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Veröffentlicht am 18.07.2025

Gyoza, Glücksgefühle und ganz viel Umami

Das große Handbuch der japanischen Küche
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Ich hab mir dieses Buch eigentlich nur geholt, weil ich dachte: „Hey, wie schwer kann’s schon sein, mal ordentliche Ramen zu kochen?“ Tja… und dann hat mich dieses Buch direkt in einen Wirbel aus Umami, ...

Ich hab mir dieses Buch eigentlich nur geholt, weil ich dachte: „Hey, wie schwer kann’s schon sein, mal ordentliche Ramen zu kochen?“ Tja… und dann hat mich dieses Buch direkt in einen Wirbel aus Umami, Fischflocken und Reiskunst gesogen. Und ich will nie wieder raus! Sachiyo Harada haut hier nicht einfach nur Rezepte raus – sie gibt dir quasi eine kulinarische Samurai-Ausbildung. Mit scharfer Klinge, aber ganz viel Herz.

Die Bilder? So schön, ich hab mich beim Blättern dabei ertappt, wie ich mit Stäbchen auf die Seiten gepikst hab. Hat nicht geschmeckt, sah aber verdammt lecker aus. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind idiotensicher – und das sag ich mit vollem Respekt gegenüber mir selbst. Ich hab zum ersten Mal Gyoza gemacht, und sie sind nicht auseinandergefallen! Mein innerer Itamae (also japanischer Koch, aber das weißt du nach Kapitel 3 sowieso) jubiliert.

Besonders cool: Man wird nicht einfach ins kalte Miso geworfen. Es gibt echte Hintergrundinfos, richtig charmant erklärt – man versteht plötzlich, warum eine Suppe mehr ist als nur Brühe mit Zeug. Und dass Algen nicht nur Deko fürs Sushi sind, sondern aromatische Raketen!

Die Gestaltung ist der Wahnsinn – das Teil sieht nicht nur auf dem Küchentresen gut aus, es funktioniert auch als stilvolle Ausrede, warum man schon wieder ein Kochbuch gekauft hat („Aber schau mal die Illustrationen!!“). Bonuspunkte für die Zutatenkunde, da hab ich beim nächsten Besuch im Asia-Shop nicht mehr so planlos ins Regal geguckt wie ein verwirrter Panda.

Fazit: Wer die japanische Küche liebt oder einfach nur endlich mal das perfekte Tempura hinbekommen will, braucht dieses Buch. Und wer danach immer noch Fertig-Ramen isst, hat wirklich die Kontrolle über sein Leben verloren.

Fünf Sterne, keine Diskussion. Arigato, Sachiyo – du bist die Queen of Kombu!

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Zwischen Wahnsinn, Wahrheit und Wiener Couch

Kampf ums Unbewusste
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Ich hab das Buch Kampf ums Unbewusste gelesen – und mein eigenes Unbewusstes hat dabei ordentlich Samba getanzt. Christina von Braun und Tilo Held nehmen einen mit auf eine Tour de Force durch zwei Jahrhunderte ...

Ich hab das Buch Kampf ums Unbewusste gelesen – und mein eigenes Unbewusstes hat dabei ordentlich Samba getanzt. Christina von Braun und Tilo Held nehmen einen mit auf eine Tour de Force durch zwei Jahrhunderte Seelenlandschaft, Ideengeschichte und kollektives Knacksverhalten. Klingt trocken? Denkste! Hier wird nicht nur tief gebuddelt, sondern auch scharf geschossen: gegen Totalitarismus, Antisemitismus, toxische Rollenbilder und den ganzen postfaktischen Zirkus.

Was mir besonders gefallen hat: Das Ding ist nicht einfach ein weiteres intellektuelles Laberfeuerwerk, sondern baut klug Brücken zwischen Psychoanalyse, Geschichte und Gesellschaft. Es stellt unbequeme Fragen, ohne einem gleich die Antworten reinzudrücken wie Zäpfchen. Stattdessen kriegt man Impulse – manchmal klug, manchmal fordernd, manchmal so schräg, dass ich mich kurz gefragt hab, ob Freud nicht heimlich mit am Schreibtisch saß.

Klar, zwischendurch driftet’s mal ins akademische Delirium ab, aber hey – wer das Unbewusste sezieren will, darf auch mal ein Skalpell mehr benutzen. Ich musste zwar gelegentlich tief durchatmen (und Kaffee nachkippen), aber wurde durchweg belohnt mit klugen Gedanken und Perspektivwechseln, die man so selten bekommt. Ein bisschen wie Therapie, aber ohne Rechnung am Ende.

Was mir gefehlt hat? Manchmal hätte ich mir etwas mehr erzählerischen Flow gewünscht. Die Gedanken sprangen teilweise wie ein Hamster auf Energy-Drinks – spannend, aber nicht immer leicht zu fassen. Dennoch: Das Buch ist ein wacher, mutiger Beitrag zur Frage, wie wir kollektiv so schräg ticken konnten – und noch immer ticken.

Fazit: Keine Bettlektüre für leichtes Träumen, sondern ein wuchtiger Denkbrocken mit Tiefgang. Für alle, die glauben, ihr Unterbewusstes sei schon aufgeräumt – dieses Buch sagt: „Glaub weiter dran, Schatz.“

4 von 5 Sterne – mit Freud’schem Augenzwinkern und ziemlich viel Stoff zum Nachdenken.

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Veröffentlicht am 18.07.2025

Ziegen, Blitze, Wahnsinn – Ragnarök dreht voll auf

Ragnarök (Band 3) - Donnergott
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Ich hab gedacht, nach Band 2 kann’s eigentlich nicht mehr krasser werden. Tja, falsch gedacht. Band 3 fährt mit der Donnerkeule rein wie Thor auf Koffein! Der Einstieg? Zack, Fenriswolf fast gefangen – ...

Ich hab gedacht, nach Band 2 kann’s eigentlich nicht mehr krasser werden. Tja, falsch gedacht. Band 3 fährt mit der Donnerkeule rein wie Thor auf Koffein! Der Einstieg? Zack, Fenriswolf fast gefangen – und dann kommt der Donnergott höchstpersönlich um die Ecke und macht erstmal richtig Rabatz. Ziegenböcke, Blitze, Chaos – als hätte jemand den Himmel auf den Kopf gestellt. Ich saß mit offenem Mund da und dachte nur: Was hat der denn gefrühstückt?

Ubbe, mein Lieblingschaot, stolpert wieder herrlich tapsig durch die Götterwelt, während Thyra die Nerven behält wie eine Wikinger-Version von Lara Croft. Und Loki? Tja, der ist sowieso immer für eine Überraschung gut. Die Story ist nicht nur spannend, sondern schubst einen mit ordentlich Wumms mitten in die nordische Göttersuppe. Und das Beste: Die Zeichnungen! Die knallen so sehr, dass ich stellenweise kurz das Atmen vergessen habe. Episch, wild, witzig – und trotzdem mit Seele.

Man merkt, dass Odin Helgheim nicht nur zeichnen, sondern auch erzählen kann. Die Übersetzung ist top – kein gestelzter Kram, sondern schön flüssig mit einem Hauch nordischer Coolness. Ich liebe es, wie hier Mythologie mit fettem Comic-Style gemixt wird. Das fühlt sich an wie ein Marvel-Film mit Axt, Runen und Gänsehaut. Ich will mehr davon, sofort. Wer sich für Wikinger, Abenteuer und göttlichen Wahnsinn begeistern kann, darf sich diesen Band auf keinen Fall entgehen lassen.

Volle Punktzahl mit Mjölnir-Schlag!

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Tiermaschinen, Vertrauen und Chaos – ein Abenteuer wie kein anderes

I am Wolf – Der Kampf der Tierclans
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Also... was zum heulenden Maschinenwolf war das denn bitte für ein abgefahrenes Leseabenteuer?! Ich hab das Buch zusammen mit meiner Tochter als Buddyread verschlungen – eigentlich wollten wir nur reinlesen, ...

Also... was zum heulenden Maschinenwolf war das denn bitte für ein abgefahrenes Leseabenteuer?! Ich hab das Buch zusammen mit meiner Tochter als Buddyread verschlungen – eigentlich wollten wir nur reinlesen, aber zack, plötzlich war es Mitternacht und wir haben im Halbdunkel über Colls Schicksal diskutiert wie zwei Nerds beim Endkampf in einem Fantasy-Videospiel.

Die Idee mit den Tiermaschinen? Total irre – im besten Sinne! Ein Wolf, der gleichzeitig eine gigantische Kampfmaschine und Heimat ist? Mein inneres Kind hat applaudiert, während mein Erwachsenen-Ich still nickend dachte: „Okay, das ist echt cool gemacht.“ Meine Tochter fand die Raben natürlich am coolsten – klar, fliegen, klauen, Chaos stiften. Ich war Team Keiler. Keine Ahnung warum. Wahrscheinlich wegen der Durchsetzungskraft und dem underdog-Vibe.

Wir hatten so viele “Stopp, lies den Absatz nochmal!”-Momente, dass ich irgendwann ernsthaft erwogen hab, das Buch zu klonen, damit wir parallel weiterlesen können. Aber nein, wir haben tapfer gebuddyreadet, inklusive Diskussionen beim Abendbrot („Wem würdest du eher trauen – Keiler oder Rabe?“) und wilden Theorien vor dem Einschlafen („Was, wenn Coll gar kein richtiger Wolf ist?!“ – Spoiler: Keine Ahnung. Lies selbst.).

Was uns beide überrascht hat: Die Story ist ziemlich düster und hat ordentlich Wumms. Für ein angeblich “ab 10” angesetztes Buch fanden wir das schon sportlich. Klar, es ist verständlich geschrieben und die Kapitel fliegen nur so dahin – aber die Themen? Vertrauen, Verrat, Überleben, Identität... das hat mehr Tiefgang als man auf den ersten Blick denkt. Und Coll ist kein typischer Held – er zweifelt, er zögert, er wächst. Das fanden wir beide richtig stark.

Kurzum: Dieses Buch ist wie ein wilder Ritt auf dem Rücken eines mechanischen Wolfes – laut, schnell, emotional und voller Staub im Gesicht. Wir feiern’s! Und wir brauchen dringend Band 2. Am besten vorgestern.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Chaos trifft Kontrollfreak – und es knistert

Semantic Error 1
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Ich wollte nur kurz reinschauen … und zack, war ich plötzlich mit einem überstrukturierten Informatiknerd und einem verdammt hartnäckigen Design-Rebell auf einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Sangwoo, der ...

Ich wollte nur kurz reinschauen … und zack, war ich plötzlich mit einem überstrukturierten Informatiknerd und einem verdammt hartnäckigen Design-Rebell auf einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Sangwoo, der menschgewordene Stundenplan, trifft auf Jaeyoung, den wandelnden Chaosgenerator – und ich saß mittendrin mit Popcorn und schreiendem innerem Fangirl (ja, das gibt's auch in männlich, frag nicht).

Die Story fängt mit einer kleinen Racheaktion an – "klein" im Sinne von: Ich zerstöre mal eben dein gesamtes Studium – und eskaliert dann langsam in Richtung: Ups, warum kribbelt das jetzt so komisch, wenn du in meiner Nähe bist? Herrlich absurd, irgendwie süß und stellenweise so passiv-aggressiv, dass ich nur grinsen konnte.

Optisch? Ein absoluter Leckerbissen. Die Farben knallen, die Mimik ist on point, und Jaeyoungs Grinsen könnte vermutlich sogar einen Taschenrechner zum Absturz bringen. Ich sag’s mal so: Wenn Blicke töten könnten, wäre das hier ein Krimi geworden.

Klar, ein paar Klischees sind dabei – aber hey, ich bin nicht hier, um Philosophie zu studieren. Ich will Fun, Spannung, knisternde Dialoge und einen Informatiker, der langsam die emotionale Bedienungsanleitung fürs Leben entschlüsselt. Und genau das liefert Semantic Error 1 mit einer charmanten Mischung aus Nerdigkeit, Tension und Augenzwinkern.

Warum nur 4 Sterne? Ganz einfach: Ich brauch noch ein bisschen mehr Tiefgang in den kommenden Bänden, damit’s mir nicht zu sehr auf die „Cute-Schiene“ abrutscht. Aber Band 1 macht definitiv Bock auf mehr. Und ja – ich hab die Photocard behalten. Natürlich.

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