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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.07.2025

Irgendwie zu viel von allem...

Freiheit und Versuchung: Black Heart Chroniken 1
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Ich finde die Reihe an sich nicht schlecht, weil das Konzept und die Idee dazu echt ganz gut sind. Manchmal nervt bisschen die viele Harry Potter Anspielung, weil sie ohnehin sehr offensichtlich ist. Aber ...

Ich finde die Reihe an sich nicht schlecht, weil das Konzept und die Idee dazu echt ganz gut sind. Manchmal nervt bisschen die viele Harry Potter Anspielung, weil sie ohnehin sehr offensichtlich ist. Aber es ist iwie zuviel von allem.
Zu viele Charaktere, zu viele Szenen. Beim Hören verliert man durch die zig Perspektiven leicht den Überblick. Es werden massig neue Charaktere eingeführt und wir kriegen jede Perspektive.
Ein bisschen weniger Fokus auf jede Figur würde der Handlung besser tun. Wir folgen einfach zu vielen Personen, die zwar alle miteinander verknüpft sind, aber auch soviele Orte und Zeiten.
Ich kann keine Beziehung zu den Charakteren aufbauen und ihr Schicksal berührt mich dadurch nicht so sehr, weil ich zwischendurch gar nicht mehr genau weiß wer das nochmal war.
Auch verlieben sich alle so wahnsinnig schnell und jeder sieht natürlich extrem gut aus.
Ich vermisse einen roten Faden und eine feste Charakterentwicklung.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Bittersüße Herzenswünsche

Play of Hearts
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„Ich warte auf dich und dein einsames Herz, Genevieve.“ (Seite 14)

-Mottenzart-

Ein düsteres Märchen. Ein Kaleidoskop aus Spiegelbildern, Herzenswünschen und bittersüßen Opfern. Die Fragmente durchziehen ...

„Ich warte auf dich und dein einsames Herz, Genevieve.“ (Seite 14)

-Mottenzart-

Ein düsteres Märchen. Ein Kaleidoskop aus Spiegelbildern, Herzenswünschen und bittersüßen Opfern. Die Fragmente durchziehen diese atemberaubende und schmerzlich schöne Geschichte wie Spiegelsplitter.

Das Buch wird aus der Sicht von Evie (Genevieve) erzählt – ein Mädchen, welches sich nichts sehnlicher als einen Freund wünscht. Doch der Preis für diesen Wunsch ist hoch. Als Kind versprach sie im Spiegelkabinett ihrer Großmutter einem Spiegeljungen ihr Herz, im Tausch für einen Freund. Doch von da an kann sie niemanden mehr mit ihren Händen berühren, denn ihre Berührungen sind tödlich. Seitdem trägt Evie Handschuhe, um niemanden versehentlich zu töten.

„Erinnerungen gehen nicht, die Menschen schon.“ (Seite 261)

Zunächst klingt dies nach einer klassischen Fluchgeschichte, entwickelt sich jedoch zu einer deutlich komplexeren Handlung. Evie mochte ich von Anfang an. Ein naiver, gutherziger und irgendwie verlorener Charakter. Ihre schon beinahe kindliche Hoffnung auf Zuneigung und Geborgenheit machen sie sehr greifbar für den Leser.

Die Beziehung zu Arthur war nicht so leicht. Er blieb ziemlich blass. Er mutet zunächst sehr süß und schon viel zu perfekt an, dass man glaubt er hat was zu verbergen. Seine Auftritte waren sehr blass, flüchtig und vage und doch nimmt Evies Sehnsucht nach ihm, einen großen Raum in der Geschichte ein.

Remi dagegen ist vielschichtiger und düster. Zwischen ihm und Evie entwickelt sich ein starkes Band und die Geschichte mutet ab hier einem Love Triangel an. Remi bleibt zu Beginn ziemlich undurchschaubar und rätselhaft, was ihn zu einem sehr spannenden Charakter macht. Ich mochte seine Verletzlichkeit und sein nach außen abweisendes Verhalten. Letztlich steckt in ihm auch nur ein verletzter Charakter wie in Evie und dadurch ist die Tension zwischen ihnen so authentisch und nachvollziehbar.

Ich mochte die Atmosphäre des Buches sehr, den bildlichen, melancholischen und sehr beschreibenden Schreibstil. Ein Hauch Magie und Träume verwoben in einer sehr ausgewählten Sprache. Das Setting des Zirkus gefiel mir sehr, die verschieden Zelte und Orte, ihr Zauber und die Magie. Die Nebenfiguren fügten sich wunderbar in die Geschichte ein und waren auf ihre Art skurril, liebenswert und gut ausgearbeitet. Manchmal war es als würden kleine Geschichtsbruchstücke in der Luft liegen, die man nie vollständig erzählt bekam.

Insgesamt gefiel mir das Buch richtig gut. Es gehört jetzt zu meinen Lieblingen. Es ist sehr atmosphärisch und poetisch, verwoben mit einer Melancholie und bittersüßen Liebe. Der Anfang ist ruhig und introspektiv, aber dann bauscht sich die Geschichte dramatisch auf. Viele Familiengeheimnisse und Plot Twists, welche man jedoch manchmal schon im Vorfeld erahnen konnte. Für mich ein zauberhaftes Buch voller Tiefgang und von märchenhafter Besonderheit. Es hatte eine gewisse Sogwirkung und herzbrechende und Momente. Eine bittersüße und zarte Liebesgeschichte – rätselhaft und fein gesponnen.

Am Ende habe ich einen halben Stern abgezogen, aufgrund von stilistischen Mitteln, die mir irgendwann zu erzwungen waren. Ich finde es gut, wenn mal etwas wiederholt wird. Ein Wort oder ein Satz, damit er prägnanter wird und es vielleicht nochmal unterstreicht. Aber gerade zum Ende hin nahmen diese dreimaligen Wiederholungen überhand, sodass man eher aus der Geschichte rausgerissen wurde, als in ihr zu verweilen.


4,5⭐️

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Irgendwann kommt die Wahrheit immer ans Licht...

Seven Ways to Tell a Lie
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Erster Satz:
„Die Kamera fängt alles ein, selbst den Tod.“

Nachdem ein Video viral geht, bei dem sieben Jugendliche bei einem Busunglück sterben, verändert sich alles für Jonah. Denn er ist einer der ...

Erster Satz:
„Die Kamera fängt alles ein, selbst den Tod.“

Nachdem ein Video viral geht, bei dem sieben Jugendliche bei einem Busunglück sterben, verändert sich alles für Jonah. Denn er ist einer der toten Jugendlichen, sowie seine alten Freunde. Doch dieser Unfall hat nie stattgefunden. Ein Deepfake.
Wer hat dieses Video erstellt und zu welchem Zweck?
Hat es was mit Enya, einer verschwundenen Freundin von damals zu tun?

Dieses Buch greift die KI und Deepfake Thematik auf eine verstörende Weise auf. Es spielt mit realen Ängsten. Was würdest du tun, wenn ein Deepfake Video über dich existiert?

Das Buch wird aus Jonahs Perspektive erzählt und vermittelt dadurch einen guten Einblick in seine Ängste und Sorgen. Immer wieder werden Rückblenden eingestreut und es gibt weitere spannungsreiche Enthüllungen. Denn es tauchen weitere Videos auf und jedes von ihnen enthüllt ein wohlgehütetes Geheimnis.

Der Schreibstil ist flüssig und dicht atmosphärisch. Die Kleinstadt Wane wirkt sympathisch und verträumt. Wie ein Zuhause, welches sich zu einer beklemmenden Falle verdichtet. Ich mochte die vielen Details und wie die Charaktere beschrieben wurden. Besonders gefiel mir die Freundschaft zwischen Jonah und Tessa. Kein Klischee, sondern echt und authentisch.

Jonah ist der stille Junge, der nicht mehr mit seinen Freunden von damals spricht. Er ist immer versucht das Richtige zu tun, was ihn unglaublich liebenswürdig rüberbringt.

Der Thriller weiß gut mit Ängsten, Scham und Geheimnissen zu spielen. Geheimnisse die man lieber für sich behält. Doch ist eine perfekte Lüge gefährlicher? Das Buch entwickelt eine unheimliche Sogwirkung, gerade dadurch, dass man als Leser auch mit rätselt.

Warum nur vier Sterne?
Das Buch ist ein echter Pageturner. Aber die Spannung zwischen den Videos flacht teilweise ab und ist ein wenig in die Länge gezogen, zudem bleiben manche Nebenfiguren blass.

Insgesamt ein spannender Jugendthriller mit einem relevanten und aktuellen Thema. Denn niemand von uns ist wirklich sicher vor einem Deepfake.

Randnotiz: Besonders herzerwärmend und süß fand ich die Geste von Tessa, als sie Jonah die entstellte Eule mit nur noch einem Auge schenkt.

⭐️⭐️⭐️⭐️

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Der hellste Stern braucht die dunkelste Nacht

The Stars are Dying
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„Der hellste Stern braucht die dunkelste Nacht“

Das Buch in seiner gesamten Aufmachung ist eine wahre Schönheit.

The Stars are dying ist düster, romantisch und magisch.

Der erste Teil der Nytefall-Trilogie ...

„Der hellste Stern braucht die dunkelste Nacht“

Das Buch in seiner gesamten Aufmachung ist eine wahre Schönheit.

The Stars are dying ist düster, romantisch und magisch.

Der erste Teil der Nytefall-Trilogie entführt uns in die schaurige Welt der Vampire, Fae und Celestials. Hier treffen wir auf Astraea, welche nur Erinnerungen an die letzten fünf Jahre hat, alles andere liegt im Dunklen. Einen großen Raum nimmt das Libertatem ein, ein Tunier in dem fünf Auserwählte gegeneinander antreten, um Schutz für ihr Reich zu erlangen…

Verbotene Liebe, verlorene Erinnerungen und ein Schatten der nie von ihrer Seite weicht.

Tropes:
Villian gets the girl
Morally Grey Characters
Slow burn
Enemies to Lovers
Lost Memories

Astraea ist nicht die typische Bad-Ass Protagonistin, sondern eher hilfebedürftig und schwach. Dennoch fand ich sie als Figur gut gezeichnet. Trotz ihrer Schwächen ist sie mutig, manchmal sehr naiv und lässt sich fast aus jeder Situation retten. Warum fand ich sie dennoch als Figur gut? Weil sie nicht dem typischen Buchmuster folgte und in ihrer Entwicklung authentisch war. Sie hat ihre Erinnerungen verloren und wurde fünf Jahre lang von Hektor unterdrückt und misshandelt. Und dennoch hilft sie immer allen anderen und stellt sich zurück.
Gut manchmal wollte ich sie auch schütteln und dachte die Antworten liegen auf dem Silbertablett. Aber als Leser zoomen wir raus, wenn man selber in der Situation ist, sieht man das offensichtliche meist nicht. Erst wenn man es mit Abstand betrachtet.

Zaith mochte ich als Nebencharakter sehr. Er war so ein typischer gutmütiger Beschützer. Rose war dann wohl der typische Badass-Prota, den sich so viele gewünscht haben.

Uff ja Nyte mochte ich als düsteren Love interest sehr, auch wenn man hier viele Parallelen zu anderen Bookyboyfriends entdeckt (ich sage nur Rhysand). Die Dynamik zwischen den beiden gefiel mir. Ein Wechselspiel aus Anziehung und Misstrauen.

Warum gebe ich nur 3.5 Sterne?

Nun ja das Buch hatte seine Stärken aber auch viele Schwächen, die man nicht immer getrost überlesen konnte. Die Handlung ist für mich oft sprung- und lückenhaft, was die Szenen sehr unausgereift auf mich wirken lässt. Die Dialoge oft sehr emotionslos und holprig. Sie werden oft als Erklärung genutzt, aber dabei nicht immer geschickt in die Geschichte eingeflochten.
Was mir auch nicht so gut gefiel war, dass das Buch handlungstechnisch sehr überladen auf mich wirkte, so als wollte man möglichst viele Ideen mixen und hat sich dabei von anderen großen Werken massiv beeinflussen lassen. Da hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle mehr Eigenständigkeit gewünscht. Manche Szenen wirkten für mich dadurch sehr erzwungen und willkürlich.
Ich bin ehrlich, ab und zu hat mich das Buch verloren. Es war so konfus und weird manchmal. (Wenn selbst die Verwirrung verwirrt ist).

Ich habe eine ambivalente Meinung zu dem Buch. Die Kernidee war stark und sehr kreativ, auch die Atmosphäre gefiel mir gut und es gab interessante Charaktere. Für mich hat die Reihe noch viel Luft nach oben, gerade was Struktur, Tiefe und ein roter Faden angeht.

Für Fans von düsterer Romantasy

3.5⭐️

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Das Geheimnis der Schlange

Knights & Heirs 1. Der Ruf der Schlange
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Erster Satz:
„Das sind die Opfergaben, die sie auf den Berg gebracht haben, sieben Jungen und Mädchen, und du bist eine von ihnen.“

Eine fesselnde Romantasy Geschichte im jugendlichen Stil über Geheimlogen ...

Erster Satz:
„Das sind die Opfergaben, die sie auf den Berg gebracht haben, sieben Jungen und Mädchen, und du bist eine von ihnen.“

Eine fesselnde Romantasy Geschichte im jugendlichen Stil über Geheimlogen und Intrigen.

In dem Buch begegnen wir der siebzehnjährigen Mags welche mit ihren Eltern gezwungenermaßen in eine deutsche Kleinstadt umziehen muss. Weg aus Irland und ihrem gewohnten Leben, mit neuer Identität und keinen Kontakt mehr zu ihren früheren Freunden. Ihrer Familie verschweigt weswegen sie so überstürzt aus ihrem alten Leben fliehen mussten. Das sie der eigentliche Grund für die Flucht ist ahnt sie dabei nicht.
Ihr neues „langweiliges“ Leben in dem kleinen Dorf ändert sich, als der geheimnisvolle und charmante Austauschschüler Cyrus aus London an ihrer Schule auftaucht. Doch Cyrus ist kein gewöhnlicher Schüler, er ist ein Hunter und gehört einer alten Geheimloge an, welche es sich zum Ziel gemacht hat Mags zu finden.

Das Buch wird aus der Sicht von Mags und Cyrus erzählt und erlaubt somit einen tieferen Einblick in die jeweiligen Gefühlswelten. Mags fand ich als Charakter sehr authentisch. Sie hat Probleme mit ihrer Mutter und ihrem nervigen kleinen Bruder. Und ihre Entwicklung ist glaubhaft und nachvollziehbar. Sie beginnt Dinge zu hinterfragen und dementsprechend zu handeln. Was würde man wohl selber als Jugendliche tun, wenn man plötzlich ungeahnte Fähigkeiten entwickelt? (Bestimmt auch um sich damit einen Vorteil in gewissen „schulischen“ Situationen zu verschaffen^^).
Cyrus als Protagonisten fand ich auch ziemlich spannend. Zu Beginn ist er der etwas kühle und undurchschaubare Junge. Sein innerer Konflikt zwischen der Loyalität gegenüber seinem Vater sowie der Geheimloge und seiner Zuneigung zu Mags wurde gut dargestellt. Ich fand es auch gut, dass die Geschichte nicht den Hauptfokus auf der romantischen Beziehung hatte und sich das ganze eher langsam entwickelt hat.
Bei den Nebenfiguren hätte ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht. Auch wenn ich Stella als nerdige Freundin schon klasse fand, blieb sie ziemlich oberflächig.

Der Schreibstil war locker und leicht und hat das Buch zu einer erfrischenden aber spannend Lektüre gemacht. Gerade dadurch, dass immer wieder kleine Geheimnisse als Häppchen eingestreut wurden. Insbesondere der temporeiche Plot machte das Buch zu einer guten Lektüre und einem spannungsgeladenen Romantasy Vergnügen mit dem Trope Slow Burn. Gelungen waren hier auch die Zitate aus dem Logen-Geheimbuch, welche jedem Kapitel von Cyrus vorausgingen. Auch die eingestreuten Rückblicke waren sehr gelungen und erzeugten zusätzliche Spannung. Das dörfliche Kleinstadtleben und dazu der Kontrast des düsteren Anwesens der Geheimloge waren gut umgesetzt und schafften eine abwechslungsreiche Atmosphäre.

Insgesamt ein spannendes Jungendbuch, welches zu unterhalten weiß. Randvoll mit Intrigen und Geheimnissen und einer leisen Liebesgeschichte ohne spice. Mir hat besonders die Leichtigkeit in dem Buch gefallen und Mags und Cyrus als Protas. Weshalb gebe ich nur 4 Sterne?
Teilweise waren manche Situationen vorhersehbar und die Nebencharaktere bekamen für meinen Geschmack zu wenig Raum. Dennoch ein gutes Buch und für Fantasy begeisterte Jugendbuchleser ab 14Jahren zu empfehlen.


⭐️⭐️⭐️⭐️

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