Wenn Freundschaft langsam Risse bekommt
SpielverderberinDrei Freundinnen, ein Dorf, eine Stadt und irgendwo dazwischen dieser leise Druck, der sich langsam aufbaut und irgendwann knallt. Genau dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Buch wie so ein unterschwelliger ...
Drei Freundinnen, ein Dorf, eine Stadt und irgendwo dazwischen dieser leise Druck, der sich langsam aufbaut und irgendwann knallt. Genau dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Buch wie so ein unterschwelliger Bass, den man erst richtig merkt, wenn er schon längst im Kopf sitzt.
Sophie und Lotte wirken erstmal wie zwei, die sich blind verstehen. Dann kommt Romy rein, bringt frischen Wind, aber auch Chaos. Und ganz ehrlich, genau da fängt es an spannend zu werden. Diese Mischung aus Anziehung und Misstrauen hat mich immer wieder kurz innehalten lassen. So dieses Gefühl von, hier stimmt doch was nicht.
Die Sprache ist dabei richtig stark. Teilweise fast schon poetisch, dann wieder roh und direkt. Hat mich an manchen Stellen echt abgeholt, an anderen musste ich mich ein bisschen durchkämpfen. Ist kein Buch für nebenbei, eher eins für ruhige Abende, wenn man bereit ist, sich drauf einzulassen.
Was hängen bleibt, ist weniger die Handlung als dieses Gefühl von Nähe, die kippt. Von Freundschaft, die nicht nur hält, sondern auch weh tun kann. Und diese eine Nacht, die wie ein Schatten über allem liegt, hat mich nicht mehr losgelassen.
Unterm Strich kein leichtes Buch, aber eins, das nachwirkt. Und manchmal reicht genau das.