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Veröffentlicht am 15.02.2026

Wenn der Buntstift plötzlich nach Urlaub schmeckt

Italien - Das große Ausmalbuch nach Zahlen
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Fernweh auf dem Wohnzimmertisch, ein Stapel Stifte daneben und plötzlich fühlt sich ein ganz normaler Nachmittag ein bisschen wie Urlaub an. Dieses Ausmalbuch nach Zahlen nimmt einen nämlich ziemlich charmant ...

Fernweh auf dem Wohnzimmertisch, ein Stapel Stifte daneben und plötzlich fühlt sich ein ganz normaler Nachmittag ein bisschen wie Urlaub an. Dieses Ausmalbuch nach Zahlen nimmt einen nämlich ziemlich charmant an die Hand und sagt: Komm, wir reisen kurz nach Italien – ganz ohne Kofferstress, Parkplatzsuche oder zu teures Eis an der Promenade.

Die Motive sind herrlich abwechslungsreich. Mal verträumte Landschaft, mal kleine Alltagsszene, dann wieder ein ikonischer Ort, bei dem man sofort Lust bekommt, Espresso zu trinken und irgendwo in der Sonne zu sitzen. Durch die klaren Zahlenfelder funktioniert das Ausmalen wunderbar entspannt. Kein Grübeln, kein künstlerischer Leistungsdruck – einfach Farbe drauf und zuschauen, wie Stück für Stück ein kleines Kunstwerk entsteht. Genau die richtige Mischung aus Abschalten und kreativ sein.

Besonders schön: Auch zu Hause wurde direkt losgelegt. Meine Tochter saß hochkonzentriert über den Seiten, komplett in ihrer eigenen kleinen Italien-Blase, und hatte sichtbar Spaß dabei. Diese ruhigen Momente, in denen einfach nur gemalt wird und alles andere kurz Pause hat, sind ehrlich gesagt unbezahlbar.

Das große Format macht richtig was her, das Papier fühlt sich wertig an und dass man die Motive sogar heraustrennen kann, ist das Sahnehäubchen. Manche Bilder schreien förmlich danach, an die Wand zu dürfen. Und ja, innerlich überlegt man kurz, ob man selbst nicht doch noch ein zweites Exemplar braucht, nur damit niemand die „schönen Seiten“ vorher ausmalt.

Unterm Strich ein wunderbar entschleunigendes Kreativbuch mit echtem Wohlfühlfaktor. Perfekt zum Runterkommen, Wegträumen und nebenbei ein bisschen Italien ins eigene Zuhause holen. Fünf Sterne, weil Entspannung selten so unkompliziert daherkommt.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Tomaten, Träume und ein bisschen Erde unter den Nägeln

Alles im Gewächshaus
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Zwischen feuchter Erde, beschlagenen Scheiben und diesem leisen Versprechen von Selbstversorgung liegt plötzlich ein Buch auf dem Tisch, das mehr kann als nur Tipps runterbeten. Alles im Gewächshaus fühlt ...

Zwischen feuchter Erde, beschlagenen Scheiben und diesem leisen Versprechen von Selbstversorgung liegt plötzlich ein Buch auf dem Tisch, das mehr kann als nur Tipps runterbeten. Alles im Gewächshaus fühlt sich an wie ein ruhiger Spaziergang durch Reihen voller Tomatenpflanzen, während irgendwo im Hinterkopf schon der Plan entsteht, das eigene Chaos im Garten endlich in etwas Essbares zu verwandeln. Und genau da packt einen dieses Ding.

Tom Brown schreibt nicht wie ein Professor mit erhobenem Zeigefinger, sondern eher wie der Nachbar, der zufällig immer die dicksten Gurken erntet und dabei entspannt Kaffee trinkt. Schritt für Schritt wird klar, was im Gewächshaus wirklich zählt, Timing, Geduld und dieses kleine bisschen Liebe, das man Pflanzen heimlich mitgibt, wenn keiner hinschaut. Klingt kitschig, funktioniert aber.

Besonders stark sind die praktischen Details. Jahresplaner, Schädlingsschutz, Überwinterung, alles drin, ohne trocken zu werden. Selbst kleine Balkone bekommen plötzlich Größenwahn, weil man merkt, wie viel doch möglich ist. Nebenbei wächst diese leise Lust, sofort Erde unter den Fingernägeln zu haben.

Ganz perfekt ist es nicht. Manche Abschnitte könnten noch tiefer gehen, gerade wenn man schon etwas Erfahrung hat. Aber ganz ehrlich: Die Mischung aus Motivation, Wissen und Machbarkeit trifft ziemlich genau den Punkt, an dem Träume zu Tomatensalat werden.

Unterm Strich ein verdammt sympathisches Gartenbuch, das nicht nur erklärt, wie etwas wächst, sondern auch, warum man selbst dabei plötzlich entspannter wird.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Wenn Erinnerungen den Weg zurück ins Leben weisen

Der Himmel ist mein Meer
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Zwischen staubigen Erinnerungen, unausgesprochenen Gefühlen und der leisen Sehnsucht nach einem Neuanfang entfaltet sich eine Geschichte, die still beginnt und doch lange nachhallt. Der Schmerz über Verlust ...

Zwischen staubigen Erinnerungen, unausgesprochenen Gefühlen und der leisen Sehnsucht nach einem Neuanfang entfaltet sich eine Geschichte, die still beginnt und doch lange nachhallt. Der Schmerz über Verlust und Schuld liegt wie ein feiner Schleier über jeder Seite, ohne erdrückend zu wirken, sondern vielmehr Raum für Hoffnung zu lassen. Besonders berührend ist, wie behutsam sich Vergangenheit und Gegenwart miteinander verweben und zeigen, dass Heilung oft dort beginnt, wo man sie am wenigsten erwartet.

Die Begegnung mit Ruth und die Reise ans Meer tragen eine zarte Melancholie in sich, gleichzeitig aber auch eine Wärme, die tief ins Herz sinkt. Jeder Kilometer fühlt sich wie ein vorsichtiges Aufatmen an, wie ein Schritt zurück ins Leben. Die Figuren wirken greifbar und echt, voller Brüche, Zweifel und leiser Stärke, wodurch ihre Entwicklung umso glaubwürdiger erscheint.

Manche Wendungen sind vorhersehbar und nehmen der Handlung stellenweise etwas Spannung, doch die emotionale Tiefe und die poetische Sprache gleichen dies mühelos aus. Zurück bleibt das Gefühl, eine ruhige, tröstliche Geschichte gelesen zu haben, die daran erinnert, dass selbst nach dunklen Zeiten wieder Licht aufscheinen kann.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Romeo, Julia und ein Valentinstag fürs Bücherregal

Romeo und Julia
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Manchmal liegt Liebe nicht nur zwischen zwei Buchseiten, sondern auch in der Art, wie ein Buch gestaltet ist. Genau so ein Herzklopfen-Moment ist diese Schmuckausgabe von Romeo und Julia und ganz ehrlich: ...

Manchmal liegt Liebe nicht nur zwischen zwei Buchseiten, sondern auch in der Art, wie ein Buch gestaltet ist. Genau so ein Herzklopfen-Moment ist diese Schmuckausgabe von Romeo und Julia und ganz ehrlich: Schon beim Auspacken war klar, dass hier kein gewöhnlicher Klassiker wartet, sondern ein echtes Valentinstagsgeschenk mit Seele. Ein riesiges Dankeschön geht dabei an den Coppenrath Verlag und den lieben Tomas, die uns dieses wunderschöne Stück Romantik beschert haben.

Shakespeares tragische Liebesgeschichte kennt man natürlich irgendwie. Zwei junge Menschen, ein Blick, ein Gefühl, das größer ist als jede Vernunft und eine Welt, die ihnen im Weg steht. Doch in dieser Ausgabe fühlt sich alles noch ein bisschen intensiver an. Vielleicht liegt es an den liebevollen Illustrationen, vielleicht an den versteckten Beilagen zwischen den Seiten oder einfach daran, dass dieses Buch nicht nur gelesen, sondern richtig erlebt werden will. Beim Blättern schleicht sich ständig dieser Gedanke ein: Genau so muss sich verbotene Liebe anfühlen, schön, schmerzhaft und vollkommen hoffnungslos romantisch.

Zwischendurch ertappt man sich dabei, leise zu schmunzeln, obwohl man genau weiß, wie die Geschichte endet. Dieses berühmte Kribbeln bleibt trotzdem. Und irgendwo zwischen Goldfolie, Farbschnitt und großen Gefühlen sitzt plötzlich wieder dieser jugendliche Glaube daran, dass ein einziger Blick alles verändern kann. Kitsch? Vielleicht. Aber genau der gute, ehrliche Kitsch, der das Herz warm macht.

Unterm Strich ist diese Rezension weniger klassisch, sondern eher eine kleine Liebeserklärung an ein Buch, das zeigt, warum manche Geschichten niemals alt werden. Perfekt zum Verschenken, perfekt zum Selbstbehalten und definitiv eines dieser Bücher, die man nicht einfach ins Regal stellt, sondern immer wieder in die Hand nimmt, nur um kurz dieses Gefühl von großer, unsterblicher Liebe zu spüren.

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Gefangen im schönsten Albtraum der Zukunft

Otherland. Band 2
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Zwischen digitalem Wunderland und blankem Albtraum wird hier keine Gefangenen gemacht, weder für die Figuren noch für die Leser. Band zwei von Otherland zieht die Schraube spürbar an, wirft einen tiefer ...

Zwischen digitalem Wunderland und blankem Albtraum wird hier keine Gefangenen gemacht, weder für die Figuren noch für die Leser. Band zwei von Otherland zieht die Schraube spürbar an, wirft einen tiefer in diese schillernde, gefährliche Cyberwelt und sorgt dafür, dass der Kaffee neben dem Buch ständig kalt wird, weil Weglegen einfach keine Option ist.

Besonders stark: das Gefühl, wirklich mittendrin zu stecken. Diese Mischung aus Hightech, Fantasie und unterschwelliger Bedrohung hat etwas herrlich Sogartiges. Man merkt, dass Tad Williams ein verdammt gutes Gespür für Atmosphäre hat. Gleichzeitig fordert die Geschichte Aufmerksamkeit, hier wird nichts auf dem Silbertablett serviert. Kurz abschweifen, und zack, schon hat die Handlung drei neue Türen geöffnet, hinter denen garantiert nichts Harmloses wartet.

Die Figuren kämpfen, stolpern, hoffen und verzweifeln sich durch eine Welt, die gleichzeitig wunderschön und gnadenlos ist. Genau das macht den Reiz aus. Perfekt glatt wäre langweilig gewesen. Stattdessen fühlt sich alles lebendig, riskant und manchmal auch angenehm chaotisch an, wie ein Traum, bei dem man nicht sicher ist, ob man aufwachen will.

Ein kleines bisschen Geduld braucht man, keine Frage. Die epische Breite nimmt sich Raum. Doch wer sich darauf einlässt, bekommt großes Kopfkino, spannende Ideen und dieses wohlige Gefühl, Teil von etwas richtig Großem zu sein. Am Ende bleibt vor allem eins hängen: sofort weiterlesen wollen. Und das ist bekanntlich das schönste Kompliment, das man einem zweiten Band machen kann.

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