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Veröffentlicht am 03.07.2025

Papa-Tochter-Team auf geheimer Buchmission

Die magische Bibliothek der Buks 2: Das verfluchte Medaillon
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Also eigentlich wollte ich nur ein bisschen mitlesen, so als Papa, der sich für die Interessen seiner Tochter interessiert. Tja. Jetzt sitze ich hier, habe das verflixte Medaillon quasi selbst um den Hals ...

Also eigentlich wollte ich nur ein bisschen mitlesen, so als Papa, der sich für die Interessen seiner Tochter interessiert. Tja. Jetzt sitze ich hier, habe das verflixte Medaillon quasi selbst um den Hals hängen und bin tief drin in dieser wilden, wundervollen Welt der Buks. Was soll ich sagen – wir haben das Buch nicht gelesen, es hat uns gelesen.

Meine Tochter und ich haben’s uns jeden Abend gemütlich gemacht – Chips, Tee, Kuscheldecke – und dann ging’s ab in die Bücherwelt. Sie war Team Nola, ich natürlich Team Buchmeister (Eltern dürfen das). Und während wir um jedes Kapitel gefeilscht haben („Nicht weiterblättern, Papa!“ – „Nur noch EINE Seite, ehrlich!“), sind wir ganz schön rumgekommen: von der magischen Bibliothek über das unheimliche Draußen bis hin zur geheimen Büchergilde mitten unter uns Menschen.

Was Nina George und Jens J. Kramer da zaubern, ist kein Kinderkram. Das ist großes Kino aus Tinte und Papier! Mit Kristallmedaillons, mutigen Kids, schrägen Ideen und genug Spannung, um mich regelmäßig um den Schlaf zu bringen (und meine Tochter vor Lachen quietschen zu lassen).

Zwischendurch haben wir wilde Theorien gesponnen, wer der geheimnisvolle Zerstörer sein könnte – Spoiler: Keiner von uns hatte recht. Aber der Spaß lag im Raten. Und im gemeinsamen Abtauchen in diese Geschichte, die irgendwo zwischen Tintenherz, Buchgeistern und totalem Fantasyfieber ein eigenes Universum aufmacht.

Mein Highlight? Die Dialoge. Die sind so frech, klug und witzig, dass wir uns einige laut vorgelesen haben – einfach, weil’s so gut war. Ihre Highlights? Die Buchwesen (vor allem einer, den ich aus Spoilergründen nicht nennen darf, aber sie hätte ihn am liebsten adoptiert).

Wir zählen jetzt schon die Tage bis Band 3. Und falls uns jemand sucht – wir sind dann wieder auf Bücherreise. Gemeinsam.

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Mein Schweinehund hat aufgegeben – und ich fühl mich besser denn je

Nur 10 Minuten – Krafttraining für Senioren
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Wenn mir früher jemand „Krafttraining für Senioren“ in die Hand gedrückt hätte, hätte ich vermutlich mit einem müden Grinsen abgewunken und mir gedacht: „Ich? Doch nicht jetzt schon!“ Tja. Dann kam Ed ...

Wenn mir früher jemand „Krafttraining für Senioren“ in die Hand gedrückt hätte, hätte ich vermutlich mit einem müden Grinsen abgewunken und mir gedacht: „Ich? Doch nicht jetzt schon!“ Tja. Dann kam Ed Deboo mit seinem Buch um die Ecke – und ich muss sagen: Der Mann hat’s drauf.

„Nur 10 Minuten“ – das klingt erst mal wie einer dieser typischen Fitness-Versprechen, bei denen man am Ende trotzdem eine halbe Stunde keuchend am Boden liegt. Aber nein, hier ist wirklich Programm drin. Verständlich erklärt, flott geschrieben und mit Illustrationen, die sogar meine Couchpotato-Seele motivieren.

Ich hab mit dem Kapitel über Balance angefangen, weil ich schon länger den Verdacht hatte, dass meine Standfestigkeit eher Kategorie „nasser Waschlappen“ ist. Nach der dritten Woche steh ich auf einem Bein wie ein Flamingo mit Selbstbewusstsein.

Was mir besonders gefällt: Ed nimmt einen an die Hand, ohne zu nerven. Kein Drill-Sergeant-Gebrüll, keine überambitionierte Fitness-Mission – sondern einfache, alltagstaugliche Übungen, die man wirklich in zehn Minuten packt. Und plötzlich merkt man, dass sich im Körper was tut: weniger Knirschen im Knie, Rücken mosert nicht mehr rum und Treppen sind keine Gegner mehr.

Die Mischung aus Übungen mit und ohne Gewichte ist top, die Workouts lassen sich flexibel in den Alltag mogeln – sogar zwischen Kaffee und Keks. Ich fühl mich beweglicher, stabiler und – ja, auch ein bisschen cooler.

Mein innerer Schweinehund? Der sitzt jetzt beleidigt in der Ecke und schmollt. Und das ist auch gut so. Dieses Buch hat mich echt überrascht – und zwar im besten Sinne. Volle fünf Sterne von mir und eine klare Empfehlung: Nicht lang fackeln, einfach mal zehn Minuten investieren. Dein zukünftiges Ich wird dir auf die Schulter klopfen (und dabei nicht mehr stöhnen).

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Magie, Chaos und Kekskrümel – Unser wildes Leseabenteuer im Magitorium

Die Hüter der flüsternden Schlüssel (2). Ruf des Magitoriums
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Was als harmloser Leseabend mit meiner Tochter begann, hat sich schnell zu einem epischen Buddyread-Marathon entwickelt – inklusive Popcorn-Krümel im Sofa, hitzigen Theorien, wer wohl diesmal hinter dem ...

Was als harmloser Leseabend mit meiner Tochter begann, hat sich schnell zu einem epischen Buddyread-Marathon entwickelt – inklusive Popcorn-Krümel im Sofa, hitzigen Theorien, wer wohl diesmal hinter dem Chaos steckt, und spontanen „Nur noch ein Kapitel!“-Schwüren, die uns bis nach Mitternacht wachgehalten haben (ups).

Lenna ist einfach ein Knaller – mutig, clever und irgendwie genau der Typ Figur, mit dem man sofort Freundschaft schließen will. Und dann diese sprechende Katze Pirro! Meine Tochter behauptet steif und fest, dass er mich charakterlich ein bisschen spiegelt. Ich nehme das mal als Kompliment – obwohl ich definitiv weniger fischfixiert bin.

Wir haben mitgefiebert, gegrinst, uns gegenseitig beim Vorlesen unterbrochen („Warte, warte, lies das nochmal, das war genial!“), und ungelogen: Als plötzlich die mysteriöse Nachricht im Magitorium auftaucht, haben wir gleichzeitig Luft geholt wie zwei Synchronatmer beim Zauberduell.

Spätestens als die neue Key Keeperin ins Spiel kommt, war’s um uns geschehen. Wir haben gemeinsam Theorien gesponnen (sie kreativ und bunt, ich analytisch – das ergibt einen Haufen Chaos mit Logikschimmer), und ständig geraten, was wohl als Nächstes passiert. Meistens lag sie richtig. Ich arbeite noch an meiner magischen Intuition.

Und zwischendurch diese magischen Schauplätze – wow. Da wollten wir am liebsten reinspringen. Mehrmals haben wir das Buch zur Seite gelegt und uns vorgestellt, welche Art Schlüssel wir wohl bekommen würden.

Die Geschichte nimmt dann eine Wendung, die uns beide sprachlos gemacht hat. Also wirklich – sie hat mich einfach nur mit offenem Mund angeschaut, ich hab die Stirn gerunzelt wie ein alter Zaubermeister. Großartig!

Fazit: Unser absoluter Buddyread-Höhepunkt der letzten Monate! Lustig, spannend, voller Magie – und ein echtes Gemeinschaftserlebnis. Band 3 erscheint bald. Und ja: Wir lesen wieder zusammen. Mit Decke, Keksen und mindestens einer sprechenden Katze im Kopf.

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Francesinha fürs Herz – und für die Hüften

Porto - Das Kochbuch
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Ganz ehrlich – ich hab mich beim Blättern schon satt gefühlt. Und dann kam die Francesinha. Leute, ich sag’s euch: Diese kulinarische Abrissbirne hat mein Herz und meine Cholesterinwerte im Sturm erobert. ...

Ganz ehrlich – ich hab mich beim Blättern schon satt gefühlt. Und dann kam die Francesinha. Leute, ich sag’s euch: Diese kulinarische Abrissbirne hat mein Herz und meine Cholesterinwerte im Sturm erobert. Sylvie Da Silva hat mit diesem Buch nicht einfach nur ein paar Rezepte aus Porto zusammengetragen – sie hat mir eine Essensreise spendiert, ganz ohne Flugticket, aber mit vollem Magen und dicken Backen.

Die Bilder? So schön, dass ich kurz überlegt hab, ob ich sie einrahmen oder aufessen soll. Und die Geschichten dazwischen – herrlich! Keine dröge Rezeptanekdote, sondern echte Einblicke, als würde eine Freundin aus Porto mit mir am Küchentisch sitzen und vom Leben zwischen Sardinen, Portwein und Mandelkuchen erzählen.

Ich wusste nicht mal, dass ich Caldo verde so dringend in meinem Leben brauche. Jetzt schon. Manche Gerichte waren mir vorher total unbekannt – aber nach dem ersten Nachkochen war klar: Das ist nicht einfach nur Küche, das ist Emotion auf dem Teller. Und zwar mit ordentlich Knoblauch und Liebe.

Die Übersetzung von Wiebke Krabbe ist übrigens top – locker-flockig, nichts wirkt steif oder gestelzt. Man merkt, hier war Herzblut im Spiel. Und Butter. Viel Butter.

Kurzum: Wer keine Lust auf langweilige Standardküche hat, sondern Lust auf Würze, Wärme und ein bisschen Wahnsinn auf dem Teller, der wird dieses Buch lieben. Ich hab jetzt offiziell einen Pastéis-de-nata-Dauervorrat und schäme mich kein bisschen. Kaufempfehlung? Aber sowas von!

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Veröffentlicht am 01.07.2025

Geschichten, die nicht schreien müssen, um zu bleiben

Unter derselben Sonne
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Ich dachte, ich les da mal eben rein, ein bisschen Biografie, bisschen Kultur, fertig. Stattdessen hat mir Nadège Kusanika mit Unter derselben Sonne literarisch so liebevoll eine gescheuert, dass ich zwischendurch ...

Ich dachte, ich les da mal eben rein, ein bisschen Biografie, bisschen Kultur, fertig. Stattdessen hat mir Nadège Kusanika mit Unter derselben Sonne literarisch so liebevoll eine gescheuert, dass ich zwischendurch lachen, schlucken und kurz mal meine Komfortzone durchlüften musste. Die Frau schreibt, als würde sie mir direkt gegenüber am Küchentisch sitzen – zwischen Süßkartoffelblättern, Kindheitserinnerungen und deutschem Kantinenessen.

Was mich besonders abgeholt hat: diese Mischung aus poetischer Melancholie und trockenem Humor. Man merkt, da ist jemand nicht einfach „gekommen“, sondern dazwischengewachsen – zwischen Kongo und Deutschland, Mango und Mettbrötchen. Und das erzählt sie ohne Pathos, aber mit verdammt viel Herz.

Ja, klar, manches Kapitel wirkt fast zu leise, zu sanft – aber vielleicht ist genau das die Stärke. Kein großes Drama, sondern echtes Leben. Und das knallt dann eben auf die ganz stille Tour.

Ich hätte mir hier und da etwas mehr narrative Struktur gewünscht, manchmal irrt man ein bisschen zwischen den Erinnerungen umher wie ein Tourist ohne Google Maps – aber hey, vielleicht ist das Absicht. Identität findet man schließlich auch nicht auf geradem Weg.

Unterm Strich: Ein starkes Debüt, das auf charmante Art unbequem ist – wie neue Schuhe, die man trotzdem liebt. Ein Buch, das gleichzeitig brennt und wärmt. Und definitiv nicht nur für Leute, die „Was mit Migration“ lesen wollen.

Ich sag mal so: Lesen bildet. In diesem Fall auch ein kleines bisschen Demut.

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