewesen.