Blut, Schwert und Bastarde – ein Fantasy-Brett
BastardklingenBlut, Stahl und ziemlich viel Chaos – genau das liefert Bastardklingen. Wer glaubt, hier gäbe es die übliche Fantasy-Suppe mit Schwertschwingern, Drachen und einem prophezeiten Helden, irrt. Stattdessen ...
Blut, Stahl und ziemlich viel Chaos – genau das liefert Bastardklingen. Wer glaubt, hier gäbe es die übliche Fantasy-Suppe mit Schwertschwingern, Drachen und einem prophezeiten Helden, irrt. Stattdessen stolpert man zusammen mit Casias, einem jungen Soldaten, in ein Massaker, aus dem er mehr oder weniger lebendig rauskriecht – und zufällig eine dieser sagenumwobenen Bastardklingen einsackt. Klingt nach Jackpot? Tja, nicht ganz. Denn dieses Schwert bringt mindestens so viele Probleme wie Vorteile.
Was mir richtig gefallen hat: Die Truppe rund um Casias ist wild zusammengewürfelt. Von der Hexenkönigin-Tochter bis zum traumatisierten Krieger – das fühlt sich fast an wie eine Fantasy-WG mit eingebautem Weltuntergang. Jeder bringt eine Menge Gepäck mit (emotional wie magisch), und genau das macht die Dynamik so spannend. Besonders Khara mit ihrer geheimnisvollen Ausstrahlung hat es mir angetan – ich hätte am liebsten gleich mehr über sie erfahren.
Die Welt selbst ist ein brodelnder Hexenkessel: uralte Mächte, dunkle Geheimnisse und eine Schlachteninsel, die so blutig ist, dass selbst Tarantino „uff“ sagen würde. Da knistert es an allen Ecken, und das Setting ist so dicht, dass man sich beim Lesen manchmal wünscht, wenigstens einen Helm aufzusetzen. Der Stil ist flott, bildhaft und voller wuchtiger Szenen – manchmal etwas zu viel des Guten. Ein, zwei Kapitel weniger Gemetzel hätten die Geschichte nicht geschadet.
Warum keine fünf Sterne? Ganz einfach: Es gibt Momente, in denen der Plot sich ein bisschen verzettelt und die Infos über die Welt wie Lawinen auf einen niederprasseln. Da wäre weniger manchmal mehr gewesen. Trotzdem bleibt Bastardklingen ein herrlich düsteres Fantasy-Brett, das Fans von epischen Kämpfen und verdorbenen Göttern abholt. Fazit: Kein Wohlfühlroman, aber ein knallharter Ritt durch Blut und Schatten – und ja, ich will wissen, wie es weitergeht.