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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2025

Manchmal braucht es einen Umweg, um zu erkennen, wo man hingehört.

Falling Like Leaves
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„Falling Like Leaves“ würde ich als cosy Herbstbuch beschreiben mit diesem gewissen Kleinstadtcharme. Warm, golden, Zimtduftig und verregnet. Eben charmant und gemütlich.
Die siebzehnjährige Ellis verlässt ...

„Falling Like Leaves“ würde ich als cosy Herbstbuch beschreiben mit diesem gewissen Kleinstadtcharme. Warm, golden, Zimtduftig und verregnet. Eben charmant und gemütlich.
Die siebzehnjährige Ellis verlässt ihr trubelliges Großstadtleben und geht gemeinsam mit ihrer Mutter zurück nach Bramble Falls. Hier finden wir alles von Herbstfestival zu Apfeltauchen und einem süßen Typen der in einem Café arbeitet. Blöd nur das dieser Typ Cooper ist und Ellis erster Kuss von damals. Er ist älter, ruhiger, aber auch irgendwie schlecht zu sprechen auf Ellis.
Das Setting hat mich sofort verzaubert. Alles schreit förmlich nach Herbst und Gilmore Girls. Wir befinden uns zwischen Kürbisständen, Kaffeeduft und leckeren Gebäck. Absolut schön und es lädt direkt zum Träumen ein.
Cooper ist eine absolute Green Flag, charmant, bodenständig, mit Herz und er kann backen.
Ellis gibt einem eher diese toxic vibes. Sie ist wütend, trotzig und verletzt. Alles dreht sich nur um sie. Sie lässt sich ihren Weg sehr von ihrem Vater diktieren und lernt aber immerhin auf Umwegen, dass nicht alle seine Entscheidungen richtig sind. Ihre Entwicklung dauert lange. Sie ist zu Beginn nicht wirklich greifbar. Ihr Verhalten ist verständlich aber nicht wirklich sympathisch.
Was mir nicht so gut gefiel, waren diese extrem konstruierten und offensichtlichen Dramen. Die Konflikte wirkten auf mich zu künstlich aufgebläht. Ich hätte mir mehr zarte und echte Momente zwischen Ellis und Cooper gewünscht ohne das ganze unechte Drama.
Schön fand ich die vielen kleinen Details und das verträumte Setting. Diese Geschichte umfängt einen Warm und herbstlich.
Insgesamt ist das Buch eine unaufgeregte Herbstromanze. Perfekt für gemütliche Abende mit Tee, Kuscheldecke und Lichterkette. Ein sehr stimmungsvoller Roman über Neuanfänge, das Loslassen von Plänen und das Finden von Geborgenheit an unerwarteten Orten.


⭐️⭐️⭐️

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2025

Ein kleiner Buchkeks mit Kürbisnote

Spookily Yours
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Ein kleiner Buchkeks mit Kürbisnote

Das Buch liegt schon eine kleine Weile bei mir zurück und ich muss sagen es ist nicht soviel bei mir im Gedächtnis geblieben. Es war eine „nette“ Geschichte für zwischendurch, ...

Ein kleiner Buchkeks mit Kürbisnote

Das Buch liegt schon eine kleine Weile bei mir zurück und ich muss sagen es ist nicht soviel bei mir im Gedächtnis geblieben. Es war eine „nette“ Geschichte für zwischendurch, aber mehr leider auch nicht.
Ich habe auf herbstliche Gemütlichkeit gehofft mit spooky charme.
Worum gehts? Eine kleine Hexe namens Willow, welche in einem Cafe arbeitet und eines Tages auf den sprechenden verfluchten Dämonenkater Damien trifft.
Der Anfang hat mir das auch versprochen: Eine wohlige cozy Atmosphäre – irgendwie charmant, magisch und ein bisschen verspielt.
Hexe und Dämon? Ohhh yeeees da war ich sofort dabei.
Es klingt auch zunächst alles sehr einladend, süß und bisschen frech… aber ja was ist dann passiert?
Der Anfang hatte mich, aber ab der Hälfte hat mich das Buch leider verloren.
Die Tension wurde einem mehr erzählt, als dass sie spürbar war. Vielleicht lag es an dem einfachen und sehr schlichten Schreibstil. Es liest sich locker weg, aber leider ohne Tiefe oder eine wirklich eigene Stimme. Es fehlt dieses Funkeln zwischen den Zeilen, das Gefühl, dass jemand wirklich mit Sprache spielt. Statt Bildern und Atmosphäre gibt’s oft nur Nacherzählung, ein ständiges „und dann passierte das“. Das macht die Geschichte zwar leicht konsumierbar, nimmt ihr aber auch jegliche Magie. Ich hätte mir mehr Details, mehr Stimmung, mehr Mut gewünscht, die Welt zu zeigen, nicht nur zu beschreiben.
Was hat mir in der Geschichte gefehlt? Eine Handlung die sich aufbaut und gut erzählt wird. Stattdessen rauschen wir einfach durch und es kommt keine Charakterentwicklung auf. Alles geht so unglaublich schnell, ich hätte mir mehr Szenen mit Damien als verfluchter Kater gewünscht, mehr Fluch-Recherche, mehr spice mit Emotionen, mehr von diesem Charme am Anfang…
Wer genau hat jetzt Damien verflucht und warum? Wurde es erzählt und habe ich es nur nicht mitbekommen? Es war alles so nichtssagend und schnell abgehandelt. Die Rückverwandlung wirkte auf mich sehr lieblos und sobald er seine Menschengestalt hatte kamen lauter spice Szenen, die aber auf mich sehr deplatziert wirkten. Spice ohne Seele. Vom schlechten und aufgesetzten Dirty Talk will ich gar nicht erst anfangen. Es passte ganz subtil aber auch deutlich überhaupt nicht auf die anfängliche Charaktereinführung von Willow. Ich denke dieser Geschichte hätten so 100 Seiten mehr gutgetan. Da mir der Anfang jedoch gut gefallen hat, vergebe ich noch drei gut gemeinte Sterne.
Wer jedoch nicht zu viel von dieser Geschichte erwartet und nur eine kleine knackige Romance ohne echte Emotionen lesen will – go for it.

Fazit: Das Buch hat Charme. Es ist süß, herbstlich und genau richtig, wenn man einfach mal abschalten will. Ein kleiner Buchkeks mit Kürbisnote. 🍁

Randnotiz: Btw. das Cover fand ich aber irgendwie schon ganz niedlich.

⭐️⭐️⭐️

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Veröffentlicht am 01.09.2025

An der Startlinie stecken geblieben…

Downhill Dreams
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„Die Magie. Das Adrenalin. Die Energie. Das Knistern. Die Anspannung. Das Gefühl von Gemeinschaft. Von dem wir ergriffen sind und das uns ewig in Erinnerung bleiben wird.“
(Seite 392)

Die Idee des Buches ...

„Die Magie. Das Adrenalin. Die Energie. Das Knistern. Die Anspannung. Das Gefühl von Gemeinschaft. Von dem wir ergriffen sind und das uns ewig in Erinnerung bleiben wird.“
(Seite 392)

Die Idee des Buches klingt ansprechend, Josie träumt von einer Karriere als Downhill-Profi und trifft ausgerechnet in einem kleinen Bikeshop auf Levi, den gefeierten Star der Szene. Schon da knistert es heftig. Später begegnen sie sich am Sportcollege in Kalifornien wieder, doch diesmal ist Levi ihr Trainer, also eigentlich absolut tabu. Hier werden die tropes forbidden love, bad boy und sports romance gut kombiniert und versprechen eine spannende Lektüre. Dazu noch ein Cover, das direkt Lust auf eine romantische, sonnendurchtränkte Geschichte macht: Berge, Bikes, Sonnenuntergang, alles sehr stimmig und wunderschön.

Und doch hat mich das Buch nicht so ganz gepackt, wie ich es mir gewünscht hätte. Manche Dinge blieben mir zu oberflächlich. Beide tragen zwar ihre „emotionalen Päckchen“ mit sich herum, aber so richtig tief bin ich in diese Konflikte nie eingetaucht. Da war so viel Raum für Entwicklung, für innere Kämpfe und echtes Zusammenwachsen, aber dieser Raum wurde kaum genutzt. Auch das ständige Hin und Her zwischen Nähe und Distanz hat mich irgendwann mehr ermüdet als gefesselt.
Dazu kam, dass der spice oft sehr gezwungen wirkte. Kaum waren ein paar Seiten ohne tension vergangen, musste es gleich wieder intim werden und das wirkte manchmal erzwungen, als würde die Geschichte sich selbst nicht zutrauen, ohne diese Szenen zu bestehen. Mir persönlich fehlte die Balance zwischen Emotion und Leidenschaft.

Ein Manko für mich war die Reduktion mancher Figuren auf ihr Körperliches, sie wurden dadurch als reine Sex-Objekte betrachtet.
Was ich aber wirklich mochte, war das Sport-Setting selbst. Die Beschreibungen der Rennen und Trainings haben ein tolles Bild erzeugt und ich habe gespürt, wie viel Adrenalin und Leidenschaft in diesem Sport steckt. Allein dafür hat sich das Lesen gelohnt.
Am Ende bleibt es für mich ein Buch, das eine spannende Grundidee hatte, aber in der Umsetzung nicht immer rund wirkte. Es ist solide, unterhaltsam und mal etwas anderes, doch das gewisse Etwas, das mich richtig mitgerissen hätte, hat gefehlt.

⭐️⭐️⭐️

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Veröffentlicht am 31.08.2025

"Wenn Licht auf Schatten trifft …"

Das Mädchen aus der Schwebenden Welt (Floating World-Dilogie, Band 1)
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„In mir ist eine Dunkelheit. Manchmal spüre ich sie, wenn ich in Gefahr gerate oder wenn Gefühle mich überwältigen. Seit ich die Unterwelt verlassen habe, steigt die Dunkelheit in mir öfter auf als sonst, ...

„In mir ist eine Dunkelheit. Manchmal spüre ich sie, wenn ich in Gefahr gerate oder wenn Gefühle mich überwältigen. Seit ich die Unterwelt verlassen habe, steigt die Dunkelheit in mir öfter auf als sonst, ist schwer zu unterdrücken. Und ich fürchte, je mehr ich die Kontrolle über sie verliere, desto mehr verliere ich mich selbst.“ (Seite 213)

Schon der Auftakt zeigt diese Geschichte spielt mit Kontrasten: Hell und Dunkel, Himmel und Unterwelt, Nähe und Distanz. Axie Oh nimmt uns mit in eine Welt, die auf einer koreanischen Sage basiert und märchenhaft leuchtet, aber zugleich voller Gefahren, Dämonen und Geheimnisse ist.

Ren ist eine Artistin mit der verbotenen Gabe. Von klein auf lernte sie, ihr Licht zu verbergen, bis ein Angriff alles verändert. Plötzlich ist sie nicht nur Suchende nach einem Heilmittel, sondern auch Getriebene ihrer eigenen Kräfte. Sie ist jung, willensstark und strahlend optimistisch und dabei sehr naiv. Für mich wirkte sie streckenweise zu linear und ein wenig zu glatt, doch ihre Entwicklung und ihre Treue zu ihren Werten haben mich berührt.
Sunho dagegen ist von Anfang an eher still und auf diese leise Weise präsent. Ein Söldner aus der Unterwelt, zerrissen zwischen Erinnerungsverlust, Gerechtigkeitssinn und dem Dunkel, das in ihm schlummert. Während Ren mir manchmal zu jugendlich blieb, war er für mich der Ankerpunkt des Romans. Er wirkt erwachsener, komplexer und seine Kapitel haben mich mitgezogen, selbst wenn die Handlung an Tempo verlor.
Jaeil, der morraley grey Charakter, hat mich fasziniert, er bleibt undurchschaubar, schillernd, voller Geheimnisse. Von Tag und Yurhee hätte ich so gern mehr gelesen, sie haben die Geschichte insgesamt ein wenig belebt. Doch leider bleiben die meisten Nebencharaktere blass, und so wirkt die Welt enger, als sie hätte sein müssen.
Die schwebende Welt bleibt eine originelle Idee sie ist mystisch angehaucht, schimmernd, irgendwo zwischen Märchen und Legende. Und doch ist sie nicht greifbar. Es fehlte mir an Tiefe, an politischen Verflechtungen, an Details, die diese Welt hätten zum Atmen bringen können. Vieles bleibt angerissen, manches wirkt gehetzt, besonders Szenen, die eigentlich Gewicht tragen sollten, wie das Lichterfest oder die Kämpfe gegen die Dämonen. Die Actionszenen flogen vorbei und wirkten auf mich zu gestelzt, nicht gut erzählt.
Die Romantik in diesem Buch war angenehm zurückhaltend. Zwischen Ren und Sunho entsteht Chemie, süß und langsam. Kein erdrückendes Drama, keine übermäßige Dominanz. Es bleibt eine zarte Linie im Hintergrund, während die Handlung im Vordergrund steht. Nur hätte ich mir manchmal gewünscht, dass die Beziehung weniger gradlinig verläuft, mehr Brüche, mehr Unebenheiten, die diese realistischer gemacht hätten.
Das „Mädchen aus der Schwebenden Welt“ ist leicht, schimmernd, mit schönen Motiven, aber auch mit Lücken und oft viel zu glatt. Es bleibt dennoch eine originelle Idee mit liebenswerten Charakteren und ein Hauch koreanischer Mythologie mit leichtem Ghibli Feeling (vermag dieses aber nicht gekonnt einzufangen), dennoch das trägt die Geschichte. Worldbuilding, Tiefe und Tempo bleiben hinter dem zurück, was möglich gewesen wäre. Mich konnte die Geschichte nicht wirklich abholen, ich hatte mir irgendwie mehr erhofft.

3,5⭐️

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Ein sensibles und wichtiges Thema - Leider fehlte das Besondere

Lonely Hearts Club (Erstauflage exklusiv mit Farbschnitt)
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„Nachts auf dem Rücken, mit dem Blick zum Himmel, den man bestaunen, aber nie besitzen kann.“ (S.84)

Ein leises und sanftes Buch mit einem unaufdringlichen Schreibstil.

Wir lernen Clara kennen, eine ...

„Nachts auf dem Rücken, mit dem Blick zum Himmel, den man bestaunen, aber nie besitzen kann.“ (S.84)

Ein leises und sanftes Buch mit einem unaufdringlichen Schreibstil.

Wir lernen Clara kennen, eine talentierte Musikstudentin. Wir werfen einen Blick in ihre zerbrechliche Seele, voller feiner Risse. Sie fühlt sich leer, einsam und ausgebrannt. Fast so als würde sie nie ankommen.
In einer psychiatrischen Klinik begegnet sie dem „Lonely Hearts Club“, einer kleinen, schrägen Gemeinschaft verlorener Seelen. Und dann trifft sie auf Milly, ihrem neuen Gastbruder aus Deutschland. Er scheint für sie so etwas wie ein Rettungsanker zu sein.

Was mir gefiel, war der Umgang mit Claras psychischem Zustand. Ihre Rückschritte, ihre Ängste, die leisen Fortschritte, all das wurde authentisch, einfühlsam und fachlich fundiert erzählt, ohne je ins Dramatische zu kippen. Diese gewährten Einblicke berührten mich, aber trotzdem fehlte mir etwas.
Denn die Liebe zwischen Clara und Milly kam bei mir nicht wirklich an. Kein Knistern, kein Ziehen, keine Tension zwischen den beiden. Kein Herzklopfen, sondern eher ein höfliches Nebeneinander. Und obwohl das Buch zeitweilig in Paris spielt, fehlte mir das Flair, das Prickeln, das Besondere.
Die Figuren blieben blass und die Geschichte plätscherte vor sich hin. Selbst Milly, der so viel hätte sein können, Freund, Stütze, Geliebter… wirkte auf mich eher seltsam distanziert. Das Thema psychische Gesundheit trägt das Buch. Aber die Handlung selbst verläuft vorhersehbar, fast geradlinig, zu gewollt. Es gab schöne Sätze, schöne Momente, aber wenig, das sich eingebrannt hat. Die Geschichte verblasst.
Was mich auch störte war, dass der Lonley Hearts Club der Titel gebend für das Buch steht, nicht wirklich wichtig für die Geschichte ist. Auch da habe ich mir mehr gewünscht. Mehr Einblicke, mehr Gespräche, mehr Tiefe, mehr Fokus. Er war letztlich dann doch ziemlich belanglos und nichtssagend.
Und vielleicht ist das auch das Problem, welches ich mit dem Buch hatte: Dieses Buch will Hoffnung schenken. Es will zeigen, dass man weitergehen kann. Es schreit nicht. Es flüstert. Aber manchmal, nur manchmal, hätte ich mir gewünscht, es würde schreien. Wehtun. Bewegen. Irgendwie mehr Emotionen auslösen.

Fazit: Ein durchaus sensibles und wichtiges Buch, mit feinem Ton und großer Sorgfalt geschrieben. Aber emotional hat es mich nicht abgeholt. Ich wollte mit Clara fühlen, mich verlieren, mitzittern - doch es blieb eine Beobachtung, keine Erfahrung.

2,5⭐️

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